Ulfkotte- il caso-


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Wenn man die sämtlichen Journalisten, wie sie da sind, ins Zuchthaus sperrte, würde
man gewiß nicht so viele Unschuldige hineinsperren, als jetzt schon im Zuchthaus sitzen.

Christian Friedrich Hebbel (1813–1863),
deutscher Dramatiker und Lyriker
Am 16. August 2014 verstarb mein väterlicher Freund Peter Scholl-Latour. Schon vor langer
Zeit hatte er mir 2010 den Anstoß dazu gegeben, dieses Buch zu schreiben. Ich danke ihm für
seine Freundschaft und für seinen Rat. Und ich verneige mich vor seinem Lebenswerk. Ohne ihn
wäre dieses Buch so nie entstanden. Gewidmet ist es in tiefer Dankbarkeit auch meiner Frau
Doris und dem Arzt Dr. Thomas Urbach, die mir in fast aussichtsloser Lage das Leben gerettet
haben. Ohne ihre schnelle, aufopferungsvolle und selbstlose Hilfe hätte ich dieses Buch nicht
mehr vollenden können.

Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch
die dargelegte Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten
mit Nähe zu vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie
bestreiten, dass sich die dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt. Alle in diesem
Buch genannten Organisationen bestreiten, Lobbyorganisationen zu sein und/oder
Journalisten und/oder die öffentliche Meinung beeinflussen zu wollen. Sie bestreiten zudem
Kontakte zu Geheimdiensten.
Vorwort
LSD? Crack? Stechapfeltee? Kokain? Crystal Meth? Angesichts der Berichterstattung unserer
Qualitätsmedien fragt man sich immer öfter, welche Drogen in Redaktionen konsumiert werden. Ganz
dicht scheinen die dort nicht mehr zu sein. Was rühren die morgens nur in ihr Müsli? Den Bezug zur
Realität haben viele Journalisten offenkundig verloren. Während Millionen Menschen da draußen vor
lauter Sorgen nicht wissen, wie sie steigende Mieten und Lebensmittelpreise verkraften sollen,
suchen bestimmte Journalisten die Nähe zu genau jenen Eliten, die für das Leid von immer mehr
Menschen verantwortlich sind. Und während die EU Staatsbankrotte nur noch durch pausenloses
Gelddrucken hinauszögern kann, fordern unsere Leitmedien ganz im Sinne der Finanzelite die
Aufnahme weiterer bankrotter Krisenstaaten in die EU. Zu viel Crack? Zu viel LSD? Oder liegt es am
Kokain in den Redaktionsstuben? Während die Bürger die Nase voll haben von den Toten der
Auslandseinsätze, setzen sich bestimmte Medienvertreter den Stahlhelm auf und sekundieren
Amerikanern munter bei der Planung neuer Kriegseinsätze. Sind das die Folgen von Crystal Meth?

Zugleich haben unsere Alpha-Journalisten einen totalen Blackout. Irgendwie können oder wollen
sie sich jedenfalls heute nicht mehr daran erinnern, wie sie uns den Irakkrieg oder den
Afghanistaneinsatz mit glorreichen Worten schöngeschrieben haben. Wie sie die Finanzkrise und den
Eurocrash erst bemerkten, als jeder Bürger schon unter den Auswirkungen litt. Und als 2014 über der
Ukraine ein Passagierflugzeug abstürzte, da wollten sie unsere Soldaten am liebsten sofort zum
Kriegseinsatz gegen Russland schicken, noch bevor auch nur feststand, wer für den Absturz
verantwortlich war. Blutvergießen verhindern, indem man mehr Blutvergießen fördert – ein
Mörderprinzip. Allein im Irak bezeugen das mehr als 100 000 tote Zivilisten, welche dort ums Leben
kamen, weil unsere Medien – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – den Irakkrieg im
Halluzinationsrausch so frenetisch herbeigejubelt hatten. Wer oder was steuert also die Irren in
unseren Leitmedien? Nehmen die wirklich Drogen? Oder hat der systematische Wahnsinn völlig
andere Gründe? Stehen im Hintergrund vielleicht Propagandaspezialisten? Früher hätte man das ganz
sicher als Verschwörungstheorie abgetan. Aber heute wissen wir, dass Journalisten renommierter
Medien das Hauptziel von »Spindoktoren« sind, welche die Deutungsmacht über unsere Nachrichten
bestimmen wollen. Vor allem die US-Regierungen und die Israelis arbeiten so. Es gibt sogar
Handbücher dazu, wie Qualitätsmedien beeinflusst werden sollen.1

› Hinweis
Klar ist: Wer in
renommierten Medien arbeitet, der sollte gegenüber Lobbygruppen, auch gegenüber amerikanischen
und israelischen, eine extreme Vorsicht walten lassen. Wie wir sehen werden, machen bestimmte
Journalisten genau das Gegenteil. Sie fühlen sich in den Spinnennetzen vor allem amerikanischer und
israelischer Einflussgruppen offenkundig sauwohl. Und sie rühmen sich auch noch, dort eingesponnen
zu werden, verweisen stolz auf ihre »Mitgliedschaften« in den umstrittensten Zirkeln.

Wenn man mehr und mehr solcher belegbaren Hintergründe kennt, dann sieht man unsere
»Nachrichten« plötzlich mit ganz anderen Augen. Nur darüber sprechen sollte man besser nicht. Da

verstehen Medienvertreter dann keinen Spaß, nicht einmal bei Satiresendungen. Autor Josef Joffe, ein
»Großjournalist«2 › Hinweis und wie der verurteilte Steuerhinterzieher Theo Sommer 3 › Hinweis ein
Chef der Wochenzeitung Zeit, erwies sich als Spaßbremse und verklagte mit juristischen
Haarspaltereien sogar eine ZDF-Satiresendung, nachdem diese kurz satirisch über seine umstrittenen
Kontakte in merkwürdigen Netzwerken berichtet hatte.4 › Hinweis Wäre ja noch schöner, wenn die
Bürger da draußen Einblicke hinter die Kulissen der Macht bekämen, oder? Medienfachmann Thomas
Stadler schreibt dazu: »Für ein Flaggschiff wie Die Zeit kommt das juristische Vorgehen von Joffe
(…) gegen das ZDF einem journalistischen Offenbarungseid gleich.«5 › Hinweis Nicht nur bei
Journalisten vom Schlage eines Josef Joffe muss man offenkundig schwer aufpassen.6 › Hinweis
Haben auch Sie das Gefühl, häufig manipuliert und von den Medien belogen zu werden? Dann geht es
Ihnen wie der Mehrheit der Menschen. Und wie Karl Albrecht. Als der reichste Deutsche im Juli
2014 mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 18 Milliarden Euro im Alter von 94 Jahren starb,
da wussten unsere Medien einfach nichts über sein Leben zu berichten. Es gab nur ein Foto. Und
keine Details aus seinem Leben. Der Aldi-Gründer hielt Politik für ein schmutziges Geschäft, wollte
in seinem ganzen Leben keinem Bundeskanzler begegnen, setzte anstelle von elitären Netzwerken nur
auf die eigene Familie, verachtete Banken und Kreditgeschäfte. Er lehnte alle Ehrungen und
Auszeichnungen ab, auch das Bundesverdienstkreuz. Und er gab niemals ein Interview. Warum nur?
Klar ist: Der strebsame Familienmensch wollte sich nicht von anderen missbrauchen lassen. Und
nicht manipulieren. Er war überzeugt davon, dass es gut sei, sich von vielen Verlockungen
fernzuhalten. Warum nur denken immer mehr Menschen da draußen heute wie Karl Albrecht?

Der Tübinger Medienwissenschaftler Professor Hans-Jürgen Bucher hat schon 1991 in seiner
Forschungsarbeit »Mediensprache« geschrieben, es dürfe nicht übersehen werden, »dass das
Zusammenspiel von Presse und Politik heute nach komplizierteren Spielregeln verläuft: über
inszenierte Berichterstattungsanlässe wie Pressekonferenzen, sogenannte Hintergrundgespräche oder
auch über subtile Formen der Presselenkung.« Subtile Formen der Presselenkung? Wie bitte? Wir
haben eine »gelenkte Presse«? Das klingt für den Durchschnittsbürger ungeheuerlich. Aber wie wir
sehen werden, ist es die Realität.7

› Hinweis
Bislang galt es als »Verschwörungstheorie«, wenn man hinterfragte, warum unsere Medien oft wie
gleichgeschaltet wirken. Angeblich haben wir doch Demokratie und Meinungsvielfalt. Doch aus der
angeblichen »Verschwörungstheorie« wird nun bittere Realität. Denn in diesem Buch wird ein
elitäres Netzwerk von Lobbyisten enttarnt. Und zwar in unseren Medien. Ob der Milliardär Karl
Albrecht das wusste und sich deshalb davon fernhielt?

Journalisten sollten ganz sicher nicht in Lobbyorganisationen oder verborgenen Elitenetzwerken aktiv
sein. Viele tun es aber. Und sie hassen es, wenn man sie demaskiert.8

› Hinweis
Man kann sie Schritt
für Schritt entlarven. Es gibt schließlich viele öffentlich einsehbare Erhebungen für ihre
Deutungsmacht, basierend auf der Präsenz in den wichtigsten Zeitungen und Zeitschriften. Man muss
sie nur über elektronische Datenbanken nach Referenzhäufigkeit durchkämmen.9

› Hinweis
In einem
zweiten Schritt vergleicht man die so gefundenen Namen mit der offiziellen Lobbyliste des Deutschen
Bundestages.10

› Hinweis
Und mit den Listen von Lobbypedia 11

› Hinweis
, einem Projekt von
LobbyControl.

Schaut man sich dann an, in welchen Lobbyorganisationen die so enttarnten Medienvertreter mit
ihrer Deutungsmacht vertreten sind, dann kommt am Ende ein kleiner Kreis verschwiegener
Eliteorganisationen zum Vorschein. Bestimmte Journalisten sehen dann auf einmal nicht mehr wie
Journalisten aus, sondern wirken eher wie Journalistendarsteller. Sie scheinen Unparteilichkeit und
Unabhängigkeit nur noch für die Zuschauer zu simulieren. Anders gesagt: Wenn man als Journalist
einen exklusiven Zugang zu machtelitären Zirkeln erhalten hat, bedeutet das nicht zugleich auch, dass
man denjenigen, die einem diesen Zugang ermöglicht haben, viel zu nahegekommen ist? Ist man als
Journalist dann nicht längst schon »korrumpiert«? Hat man dann nicht längst eine Art Beißhemmung,
eine, die man womöglich noch nicht mal mehr selbst bemerkt? Alle in diesem Buch genannten
Journalisten bestreiten, ihre Beißhemmung durch eine zu große Nähe zu elitären Netzwerken verloren
zu haben und/oder »korrumpiert« worden zu sein. Aber wie werden die Leser das sehen? Vor allem
dann, wenn sie die Namen der hier genannten Organisationen oder Journalisten vielleicht gar auch
noch in den WikiLeaks-Dokumenten aus den geheimen US-Botschaftsberichten wiederfinden? 12

› Hinweis
Warum tauchen da die Namen bestimmter deutscher Qualitätsmedien nur immer wieder
› Hinweis
› Hinweis
auf?

Klar wird in diesem Buch: Eine ganze Armee von auf den ersten Blick seriös erscheinenden
Agenten verdient Geld damit, deutsche Medien in ausländischem Auftrag zu beeinflussen, etwa in
angeblich gemeinnützigen »transatlantischen Freundschaftsorganisationen«. Deren Aufgabe ist es
auch, deutsche Eliten in Politik und Medien von der geistigen Blockbildung mit Russland abzuhalten
und auf pro-amerikanischem Kurs zu halten. Schließlich verfolgt Washington in Europa klare Ziele, zu
denen auch ein neuer Kalter Krieg gehört.13

› Hinweis
Und dazu braucht man nun einmal unsere
Leitmedien als Verbündete. Ein erstes Beispiel: Allein das amerikanische Verteidigungsministerium
gibt schon seit vielen Jahren Milliarden dafür aus, um die Medienberichterstattung weltweit durch
Propaganda gezielt zu beeinflussen.14 Die Folgen dieser Meinungsmanipulation sind auch
im deutschsprachigen Raum leicht nachweisbar.15 Bei der Berliner US-Botschaft konnte
man in den letzten Monaten sogar Fördergelder abrufen, wenn man die öffentliche Meinung in
Deutschland subversiv im Interesse Washingtons lenken will – ich werde das belegen.

Der Historiker und Medienwissenschaftler Andreas Elter hat schon 2005 in einem Sachbuch mit dem
Titel Die Kriegsverkäufer: Geschichte der US-Propaganda 1917–2005 nachgewiesen, wie die
Amerikaner Einfluss auf unsere Journalisten nehmen. Erstaunlicherweise ist seine Arbeit (leider)
weitgehend untergegangen. Aber danach wurden die WikiLeaks – Dokumente veröffentlicht. Und
jeder kann seither leicht selbst im Internet mithilfe einer WikiLeaks – Suchmaschine
nachrecherchieren 16 › Hinweis , wie oft bestimmte Leitmedien in den geheimen Botschaftsdepeschen
namentlich erwähnt werden, und zwar wegen proamerikanischer Berichterstattung. Es fällt auf, dass
jene, welche der früheren Besatzungsmacht USA offenkundig geistig besonders nahestehen, USkritische
Berichterstattung ausblenden. Im Interesse Washingtons? Was läuft da eigentlich?

Die Betreiber der Internetplattform WikiLeaks widmen sich ja der Aufgabe, der Öffentlichkeit
Geheimdokumente aller Art zugänglich zu machen. Dort also stand unter anderem ein 2010 als
»CONFIDENTIAL/NOFORN (US)«, also vertraulich und als nur für US-Staatsangehörige zugänglich
klassifiziertes Memorandum zum Download bereit. Als dessen Verfasser firmierte die »CIA Red
Cell«, ein Team von Geheimdienstlern, das vom CIA-Direktor nach eigenen Worten damit beauftragt
ist, »über den Tellerrand zu blicken«, »zum Nachdenken anzuregen« und »alternative Sichtweisen
anzubieten«. Und da fand ich ein Dokument der Spindoktoren im US-Geheimdienst mit dem Titel:
»Afghanistan: Sustaining West European Support for the NATO-led Mission – Why Counting on
Apathy Might Not Be Enough«.17

› Hinweis
Es ging in dem geheimen Dokument darum, in den Reihen
der westeuropäischen Verbündeten die Unterstützung für den NATO-Krieg am Hindukusch in
Afghanistan zu gewährleisten. Die westeuropäische Öffentlichkeit sollte durch Beeinflussung dazu
gebracht werden, die für das Frühjahr und den Sommer 2010 erwarteten steigenden Opferzahlen
sowohl in den Reihen der eigenen Soldaten als auch unter der afghanischen Zivilbevölkerung zu
tolerieren. Dafür, so hieß es, bedürfe es eines maßgeschneiderten »strategischen
Kommunikationsprogramms« für die truppenstellenden NATO-Staaten. Und dazu gehörte nun einmal
auch Deutschland. Das erwähnte geheime Dokument ist nichts anderes als ein Rezept für die
Beeinflussung der öffentlichen Meinung im deutschsprachigen Raum – ausgestellt von der CIA.
Erstaunlicherweise berief sich die CIA bei der in dem Geheimdokument skizzierten notwendigen
Beeinflussung der deutschen Öffentlichkeit auf die Recherchen einer transatlantischen Organisation:
den German Marshall Fund of the United States. Der hatte in Umfragen festgestellt, dass nur etwa
ein Prozent der Deutschen die Stabilisierung Afghanistans als wichtigstes nationales Ziel
empfanden.18

› Hinweis
Und genau das sollte geändert werden. Die deutsche Öffentlichkeit wurde
dann über die Leitmedien mit US-Propaganda eingedeckt. Mit Kriegspropaganda.

Sind solche Geheimdokumente, wie sie WikiLeaks veröffentlicht hat, nicht Grund genug dafür, dass
sich deutsche Leitmedien seither jeglichem Verdacht der Beeinflussung und Propaganda durch US-
Organisationen entziehen müssten? Wenn schon die CIA »strategische Kommunikationsprogramme«
für deutschsprachige Medien ausarbeitet, dann müssten unsere »Qualitätsmedien« doch einen großen
Bogen um jene Organisationen machen, welche im Umfeld dieser US-Dienste auftauchen. Aber genau
das Gegenteil ist der Fall. Unsere Leitmedien lechzen geradezu danach, in transatlantischen
Eliteorganisationen geduldet oder gar in diese aufgenommen zu werden. Das Ergebnis ist aus meiner
Sicht erschreckend: einseitige und beliebig austauschbare Propaganda. Sie findet sich heute immer
öfter in deutschen Medien.

Früher haben intelligente Menschen aus Gründen der Meinungsvielfalt mehrere Zeitungen am Tag
gelesen, wenn sie sich ein Bild von Entwicklungen machen wollten. Heute lohnt sich das nicht mehr,
weil die redaktionellen Inhalte beliebig austauschbar und fast identisch sind. Ein Beispiel: Da
veröffentlichten an einem Julitag 2014 alle Leitmedien auf der Titelseite Fotos von Angela Merkel
beim Kochen.19

› Hinweis
Was soll das? Wenn Angela Merkel kocht, dann ist das für den
Durchschnittsbürger so wichtig, als ob in China ein Sack Reis umfällt. Legt man die Zeitungen
nebeneinander, dann wird der Einheitsbrei unübersehbar. Was früher Bunte, Gala, dem Goldenen
Blatt und Bild der Frau vorbehalten war – die Bundeskanzlerin in der Küche – strahlt dem Leser
heute auf den Titelseiten angeblicher »Qualitätsmedien« entgegen. Parallel dazu fällt auf, dass die
überregionalen Zeitungen heute durchgängig Berichterstattung und Kommentare liefern, welche der
Wahrnehmung und Meinung einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung widersprechen.

Der Kölner Zeitungsforscher Professor Andreas Vogel sagt: »Konsumenten können heute beim Kauf
von Produkten und Dienstleistungen in der Regel zwischen verschiedenen Ausstattungsmerkmalen
wählen, bloß die Tageszeitungsverlage glauben, mit einem Einheitsprodukt alle Leser bedienen zu
können.«20

› Hinweis
Den rasanten Auflagenverlust der deutschsprachigen Tageszeitungen haben sich
die Verlage nach seiner Auffassung selbst zuzuschreiben, nicht etwa dem Internet.21

› Hinweis
Ein
Beispiel: Bei der Verlagsgruppe Madsack (etwa Leipziger Volkszeitung und Ostsee-Zeitung) sind
die Inhalte verschiedener Blätter oft identisch; ein Artikel erscheint dann in bis zu 18 Zeitungen.22

› Hinweis
Der Verlust der Meinungsvielfalt, das Einheitsprodukt und die immer extremere Einseitigkeit kann
nur verstehen, wer weiß, wie die »Informationsströme« im Hintergrund kanalisiert werden. Das
lichtscheue Netzwerk von Medien, Lobbyisten und Politik war bislang gut getarnt. In den folgenden
Kapiteln identifizieren wir es und fragen: Wer wird da von wem beeinflusst? Und vor allem: Wer
schmiert wen wofür? Und wie werden wir Bürger über die Medien manipuliert? Begeben wir uns auf
eine spannende detektivische Spurensuche.

Als erstes fällt auf: An Universitäten lernen Studenten heute schon früh, dass unsere »Leitmedien«
sie nicht wahrhaftig informieren. Das Hochschulmagazin uni.de schreibt generell über diese
alltägliche Medienmanipulation:

Allein durch die Sprache manipulieren Medien unsere Wahrnehmung. Das findet sogar bei
Meinungsumfragen statt, die eigentlich dem Zweck dienen sollten, erst herauszufinden, was eine
Mehrheit der Menschen denkt. Das Politbarometer des ZDF ist ein trauriges Beispiel dafür. Doch
wo Meinung immer mehr von den Medien gemacht und von deren Nutzern bloß noch rezipiert wird,
gerät die Demokratie in Gefahr. (…) Die Manipulation der Meinungsbildung beginnt bei
tendenziöser Sprache, wie sie auch in Artikeln objektiver Gattungen in den sogenannten
Qualitätsmedien wie SZ oder FAZ verwendet wird.23

› Hinweis
Wie bitte? Studenten werden heute an Hochschulen davor gewarnt, dass öffentlich-rechtliche Sender
wie das ZDF oder angeblich renommierte Zeitungen die Menschen manipulieren? Das lässt tief
blicken. Das ZDF, so berichtete 2014 das politische Magazin Cicero, ist mit seinen
Umfrageveröffentlichungen laut einer Studie der Uni Mainz sogar dafür verantwortlich, dass die FDP
aus dem Bundestag geflogen ist.24

› Hinweis
Nur noch vier (!) Prozent der Zuschauer glauben, dass
man mit dem Zweiten besser sieht. Und nur noch fünf Prozent aller unter 30-Jährigen schauen ARD –
dafür aber kassieren die Öffentlich-Rechtlichen pro Jahr mehr als 7,7 Milliarden Euro
Zwangsgebühren.25

› Hinweis
Wie wir im Kapitel »Fallbeispiele von der Propaganda« sehen werden,
betreiben sie damit auch gezielte Meinungsmanipulation im Interesse der Regierungsparteien.

Ich habe früher selbst für renommierte »Qualitätsmedien« wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung
(FAZ) gearbeitet. Ehrlich gesagt: Heute schäme ich mich dafür. Denn die Berichterstattung war, wie
wir sehen werden, in der Tat nicht unabhängig. Sie war nicht unparteiisch. Und sie war und ist nicht
neutral. Die Wahrheit lautet aus meiner Sicht: Mitunter war die Berichterstattung sogar geschmiert.
Und in anderen Fällen deckte sie sich mit den Interessen eines Netzwerkes.26

› Hinweis
Wie wir
sehen werden, wurde ich während meiner FAZ-Tätigkeit von einem US-Landesvater (Governor)
sogar zum offiziellen Ehrenbürger des US-Bundesstaates Oklahoma ernannt. Nur damit ich in der FAZ
proamerikanisch berichtete. Ich werde das noch genauer beschreiben. Die FAZ freute sich über meine
Ehrenbürgerurkunde. Man sah dort vieles als selbstverständlich an, was ich heute mehr als
problematisch finde. Rückwirkend sehe ich das alles subjektiv als Betrug an den Bürgern, die für
»Informationen« in der FAZ ja schließlich Geld bezahlten. Ich kann es deshalb nicht ungeschehen
machen. Aber ich kann den Lesern über die Realität bei den Medien da draußen sagen: Je größer die
Scheiße ist, die Qualitätsmedien produzieren, desto dicker sind die Werbesprüche, die das alles
überdecken sollen. Wir finden heute in den Führungsetagen eine größenwahnsinnige Denkweise, in
der aus meiner Sicht bei näherer Betrachtung nichts mehr wirklich hinterfragt wird, sondern wo nur
Kohle und Vorteile zählen.

Ich habe vor vielen Jahren schon den Bestseller So lügen Journalisten über das Mediengeschäft
veröffentlicht. Wer aber die folgenden Kapitel gelesen hat, der wird ein völlig neues Bild von
unseren »Leitmedien« bekommen. Schließlich haben Leitmedien in den letzten Jahren unendliches
Leid über uns Bürger gebracht. Beispielsweise finanzielles Leid. Denn viele von ihnen haben uns den
Euro, wir werden das noch sehen, als glorreiche Zukunft und stabile Währung verkauft. Und zwar
gegen den Willen einer Bevölkerung, welche D-Mark und Schilling behalten wollte. Die Zeche dafür
zahlt heute der Bürger auf der Straße, dessen Ersparnisse sich vor seinen Augen auflösen. Heute
müssen wir alle für die verheerenden finanziellen Folgen dieser Meinungsmanipulation ebenso zahlen
wie für den Finanzcrash, den unsere führenden Medien in ständiger Sektkorkenlaune auf ihren
Wirtschaftsseiten nicht vorhersehen wollten. Einzig der damalige Chefredakteur der
Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland, Lionel Barber, hat sich öffentlich bei seinen Lesern
dafür entschuldigt, dass sein Blatt die Finanzkrise lange Zeit weder verstanden noch gesehen hat und
die Bürger falsch informierte – bis auch jeder Normalbürger auf der Straße hautnah die Finanzkrise
erlebte.27

› Hinweis
Die Financial Times Deutschland, die sich für ihr Fehlverhalten öffentlich
entschuldigte, wurde inzwischen allerdings eingestellt.

Wir Bürger zahlen jetzt aber nicht nur einen hohen finanziellen Preis für die Manipulation durch
Leitmedien. Auch der Blutzoll ist verheerend. Denn unsere Leitmedien haben ein klares Feindbild:
Russland. Böser Russe, guter Amerikaner, so die vorherrschende Sichtweise. Diese ist Teil einer
psychologischen Kriegführung (PsyOp). Früher wurden Kriege durch Soldaten geführt, heute vor
allem durch Medien. Viele Menschen haben das von den Medien in unsere Gehirne transportierte
Feindbild erkannt. Einst angesehene Zeitungsredaktionen wie die FAZ bekommen nach eigenen
Angaben jetzt regelmäßig Kommentare wie »Hetzpresse« und »widerliche Kriegstreiber«.28

› Hinweis
Auch der österreichische Konfliktforscher Dr. Kurt Gritsch bezichtigt unsere bürgerlichen
»Qualitätszeitungen« nach ausgiebigen Studien heute, »Kriegstreiber« zu sein. Er schreibt:

Lesen Sie gerne Zeitung? Und wenn ja, gehören auch Sie zu jenen, die bürgerlichen
Qualitätsblättern wie »FAZ«, »NZZ«, »Süddeutscher Zeitung« oder »Die Zeit« die Stange halten?
Ich bekenne: Ich gehöre nicht dazu. Nicht mehr, seit ich über viele Jahre feststellen musste, dass
die publizistische Vorbereitung von Krieg dort Methode hat. (…) Das ist Kriegstreiberei und
gehört auch als solche bezeichnet.29

› Hinweis
Diese Hetze und Kriegstreiberei zeigte sich in historisch bislang wohl einmaliger Deutlichkeit nach
dem Absturz eines zivilen Passagierflugzeuges der Malaysia Airlines (Flug MH-17) Mitte Juli 2014
im Osten der Ukraine. Die Wrackteile hatten kaum den Boden berührt, da verbreitete ein
Meinungskartell schon die »Nachricht«, dass Russland dafür verantwortlich sei. Bei der
psychologischen Manipulation der Menschen ganz vorn dabei: Bild. »Steht EU nur noch für
›Empörend Untätig‹?« fragte das Blatt Tage nach dem Absturz und behauptete, eine Rakete Moskaus
habe 298 Menschen getötet, obwohl zu jenem Zeitpunkt ganz sicher nicht klar war, wem die
eingesetzte Waffe gehörte oder von wem sie abgefeuert worden war.30

› Hinweis
Selbst
amerikanische Geheimdienste erklärten an jenem Tag, an dem Bild (und andere deutsche Medien) die
»Untätigkeit« der EU gegenüber Russland beklagte, sie hätten keinen Beweis dafür, dass es eine
»russische Mitwirkung« an dem Flugzeugabsturz gebe.31

› Hinweis
Bald war klar, dass die
Amerikaner im Gegensatz zu unseren Medien nicht ohne Grund so zurückhaltend waren.32

› Hinweis
In diesem Buch gehen wir völlig unabhängig von dem Flugzeugabsturz der Frage nach, warum unsere
Leitmedien in einer Art vorauseilendem Gehorsam eine beängstigend einseitige Propaganda und
Desinformation (PsyOp) betreiben, welche mitunter direkt in Kriegstreiberei mündet. Der Leipziger
Medienwissenschaftler Uwe Krüger, mit dessen Arbeiten wir uns noch näher befassen werden, hat
bei seinen Studien über deutsche Medien mit wachsendem Erstaunen festgestellt, wie unsere
»Qualitätsmedien« von EU, Rüstungsindustrie, Nato und den USA geistig vereinnahmt werden.33

› Hinweis
Wenn man sich heute rückblickend Artikel anschaut, dann kann man die Aussagen der
Wissenschaftler Krüger und Gritsch verstehen. Da veröffentlichte die FAZ etwa vor vielen Jahren
unter dem Titel »Feigheit vor dem Bürger« Sätze wie: »Die Rolle des weltpolitischen Zuschauers
kann sich Deutschland nicht mehr leisten.«34

› Hinweis
Die Botschaft des Artikels, so habe ich ihn
verstanden: Noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan. Unsere Leitmedien begleiten zur Freude
von Rüstungsindustrie, Nato, Politik und Finanzelite publizistisch aber nicht nur Kampfeinsätze in
Afghanistan. Die Meinungsmacher sekundierten unserer proamerikanischen Politelite ebenso beim
amerikanischen Einmarsch im Irak. Und sie schrieben auch bereitwillig die von den USA
gewünschten »Revolutionen« in Nordafrika und im Nahen Osten schön und versprachen uns dort
Frieden und Demokratie, wenn auch wir Bürger in den aus Washington gesteuerten Chor nur laut
genug mit einfielen. Was wir stattdessen seither bekommen, sind jedoch immer mehr Terror und Hass.
Und tote sowie schwer verwundete eigene Soldaten bei Auslandseinsätzen. Nachdem unsere
publizistischen Kriegstreiber den Flächenbrand im Nahen Osten angefacht hatten, brüllten sie später
ungeniert »Krieg!« in der Ukraine und auf der Krim, wollten auch an der Nato-Ostgrenze zu Russland
»militärische Zeichen setzen«. Im Hintergrund standen, wir werden das sehen, mitunter amerikanische
Propagandaorganisationen. Unsere Leitmedien arbeiten jedenfalls wegen ihrer Verflechtungen mit
US-Lobbyorganisationen wie der verlängerte Arm von Nato-Pressestelle, Rüstungsindustrie und einer
kleinen Clique führender Politiker.35

› Hinweis
Wir werden das im Detail aufzeigen.
Für jeden Durchschnittsbürger ist heute klar, dass beispielsweise die Revolutionen im Nahen

Osten absolut nichts gebracht haben. Erstaunlich ist zudem, was uns die proamerikanischen
deutschsprachigen Leitmedien auf diesem Gebiet seither verschweigen: Die Lage ist beispielsweise
unter dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi viel verheerender als einst unter Präsident Mubarak. Sie
ist jetzt so antiamerikanisch, dass selbst US-Außenminister John Kerry im Juli 2014 sich einer
peinlichen Sicherheitskontrolle unterziehen, abtasten lassen und durch einen Metalldetektor gehen
musste, bevor er vom ägyptischen Staatsführer empfangen wurde.36 Unsere
proamerikanischen Medien blenden so etwas im deutschsprachigen Raum lieber aus. Sie
verschweigen es wie so vieles, weil sie es den Menschen nach ihren Jubelartikeln über die im Nahen
Osten angeblich anbrechende westliche Friedens-und Demokratisierungswelle schlicht nicht mehr
erklären können.

› Hinweis
Wer wissen will, warum unser Nachrichtenaufkommen so unendlich einseitig ist, der muss die
Netzwerke im Hintergrund kennen, in denen jene Alpha-Journalisten eingebettet sind, welche es
offenkundig teilweise kaum erwarten können, unsere Soldaten gleich wieder in den nächsten Krieg
der Amerikaner zu schicken. Bei Auslandseinsätzen, die unsere Leitmedien publizistisch vorbereitet
haben, sind bislang mehr als 100 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Was sagen jene deutschen
Journalisten, welche so lautstark das Ende der »Feigheit vor dem Bürger« forderten, den Eltern des
mit 21 Jahren in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten Georg Kurat, was den Eltern von
Konstantin Alexander Menz (22) und den Angehörigen von mehr als fünfzig weiteren deutschen
Soldaten, welche allein in Afghanistan ihr Leben verloren haben? Und zwar für absolut nichts. Denn
weder Milliarden an Fördergeldern noch unser Blutzoll haben dort etwas verändert. Haben unsere
Leitmedien sich jemals öffentlich dafür entschuldigt, wie viel Leid und Blutzoll sie durch ihre
tendenziösen Berichte, nicht nur in Afghanistan, mitzuverantworten haben?

Unsere Alpha-Journalisten schweigen da lieber. Wie schreibt doch Markus Wiegand,
Chefredakteur von Wirtschaftsjournalist, so treffend über diese Kollegen: »Die Elite der Branche
lebt in einer Blase, in der man sich gegenseitig nicht wehtut, sondern auf die Schultern klopft.«37

› Hinweis
Von Alexander dem Großen (356 bis 323 v. Chr.) über das Römische Reich und das Britische
Empire bis zum Zweiten Weltkrieg hat die Geschichte eines gelehrt: Die Welt kann nicht von einem
Menschen oder einer Gruppe beherrscht, regiert oder befriedet werden. So wie schon Alexander der
Große, der vom Frieden der Völker träumte, mit seinen europäischen Truppen aus Makedonien auf
dem Gebiet des heutigen Afghanistan keinen Frieden bringen konnte, so konnten auch amerikanische
oder deutsche Soldaten dort fast 2500 Jahre später nichts verändern. Auch deutsche Soldaten
versuchten vergeblich, woran schon Alexander der Große scheiterte.38

› Hinweis
Niemals wären sie
von unseren Politikern in den Krieg geschickt worden, wenn unsere Leitmedien mit ihrer
psychologisch geschickten Rhetorik nicht willfährig den Boden dafür bereitet hätten. Ich habe das
viele Jahre lang aus nächster Nähe erlebt. Viele Menschen haben diese tendenziöse Berichterstattung
unserer Leitmedien inzwischen satt. Und es würde mich nicht wundern, wenn die Angehörigen der
deutschen Kriegsopfer nach der Lektüre dieses Buches die Leitmedien und ihre Netzwerkfreunde zur
Verantwortung ziehen würden. Denn in den folgenden Kapiteln werden die Strukturen im Hintergrund
klarer.
»Friendly fire« – so nennt man es, wenn man Opfer der eigenen Waffenwirkung wird. In diesem Buch
zeige ich auf, wie Meinungsmacher im deutschsprachigen Raum die »transatlantische Freundschaft«
bejubeln und zugleich auf das wehrlose eigene Volk schießen. Die medialen Waffen sind dabei
weitaus gefährlicher als die laut knallende Munition von Soldaten. Denn ihre Lügen sind leise,
schleichen sich ganz tief in unsere Gehirne ein. Wir haben das ja schon einige Absätze zuvor im
Hinblick auf die Jubelartikel zu den Revolutionen in Nordafrika und die Kriegseinsätze in
Afghanistan und dem Irak angedeutet.

Unglaublich bei diesem Meinungskampf ist auch immer wieder, was unsere Leitmedien an
wichtigen Hintergrundinformationen verschweigen. Ein Beispiel: Im Sommer 2014 veröffentlichte
Human Rights Watch einen langen Bericht über die Einschränkung der Pressefreiheit in westlichen
Demokratien durch die immer intensiveren Überwachungsmaßnahmen der US-Geheimdienste. Der
Bericht dokumentierte, wie Journalisten ihre Arbeitsweisen verändern müssen, um überhaupt noch an
unabhängige Informationen zu kommen.39

› Hinweis
Kein Wort dazu in jenen deutschsprachigen
Leitmedien, welche eine extreme Nähe zu amerikanischen Propagandaorganisationen aufweisen.
Hätte der gleiche anklagende Bericht auf die Einschränkung der Arbeit russischer Journalisten wegen
staatlicher Überwachung in Moskau zum Inhalt gehabt, das Thema hätte wohl auf allen Titelseiten
gestanden. Im Klartext: Statt neutraler Nachrichten bekommen wir immer häufiger selektive
Information vorserviert. Unser Denken wird so kanalisiert. Und das passiert ganz sicher nicht rein
zufällig.

Ich weiß nicht, was nach der Erstveröffentlichung dieses Buches geschehen wird. Schließlich enttarne
ich Netzwerke, die lieber im Verborgenen wirken wollen. Und ich nenne Hunderte Namen von
Journalisten.40

› Hinweis
Die volle Namensnennung oder Identifizierung von Personen,
Organisationen oder Firmen dient nicht deren Verleumdung oder Verächtlichmachung. Sie ist vielmehr
im öffentlichen Interesse erforderlich, weil die verheerenden Folgeschäden, welche in diesem Buch
genau beschrieben werden, uns alle betreffen. Die Schäden können auch nicht anders als durch
Öffentlichkeit abgewendet werden. Denn anders als korrupte Politiker können korrupte Journalisten
bei uns nicht strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie – zum Teil sogar geschmiert – die Wahrheit
manipulieren oder unterdrücken. Ich habe einzelne namentlich genannte Personen angeschrieben und
um Stellungnahmen gebeten. Als Antwort bekam ich Anwaltspost, Klageandrohungen und Hinweise
auf mögliche strafrechtliche Schritte. Ich habe vor diesem Hintergrund große Medienhäuser nicht
weiter mit meinen Fragen belästigt. Bin also gespannt, was passieren wird. Markus Wiegand,
Chefredakteur von Wirtschaftsjournalist, sagt, die deutsche Medienelite sei bei näherer Betrachtung
ein »Club von Weicheiern«.41

› Hinweis
Wenn man sie kritisiert, fangen sie wild an zu kreischen wie
alte Klageweiber.

Ganz wichtig: Bevor ich andere Journalisten demaskiere, bezichtige ich mich selbst. Ich schreibe
auf, wie korrupt ich selbst bei der Berichterstattung war und welche Netzwerke Einfluss auf meine
Berichterstattung genommen haben. Immer abgesegnet durch meine Arbeitgeber. Und danach wird es
richtig spannend. Mein Ziel? Ich will mit der geballten Wahrheit der folgenden Kapitel, die Absatz
für Absatz durch Quellenhinweise belegt werden42

› Hinweis ,
nicht nur informieren, sondern
zusammen mit den Lesern dieses Buches und ihren Freunden auch etwas verändern. Ob wir das
gemeinsam schaffen werden? Meist kommt ja am Ende nie genau das heraus, was man beabsichtigte.
Die DDR-Oppositionellen hätten sich gegen Ende der 1980er-Jahre in Leipzig nie träumen lassen,
dass die Mauer fallen und Deutschland wiedervereinigt würde. Sie wollten nur Missstände innerhalb
des Systems beheben. Stattdessen brachten sie das System zum Einsturz. Und der US-Reporter Upton
Sinclair wollte 1906 mit seinen sozialkritischen Reportagen aus den Schlachthöfen von Chicago nur
die Arbeitssituation der Beschäftigten verbessern. Stattdessen kamen Gesetze für mehr
Lebensmittelhygiene heraus. Er sagte rückblickend: »Ich wollte die Herzen der Menschen treffen und
traf stattdessen ihre Mägen«. Vor diesem Hintergrund wünsche ich uns allen, dass die nachfolgenden
Kapitel auch die Herzen treffen werden. Und dass die wachsende Enttäuschung vieler Menschen über
unaufrichtige Journalisten und Medien endlich ein Ende finden wird.

»Wer nicht kauft, wird nicht belogen«. Unter diesem Motto haben Aktivisten im fernen Malaysia einen
landesweiten Aufruf zum Zeitungsboykott unterstützt, weil immer mehr Menschen mit der
Berichterstattung unzufrieden sind und der herrschenden Elite einen Denkzettel verpassen wollten.
Diese verbreitete Unzufriedenheit gibt es ja auch bei uns. Haben wir wirklich unabhängige Medien?
Oder ist das inzwischen reine Fiktion? Wer entscheidet über die Auswahl von Nachrichten? Warum
ist jede Facette eines amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes heute wichtiger als eine
Nachricht aus unserem unmittelbaren Umfeld? Der Leser ahnt schon jetzt: Im Schattenbereich der
Demokratie werden Informationen im Meinungskartell von unsichtbarer Hand geformt. Im
Hintergrund: geheimdienstnahe Eliteorganisationen. Sie sind aktiv im Umfeld von »Denkfabriken«
und Stiftungen. Aufgenommen wird man in diese ehrenwerte Gesellschaft einer Fünften Kolonne der
Mächtigen nur durch Empfehlung. Käuflich erwerben kann man so eine Eintrittskarte nicht. Denn da
ist so viel Geld versammelt, dass man auf Eintrittsgelder nicht angewiesen ist.

Wann fühlen wir uns wirklich gut informiert? Wenn wir wissen, dass Angela Merkel mitunter an
ihren Fingernägeln kaut ? 43

› Hinweis
Das stimmt zwar.44

› Hinweis
Aber ist die Information wirklich
wichtig? Müssen wir wissen, dass der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf gerne
mit seiner Spielzeugeisenbahn spielt? Und dass Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper »das
hauchfeine, mit dem Herkunftsnachweis bedruckte Papier, in dem früher Orangen eingewickelt
waren«, sammelt, es bügelt und in ein Album einklebt? 45

› Hinweis
In unserer modernen
Informationsgesellschaft gibt es unendlich viele Nachrichtenströme. Da ist es wichtig, Informationen
zu sortieren. Und zu wissen, was man glauben kann. Früher hatten wir dafür »Qualitätsmedien«, die
öffentlich-rechtlichen Sender, renommierte Zeitungen und den Hörfunk. Heute ist alles anders.

Die Schauspielerin Hildegard Knef sagte mir einmal: »Es ist unglaublich, wie sehr Medien lügen
können. Man weiß heute nicht mehr, was man denen noch glauben soll.« Wir hatten uns im August
1997 in der Bremer Talkshow III nach Neun kennengelernt 46

› Hinweis
. Und nach der Sendung
tranken wir in einem Bremer Hotel noch ein Glas Wein. Hildegard Knef berichtete damals empört,
was Journalisten schon alles an abenteuerlichen Geschichten über ihr Leben erfunden hatten. Sie
sagte: »Wahr ist bei Journalisten nur eines: Lügen gehört zu ihrem Geschäft«. Einige Monate zuvor
hatte ich Ähnliches auch rund 5600 Kilometer entfernt bei einer Reise nach Äthiopien gehört. Vom
Schauspieler Karlheinz Böhm, dem Kaiser Franz Joseph an der Seite von Romy Schneider aus der
Sissi-Trilogie, den ich im äthiopischen Hochland besuchte. Hildegard Knef und Karlheinz Böhm –
zwei Urgesteine des deutschen Films – vertrauten den deutschen Medien nicht mehr. Das machte mich
nachdenklich. Dabei galt doch »Du sollst nicht lügen« früher als eines der höchsten moralischen
Gebote. Aber heute verbinden wir vor allem Journalisten mit Lügnern. Auch Udo Lindenberg hatte
nicht die beste Meinung von den Medien. Wir sprachen darüber, als wir auf unseren Auftritt bei einer
Fernsehshow warteten. Und der im August 2014 verstorbene Journalist Peter Scholl-Latour, den ich
seit dem Ende der 1980er-Jahre immer wieder in Kriegsgebieten traf, sagte mir einmal: »Das Erste,
was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit.« Damals klangen die Aussagen von Hildegard
Knef, Karlheinz Böhm, Udo Lindenberg und Peter Scholl-Latour für mich noch wie
Verschwörungstheorien. Aber waren sie das wirklich? Ich hörte so etwas später häufiger, etwa von
meinem väterlichen Freund Professor Wilhelm Hankel, dem Erfinder der Bundesschatzbriefe. Ihn
störte es vor allem, dass unsere Medien zunehmend unkritischer werden, häufig einseitige Propaganda
verbreiten und beim »Informationsangebot« völlig austauschbar sind.

Wie können Sie als Leser sicher sein, dass meine nachfolgenden Ausführungen nicht erlogen sind?
Erstens nenne ich Namen, Firmen, Zeit und Orte. Und ich habe Hunderte Fußnoten mit
weiterführenden Quellenangaben. Wenn auch nur eine winzige Kleinigkeit nicht stimmt, dann wird
man mich verklagen. Zweitens darf ich mich mit jenem journalistischen Ritterschlag rühmen, den man
nur bekommt, wenn man in der Vergangenheit ganz sicher die Wahrheit berichtet hat:
Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat. Die bekommt man nicht, wenn man
lügt. Die bekommt man, wenn man etwas mitteilt, was die Bevölkerung nicht erfahren soll. Und ich
bin wahrscheinlich (leider) jener deutsche Autor, der wegen seiner beruflichen Tätigkeit bislang die
meisten Hausdurchsuchungen hatte. Sozusagen wegen wahrhaftiger Berichterstattung immer wieder
staatlich geadelt.

Eine weitere wichtige Bemerkung vorab: In den nachfolgenden Kapiteln ist zwar häufig die Rede von
»den« Journalisten. Aber damit sind keineswegs die vielen anständigen und seriösen, schlecht
bezahlten und viel arbeitenden freien oder festangestellten Redakteure gemeint, welche mit großem
Engagement an den Idealen und Werten der Pressefreiheit festhalten, unentwegt gut recherchierend
Missstände aufdecken und wahrhaftig berichten wollen. Sie werden trotz ihres Einsatzes zu einem
großen Teil nach und nach ihren Job verlieren.47

› Hinweis
In diesem Buch geht es vor allem um jene,
die eine Stufe darüber schweben und abgehoben von uns Bürgern sich gemein machen mit den Eliten,
mitunter sogar korrumpiert sind und sich für Gefälligkeitsberichterstattung schmieren lassen. Aber
wie funktioniert diese Manipulation eigentlich?
Kapitel 1

Simulierte Pressefreiheit:
Erlebnisse bei Verlagen
Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.
Die Wahrheit – exklusiv für Journalisten?

Wie kann es sein, dass unsere Leitmedien die Europäische Union und den Euro als Zukunftsprojekt
feiern, obwohl europaweit Millionen Menschen der EU und dem Euro kritisch gegenüberstehen?
Jean-Claude Juncker, langjähriger Regierungschef Luxemburgs und heute EU-Kommissionschef, sagt
uns, wie das funktioniert:

»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.
Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen,
was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr
gibt.«48

› Hinweis
Warum bejubeln unsere Leitmedien solche Politiker anstatt sie anzuprangern? Die Antwort: Sie
machen sich gemein mit ihnen. Sie kleben an diesen Eliten. Wie kann es sein, dass unsere Leitmedien
überall auf der Welt immer neue militärische Auslandseinsätze unserer Soldaten fordern, obwohl die
Mehrheit der Bevölkerung doch deutlich dagegen ist? Die Antwort: Unsere Alpha-Journalisten sind
nichts anderes als der verlängerte Arm der Nato-Pressestelle. Wir werden auch das in diesem Buch
sehr genau belegen. Wie kann es sein, dass unsere Leitmedien die massenweise Zuwanderung aus
allen möglichen Ländern auch weiterhin als »Bereicherung« preisen, obwohl die Masse der
Bevölkerung doch lieber heute als morgen die Grenzen für bestimmte Migranten schließen möchte?
Die Antwort: Industrie und Finanzelite wollen das so, weil Massen billiger Arbeitskräfte ihren
Interessen dienen.

Man könnte die Auflistung bohrender Fragen endlos fortsetzen. Die wichtigste Frage im
Hintergrund lautet jedoch: Wer regiert Europa wirklich? Die Bürger der EU sind es ganz sicher nicht.
Denn mit Demokratie hat das alles kaum noch etwas zu tun. Es ist eher eine Illusion von Demokratie,
eine gut gemachte Sinnestäuschung. Wenn aber nicht die Bürger das Sagen haben, wer dann? Ist es
vielleicht ein Meinungskartell, eine Gruppe der wichtigsten und einflussreichsten Schwergewichte
aus Industrie, Finanzwelt und Politik, welche im Hintergrund die Fäden zieht und über die Leitmedien
auch unser Denken steuert?

Das klingt reichlich nach Verschwörungstheorie. Aber man findet erstaunliche Aussagen dazu in
renommierten Zeitungen, welche nachdenklich machen. Der Euro, so berichtet uns beispielsweise die
Frankfurter Rundschau (FR), gehe auf das geheime Elitenetzwerk der Bilderberger zurück.49

› Hinweis
Diese Aussage, die laut FR von einem Ehrenvorsitzenden der Bilderberger bestätigt wird,
ist aber nur ein Beispiel von vielen dafür, wie Elitenetzwerke offenkundig aus dem Hintergrund unser
Leben dirigieren. Wir werden in diesem Buch in einem eigenen Kapitel am Beispiel des Euro sehen,
wie dieses Netzwerk Propaganda macht, um die Interessen von Politik und Finanzelite – gegen die
Bevölkerung – durchzusetzen. Das alles geht aber nicht ohne die Vorherrschaft über den
Informationsfluss. Und der wird von einigen wenigen Meinungsmachern beeinflusst.

Eine interessante Münchner Bachelor-Studie hat für die Jahre 2000 bis 2012 bei 80 ausgewählten
Artikeln der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu den Staatsführern Obama (USA) und Putin
(Russland) einmal die Adjektive und Adverbien zusammengestellt, also Worte in Zusammenhang mit
Obama oder Putin, welche in den Artikeln an eine wertende Beschreibung herankommen. Bei Putin
sind die von der FAZ verwendeten Adjektive und Adverbien eindeutig negativ belegt, etwa: drohend,
rau, angriffslustig, konfrontativ, antiwestlich, machtpolitisch, wahrheitswidrig, kühl, kalkuliert,
berechnend, zynisch, harsch, barsch, nicht stichhaltig (Argumente) und nicht glaubwürdig
(Argumente). Ganz anders der Ton gegenüber Obama: engagiert, frenetisch begrüßt, begeistert,
konziliant, gelobt, hoffnungsvoll und entschlossen.50

› Hinweis
Im Klartext: Neutral, unabhängig,
unparteiisch und objektiv ist die Berichterstattung in der einst so renommierten FAZ heute wohl ganz
sicher nicht. Aber woher kommt das? Hat diese Art der Berichterstattung vielleicht etwas mit der
Nähe der FAZ-Schreiber zu bestimmten Eliten und zur Macht zu tun? Dieser Frage werden wir in den
nachfolgenden Kapiteln nicht nur für die FAZ nachgehen müssen. Und warum wollen Leitmedien
nicht, dass man eine Nähe zu Eliten auch nur andeutet?

Szenenwechsel. Vor einigen Jahren zeichnete der Reporter Thomas Leif mit der ARD-
Fernsehdokumentation Strippenzieher und Hinterzimmer ein verschwörerisches Bild: Journalisten,
Minister und Parteifunktionäre sitzen in einem Boot, kapseln sich von der Bevölkerung ab und
verstehen sich prächtig. Der Zuschauer sah, wie bei geheimen Gesprächen in Hintergrundzirkeln
Politik gemacht wird.

Es ging in dem Film um eine konspirative Welt der Mauscheleien.51

› Hinweis
Das, was da gezeigt
wurde, war keine Verschwörungstheorie. Der Film war brisant. Denn was man da sah, das waren
Täter. Nur fanden sie die Mauscheleien völlig normal. Allein schon die Frage nach diesen geheimen
Netzwerken im Hintergrund empfinden die betroffenen Journalisten als Affront. Als das NDR-
Magazin Zapp ein Mitglied eines solchen Hintergrundzirkels befragte, da bekam man zur Antwort:
»Wir handeln geheime Dinge ab. Und zwar: Wir wollen Politik verstehen und das muss ein Zuschauer
oder Zuhörer oder Leser nicht erfahren. Sondern er muss dann nur verstehen, was wir sagen.«

Der Zuschauer und Leser muss also nur verstehen, was die Journalisten verkünden? Er soll gar
nicht mitbekommen, wer welche Nachrichten und Botschaften verbreiten lassen will? Der NDR
zitierte eine Journalistin zu solchen Geheimgesprächen mit den Worten: »Was da gemacht wird, ist
unser Berufsgeheimnis. Das gleiche gilt für den Lobbyismus. Ein Lobbyist redet ja auch nie offen
darüber, mit wem er spricht, welche Papiere er erhält, wo er sie hinschiebt und was daraus wird. Das
ist vergleichbar.« Und eine ehemalige ZDF-Redakteurin sagte: »Der Mehrwert besteht einfach darin,
dass wir die Wahrheit erfahren und die dann – so bitter es für manche auch ist – nicht schreiben oder
senden dürfen.«52

› Hinweis
Kann das sein? Die Wahrheit exklusiv für Journalisten? Und sie dürfen
diese dann nicht verbreiten? Was läuft da draußen eigentlich ab? Wer glaubt, dass Nachrichten
ausgewogen, verlässlich und wahrhaftig seien, der wird in diesem Buch aller Illusionen beraubt
werden.

Ich selbst habe die Illusionen über den Journalismus und wahrhaftige Berichterstattung schon vor
Jahrzehnten verloren. Ich kann mich ziemlich genau an den Tag erinnern: Am 2. August 1990 hatten
Truppen des irakischen Staatschefs Saddam Hussein Kuwait besetzt. Kurz darauf verbreitete die
amerikanische PR-Agentur Hill & Knowlton eine frei erfundene Lügengeschichte. Danach hätten
irakische Soldaten in kuwaitischen Krankenhäusern angeblich Babys aus den Brutkästen gerissen und
auf den Betonboden geworfen, weil sie die Brutkästen aus Kuwait in den Irak abtransportieren
wollten. Die Mär führte direkt zum Eintritt der USA in den Krieg gegen den Irak – zur »Befreiung«
Kuwaits. Was keiner mehr weiß: Amnesty International (AI) war von Anfang an mit von der
Lügenpartie. Am 19. Dezember 1990 veröffentlichte Amnesty einen 82-seitigen Bericht über
Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, in dem auch die Brutkastenlüge vorkam.53 Eine
denkwürdige Allianz. Wenig später, am 12. Januar 1991, stimmte der US-Kongress für den Krieg
gegen den Irak.

› Hinweis
Bei einer US-Kongressanhörung am 10. Oktober 1990 hatte zuvor ein junges Mädchen mit Namen
»Nayirah« die Aussage gemacht, sie habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Soldaten Saddam
Husseins Babys zum Sterben auf den kalten Betonboden der Spitäler in Kuwait geschmissen und die
Brutkästen gestohlen hätten. Diese herzzerreißende Aussage, wie teuflisch Saddam Hussein und seine
Schergen angeblich waren, wurde in alle amerikanischen Wohnzimmer – und natürlich auch die
deutschen – übertragen und bewirkte die erwünschte Mobilisierung der Öffentlichkeit für den Krieg.
Irgendwann später kam heraus, dass die ganze Geschichte frei erfunden war. Das Mädchen war
übrigens die Tochter des kuwaitischen Botschafters in Washington Saud bin Nasir Al-Sabah. Und sie
wurde für ihre tränenrührende Aussage speziell von der PR-Agentur Hill & Knowlton
schauspielerisch geschult. Die kuwaitische Regierung bezahlte insgesamt 12 Millionen Dollar für
diese Propagandaaktion an die Medien und Agenturen. Ich war damals Redakteur bei einer Zeitung.
Ich habe aus nächster Nähe mitbekommen, wie die frei erfundene Lüge auch in vielen deutschen
Zeitungen gedruckt wurde, um die Stimmung in der deutschen Bevölkerung auf den Siedepunkt zu
bringen: Saddam Hussein, der bis dahin für uns Deutsche ein »guter Führer« war, sollte zusammen
mit den Irakern über Nacht zu einer Art Insekt degradiert werden. Unsere Medien haben das erreicht.

Wenige Monate zuvor war ich übrigens kurz nach einem Giftgaseinsatz der Iraker an einer
Kriegsfront, wo die Soldaten Saddam Husseins mit deutschem Giftgas Iraner getötet hatten. Das war
bei Zubaidat im Juli 1988. Ich werde das später noch ausführlicher beschreiben.54 Ich habe
die grauenvollen iranischen Giftgasopfer, denen das Gehirn aus Augen, Nase und Mund floss,
fotografiert. Glauben Sie nicht, dass es danach eine Welle der Empörung in Deutschland gegeben
hätte. Es gab vielmehr ein Schweigen im deutschen Journalismus. Dabei war die Vergasung von
Menschen im Gegensatz zur hier einige Zeilen zuvor geschilderten späteren Brutkastenlüge brutale
Realität. Doch als die Propagandawelle mit den Brutkästen anrollte, da war es, als ob man die
Schnittstellen der Gehirne von Menschenmassen manipuliert hätte. Auf einmal schrien alle vereint:
Krieg! Krieg! Krieg! Das wäre nicht möglich gewesen, wenn unsere Alpha-Journalisten bei der
Desinformationskampagne nicht vorweg marschiert wären. Und ich war Teil dieses
Desinformationstrupps im Meinungskartell.

› Hinweis
Dieses Buch ist der erste Teil von drei brisanten Veröffentlichungen über die Medienbranche. In den
folgenden Kapiteln dieses Buches erfahren Sie, welche geheimen Netzwerke unsere Informationsflut
wirklich steuern. Es geht um die klebrige Nähe unserer Medien zu Eliten. Und um die kaum zu
glaubenden Folgen. In einem weiteren Buch werden wir erfahren, mit welchen Tricks die großen
deutschsprachigen Medienverlage systematisch ihre Anzeigenkunden betrügen. Einen kleinen
Vorgeschmack darauf bekommen Sie auch schon in diesem Buch. Und in einem dritten Band werde
ich darüber berichten, welche Journalisten auf welchen internen Listen der PR-Industrie stehen. Auch
das wird verheerend. Denn der Großteil unserer Berichterstattung ist inzwischen gekauft. Einige der
Namen enthülle ich aber schon in diesem Buch. Widmen wir uns also in diesem Buch zunächst einmal
der simulierten Pressefreiheit, vor allem der Lobbyarbeit, den geheimen Netzwerken unserer
Meinungsmacher und den Folgen in der Berichterstattung.
Gekaufte Wahrheiten:
Von Elitenetzwerken und Geheimdiensten
Ich selbst, der Autor dieses Buches, war ein Täter. Rückblickend war ich korrupt, habe manipuliert
und desinformiert. Genau jene mangelnde Distanz, welche ich in den nachfolgenden Kapiteln anderen
Journalisten vorwerfe, habe auch ich lange Zeit für selbstverständlich gehalten. Auch ich habe
Presserabatte genutzt, kostenlose Einladungen in 5-Sterne-Hotels oder zu kumpelhaften Reisen mit
Spitzenpolitikern im Auftrag meiner Chefs angenommen, Posten in Stiftungen besetzt oder Vorträge
bei geheimdienstnahen Organisationen gehalten. Ich wurde, so meine heutige Sicht, etwa als
Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mitunter für positive Berichterstattung auch
gekauft. Und ich habe mich kaufen lassen. Mit Rückendeckung des Arbeitgebers, der das wie
selbstverständlich von mir erwartete. Ich kann heute darüber sprechen. Aber davon wird es nicht
richtiger.

Manches hat sich seither geändert. Und auch gekaufte Berichterstattung ist heute selbstverständlich.
Die EU bezahlt jetzt beispielsweise »unabhängige« Journalisten dafür, um das Image der EU in
angeblich »unabhängigen« Medien aufzupolieren. Sowohl private als auch öffentlich-rechtliche
Medienunternehmen buhlen dann um die von der EU vergebenen PR-Gelder. Man nennt das gekauften
Journalismus.55

› Hinweis
Und es funktioniert auch umgekehrt: Zwei britische Reporter boten EU-
Abgeordneten Geld für Gesetzesänderungen an – mit Erfolg.56

› Hinweis
In der Schweiz bekommen
Journalisten heute mitunter Briefumschläge mit 500 Franken Bargeld (etwa 410 Euro), wenn sie an
»Pressekonferenzen« teilnehmen.57

› Hinweis
Und ebenfalls in der Schweiz bietet ein Verlag
Politikern Porträts in den schönsten Farben an, wenn sie denn auch gleich ein Inserat dazu kaufen.58

› Hinweis
Wo Journalismus draufsteht, sollte aber auch Journalismus drin sein. Günther Jauch,
damaliger Moderator des kritischen Magazins Stern TV und einer der bekanntesten Journalisten, hat
beispielsweise »in einem 20-minütigen Streifen für die US-Firma Amway« geworben, »die Waschund
Körperpflegeprodukte im Schneeballverfahren vertreibt«.59

› Hinweis
Darf man so etwas als
kritischer Journalist? Wo sind die Grenzen? Darf man als deutscher Journalist Werbung machen? Es
ist zumindest der Alltag da draußen. An Teflon-Mann Jauch blieb jedenfalls nichts hängen. Dabei ist
es rückblickend wohl extrem peinlich. Und wie peinlich ist es, wenn in einer Hochschularbeit über
tendenziöse Berichterstattung in deutschen Medien (»Tendenziöse Attributierung in deutschen
Printmedien«60 › Hinweis ) zu einem Artikel des FAZ-Journalisten Horst Bacia steht:

Die Analyse dieses Artikels mit Blick auf die Themenentfaltung ergibt demnach allenfalls eine
Argumentation, die in ihrer Realisierung der eines Werbetextes gleicht.61

› Hinweis
Wie bitte? Eine Uni-Arbeit bescheinigt einem der renommiertesten FAZ-Autoren nach eingehender
Analyse das Niveau eines Werbetextes? Da verschwimmen offenkundig Grenzen, die nicht
verschwimmen sollten. Wie schreibt doch gleich der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang
Donsbach über das generelle Verhältnis von Wahrheit und Journalismus in Deutschland:
In Deutschland ist diese Neigung, Informationen entsprechend der eigenen Meinung zu bewerten
und auszuwählen, stärker ausgeprägt als in anderen Ländern.62

› Hinweis
Die Manipulation des Lesers fällt gerade bei der FAZ schon seit Jahren auf. Dr. Heinz Loquai hat
dazu etwa schon 2003 eine berühmt gewordene Rede gehalten, in der es etwa zur FAZ heißt:

Vom Washingtoner Korrespondenten der FAZ erfahren wir u. a., Bush studiere die Bibel jeden Tag,
er bete regelmäßig und richte sein Handeln nach der Frage aus: »Was würde Jesus tun?« Der
Präsident sei ein »Ausbund an Bescheidenheit und Volksverbundenheit«, es gebe zwar eine
»arrogante Faser[!] im Wesen Bushs« doch er sei »ein Mensch der Liebe.« Seine »Portion
missionarischen Eifers« werde durch »staatsmännische Besonnenheit abgefedert«, im »geduldigen
Warten« sei die »Entscheidung des politischen Naturtalents zum Ausdruck« gekommen. Zwar wisse
Bush, dass er kein Intellektueller ist, sich aber auf »seinen politischen Instinkt, seine Klugheit und
seinen Mutterwitz« verlassen könne. So (…) belehrt, können wir uns auch weiterhin auf die
Objektivität und das Urteilsvermögen von Amerika-Korrespondenten führender deutscher Tagesund
Wochenzeitungen verlassen! Eingebettet bei den alliierten Truppen, eingebettet in das politikmediale
Netzwerk in Washington – wo liegt da der Unterschied?63

› Hinweis
Der damalige Washingtoner FAZ-Korrespondent Matthias Rüb hatte kurz vor dem
völkerrechtswidrigen Irakkrieg 2003 die soeben zitierte Lobhudelei auf US-Präsident Bush verfasst.
Ein Jahr später erhielt er für einen anderen Artikel den Arthur-F.-Burns-Preis. Der Arthur-F.-Burns-
Preis wird verliehen durch den deutschen Außenminister. Und wer wählt die Preisträger heute aus?
Der Jury gehören beispielsweise die Journalisten Sabine Christiansen und Stefan Kornelius
(Süddeutsche Zeitung) an.64

› Hinweis
Behalten Sie diese Namen im Hinterkopf. Wir werden noch
öfter in interessanten Verbindungen auf sie stoßen.

In Deutschland schreiben Wirtschaftskorrespondenten angesehener Tageszeitungen zugleich auch
unter Pseudonym für Zeitschriften von Firmen, über die sie auch als Angestellte ihrer eigenen Zeitung
berichten. Und öffentlich-rechtliche Redakteure lassen sich von Parteien dafür bezahlen, dass sie
Politikern in Kursen beibringen, wie man sich bissige Journalisten vom Leib hält. Das alles ist heute
selbstverständlich. Moderatoren, die uns im Fernsehen Wirtschaftsnachrichten von Banken
präsentieren, moderieren zeitversetzt Veranstaltungen der Banken und lassen sich fürstlich dafür
entlohnen. Deutschland ist die gekaufte und zugleich die verkaufte Republik. Wir werden jedenfalls
rund um die Uhr mit gekauften Wahrheiten überzogen. Vor allem aus Politik und Wirtschaft.

Wie Stimmung in der Bevölkerung gemacht oder verstärkt wird, das lernt man als Journalist in
bestimmten Netzwerken. Es geht um eine gefällige Berichterstattung im Interesse von Politikern,
Parteien, Verbänden oder Institutionen. Ich habe das über Jahrzehnte hin mitbekommen und dabei –
etwa als eitler FAZke – aktiv mitgemacht. Ich werde das beschreiben, so gut es geht. Ganz verheerend
wird es, wenn Politiker, die Herren der privilegierten Informationen, Journalisten den Gebrauch oder
Nichtgebrauch von Nachrichten vorschreiben. Man nennt das beschönigend »autorisieren«. Ein
Politiker darf absegnen, was er gefragt wurde und was er gesagt hat. Unliebsames wird
herausgestrichen. Im Jahr 2012 hieß es im SpiegelBlog dazu:
Und manchmal, wenn man als deutscher Journalist einem US-Gesprächspartner gegenübersitzt
und ihm am Ende die Möglichkeit einräumt, die eigenen Zitate noch mal zu sehen, schaut der
einen an wie einen Alien im Dschihadisten-Kostüm. Ist das nicht auch bescheuert? Dem
Gegenüber so viel Kontrolle einräumen? In Deutschland wird das Autorisieren seit Jahrzehnten
gepflegt. Der SPIEGEL hat es in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwar nicht
erfunden (…). Aber er hat es so konsequent kultiviert, dass es hier zu Lande zumindest bei
Interviews heute Branchenstandard ist.65

› Hinweis
Autorisieren heißt bei näherer Betrachtung, sich einer Autorität beugen. Journalisten unterwerfen sich
dann den Mächtigen. Politiker können unliebsame Nachrichten immer mit der Begründung vom Tisch
wischen, es habe sich um ein »nicht autorisiertes« Interview gehandelt.66 Die Herren der
privilegierten Informationen schreiben Journalisten also in Deutschland den Gebrauch oder
Nichtgebrauch von Nachrichten vor. Und wir finden das völlig »normal« – so wie Menschen im
Mittelalter die Hofberichterstattung über die Adelshöfe »normal« fanden. Wie im Mittelalter sitzen
einige Günstlinge des Hofes auch heute noch besonders nah an den Mächtigen und ergötzen sich an
deren Worten. Die Staffage, also das Kostüm dieses Dramas, mag sich im Laufe der Jahrhunderte
geändert haben. Die Regie wird aber immer noch von den Gleichen geführt: dem Netzwerk der
Mächtigen.

› Hinweis
Führende Journalisten sind umgeben von Elitenetzwerken, bei denen Normalbürger einfach
ausgeschlossen werden. Journalisten behaupten gern, dass sie eine wichtige Kritik-und
Kontrollfunktion haben. Angeblich wollen sie hartnäckig Missstände verfolgen und aufdecken. Vor
allem wollen sie »den Mächtigen auf die Finger schauen«. Journalisten nennen sich deshalb »die
vierte Gewalt«. Die Informationsfunktion ist die zentrale Funktion von Medien und Journalisten. Das
heißt, dem Empfänger der Information etwas mitzuteilen, was er vorher nicht wusste – und zwar
vollständig, objektiv und verständlich. Und das in einer Form, die nicht an Journalismus in einer
Diktatur erinnert.

Was hat man davon zu halten, wenn selbst ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber die deutsche
Tagesschau mit dem nordkoreanischen Regierungsfernsehen vergleicht? 67

› Hinweis
Und wie verträgt
es sich, wenn man, wie etwa Kai Diekmann, als Chefredakteur der »unabhängigen« Bild – Zeitung
Mitglied der umstrittenen Organisation Atlantik-Brücke ist?

Ist man wirklich noch neutral, wenn man als Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit wie Josef Joffe
zugleich im proamerikanischen und »CIA-nahen ThinkTank«68

› Hinweis
Aspen-Institute saß? Josef
Joffe selbst sagt über seine Lobbyarbeit für die USA in Deutschland: »Da aber die Mehrheit im
Lande nicht sehr freundlich über die USA denkt, schreibe ich gegen diese Mehrheit an.«69
Ob Josef Joffe, eine klagefreudige Spaßbremse 70 › Hinweis , nicht wusste, dass das Berliner Aspen-
Institut im Verdacht steht, auch das Arbeitsbüro von US-Geheimdienstoffizieren gewesen zu sein?71

› Hinweis
› Hinweis
Da heißt es in einer Studie über die transatlantischen Beziehungen zu Shepard Stone, dem
ersten Direktor des Berliner Aspen-Institutes:

Dieses »harmonische Stilleben« stört man nur äußerst ungern mit dem Verdacht, Stone sei
Führungsoffizier eines oder gar mehrerer amerikanischer Geheimdienste gewesen. Sein
»Arbeitsbüro«: das Berliner Aspen-Institut.72

› Hinweis
Kann man – wie etwa der durchaus sympathische und weltoffene Kollege Stefan Kornelius von der
Süddeutschen Zeitung – mit einem ganzen Bündel von politischen Lobbyorganisationen verflochten
sein und dann noch unabhängig über politische Prozesse berichten? Ich behaupte: Nein, man kann das
ganz sicher nicht. Die Süddeutsche Zeitung schreibt das auch selbst. Als der ZDF-Korrespondent
Udo van Kampen, ein gelernter Schlagzeuger 73 im Sommer 2014 auf einer
Pressekonferenz ein Geburtstagsständchen für Angela Merkel trällerte, da empörte sich das Münchner
Blatt: »Journalisten machen so etwas nicht. Sie sind Beobachter, keine Teilnehmer. (…) Wer einem
Politiker zu nahe steht, sollte nicht mehr über ihn oder sein Fachthema berichten, sonst gehen
Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit über Bord. (…) Der Ruf von Journalisten ist ohnehin nicht der
Beste.«74

› Hinweis ,
› Hinweis
Journalisten dürfen diese Nähe zu Politikern oder ihren Organisationen auch aus
SZ-Sicht nicht haben. Wie aber passen diese Worte mit den langjährigen Verflechtungen des SZ-
Journalisten Stefan Kornelius zusammen? Inzwischen ist SZ-Autor Stefan Kornelius hart auf dem
Boden aufgeschlagen. Jene USA, welche er über Jahre hin in seinen Leitartikeln energisch gegen alle
Angriffe verteidigt hatte, sind den Deutschen in den Rücken gefallen und haben die Bürger hier
ausspioniert. Das hat offenkundig auch bei Kornelius zu einem veränderten Ton gegenüber den USA
geführt. Eine Zeitung schreibt jetzt über diesen neuen offenkundig geläuterten Ton von Kornelius:

Kornelius’ letzte Kommentare erwecken den Eindruck eines beleidigten Auftragsschreibers, der
realisiert, dass er vielleicht aufs falsche Pferd gesetzt hat. Mit den wachsenden außenpolitischen
Spannungen zwischen Deutschland und den USA dürften nicht nur die Cocktailempfänge und
Preisverleihungen auf der anderen Seite des Atlantiks abnehmen. Sie werden in der deutschen Elite
auch weniger geschätzt.75

› Hinweis
Aber mitunter setzen Menschen nun einmal aufs falsche Pferd. Stört das nicht die Unabhängigkeit?
Wie kann der Chefredakteur der renommierten Wirtschaftswoche, Roland Tichy, zugleich der
Vorstandsvorsitzende der CDU-nahen Ludwig-Erhard-Stiftung 76

› Hinweis
sein, Mitglied im
Kuratorium der Johanna-Quandt-Stiftung 77

› Hinweis
(gegründet von der Milliardärin Johanna
Quandt) und auch noch im Kuratorium der marktradikalen Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung?78

› Hinweis
Auch Holger Steltzner, der für den angesehenen Wirtschaftsteil der einst so renommierten
FAZ zuständige Herausgeber, ist Mitglied im Kuratorium der marktradikalen Friedrich-August-vonHayek-
Stiftung.79

› Hinweis
In Steltzners offiziellem FAZ-Lebenslauf verschweigt er das.80
Friedrich August von Hayek (1899 bis 1992), verachtete die Demokratie als »ein durch das
Erpressungs-und Korruptionssystem der Politik hervorgebrachtes System«, als einen
»Wortfetisch«.81

› Hinweis
› Hinweis
Cicero schreibt zu Hayek: »Zu von Hayeks Dogmen gehört ferner, dass
demokratische Entscheide ausschließlich von jenen zu fällen seien, die davon selbst betroffen sind.
Will heißen: Nur Reiche sollen darüber befinden dürfen, wie viel Steuern Reiche an den Staat, also
die Allgemeinheit, zu zahlen haben. Auch so lässt sich die Abschaffung der Demokratie
bewerkstelligen.«82

› Hinweis
Kann man das als führender deutscher Journalist unterstützen? Wessen
Adenauer-Stiftung 85 › Hinweis
› Hinweis
Lobbyarbeit betreibt man dann? Sieht so unabhängiger Journalismus aus? Kann man dann noch frei
berichten?

Noch verheerender: In Deutschland ansässige transatlantische Organisationen konnten 2014 US-
Fördergelder dafür beantragen, wenn sie Deutsche so beeinflussen, dass diese proamerikanische
Interessen vertreten, etwa beim von den USA geforderten Freihandelsabkommen. Sie halten das für
eine wirre Verschwörungstheorie? Dann dürfen Sie auch der renommierten Zeitung Washington Post
und der US-Botschaft nichts mehr glauben. Denn die berichteten 2014 darüber.83

› Hinweis
Für jede
gut vorbereitete Manipulation deutscher Meinungsführer bei uns gab es demnach zwischen 5000
Dollar (etwa 3670 Euro) und 20 000 Dollar (etwa 14 700 Euro) von der US-Botschaft, je nach
Wichtigkeit der beeinflussten Eliten. Die amerikanische Botschaft in Berlin hatte zum Zeitpunkt der
Niederschrift meines Manuskripts Formulare im Internet, auf denen sich US-nahe Organisationen in
Deutschland um Gelder bewerben konnten, wenn diese unter Deutschen für Washingtoner Ziele
Propaganda machen. Die Berliner US-Botschaft bedankte sich dort sogar ausdrücklich für die
zahlreiche Teilnahme an diesem Manipulationsprojekt.84

› Hinweis
Wollen unsere Alpha-Journalisten,
die eine klebrige Nähe zu solchen proamerikanischen Organisationen in Deutschland zeigen oder
gezeigt haben, etwa behaupten, das alles nicht gewusst zu haben?

Und wie sieht es aus mit den Journalistenförderungen der politischen Parteien? Glauben die Bürger
da draußen wirklich, dass ein Absolvent der CDU-nahen Journalistenakademie der Konrad
oder der SPD-nahen Journalistenakademie der Friedrich-Ebert-
Stiftung 86 nach dieser Ausbildung den Schalter in seinem Gehirn umlegen und nach der
parteinahen Schulung künftig nur noch neutral berichten wird?

Ich behaupte aus langjähriger eigener Erfahrung: Nein, das alles geht nicht. Auch ich wurde von
jenem Elitenetzwerk aufgebaut und gefördert, welches einflussreiche Journalisten seit Langem schon
unmerklich wie ein Krake umschlingt und ihnen die Feder führt. Wie selbstverständlich war ich
zeitgleich ein angeblich unabhängiger Journalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und saß
auch zugleich im Planungsstab der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Rückblickend war ich ein Lobbyist. Ein Lobbyist versucht beispielsweise für Interessengruppen die
öffentliche Meinung über die Massenmedien zu beeinflussen. Das habe ich getan. Etwa für den
deutschen Auslandsgeheimdienst. Die FAZ ermunterte mich ausdrücklich dazu, den Kontakt zu
westlichen Geheimdiensten zu verstärken und freute sich, wenn ich die mitunter von dort zumindest in
Stichworten vorformulierten Berichte mit meinem Namen versah. Eines von vielen Beispielen, das
mir gut in Erinnerung geblieben ist: Den Enthüllungsbericht »Europäische Unternehmen helfen Libyen
beim Bau einer zweiten Giftgasfabrik« vom 16. März 1993, der wie viele meiner geheimdienstnahen
Berichte weltweit Aufsehen erregte, hatten zwei Mitarbeiter des BND in meiner Anwesenheit in
einem Besucherraum der FAZ in der Hellerhofstrasse 2 in Frankfurt formuliert. Anders gesagt: Sie
haben mir den dann veröffentlichten Artikel in der FAZ-Redaktion Absatz für Absatz weitgehend
vorgegeben. Eine Aufgabe dieser beiden BND-Mitarbeiter war es, Berichte für renommierte deutsche
Zeitungen zu schreiben. Der BND machte das damals, mit Wissen deutscher Medienhäuser, nach
Angaben seiner Mitarbeiter bei vielen Zeitungen so. Der BND hatte später nur zwei Häuserblocks
von der FAZ-Zentrale entfernt in Frankfurt in der Mainzer Landstrasse sogar ein gut getarntes kleines
Büro, im ersten Stock direkt über einem Laden. Dort gab es jedenfalls eingestuftes Material, welches
aus dem BND kam.

Wenn man als Team bei der Formulierung von Artikeln »eingespielt« war, dann gab es irgendwann
die nächsthöhere Stufe der »Kooperation«: Man bekam stapelweise Geheimdokumente, die man ganz
nach Belieben auswerten durfte. Ich erinnere mich daran, dass wir bei der FAZ eigens für die vielen
Geheimberichte einen Stahlschrank angeschafft hatten. (Bei einem Besuch von Kollegen in der
Redaktion eines Hamburger Magazins sah ich, dass sie es dort ähnlich machten.)

Ich wusste damals noch nicht, wie verächtlich Geheimdienste über Journalisten sprechen. »Man kann
einen Journalisten billiger haben als eine gute Hure, für einige Hundert Dollar im Monat«. Mit diesen
Worten zitierte der Redakteur Philip Graham von der Washington Post einen CIA-Agenten über die
Bereitschaft und den Preis jener Journalisten, die gewillt waren, für die CIA Propagandaberichte in
Artikeln zu verbreiten. Natürlich mit Rückendeckung der Arbeitgeber, die das alles wussten und
unterstützten. Und der BND war der verlängerte Arm der US-Geheimdienste, eine Art
Tochterorganisation. Man hat mir beim BND zwar nie Geld angeboten. Aber das brauchte man bei
mir und vielen deutschen Kollegen auch gar nicht. Wir fühlten uns ja so großartig, wenn wir
Auftragsschreiber eines Geheimdienstes waren oder irgendwie für ihn arbeiten durften.87

› Hinweis
Manche Dinge erfuhr ich, durfte darüber aber nicht berichten. Es waren wohl Tests meiner
Zuverlässigkeit als Wasserträger und Lakaie der Geheimdienste. Ausländische Geheimdienste haben
mir auch Reisen finanziert. Etwa die britischen Dienste zu Geheimdienstkonferenzen nach Wilton

Landsitz war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst ein

der Briten für ausgewählte Deutsche und wurde eben auch später
dazu benutzt, Deutsche zu lenken, etwa Journalisten wie mich. Finanziert haben es die britischen
Dienste. Kein Wort davon bei den Enthüllungen des Geheimdienst-Whistleblowers Edward Snowden.
Das scheint nicht in seinen Dokumenten zu stehen.

Im Sommer 2005, ich war damals »Chefkorrespondent« des Hochglanzmagazins Park Avenue,
habe ich aus meinem Büro im Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr mehr als eine Stunde mit dem
langjährigen CIA-Chef James Woolsey telefoniert, dessen Frau in der transatlantischen
Propagandaorganisation German Marshall Fund tätig ist (dazu kommen wir später). Ich wunderte
mich bei dem Gespräch darüber, dass die Verbindung nicht abbrach, denn Woolsey saß während
unseres Telefongesprächs zunächst in seinem Büro in Virginia, dann in einer Limousine und später in
einem Helikopter. Und die Verbindung war so gut, als ob er mir direkt gegenüber gesessen hätte. Wir
sprachen über das Thema Wirtschaftsspionage. Und Woolsey wollte von mir, dass ich bei Gruner +
Jahr einen Bericht unterbrachte, in dem der Eindruck erweckt wurde, dass die USA in Deutschland
über ihre Geheimdienste keine Wirtschaftsspionage betreiben. Absurd war für mich nicht nur der
Gesprächsinhalt, der Gott sei Dank nie gedruckt wurde. Wirklich absurd war es aus meiner Sicht,
dass der Verlag Gruner + Jahr der Sekretärin des CIA-Handlangers Woolsey in Virginia nach dem
Gespräch wie selbstverständlich einen Blumenstrauß zukommen ließ, weil sich ein Mitarbeiter von
Gruner + Jahr den Kontakt zur CIA warmhalten wollte.

Ja, rückblickend war auch ich einer dieser Täter, welche von außen mit Material versehen und

Park.88 › Hinweis Der britische
Umerziehungslager 89 › Hinweis

instrumentalisiert wurden. Ich war ein Lobbyist, der die öffentliche Meinung über die Massenmedien
beeinflussen sollte. Nur habe ich das damals nicht so wahrhaben wollen. Deshalb verstehe ich es
durchaus, wenn frühere Kollegen, die sich heute noch genauso verhalten und beispielsweise in
proamerikanischen Lobbyverbänden Mitglied sind oder diesen nahestehen, das auch heute nicht
wahrhaben wollen. Aber das Wegschauen macht es nicht richtiger. Ein Lobbyist berichtet tendenziös.
Und die tendenziöse Berichterstattung unserer Leitmedien bestätigt (anhand von mehreren Beispielen

u. a. aus der FAZ) auch die 2012 erschienene Münchner Hochschularbeit »Tendenziöse Attributierung
in deutschen Printmedien«.90
› Hinweis
Vor einiger Zeit fand ich die Schlagzeile: »Studie: FAZ steht
bei Lobbyisten ganz oben auf der Lektüreliste«.91

› Hinweis
In dem Artikel dazu hieß es: »Die von
deutschen Lobbyisten am häufigsten gelesene Publikation ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie
steht bei 88 Prozent von ihnen ganz oben auf der Lektüreliste.« Warum nur? Schauen wir uns das doch
einmal genauer an.
Wie ich von einem Ölkonzern
geschmiert wurde

Der frühere Bundespräsident Johannes Rau (SPD) hat einmal gesagt: »Gefährlich wird es da, wo
Journalisten politische Prozesse oder gar Wahlentscheidungen durch aktives, von anderen Interessen
geleitetes Handeln beeinflussen. Gefährlich wird es da, wo durch Zuspitzung oder Halbwahrheiten
Stimmungen absichtlich verstärkt oder gar erst gemacht werden.«

Rückblickend war ich einer von jenen, die politische Prozesse durch ihre Berichterstattung
beeinflussen sollten. Wenn ich auf meinen unzähligen Auslandsreisen beispielsweise mitunter von den
jeweiligen BND-Residenten für meine »Berichterstattung« in der FAZ mit »Informationen« versorgt
wurde, dann fand ich das »selbstverständlich«. Ich konnte allerdings fast nie nachprüfen, ob die
Informationen stimmten. Aber ich habe sie mit Rückendeckung meiner damaligen Chefs verbreitet.
Die Formulierung, welche ich nutzen sollte, lautete meist »nach Angaben aus Geheimdienstkreisen«.
Man war bei der FAZ richtig stolz darauf, dass man gute Kontakte zu »Geheimdienstkreisen« hatte.
Dabei konnte aber keiner die von dort gestreuten »Informationen« nachprüfen. Wir druckten das
einfach. Rückblickend ist mir das peinlich. Ich habe daran zwar freiwillig mitgewirkt, aber mir
wurde auch mitgeteilt, dass ich entlassen werden könne, wenn ich da nicht mitmache. Ja, so etwas
gibt es wirklich. Ich hatte damals ja Jura studiert und vorsorglich Kollegen gefragt, die Anwälte
geworden waren. Sie bestätigten mir die Aussage, dass ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter entlassen
könne, wenn dieser sich weigere, mit dem BND zusammenzuarbeiten. Später gab es dazu auch offen
einsehbare Urteile, ein Beispiel: Ein Pilot, der bei der ADAC-Tochter Aero-Flugdienst nicht auch
verdeckt für den BND arbeiten wollte, wurde wegen »Gefährdung der Staatssicherheit« entlassen.
Und das Arbeitsgericht billigte die Entlassung.92

› Hinweis
Viele Leser werden so etwas in einer
Demokratie nicht für möglich halten, sondern mit Ländern wie der DDR verbinden. Aber es war die
Realität. Auch das große Netz deutscher Auslandskorrespondenten war aus Sicht des BND
interessant. Es war die perfekte Tarnung, um über unverdächtige »Journalisten« heikle Recherchen
erledigen zu lassen. Kollegen, die das gemacht haben, berichteten mir im Ausland darüber, weil auch
ich in diesem Netzwerk eingebunden war. Wir haben uns gegenseitig Schweigen versprochen. Man
sollte aber im Hinterkopf haben, dass der BND neben 6000 festangestellten Mitarbeitern auch noch
rund 17 000 »informelle« Mitarbeiter hat. Die haben ganz normale Berufe und würden nie offen
zugeben, auch für den BND tätig zu sein. Das ist weltweit so. Denn wie ich im Laufe der Jahrzehnte
im Ausland zwangsläufig mitbekam, war bei amerikanischen oder britischen Zeitungen fast jeder
Auslandsreporter zugleich auch für die nationalen Geheimdienste tätig. Man muss das einfach im
Hinterkopf haben, wenn man glaubt, in Medien »neutrale« Berichterstattung vor sich zu haben.

Wenn ich, ermuntert durch meinen Arbeitgeber, für die geheimdienstnahe Bundesakademie für
Sicherheitspolitik tätig wurde oder während meiner Arbeitszeit im Spätsommer 1993 für eine
sechswöchige Einladung der transatlantischen Lobby-Organisation German Marshall Fund of the
United States freigestellt wurde, dann hatte auch das ganz sicher Auswirkungen auf meine
Berichterstattung. Der German Marshall Fund schickte mich etwa in New York zu einer
Nachtschicht mit den Polizisten in der Bronx. In der FAZ schrieb ich dazu den Artikel »Durch diese
Türen gehen die härtesten Polizisten der Welt«. Es war einer von vielen positiven Artikeln über die
USA – diskret eingefädelt vom German Marshall Fund. Ich bekam, rückblickend kaum zu glauben,
sogar eine scharfe Schusswaffe. Es gibt noch ein Foto davon, wie sie mir bei der New Yorker Polizei
überreicht wurde. Der Leser erfuhr nichts über die Hintergründe dieser wohlwollenden
Berichterstattung in der FAZ. Er erfuhr ja auch nicht, welche Kontakte man mir bei diesem Aufenthalt
diskret vermittelte. Etwa ein Treffen mit Reza Cyrus Pahlavi, dem Sohn des Schahs von Persien, der
immer noch darauf hoffte, mit Hilfe der CIA für seine Familie wieder den Thron in Teheran
zurückbekommen zu können. Reza Cyrus Pahlavi brauchte vor allem eines: mediale Aufmerksamkeit.
Und die FAZ sollte als eine von vielen renommierten Zeitungen die Pläne medial unterstützen, wenn
die Zeit reif wäre, so erfuhr ich es bei unserem Treffen.

Dieser German Marshall Fund ist eine Propagandaorganisation unserer früheren Besatzungsmacht
USA, die von Guido Goldman gegründet wurde, einem Sohn von Nahum Goldman, dem Gründer und
Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses. Der Marshall Fund hat es nach seiner Selbstdarstellung
darauf abgesehen, »Führungskräfte zu fördern, die sich auf dem Gebiet der transatlantischen
Beziehungen engagieren«. Das klingt schön positiv, heißt aber im Klartext: Er will Lobbyisten,
welche proamerikanisch sind, heranziehen und fördern.

Sie können sich darunter konkret nichts vorstellen? Ein Beispiel: Am 22. Juli 1993 ernannte mich
der damalige »Governor of Oklahoma«, also der Ministerpräsident des US-Bundesstaates Oklahoma,
offiziell zum Ehrenbürger von Oklahoma. Governor David Walters unterzeichnete an jenem Tag meine
Ehrenbürgerurkunde, die erst gerahmt und mir dann in einer feierlichen Zeremonie übergeben wurde
(»Honorary Citizen of the State of Oklahoma«). Vermittelt hatte das, ohne mein Wissen, der German
Marshall Fund, der mich mit der Zeremonie überraschte. Die Urkunde, mit Landessiegel, Wappen
und Unterschrift auf dem offiziellen Papier des Bundeslandes, hängt heute in meinem Büro. Und zwar
als Erinnerung daran, mit welchen perfiden Tricks man Journalisten von Leitmedien zu ködern
versucht. Denn ich wurde natürlich nicht US-Ehrenbürger, weil ich Udo Ulfkotte heiße und damals als
Hobby alte Tintenfässer sammelte, sondern weil der transatlantische German Marshall Fund mich so
umarmen wollte, dass es bei meiner Berichterstattung als Ehrenbürger gar keine andere Wahl mehr
gab, als proamerikanisch zu arbeiten. Ich habe diese perfide Lobbyarbeit sechs Wochen aus nächster
Nähe in den USA miterlebt und inzwischen alle Kontakte abgebrochen. Ganz anders mein früherer
FAZ-Kollege und heutiger FAZ-Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger, dessen Name heute
immer wieder mal beim German Marshall Fund auftaucht.93

› Hinweis
Natürlich gab es auf den Dienstreisen, die ich mit Politikern unternahm, von diesen auch
Arbeitsmappen mit »Hintergrundinformationen«. Natürlich sollte ich die »Informationen« genau so in
die Zeitung bringen. Das alles war Lobbyismus in Reinform. Nur erfuhren die Leser das nicht. Mein
langjähriger Arbeitgeber, die FAZ, bestärkte mich noch in dem Glauben, dass ein Journalist sich nicht
»prostituiere« und auch nicht käuflich sei, wenn er teure Einladungen zu Auslandsreisen von
Unternehmen wie Shell für die FAZ annahm und anschließend auch noch äußerst wohlwollend in der
FAZ darüber berichtete. Als mich nach einer solchen Reise ein Journalist der Korruption bezichtigte
(»von Shell geschmiert«), da führte die FAZ einen Prozess für mich vor dem Kölner Landgericht
(Az.: 28 0 19/97). Und verlor. Das war 1997. Seither darf man zu Recht über mich behaupten, ich sei
von Shell »geschmiert« worden. Und zwar, weil in einem meiner Artikel über Shell aus Nigeria für
den Leser nicht erkennbar war, dass die komplette luxuriöse Recherchereise in das dortige
Ölfördergebiet inklusive Hubschrauber vor Ort von Shell für die FAZ finanziert worden war. Auch
wenn der Hinweis darauf, dass Shell die Reise bezahlt hatte, ursprünglich in meinem Text gestanden
und später in der Redaktion von einem redigierenden Kollegen herausgekürzt worden wäre, damit der

– dann müsste ich mir das ebenso wie die FAZ zuschreiben lassen.94
Artikel auf die Seite passte
› Hinweis
Die Richter befanden: »Die erforderliche Abwägung zwischen dem Ehrenschutz des Klägers«, also
mir, »und der Meinungsfreiheit des Beklagten führt zur Annahme der Zulässigkeit der beanstandeten
Äußerungen. Ein Fall der verbotenen Schmähkritik liegt nach Auffassung der Kammer nicht vor«.

Wer nun glaubt, die von Shell für die FAZ bezahlte Reise, nach der man mich als »geschmiert«
bezeichnen darf, sei für mich ein schönes 5-Sterne-Erlebnis gewesen, der sei auf einen Artikel des
gleichfalls mitreisenden Kollegen Klaus Podak von der Süddeutschen Zeitung über unsere
gemeinsamen Erlebnisse bei der Shell – Reise in Nigeria hingewiesen. In seinem Bericht hieß es:
»Da springt ein junger Mensch herum, in tadellos gebügelten Militärklamotten, offenbar kurz vor dem
Durchdrehen. Er wackelt mit der Maschinenpistole, den Finger am Abzug. Sekunden zuvor, am
Seitenfenster des Kleinbusses, hatte er das Ding einem Kollegen an den Kopf gehalten, den Finger am
Abzug«. Der Kollege, der bei seiner Recherche vor Ort derart mit dem Tode bedroht wurde, hieß
Udo Ulfkotte. Können Sie sich vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man nach solchen Erlebnissen auf
dem Weg zu einer Scheinhinrichtung auch noch hinnehmen muss, als »geschmiert« bezeichnet zu
werden? Und dennoch gebe ich rückblickend jenen Recht, die mich damals so bezeichnet haben.

Einige meiner ersten Auslandsreisen im Auftrag der FAZ führten mich in den 1980er-Jahren in das
südliche Afrika – natürlich voll bezahlt vom damaligen südafrikanischen Apartheidsregime, der
südafrikanischen Fluggesellschaft, südafrikanischen Bergbaukonzernen und/oder der dortigen
Tourismusindustrie. Abgezeichnet und gebilligt von meinen Vorgesetzten in der FAZ. Kein Wort davon
in meinen Artikeln. Und weil es so »schön« war, durfte ich mit dem Team des damaligen privaten
Fernsehsenders der FAZ (»Tele-FAZ«) anschließend auch noch ein paar TV-Filme in dem Land am
Kap drehen. Natürlich positiv für die Financiers der Reise. Natürlich ebenfalls von den Unterstützern
des Apartheidsregimes bezahlt. Im südlichen Afrika wurden wir in einem Privatflugzeug durchs Land
geflogen. Wir FAZ-Mitarbeiter wurden hofiert und letztlich gekauft. Der Zuschauer (einige Berichte
wurden nach meiner Erinnerung bei RTL gesendet) bekam auch davon nichts mit. Wahrscheinlich
wusste man bei RTL auch nicht, welchen von den Südafrikanern finanzierten Propagandaschrott man
da von der FAZ zugespielt bekam.
FAZ: Dahinter steckt
mitunter ein korrupter Kopf

Geschmierte Berichterstattung bei der angeblich so seriösen FAZ? Sie glauben das nicht? FAZ-
Journalist Werner Sturbeck, einer der Düsseldorfer FAZ-Korrespondenten, hat sich 2012 von
Thyssen-Krupp schmieren lassen; so sehe ich das jedenfalls nach dem schon zitierten Urteil des
Kölner Landgerichts (Az.: 28 0 19/97). Kein Wort davon in seinem offiziellen Lebenslauf bei der
FAZ.95

› Hinweis
Sturbeck hat am 3. August 2012 im Wirtschaftsteil der FAZ den Gefälligkeitsartikel
»Die andere Seite von Thyssen-Krupp« geschrieben. Und die FAZ hat sich damit für den Konzern
Thyssen-Krupp prostituiert. Werner Sturbeck war vor dem Gefälligkeitsartikel im Juli 2012 im
Thyssen-Krupp-Firmenjet nach München und von dort First Class mit der Lufthansa für fünf Tage
nach Peking geflogen. Er übernachtete in den Fünfsternehotels »China World« in Peking, »Ritz-
Carlton Pudong« in Shanghai und »Sofitel« in Nanjing – ohne auch nur einen Cent zu bezahlen. Alles
wurde von Thyssen-Krupp finanziert. Und dort erwartete man wohlwollende Berichterstattung dafür.
Die FAZ sparte rund 15 000 Euro allein an Reisekosten. Kein Wort davon in dem wohlwollenden
Artikel, den Werner Sturbeck danach verfasste, auch wenn der Kodex des Deutschen Presserats das
für solche Einladungsreisen vorschreibt.96

› Hinweis
Da wurden bei der FAZ eindeutig Grenzen
überschritten, wie so oft. Hauptsache, die zahlenden Leser bekommen das nicht mit. Im Kapitel
»Gefallen an Gefälligkeiten: So macht man Medien gefügig«, nenne ich weitere unschöne Fakten. Die
FAZ sagt zu Sturbecks Luxusreise rückblickend schuldbewusst: »Die Reisen mit Thyssen-Krupp in
der 1. Klasse sind nicht üblich und nicht in Ordnung.«

Nicht üblich? Ich musste schallend lachen, als ich das gehört habe. Schauen wir uns zunächst einen
der Sponsoren von typischen Luxusreisen, über welche die FAZ dann in der Vergangenheit
selbstverständlich stets wohlwollend berichtete, einmal näher an.
Ich weiß rückblickend nicht mehr genau, wie viele Luxusreisen einer der reichsten Männer der
Welt, der märchenhafte Sultan Qabus aus Oman, für FAZ-Journalisten finanziert hat 97
Mann ist Milliardär. Und er ist gelernter Diktator. Nicht nur der amerikanische Sender CBS News
nennt den Machthaber in Oman so.98

› Hinweis . Der
› Hinweis
Der Londoner Guardian nennt ihn einen
»Autokraten«.99

› Hinweis
Die Tageszeitung Welt nennt ihn den »sympathischsten Diktator« der Welt.
Er ist einer von wenigen Diktatoren, welche die USA noch offiziell unterstützen.100

› Hinweis
Aber
ein Diktator ist und bleibt ein Diktator. Darf man sich als renommierte Zeitung von einem Diktator
einladen lassen? Man hat auf der Chefetage der FAZ vom Diktator jedenfalls immer wieder
Luxuseinladungen für die eigenen Mitarbeiter genommen, sehr gern. Ich werde das genau
beschreiben. Die FAZ hat immer wieder zugeschlagen, wenn es kostenlose Einladungen aus dem
Reiche des Diktators gab. Und nicht nur von dort. Denn der Leser bekam das ja nicht mit.

Ein durchschnittlicher Leser wird jetzt erst einmal einen völlig falschen Eindruck bekommen. Er wird
denken: Aha, da bezahlt ein Mensch einem Reporter eine Reise. Das wäre allerdings in Hinblick auf
das erwähnte Land Oman, welches wir hier stellvertretend für andere nehmen, eine kaum noch zu
unterbietende Untertreibung. Die Realität: Bei den Einladungen aus Oman reiste man als
vermeintlicher FAZ-VIP auf Kosten des Staatschefs in der Business-oder First-Class an. Am
Flughafen wartete des Sultans Personal, welches den Gast – einen einfachen Journalisten – extrem
unauffällig und zügig durch die Kontrollen schleuste, vorbei an den »Normalsterblichen«. Spätestens
da fühlte man sich nicht mehr als einfacher Journalist, sondern rundum als VIP und irgendwie extrem
wichtig. Zwischendurch sei erwähnt, dass diese Sonderbehandlung nicht nur für das exotische
Sultanat Oman gilt, sondern Journalisten häufig widerfährt. Vor allem Journalisten von »Leitmedien«.

Zurück nach Oman: Vor dem Flughafen wartete für den kompletten Rest der Reise eine klimatisierte
Luxuslimousine mit Chauffeur und Dolmetscher. Der war zugleich auch stets eine Art lebende
Brieftasche, ließ bei meinen Reisen jedenfalls fast nie zu, dass ich irgendwo selbst bezahlte. Jeder
Wunsch wurde dem Gast von den Augen abgelesen. Und letztlich vom Milliardär und Diktator Sultan
Qabus, der bei Abfassung dieses Manuskriptes zur Krebsbehandlung in Deutschland war,101
finanziert.

› Hinweis
Einmal traf ich an der Bar des omanischen 5-Sterne-Luxushotels Al Bustan Palace, wo ich für die
FAZ auf Kosten Omans zum Nulltarif eine ausgedehnte Suite mit Meerblick bewohnte, den
Schauspieler Diether Krebs (er verstarb im Jahr 2000). Wir kamen ins Gespräch. Und Krebs war
erstaunt darüber, dass sich ein deutscher Journalist ein so teures Luxushotel leisten konnte. Er klagte
darüber, wie extrem teuer die international anerkannten Padi-Tauchkurse im Hotel beim gebürtigen
Griechen Jason Erodottu seien, welche seine Söhne Moritz und Till dort gerade machten. Ich habe
ihm nicht gesagt, dass meine Tauchgänge einfach aufs Zimmer gebucht wurden. Und der Sultan
bezahlte sie anschließend. Ja, der Sultan bezahlte sogar meine Ausbildung zum Padi-zertifizierten
Rettungstaucher mit Jason Erodottu als privatem Tauchlehrer. Er bezahlte alles, was wie von
Zauberhand aufs Zimmer gebucht wurde. Die Schmutzwäsche, die man vor der Abreise noch einmal
waschen ließ, die Postkarten aus dem Souvenirshop, die teuren Telefonate aus dem Hotel in die
Redaktion, die Besuche in den Edelrestaurants. Das sei so Sitte in dem Land bei Gästen des Sultans,
hieß es von den staatlichen Begleitern. Ich war naiv und dumm, das anzunehmen. Denn natürlich war
ich dann korrupt. So wurde man geködert und war in der Falle. Es macht es nicht richtiger, das alles
heute einzugestehen. Aber es könnte anderen eine Warnung sein.

Denn das alles verfolgte nur einen einzigen Zweck: Wer die klimatisierte Limousine mit Chauffeur
und Dolmetscher annahm, wer den Superreichen mimte und sich kutschieren und einladen ließ, der
war natürlich ständig unter Kontrolle. Der Sicherheitsdienst des Landes (und die omanische Diktatur
hat ein ausgedehntes Sicherheitsnetz) und der Informationsminister, der zugleich in Personalunion
Geheimdienstchef war, waren so ständig über jeden Schritt des Journalisten unterrichtet. Und sie
kontrollierten auch die Gesprächspartner und die Eindrücke, welche man aus dem Land bekam. Sie
wussten, mit wem man telefonierte. Natürlich gab es bei solchen Reisen keine unzufriedenen
Menschen oder gar »Oppositionelle« als Gesprächspartner. Wie auch? Man war ja ständig nur von
den »guides« des Geheimdienstchefs umgeben, die jeder Normalbürger im Land auch sofort als
Geheimdienstmitarbeiter erkannte. Schlug man eine örtliche Zeitung auf, dann gab es dort nur
Lobeshymnen auf den Sultan. Die Medien gehören dem Sultan natürlich auch. Hofberichterstattung.
Bei der deutschen Botschaft war es nicht anders. Schließlich wollten die Diplomaten es nicht
riskieren, mit einem kritischen Satz in der FAZ zu stehen und danach aus jenem Land geworfen zu
werden, in dem es sich so paradiesisch lebte, wenn man die Augen nur fest genug verschloss.
Natürlich bekam man es mit, dass Omanis in Geschäften zuerst bedient wurden. Ausländer, nicht nur
Gastarbeiter vom indischen Subkontinent, waren offenkundig aus der Sicht der Omanis Menschen
zweiter Klasse. Und natürlich gibt es Menschenrechtsverletzungen in diesem diktatorischen Land,
welche von mir und vielen anderen Journalisten aber »schöngeschrieben« wurden.

5-Sterne-klimatisierte-Luxuslimousine, 5-Sterne-Suite, blauer Himmel, Meer und
Urlaubsstimmung: Das war die geschönte Realität, die von mir wahrgenommen wurde. Alles andere
blendete man besser aus. Das haben andere auch so gemacht, die in jener Zeit aus dem
deutschsprachigen Raum auf Einladung des Sultans reisten und PR für ihn machten. Aber das macht es
nicht besser.

Man stelle sich einen jungen Mann vor aus ärmerem Elternhaus, der sich, weil der Vater früh
verstorben war, alles hart hatte erarbeiten müssen. Zeitungen austragen, auf dem Bau arbeiten, am
Fließband stehen – nur um studieren zu können und eine gute berufliche Perspektive zu haben. Und
dann der Jackpot. Zum Nulltarif. Ohne Einsatz. Halt, ohne Einsatz? Man musste nur ausblenden, was
man nicht sehen wollte. Hofberichterstattung war der Preis für den Jackpot. Nach der ersten Oman-
Reise berichtete ich natürlich im Kollegenkreis über meine Erfahrungen. Nicht nur in der FAZ. Und es
gab andere Kollegen, die auch einmal an den Jackpot wollten.

Nie vergessen werde ich meinen Freund Klaus Bering, damals diplomatischer Korrespondent der
Nachrichtenagentur dpa. Auch er war für dpa auf Einladung des Sultans in Oman und genoss die
verführerisch angebotene 5-Sterne-Behandlung. Auf unserem gemeinsamen Rückflug von der
omanischen Hauptstadt Maskat nach Deutschland schüttete der angesehene Journalist sich in der
Businessclass so mit Alkohol zu, dass er sich mehrfach ungeniert vor den Mitreisenden übergab.
Bering fand es auch später noch selbstverständlich, dass die Stewardessen ihn wie einen kleinen
Scheich vom Erbrochenen reinigten, denn alle Rechnungen wurden ja vom Sultan bezahlt. Der frühere
Außenminister Klaus Kinkel dürfte den dpa-Korrespondenten in besonders übler Erinnerung behalten
haben. Als Kinkel, dpa-Mann Bering und ich in einem winzigen Flugzeug der Bundesluftwaffe zu
einem Kurzbesuch in den Nahen Osten reisten, da griff Kettenraucher Bering unentwegt zur Zigarette,
obwohl Kinkel ihn immer wieder höflich, aber auch energisch darum bat, im Flieger auf die
Nichtraucher Rücksicht zu nehmen. Kinkel wird sich heute wohl noch gut daran erinnern, weil die
Luft im Kleinflugzeug einfach unerträglich war. Manche Journalisten kannten bei Einladungsreisen
wirklich keine Grenzen.

Zu den Nutznießern, die nach Einladungsreisen wohlwollend und aus meiner persönlichen Sicht nicht
neutral über Oman berichteten, gehörte rückblickend neben mir unter anderem auch Klaus-Dieter
Frankenberger. Aber es gab eben auch viele andere, vor allem außerhalb der FAZ, die in jener Zeit
auf einmal nach Oman wollten. Zur Klarstellung: Ich weiß nicht und behaupte auch nicht, dass mein
früherer FAZ-Kollege Frankenberger in Oman Geschenke angenommen hat. Er hat allerdings, wir
haben uns oft genug darüber unterhalten, ebenfalls eine angenehme 5-Sterne-Luxusbehandlung vor Ort
bekommen, wie auch ich sie in Oman als Gast des Sultans immer wieder erlebt habe. Frankenberger
hat das, wir haben uns darüber in der Redaktion unterhalten, damals ebenso wie ich nicht als
unanständig empfunden oder sich »korrumpiert« gefühlt. Wir waren bei solchen luxuriösen
Einladungsreisen wie Kinder in einem Bonbonladen, die nicht wussten, in welches Glas sie zuerst
greifen sollten. Klar haben wir zugegriffen. Es war ja auch ein Job. Und keine Fragen gestellt. Im
Fußball sagt der Mittelstürmer schließlich auch nicht, ich will weniger verdienen als der Verteidiger

– ich finde es ungerecht. Wir lebten schon damals bei der FAZ in einer Gesellschaft, die aus meiner
Sicht den Kompass verloren hatte und deren Wertekanon korrumpiert worden war. Was ist gut? Was
ist schlecht? Aber wir gaben anderen Menschen in Leitartikeln einen solchen Wertekanon vor, das
war rückblickend irre. Frankenberger ist heute nach Enthüllungen über ihn eher umstritten102
› Hinweis , aber immerhin Chef des Ressorts Außenpolitik der FAZ. Wir hatten etwa zeitgleich 1986
bei der FAZ angefangen.

Frankenberger, so stellt es später auch eine Münchener Bachelor-Arbeit aus dem Jahre 2012 in
anderem Zusammenhang beispielhaft an einem seiner Artikel dar, berichte tendenziös.103
Das habe ich früher auch gemacht. Die Wahrheit lautet: Frankenberger und ich haben seit den 1990erJahren
von Oman bezahlte Luxus-Einladungen angenommen. Und zwar ohne, dass unsere Leser
erfuhren, wer das Rundum-Sorglos-Paket für die FAZ bezahlte: der Milliardär Qabus aus dem
Sultanat Oman. Was also darf man heute als Kritiker über Menschen wie mich und den derzeitigen
Außenpolitikchef der FAZ sagen? Etwa in Anlehnung an das oben erwähnte Urteil des LG Köln (Az.:
28 0 19/97) 104 › Hinweis , dass wir uns in der Vergangenheit für unsere Oman-Berichterstattung haben
»schmieren« lassen? Ich muss für mich jedenfalls rückblickend sagen: Ich war gekauft. Diese Nähe
zur Macht korrumpierte. Der Sultan hatte sein eigenes Sinfonieorchester.105

› Hinweis
› Hinweis
Er hatte alles,
was sich ein Mensch nur wünschen konnte. In seiner riesigen Tiefgarage standen auf flauschigen
Teppichen alle Nobelkarossen der Welt. Und auf einmal saß man bei ihm im Palast auf seiner Couch.
In der Realität war man zwar nichts anderes als einer seiner vielen bezahlten Lakaien. Aber man
fühlte sich nicht als Statist, sondern irgendwie als Teil eines mächtigen Netzwerkes. Auch weil der
milliardenschwere Sultan einem Zeit widmete.

Das entwickelte sich dann allerdings mitunter völlig anders, als erwartet. Ich wusste bei meinem
ersten Treffen für die FAZ mit Sultan Qabus noch nicht, dass Sultan Qabus angeblich schwul sein soll
und früher nur kurzfristig verheiratet war, um in seinem islamischen Land nach außen hin den Schein
zu wahren.106

› Hinweis
Und Anthony Ashworth107

› Hinweis
, der britische Berater und MI6Geheimdienstmann
im Vorzimmer des Sultans, der mich auf das erste Gespräch mit dem Sultan
vorbereitete, bei dem der Sultan und ich stundenlang ganz allein sein würden, sagte etwas
Merkwürdiges zu mir, das ich nie vergessen werde: »Wenn er Ihnen einen Ferrari anbietet und Sie
nicht wollen, dann lehnen Sie einfach dankend ab. Sie müssen es ihm nur wirklich höflich, aber schon
sehr deutlich sagen.« Ich fand das absurd und hielt es für besonders trockenen britischen Humor,
kannte da die Hintergründe aber noch nicht. Warum sollte mir der Sultan einen Ferrari schenken?
Zumal Ferrari nicht meine Welt ist. Ich stehe mehr auf alte Deutz-Traktoren aus den 1960er-Jahren mit
18 Km/h Höchstgeschwindigkeit. Wie gesagt, ich ahnte nicht, dass der Milliardär mit dem eigenen
Sinfonieorchester, in dessen Palast ich nie eine Frau, aber viele knabenhafte junge Männer gesehen
habe, angeblich sehr zutraulich zu Männern sein kann, wenn man ganz allein mit ihm auf der Couch
sitzt. Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken: Der Sultan hat sich mir gegenüber völlig korrekt
verhalten. Er hat mir auch keinen Ferrari angeboten. Aber Geheimdienstmann Anthony Ashworth und
vor allem auch die deutsche Botschaft waren schrecklich nervös, weil sie Angst hatten, dass mich der
Sultan während unseres stundenlangen Vier-Augen-Gesprächs angemacht haben könnte (was nicht der
Fall war). Der Sultan hatte mir im Gegenteil erzählt, wie einsam er in seinen Palästen war und wie
wohl er sich in einer Kneipe nahe Garmisch-Partenkirchen fühlte, die er gekauft hatte, um dort in sehr
seltenen Stunden mit seinen männlichen Freunden mal beim deutschen Bier ein ganz normaler Mensch
sein zu können. Es ist mir wichtig, hervorzuheben, dass diese Nähe korrumpiert. Wenn Sultan Qabus
der FAZ Reisen finanzierte und der Diktator auf der Couch Schwänke aus seinem Leben erzählte,
dann war das alles eiskalt und berechnend. Und ich bzw. wir bei der FAZ fielen darauf herein.
Natürlich hat das alles die Berichterstattung in der FAZ beeinflusst. Ganz sicher.

Denn Sultan Qabus ist bei aller aufgesetzten Freundlichkeit nichts anderes als ein Despot. Fast
jeder Menschenrechtsbericht des US-Außenministeriums bestätigt das. Der Report kritisiert, dass
jegliche Form von Kritik am Sultan von Gesetzes wegen untersagt ist und die Omaner kein Recht
hätten, die Regierung auszutauschen. Der Sultan allein hat schließlich in allen nationalen und
internationalen Angelegenheiten die Verfügungsgewalt. Im Klartext: Er ist ein Diktator. Staatsbeamte,
so führt der Bericht des State Department weiter aus, müssten ihre Finanzen nicht offen legen. Und
Polizisten bräuchten keinen Durchsuchungsbefehl, um in Wohnungen einzudringen. Weiter heißt es, die
Gesetze des Landes würden dazu missbraucht, um Regierungskritiker oder Verfechter unliebsamer
Meinungen zum Schweigen zu bringen. Auch würden Publikation und Einfuhr von Büchern und
anderen Medienprodukten eingeschränkt.108

› Hinweis
Und nun suchen Sie das alles einmal in den
Berichten, die wir in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung anlässlich der Luxuseinladungen aus
Oman verfasst haben. Daran hat sich bis in die Gegenwart offenkundig kaum etwas geändert. Da gibt
es in Zeitungen wie der FAZ fast nur den lächelnden gütigen Super-Sultan, den angeblich fast alle so
lieb haben. Rückblickend muss ich sagen: Lobbyismus, Propaganda und Desinformation in Reinform.
Wie peinlich.

Wir haben eiskalt einen brutalen Diktator unterstützt. Wären wir ehrlich gewesen, dann hätten wir
in der FAZ über die vielen Menschenrechtsverletzungen in Oman berichtet. Aber weil der Sultan
ausländische Journalisten wie uns über die Luxusreisen gekauft hat, kann er seit vielen Jahren so
weitermachen. Ein Beispiel: Im Juli 2014 wurden zwei junge omanische Blogger verhaftet, weil sie
es gewagt hatten, im Internet auf Menschenrechtsverletzungen in Oman hinzuweisen. Die Jugendlichen
durften keinen Anwalt kontaktieren. Sie wurden einfach eingesperrt. Und einer von ihnen kam in die
Psychiatrie, weil er es gewagt hatte, den Sultan zu kritisieren.109 Das geht schon seit Jahren
so: Wer den Mund aufmacht, der wird verhaftet.110

Wenn man jetzt rückblickend als Leser weiß, wer einen Teil unserer 5-Sterne-Oman-Reisen mit
anschließenden Gefälligkeitsberichten schon in den 1990er-Jahren finanziert hat, dann liest man die
von uns verfassten Oman-Artikel mit ganz neuen Augen. Kann man also auch heute noch in Analogie
zum schon oben erwähnten Urteil des LG Köln sagen, dass die FAZ sich nicht nur mit den Shell –
Geschichten, sondern auch mit ihrer Oman-freundlichen Berichterstattung »prostituiert« hat?

Zur Klarstellung: Mein Kollege Klaus-Dieter Frankenberger ist ein durchaus sympathischer Mensch,
ein gemütlicher Zigarrenraucher, der einen guten Tropfen schätzt. Wir wollen nur bei der Wahrheit

› Hinweis
› Hinweis

bleiben. Und auch ich habe mich in den 1990er-Jahren von Oman »schmieren« lassen. Interessant
wäre aus der Sicht des heutigen Lesers vor diesem Hintergrund vor allem die Frage, wer die Reisen
der letzten Jahre ins Sultanat Oman arrangiert hat. Läuft das alles immer noch wie damals über
Renate Komes und das deutsche Pressebüro für Oman? 111

› Hinweis
Bei Frankenbergers ersten Reisen nach Oman in den 1990er-Jahren (»Oman ist auf bestem Weg,
ein arabisches Schmuckstück zu werden«112

› Hinweis )
über die »unwahrscheinliche
Erfolgsgeschichte des Oman«113

› Hinweis
bis zur »Stimme des Ausgleichs und der Vernunft«114

› Hinweis
und zur »feierlichen Zeremonie zur Eröffnung der zweiten Sitzungsperiode« des »Rates
von Oman«115

› Hinweis
habe ich – so sehe ich es rückblickend – noch selbst aus der redaktionellen
Nähe in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mitbekommen, wie mein damaliger Kollege mit jeder
Luxusreise ins Land des milliardenschweren Diktators ein Stück mehr eine unsichtbare Grenze
überschritten hat. Wie ich auch. Oman, das sei hier betont, ist nur ein Synonym für eine Vielzahl
solcher Erlebnisse in deutschen Medien. Beim Spiegel habe ich das nie erlebt. Spiegel – Journalisten
haben sich nach meiner Kenntnis nie zu solchen Luxusreisen von Diktatoren einladen lassen. Das war
Ehrensache. Und jeder hielt sich dort daran. Ganz anders bei der FAZ. Wir waren, so sehe ich das
rückblickend, durch und durch korrupt.

Ob Menschen wie Frankenberger, die in der Medienhierarchie aufgestiegen sind, das alles heute
überhaupt klar ist? Wahrscheinlich ja. Denn nach einem Skandal um bezahlte Luxusreisen der FAZ in
anderem Zusammenhang und um die Käuflichkeit von FAZ-Journalisten hieß es, man wolle fortan bei
der FAZ »Transparenz« schaffen.116

› Hinweis
»Künftig werden wir zu Reisen, zu denen wir
eingeladen wurden, Transparenz schaffen«, sagte Carsten Knop, der die
Unternehmensberichterstattung der FAZ leitet, dem medium magazin im Jahr 2012. Nach
Enthüllungen von Reisen auf Firmenkosten in der First Class der Lufthansa und in Fünfsternehotels
sagte FAZ-Mann Knop zur neuen Transparenz: »Das ist nichts Vorübergehendes, sondern ein neuer
Standard. So bleibt das jetzt.«117

› Hinweis
Man sollte als Leser darauf achten, ob solche Transparenz
nur im Wirtschaftsteil oder auch für die Politik bei bezahlten Reisen oder Einladungen praktiziert
wird.

Michael Spreng, ein Politikberater, der früher Chefredakteur des Kölner Express und der Bild am
Sonntag war, kennt solche großzügigen Einladungen für Journalisten und die Sonderbehandlung auch
sehr gut. Er schreibt dazu:

Letzte Station meiner Südamerikareise mit Helmut Schmidt war die Dominikanische Republik,
damals regiert von einer sich sozialdemokratisch nennenden Partei. (…) Am letzten Abend des
Staatsbesuchs lud Schmidt zu einem Empfang auf das Schulschiff »Deutschland« der
Bundesmarine, bei dem ich den Generalssekretär der regierenden Partei kennenlernte. Er lud mich
ein, noch ein paar Tage zu bleiben, um das Land besser kennenzulernen. Ich blieb und am nächsten
Morgen holte mich ein Fahrzeug der Armee ab und brachte mich zum Flughafen. Mit dabei war für
die drei Verlängerungstage ein sehr sympathischer Mensch vom Außenministerium. Er sagte mir,
dass mir für die ganze Zeit der Präsidentenhubschrauber zur Verfügung stehe. Drei Tage flogen
wir kreuz und quer über das Land und immer dort, wo es mir gefiel, landete der mit dem
Präsidentenwappen geschmückte Hubschrauber – und hunderte von Menschen liefen zusammen,
weil sie dachten, »El Presidente« käme.118

› Hinweis
Ich erwähne das, weil die Luxusvorzugsbehandlung bei Journalisten von Leitmedien ganz sicher nicht
auf die FAZ beschränkt ist. All jene, welche bis hierher geglaubt haben, die von mir beispielhaft
geschilderten Ereignisse in Oman seien in der Realität völlig untypisch für Journalisten von
Leitmedien, irren sich gewaltig. Und die Chefs der Journalisten wissen das auch. Im Kapitel »Kauf
Dir einen Journalisten« werde ich noch ausführlich darauf eingehen. Denn: Entweder, diese Chefs
bekommen die Einladungen persönlich und geben sie an ihre Redakteure weiter. Dann kennen sie die
Hintergründe. Oder aber die Redakteure bekommen die Einladungen und müssen sie sich von den
Chefs genehmigen lassen. Solche Reisen werden also in jedem Fall zuvor von Vorgesetzten
abgezeichnet: Allein schon wegen der Versicherungen. Und da muss man auf den Reiseanträgen
ungefähr angeben, was eine solche Reise den Verlag kosten wird. Wenn da schon im
Dienstreiseantrag nur die Kosten für die Fahrt zum und vom Flughafen stehen, dann weiß der Chef
ganz genau, was er da genehmigt. Und bei der FAZ haben meine damaligen Vorgesetzten viele solcher
Reisen genehmigt. Nicht nur bei mir.

Vergessen Sie in diesem Zusammenhang Oman. Man könnte den Sultan auch durch ein
Industrieunternehmen oder ein anderes Land ersetzen. Oman ist in diesem Buch einfach nur ein
Synonym für Korruption, für gekaufte Berichterstattung. Aber das war aus damaliger Sicht für alle
Seiten eine Win-Win-Situation. Der Einladende bekam für sein Geld keinen Werbetext, der deutlich
mit »Anzeige« oder »Werbung« gekennzeichnet war. Nein, er bekam im redaktionellen Teil der
Zeitung einen vorgeblich authentischen Text, der zwar aus meiner heutigen Sicht nichts anderes als
geschmierte Berichterstattung war, aber nicht als PR gekennzeichnet wurde. Und der Finanzier bekam
nicht nur einen, sondern meist eine ganze Reihe solcher Werbetexte. Allein schon
betriebswirtschaftlich lohnte sich das für den Einladenden. Denn es war in jedem Fall günstiger, als
eine Anzeigenseite in einem deutschsprachigen »Qualitätsmedium« zu kaufen. Für den Journalisten
war es ohnehin der Jackpot. Und der Verlag füllte einige Seiten fast zum Nulltarif mit exotischen
Geschichten.

Warum ich das alles so detailliert aufgeschrieben und auch den Namen Frankenberger mehrfach
erwähnt habe? Weil dieser frühere Kollege heute als Außenpolitikchef selbst Dienstreiseanträge von
jüngeren Kollegen abzeichnet. Und weil es bekannt ist, wie extrem schlecht es der FAZ geht, welche
Verluste das einst so florierende Unternehmen schreibt (2013 laut Mitteilung der Geschäftsführung auf
der Betriebsversammlung im Juni 2014 offiziell 8,3 Millionen) und dass Mitarbeiter seit 2014 keine
Gehaltserhöhung mehr bekommen (86,7 Millionen Euro Personalkosten im Jahr 2013).119
Trotzdem warne ich ihn und andere frühere Kollegen davor, Dienstreiseanträge für Einladungen zu
unterschreiben, die auf den ersten Blick so verlockend günstig erscheinen. Wir alle wissen doch
rückblickend, was dabei dann herauskommt und was es für jene Leser bedeutet, die Geld für
Informationen bezahlen und glauben, dass sie dafür die ungeschminkte Wahrheit erfahren.

› Hinweis
Es gibt übrigens noch eine diskrete Steigerungsform, welche ich oft genug bei Journalisten
deutschsprachiger Medien miterlebt habe. Man nimmt dann die Ehefrau oder Geliebte und mitunter
auch noch deren Kinder wie selbstverständlich mit auf solche bezahlten Luxus-Einladungsreisen. Man
klärt vorher ab, dass der Einladende auch deren Kosten voll übernimmt. Wenn allein der Sultan
rückblickend erzählen würde, wem er solche Reisen finanziert hat; man könnte wohl eine skandalöse
neue Fernsehreihe damit füllen.
Wie Journalisten ihre Villen
in der Toskana finanzieren
Der Clou: Mit einem bestimmten Verhalten kann man es – unabhängig von bislang erwähnten Namen
und Verlagen – als Journalist zu beachtlichem Wohlstand bringen. Das hat wirklich nichts mit einem
bestimmten Medienhaus zu tun, sondern mit dem Finanzamt. Der deutsche Steuerzahler fördert das
alles nämlich finanziell. Nein, ich meine nicht nur die Meilengutschriften, welche man als
vielfliegender Journalist in unendlich viele Produkte eintauschen kann, die man dann in
Auktionshäusern wie E-Bay verkauft. Bezahlt hat das dann letztlich der Arbeitgeber oder ein anderer
Finanzier der Reise, der so betrogen wird. Aber davon kann man sich keine Villa leisten.

Haben Sie sich auch schon einmal darüber gewundert, warum so viele Alpha-Journalisten unserer
Leitmedien Häuser in der Toskana, in anderen begehrten Regionen Italiens, in Südfrankreich oder
Spanien haben? Sie ahnen bislang vielleicht die Grundzüge, wie man als Journalist seine Seele an
den Teufel verkauft, um auf Kosten Dritter in exotische Länder reisen zu können. Die volle Wahrheit
kennen Sie aber noch nicht. Wenn man Sponsoren wie den reichen Sultan findet (und es gibt da
draußen hinter den Mauern der PR-Agenturen nicht wenige davon), dann ist die 5-Sterne-Vollpension
vor Ort bei einer PR-Journalistenreise stets inbegriffen. Es gibt also keine Kosten für die
Verpflegung. Im Gegenteil: Es gibt Schlemmermenüs bis zum Abwinken. Aber es gibt im deutschen
Steuerrecht einen Tagessatz für Auslandsreisen. Und es ist gegenüber dem Steuerzahler unanständig,
diesen Satz nach der Rückkehr beim Finanzamt geltend zu machen, wenn man als Journalist bei einer
Reise auch voll verpflegt wurde. Ich habe im Ausland immer wieder Journalisten getroffen, die das
großzügige Angebot des Fiskus nicht ausgeschlagen haben. Für jeden Tag in Oman gab es
beispielsweise 2014 immerhin 48 Euro, für einen Tag in einer amerikanischen Stadt wie Houston
oder Miami 57 Euro, für einen Tag in Norwegen 64, für einen Tag in Schweden 70 Euro und für einen
Tag im afrikanischen Angola sogar 77 Euro. Der Steuerzahler sponsert Journalistenreisen also Land
für Land. Der Journalist bekommt in der Realität eine kostenlose Reise mit Rundum-Sorglos-Paket,
streicht die Förderung beim Finanzamt ein und erhält auch noch ein Honorar oder das Gehalt vom
Arbeitgeber für die Geschichte. So lernte ich denn irgendwann, wie die geschicktesten und
skrupellosesten Alpha-Journalisten der Leitmedien ganz nebenbei ihre Häuschen in der Toskana
finanzierten.

Es gab viele weitere solcher skrupellosen Tricks. Unvergessen ist mir ein Reporter und Fotograf, der
seinem Hamburger Arbeitgeber Tausende für angebliche »Exklusivfotos« in Rechnung stellte, deren
Bildrechte er bei einer Irak-Reise in Bagdad angeblich für viel Geld erstanden haben wollte. Er
stellte dann dem Verlag einen »Eigenbeleg« für Ausgaben in Rechnung, die er aber tatsächlich gar
nicht gehabt hatte. Dummerweise handelte es sich um Fotos, die von der Pressestelle des irakischen
Diktators Saddam Hussein im Bagdader Pressezentrum frei verteilt worden waren. Sein Hamburger
Chef bekam das irgendwann mit – und der Reporter musste gehen. Der Mann verbreitet seither, er sei
damals wegen »zu USA-kritischer Berichterstattung« gefeuert worden. Und heute gilt er als einer der
renommiertesten Undercover-Journalisten, hält Vorlesungen über guten Journalismus und prüft im
Auftrag von Medien PR-Behauptungen über ihre Richtigkeit. Kurzum: Der Mann ist im
deutschsprachigen Raum heute der hofierte Inbegriff für »seriösen Journalismus«. Ein Treppenwitz
der Weltgeschichte. Und es ist gut, dass der Verlag ihm damals die rote Karte gezeigt hat und heute
diskret zu den Hintergründen schweigt. Ich habe den Mann vor Jahren noch einmal in Hamburg
besucht – von Reue keine Spur. Er verstand wirklich nicht, warum man ihn gefeuert hatte. Er sagte mir
beim Abendessen in einem urigen alten Fischrestaurant in der Nähe des Hamburger Fischmarktes,
dass er sich doch nicht anders verhalten habe als seine Kollegen. Wahrscheinlich hatte er damit sogar
Recht. Aber er war erwischt worden. In vielen anderen Fällen bekamen die Redaktionen es nicht mit,
etwa dann, wenn Eigenbelege für Bestechungsgelder ausgestellt wurden, die man angeblich an
Informanten bezahlt hatte. Bestechungsgelder, die Journalisten zahlten, waren steuerlich absetzbar –
auch die Korruption wurde also vom Steuerzahler noch gefördert. Das war die alltägliche Realität.
Korrupte Journalisten stellten sich Eigenbelege aus und betrügen das Finanzamt und ihre Arbeitgeber.

Das mit den bezahlten und vom Steuerzahler auch noch geförderten Reisen aber war nur die Spitze
des Eisberges. Rückblickend wahrlich korrupt und absolut unverzeihlich waren die Geschenke. Wenn
beispielsweise der Golfkooperationsrat (Saudi-Arabien, Emirate, Katar, Oman, Bahrain und Kuwait)
alljährlich ausgerechnet zur nachrichtenarmen Vorweihnachtszeit in einem streng islamischen Land
tagte, dann kamen die vielen westlichen Journalisten nicht etwa, weil sie dort dem ungesunden
Weihnachtsbraten oder Alkohol entfliehen wollten. Für jeden Teilnehmer, der bis zum Ende der
mehrtägigen stinkend langweiligen Treffen durchgehalten und darüber auch brav Berichte aus dem
Pressezentrum (was stets eher ein Propagandazentrum war) für die Heimatredaktion abgesetzt hatte,
gab es am Ende wertvolle Geschenke: mal eine goldene Rolex, mal goldene Füllfederhalter, mal
einen Satz wertvoller Münzen oder was auch immer das Herz begehrte. Die Geschenke (jedes Jahr
ein anderes, aber für alle Journalisten eines Jahrestreffens immer das gleiche) wurden entweder
diskret ins Hotelzimmer gelegt. Oder man durfte sie sich am letzten Tag im »Pressezentrum« abholen.
Jeder wusste das. Keiner hat sie ausgeschlagen. Ich habe jedenfalls nie einen Journalistenkollegen
erlebt, der die Geschenke zurückgelassen hat. Wir alle waren unendlich korrupt. Wenn Sie also das
nächste Mal einen Bericht vom Jahrestreffen des Golfkooperationsrates lesen, hören oder sehen, dann
wissen Sie, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein gekaufter PR-Bericht ist, der
von unseren Medienunternehmen in nachrichtenarmer Zeit dankbar und begierig aufgenommen wird,
um Sendeplätze oder Seiten zum Nulltarif zu füllen. Und behalten Sie im Hinterkopf: Im Propaganda-,
pardon, Pressezentrum des arabischen Landes gibt es rund um die Uhr ein Buffet. Das Essen kostet
die Journalisten also nichts. Aber für jeden Tag in Saudi-Arabien werden die Journalisten beim
deutschen Steuerzahler/Fiskus dann nochmals 48 Euro geltend machen, für jeden Tag in den Emiraten
42 Euro, für Oman 48, für Bahrain 36, für Kuwait 42 und für Katar 56 Euro. Und zum Dank dafür
bekommen die deutschsprachigen Zuschauer, Leser oder Hörer eine geballte Ladung gekaufter
Berichterstattung. Das ist Hohn pur. Es ist die Verspottung der Bürger.
Gut geschmiert:
Das anrüchige Systemhinter Journalistenpreisen
Und nicht nur das. Denn Journalisten werden für ihre Berichterstattung auch noch belohnt – und zwar
durch »Journalistenpreise«. Man kann das anrüchige System am besten mit der Prämierung unserer
Lebensmittel erklären. Sie kennen sicher die goldenen, silbernen oder bronzenen DLG-Qualitätssiegel
auf Lebensmitteln, von denen man halten kann, was man will. Man sollte nur die wahren Hintergründe
kennen: Rund 27 000 davon werden jährlich vom Verein Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft,
einer Organisation der Ernährungswirtschaft, etwa nach Aussehen, Geruch und Geschmack »getestet«.
Chemische oder mikrobiologische Prüfungen finden nur ausnahmsweise statt. Und alles, was »keine
Abweichung von den Qualitätserwartungen« ergibt, bekommt die Bestnote – also ein goldenes
Qualitätssiegel.120 › Hinweis
› Hinweis

Über Inhaltsstoffe und die eigentliche Qualität sagt das Testverfahren
nicht viel aus.121

Was so ein DLG-Qualitätssiegel wert ist, sieht der Verbraucher, wenn
Skandale von DLG-prämierten Lebensmitteln öffentlich bekannt werden. Etwa beim Hygieneskandal
der Großbäckerei Müller-Brot, wo Mäusekot und Ungeziefer in Backzutaten und Maschinen waren122

› Hinweis
– und die Ware war DLG-prämiert.123
› Hinweis
Das DLG-Siegel ist wohl eine der eher
fragwürdigeren Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Denn auch Lebensmittel, die ihren
Geschmack durch den Zusatz von künstlichen Aromen erhalten, bekommen das Gütesiegel. Dazu
gehört etwa der Erdbeer-Sahnejoghurt von Zott. Die Farbe des Joghurts wird nicht allein durch
Erdbeeren erreicht, sondern durch den Zusatz von Roter Bete. Verbraucherschützerin Silke Schwartau
findet das unglaublich: »Es kann nicht sein, dass ein Produkt, das künstlich aromatisiert wird, noch
für den guten Geschmack ausgezeichnet wird«.124

› Hinweis
Doch künstliche Aromen und Zusatzstoffe
interessierten die DLG-Geschmackstester in der Vergangenheit nicht. Selbst die Haribo-
Gummibärchen, in denen auch Zusatzstoffe sind (etwa E903 und Carnaubawachs), wurden von der
DLG prämiert. Ein weiteres Beispiel: die Aufbackbrötchen »Meister Krüstchen« von »Harry« – von
der DLG mit Gold ausgezeichnet. Bei Stiftung Warentest bekamen die gleichen Brötchen nur die
Wertung »mangelhaft«. Die Begründung von Stiftung Warentest: Die Brötchen seien im Geschmack
»alt, fade, nur wenig aromatisch …«. Die DLG konnte sich diese gravierenden Unterschiede im
Testergebnis nicht erklären. Das alles versteht man nur, wenn man weiß, wie das System funktioniert:
Die DLG ist eine Organisation von Lobbyisten der Agrar-und Ernährungsindustrie. Es ist keinesfalls
eine Verbraucherschutzorganisation. Der Verein hat mehr als 20 000 Mitglieder und finanziert sich
über Einnahmen für Dienstleistungen. Und dazu gehören auch massenhaft vergebene DLG-Gütesiegel.
Fast alle »getesteten« Produkte – bis zu mehr als 90 Prozent – bekommen ein solches
»Qualitätssiegel«. Und um es führen zu dürfen, zahlt man eine Lizenzgebühr. Und genau dieses
anrüchige System gibt es auch bei »Journalistenpreisen«.

Glauben Sie etwa, dass die Leser von Zeitungen, die Radiohörer oder Fernsehzuschauer – also
neutrale Konsumenten – darüber entscheiden, wer einen Journalistenpreis bekommt? Nein, das
System prämiert sich wie beim DLG-Gütesiegel einfach selber. In den Gremien derer, die über die
Vergabe von Journalistenpreisen entscheiden, sitzen fast immer Journalisten von Medienkonzernen,
welche dann Journalisten »prämieren«. Da geht es nicht um Überparteilichkeit, Unabhängigkeit und
Wahrhaftigkeit – da geht es wie beim DLG-Preis um durchschnittliche Qualität und um
verkaufsfördernde Maßnahmen. So wie Lebensmittel mit künstlichen Zusatzstoffen goldene
Qualitätssiegel einheimsen, so bekommen Journalisten, die durchschnittliche Qualität abliefern und
sich schön brav politisch korrekt verhalten und die Eliten hofieren, von diesen dann als Dankeschön
(angeblich) renommierte Medienpreise. Das System ist in Hinblick auf Journalisten in vielen Fällen
reinste Verbrauchertäuschung. Denn die Medienunternehmen – Zeitungen etwa – werben dann in den
biografischen Angaben zu ihren Journalisten mit Auszeichnungen, die sie häufig selbst finanziert und
vergeben haben. Die so geehrten Journalisten halten den Mund. Schließlich bekommen sie ja auch
noch ein »Preisgeld«. Denn die Auszeichnung ist häufig mit Tausenden Euro dotiert. Ich war häufig
bei solchen Preisverleihungen dabei. Wenn parteinahe Organisationen Preise an Journalisten von
Medien verliehen haben, die über ein verschachteltes Firmengeflecht letztlich der eigenen Partei
gehörten, dann war die Verbrauchertäuschung auch für den Dümmsten zum Greifen nahe. Aber man
machte in dem System mit. Man war korrupt. Schauen Sie einmal, wie viele Unternehmen heute
Journalistenpreise finanzieren. Glauben Sie, dass die Unternehmen damit eine Berichterstattung
fördern wollen, welche ihnen und ihren Produkten kritisch gegenübersteht?

Es ist ein gut geschmiertes System – und manch ein Verbraucher da draußen glaubt noch immer an das
System vom »unabhängigen« Journalismus. Die Wahrheit: Wenn deutsch-amerikanische Denkfabriken
und Stiftungen Preise für angeblich hervorragenden Journalismus vergeben, dann zeichnen sie damit
jene aus, die ihre eigene Sichtweise besonders positiv unter den nichtsahnenden Menschen da
draußen verbreitet haben. Da haben wir sie wieder, die Nähe unserer Alpha-Journalisten zu den
Eliten. Denn die Alpha-Journalisten, von denen wir in diesem Buch noch viele kennenlernen werden,
nehmen solche Preise bereitwillig an und gefallen sich auch noch dabei. Ich kenne das nur zu gut. Ich
habe schließlich früher selbst über solche Preisverleihungen mitentschieden und spreche hier über
das, was um keinen Preis öffentlich bekannt werden soll.

Ein typisches Beispiel für die Entwertung von Journalistenpreisen ist der Hanns-JoachimFriedrichs-
Preis, eine ehemals hoch anerkannte Auszeichnung für Journalisten. Heute ein Preis für
Propagandisten. Der Wissenschaftler Jens Berger nennt ihn den »Oscar der Manipulateure« und
schrieb dazu im Sommer 2014:

Durch eine wohl einmalige Satzung begünstigt, rotten sich immer stärker die Ja-Sager, die
Unkritischen, die Manipulateure, die Propagandisten, die Karrierejournalisten zusammen, die sich
nicht der Wahrheit und Wahrhaftigkeit verpflichtet fühlen, sondern ihren Auftraggebern, ihren
Chefredakteuren und letztlich ihrer Karriere. Die Satzung besagt nämlich in § 3 Eintritt von
Mitgliedern: (2) Dem bzw. den genannten Preisträgern wird über den Verein die Mitgliedschaft in
einem Beirat (§ 8) angetragen. Der Beirat ist nicht stimmberechtigt. (3) Scheidet eines der
Mitglieder des Vereins durch Austritt, Ausschluss oder Tod aus, rückt jeweils ein Beiratsmitglied –
und zwar in der Reihenfolge der benannten Preisträger – als neues Mitglied des Vereins nach.
Wurden in einem Jahr mehr als eine Person ausgezeichnet, rücken alle diese Preisträger als
Mitglieder des Vereins nach. Also, jede Preisträgerin, jeder Preisträger kommt automatisch in den
Beirat und steigt früher oder später, auch automatisch, zum Mitglied auf. Alle Mitglieder
wiederum sind in Personalunion auch Mitglieder der Jury der Preisverleihung. Soll heißen: Die
Jurymitglieder bestimmen darüber, wer über kurz oder lang als Mitglied in die Jury aufsteigt.
Dass Leute wie Thomas Roth, Frank Plasberg oder Anne Will nicht gerade investigative
Journalisten für den Preis auswählen, dürfte wohl jedem klar sein. Mittlerweile haben die
Aufgerückten in Verein und Jury die Mehrheit. Das Verhältnis der Gründungsmitglieder zu den
»Aufgerückten« beträgt mittlerweile zwölf zu vierzehn. Nur so ist es möglich, dass eine
Journalistin wie Golineh Atai, die dem Grundsatz des Stiftungsgebers: »Einen guten Journalisten
erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten
Sache«, in ihrer Arbeit so diametral gegenüber steht, in diesem Jahr den Preis erhält.125

› Hinweis
Es gibt übrigens Journalistenpreise, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann. Dazu gehört der
vom Zigarettenhersteller Reemtsma seit 2007 jedes Jahr verliehene »Liberty Award« für »mutige
Journalisten, die dem täglichen Kampf um die Freiheit eine Stimme geben«. Zynischer geht es nicht
mehr. Eine Firma, deren Produkte abhängig und daher unfrei machen, vergibt einen Preis für den
Kampf um die Freiheit. 15 000 Euro Preisgeld und eine pompöse Gala ist der Firma diese
Verhöhnung der Opfer des Zigarettenrauchs wert. Der Journalist Hans Leyendecker sagte zu dem
Versuch, auch ihn zu vereinnahmen: »Als die Offerte kam, war mir klar: Ich lasse mich da nicht
nominieren. Überhaupt muss ein Journalist wissen, wohin er geht, von wem er sich einladen lässt,
von wem er sich auch bezahlen lässt. Das ist egal, ob es ein Preis ist, eine Rede ist, eine Moderation
ist. Ein Journalist lässt sich nicht kaufen, ein Journalist geht nicht zu solchen Veranstaltungen.«
Andere hatten keine Probleme, den Preis der Tabakindustrie anzunehmen, etwa der ARD-Journalist
Thomas Roth (2009) und der FAZ-Reporter Konrad Schuller (2012).

In der Jury sitzen dann dort Menschen wie der Zeit – Journalist Theo Sommer 126
immerhin ein rechtskräftig verurteilter Steuerhinterzieher und allein aus diesem Grund ganz sicher
kein Vorbild für ehrbare Bürger (ein vorbestrafter Moralprediger 127
noch in Zusammenhang mit umstrittenen Organisationen wie der Atlantik-Brücke, den Bilderbergern,
der Trilateralen Kommission und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik stoßen werden.
Dieser Theo Sommer ist nach Auffassung von Wissenschaftlern ein Fachmann für positive
Berichterstattung über Kriegseinsätze und ihre Folgen. Denn der Medienjournalist Uwe Krüger
schildert in seinem Buch »Meinungsmacht« ein Beispiel für das – aus seiner Sicht – Zurechtbiegen
unliebsamer, weil von der Politik nicht gewollter journalistischer Rechercheergebnisse, etwa der
schädlichen Wirkungen der in den Balkankriegen von der NATO eingesetzten Uranmunition. Als
Anfang 2001 die ersten Berichte darüber den damaligen Verteidigungsminister Rudolf Scharping
(SPD) in die Defensive brachten, da reagierte er, wie es Politiker in brenzligen Situationen gern tun:
Er setzte eine Expertenkommission ein, welche die Vorwürfe überprüfen sollte. Die Leitung des
Gremiums übertrug er dem schon erwähnten Theo Sommer, dem ehemaligen Chef der Zeit. Der Mann
genoss das Vertrauen des Ministers, weil er in seinem ersten Leben einen Planungsstab auf der
Hardthöhe geführt hatte und später Mitglied der Wehrstrukturkommission der Bundesregierung
gewesen war. Ein halbes Jahr später gab die Kommission unter Theo Sommer Entwarnung:
Uranmunition wurde als unbedenklich eingestuft und in der Zeit des Theo Sommer erschien ein
Aufmacher mit dem Titel »Die Blamage der Alarmisten«.128

› Hinweis ,
› Hinweis ), auf den wir auch
› Hinweis
Damit war das Thema vom
Tisch und Theo Sommer erhielt laut Uwe Krüger von Scharping das Ehrenkreuz der Bundeswehr in
Gold überreicht.129

› Hinweis
Theo Sommer kürzt die Geschichte auf seiner Homepage ab und
schreibt dort in der Rubrik »Auszeichnungen« nur: »2002 Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold«.130

› Hinweis
Peinlich: Die Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke, Christine Buchholz und Jan van Aken haben mit
der Drucksache 18/2307 im Jahr 2014 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, in der es
heißt, das Verteidigungsministerium habe in einem mit Datum vom 21. Juli 1999 verfassten Schreiben
an die Bundeswehr im Zusammenhang mit dem Kosovo-Einsatz vor dem körperlichen Kontakt mit
uranverseuchtem Erdstaub gewarnt. In dem Bundeswehrschreiben von 1999 wurde demnach darauf
hingewiesen, dass »die Aufnahme von DU-Partikeln in den Körper wegen der radiologischen und
toxischen Wirkung durch Tragen einer Staubmaske und Händewaschen vor dem Essen zu vermeiden«
sei. Dazu sei beim Besteigen eines Militärfahrzeugs »Erdstaub von Kleidung und Schutzwerk
abzuklopfen, Schuhwerk abzuwaschen«. Da wurde also von Scharping-Freund Theo Sommer etwas
reingewaschen, vor dem die Bundeswehr intern schon seit 1999 warnte.

In der »Arbeitskommission Dr. Sommer« saß übrigens neben Theo Sommer und 13 Militärs noch
ein weiterer Alpha-Journalist: Nikolas Busse von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er wurde
erst Nato-Korrespondent der FAZ, dann stellvertretender verantwortlicher Redakteur für
Außenpolitik der FAZ. Auf ihn kommen wir noch in Zusammenhang mit den umstrittenen
transatlantischen Netzwerken zu sprechen, bei denen Busse sogar vor dem völkerrechtswidrigen
Irakkrieg 2003 ein Treuebekenntnis zu den USA abgelegt hat (siehe dazu das Kapitel »Die Namen:
Umstrittene Kontakte«).

Der Hammer: Obwohl die Uranmunition mit der Entwarnung der »Arbeitskommission Dr.
Sommer« offiziell als angeblich ungefährlich galt, verfasste die Bundeswehr auch nach dem Bericht
der »Arbeitskommission Dr. Sommer« im Jahre 2003 eine weitere interne Weisung, in der vor der
Gefahr der Munition gewarnt und auf Schutzmaßnahmen hingewiesen wurde. In der Verschlusssache
der Bundeswehr »Gefährdung durch DU-Munition« (dort Seite 25) wird eine radiologische
Schädigung erwähnt, die durch den Einsatz von panzerbrechender Brandmunition mit DU-Kern
während der Operation »Enduring Freedom« (durch US-Kampfflugzeuge) verursacht werden kann. Es
wird den Soldaten geraten, ABC-Schutzkleidung zu tragen, die Munition nicht zu berühren,
Filmdosimeter auszugeben, sofortige Meldung abzugeben und sofort den Truppenarzt einzuschalten.131

› Hinweis
Das alles heißt im Klartext: Soldaten, welche durch die vorgenannte Munition geschädigt
wurden, können seit der »Arbeitskommission Dr. Sommer« einerseits wohl nicht mehr auf
finanziellen Schadensersatz für ihre Gesundheitsschäden hoffen. Zugleich warnt die Bundeswehr aber
intern vor den Gefahren der Munition. Eine absurde Situation. Ganz anders ist die Lage in
Großbritannien: 2004 bestätigte ein Gericht einem britischen Kriegsveteran erstmals offiziell, dass
seine Krankheiten und Missbildungen auf Uranmunition zurückzuführen seien.
Kopie eines internen Geheimdokuments der Bundeswehr zur Gefährlichkeit von abgereichertem Uran. Die
Einstufung als „VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH“ bedeutet, die Kenntnisnahme des Inhalts durch
Unbefugte (also Sie als Leser) kann für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland nachteilig sein.
Theo Sommer, der aus der oben geschilderten Sicht früher Uranmunition für das
Verteidigungsministerium medial reingewaschen hat 132 › Hinweis , sucht heute geeignete Journalisten
für Preise der Tabakindustrie aus.133

› Hinweis
Aber wir wollen uns hier nicht weiter mit mehr als
umstrittenen Journalistenpreisen aufhalten, bei der eine ganz bestimmte Elite unter sich ist.

Nur noch ein Hinweis: Die Vereinnahmung des Freiheitsbegriffs für Tabak-Lobbyismus ist keine neue
Erfindung des Reemtsma-Konzerns. LobbyControl, eine Initiative für Transparenz und Demokratie,
erläutert: »In angelsächsischen Ländern hat die Tabakindustrie sogar gezielt Organisationen
unterstützt oder mitaufgebaut, die die Freiheit im Namen führten und gegen Rauchverbote und Verbote
allgemein Stimmung machten. Z. B. das Center for Consumer Freedom (USA, siehe SourceWatch)
oder die Freedom Organisation for the Right to Enjoy Smoking Tobacco (FOREST) in England. Sie
bekommt laut der Action on Smoking and Health über 90 Prozent ihrer Finanzmittel von der
Tabakindustrie.«
Seite 25 des »Leitfaden für Bundeswehrkontingente in Afghanistan«

Nicht zu vergessen: Tabakwerbung in Printmedien ist seit Anfang 2007 verboten. Das Werbeverbot
der EU-Richtlinie 2003/33/EG deckt auch Imagewerbung der Tabakindustrie ab, wie vom OLG
Hamburg im August 2009 durch zwei Urteile bestätigt wurde. Laut EU-Kommission fällt jede Form
der Imagewerbung von Tabakfirmen unter das Tabakwerbeverbot. Die Kommission bezeichnet in
ihrem Bericht vom Mai 2008 jegliche Öffentlichkeitsarbeit, die Tabakhersteller als
»verantwortungsbewusst« darstellt, als »ein Mittel zur Vermarktung von Image und Produkten des
Unternehmens«. Aber die Berichterstattung über Preisverleihungen der Tabakindustrie fällt nicht unter
das Werbeverbot der EU von 2007. Und jetzt kommt die interessante Frage: Seit wann gibt es den
»Reemtsma Liberty Award« für »mutige Journalisten«? Sie ahnen es schon: Seit 2007. Alles klar?

Sie wissen jetzt, wie Tabakkonzerne über Journalistenpreise für gute PR sorgen. Und weil ich gerade
dabei bin, Ihnen alle Illusionen über eine anständige Welt da draußen zu nehmen, möchte ich auch
gleich noch darauf hinweisen, wie Tabakkonzerne unsere Parteien schmieren. Denn unsere Parteien
bekommen Spenden, die für uns Bürger nicht als Spenden zu erkennen sind. Und zwar werden die
Parteimedien geschmiert. Alle Parteien haben ja Mitgliederzeitschriften. Die Junge Union der CDU
hat das Magazin Entscheidung, die CDU hat das Union Magazin – und die SPD hat einen ganzen
Bauchladen von Zeitungen (siehe das Kapitel dazu in diesem Buch). Tabakkonzerne zahlen
Phantasiepreise für Anzeigen in Parteizeitschriften und sponsern so die Parteien. Und bei allen
Landes-und Bundesparteitagen mieten sie Stände. Allein über die Standmieten fließen so pro Jahr
verdeckt Sponsorengelder in Höhe von durchschnittlich einer Million Euro in die Parteikassen.134

› Hinweis
Und die Bürger ahnen nichts davon, wie die Parteien geschmiert werden. Zwischen der
gekauften wohlgefälligen Berichterstattung und dem Schmieren von Politikern ist offenkundig kein
großer Unterschied.
Gefälligkeitsinterviews, PR-Reisen
und Steuerbetrug

Besonders makaber war es rückblickend, wenn meine Reisen in Kriegsgebiete von einer Kriegspartei
oder deren Unterstützern finanziert wurden. Viele dieser Reisen hätte es ohne diese »Unterstützung«
gar nicht gegeben, weil man kein Einreisevisum oder keinen Schutz bekommen hätte. Es waren
nüchtern betrachtet reine PR-Reisen für Kriegsparteien. Die Einladungen dazu gingen zumeist an
meine Vorgesetzten, welche solche Einladungen an die Redakteure verteilten und die Reiseanträge
abzeichneten. Bei solchen Reisen war die Nähe zur Macht, also zu jenen, die über Leben und Tod von
Menschen entschieden, irgendwie faszinierend.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Gefälligkeitsinterviews ich mit nahöstlichen oder afrikanischen
Staatschefs oder ihren Ministern bei solchen Reisen gemacht habe. Ich weiß nur, dass zwei Drittel
der Aussagen dieser angeblich so wichtigen Personen von diesen erstunken und erlogen waren, aber
vor Ort von der Deutschen Botschaft oder den Vertretern von Wirtschaftsunternehmen, die dort
Geschäftsinteressen hatten, genauso gewünscht wurden. Und die FAZ druckte es begierig. In Khartum,
der Hauptstadt des Sudans, war es schlimm. Südlich der Hauptstadt, am Zusammenfluss von Blauem
und Weißem Nil in Omdurman, hatte der israelische Mossad ein als »Landwirtschaftsbetrieb«
getarntes Anwesen gemietet. Auf dem Nachbargrundstück hatte die Gruppe Bin Ladens gelebt, die
später weltberühmt wurde. Ich sollte auf Wunsch der Deutschen Botschaft in der FAZ einen
anschaulichen Artikel über (den Israeli) Ronny S. schreiben, der in Sudan an eine kleine herrschende
Elite Milch von deutschen Kühen verkaufte, die in klimatisierten Stallungen gemolken wurden. Was
ich nicht schreiben sollte: Über die Milch kam der Mossad-Mann Ronny S. an Eliten in Sudan heran,
die ihm sonst verschlossen gewesen wären. Und er saß direkt neben Bin Laden und konnte über einen
kleinen Aussichtsturm auf dem »Landwirtschaftsgrundstück« alles auf dem Nachbargrundstück
beobachten. Ich habe in der FAZ, auf Bitten der Deutschen Botschaft, über die Milch von glücklichen
deutschen Kühen am Nil geschrieben und einen Teil der Realität ausgeblendet. Wie so oft. Meine
Vorgesetzten bei der FAZ fanden es immer gut, wenn ich bei solchen Reisen eng mit der jeweiligen
Deutschen Botschaft zusammenarbeitete.

Noch schlimmer war es im Iran. Die Deutsche Botschaft in Teheran wollte unentwegt den deutschiranischen
Handel fördern. Und weil den Mullahs im Iran nun einmal die größten Unternehmen
gehören, drängte mich die Botschaft bei jedem Aufenthalt, Gefälligkeitsinterviews mit dem
Außenminister, irgendeinem Ajatollah oder sonstigen iranischen Würdenträgern zu machen oder
diesen zumindest in einem Artikel zu erwähnen. Wenn die Iraner größeres Interesse an solchen
Interviews hatten, dann bezahlten sie (wie ich das schon von Oman geschildert habe) auch die Reisen.
Im Klartext: Die FAZ ließ sich einladen und druckte Gefälligkeitsinterviews. Die FAZ-Archive sind
voll von solchen Gefälligkeitsinterviews, die ich machen sollte. So ging das von Afghanistan bis
Algerien und von Südafrika bis zum Horn von Afrika. Als Reporter einer renommierten deutschen
Tageszeitung stand vor allem immer die Deutsche Botschaft im Hintergrund.

Natürlich wurde man von dort beeinflusst. Vor allem bei den Geschichten, die man nicht
wahrheitsgemäß aufschreiben sollte. Ich erinnere mich spontan an ein Essen mit deutschen
Diplomaten in Bagdad. Ich weiß nicht mehr, ob es im Haus des Botschafters oder eines anderen
leitenden Diplomaten war. Vom Nachbargrundstück kamen grauenvolle Stimmen, ein
herzzerreißendes Klagen. Ich wollte wissen, was das war und erfuhr, dass hinter der Mauer auf dem
Nachbargrundstück ein asiatischer Diplomat lebte, der gern Hund aß und die Hunde hinter der Mauer,
die zwischen den Grundstücken war, mitunter langsam lebend schlachten ließ. Den Hunden wurden
erst lebend die Beine abgeschnitten, dann Schwanz und Kopf. Angeblich schmeckte das Fleisch dann
wegen der Todesqualen besser, glaubte zumindest der Asiate. Die deutschen Diplomaten baten mich
inständig darum, das bloß nicht in meinen Berichten aus Bagdad zu erwähnen. Das könnte ja den
Beziehungen mit dem Land schaden. Bei Tierquälerei wegschauen? Es war grauenvoll.

Genauso schlimm war es, wenn man deutsche Politiker auf Auslandsreisen begleitete. Da gab es
Mappen mit Sprachregelungen für jede nur erdenkliche Lage. Wer faul war, der brauchte nur noch
vorformulierte Worthülsen abzuschreiben und mit einigen atmosphärischen Eindrücken aufzufrischen.
Und dann waren alle glücklich. Mit ehrlichem Journalismus hatte das nichts zu tun. Eher mit
Volksverarschung. Und dafür wurden einem dann auch noch Journalistenpreise in Aussicht gestellt.

Egal, ob ich in meinem früheren Leben 17 Jahre bei der FAZ oder danach als Korrespondent für
Gruner + Jahr, für die Nachrichtenagentur ddp, für den Axel-Springer-Verlag, für Fernsehsender und
viele andere renommierte Medienunternehmen tätig war – ich habe auf Seiten der Leitungsebene
häufig die gleiche Denkweise erlebt: Korrupt und unanständig sind immer nur die anderen.
Zwischendurch nochmals: Das Eingeständnis meiner Fehler macht es nicht besser. Aber eine jüngere
Generation könnte vielleicht aus diesen Fehlern lernen.

Wie selbstverständlich habe ich etwa in einem kleinen Luxusjet der Bundesregierung nur zusammen
mit einem Kollegen von der Deutschen Presseagentur den früheren BND-Chef Klaus Kinkel in seiner
damaligen Funktion als Außenminister begleitet und innerlich stolz auf diese Nähe anschließend
positiv darüber berichtet. Ich habe diese Hofberichterstattung auch bei Helmut Kohl und vielen
anderen Politikern gemacht. Rückblickend schäme und entschuldige ich mich dafür. Ich kann es nicht
ungeschehen machen. Aber ich kann mich mit meinem Gesicht dazu bekennen.

Wenn ich in Afrika etwa den Schauspieler Karlheinz Böhm (der Kaiser Franz Josef aus den
»Sissi«-Filmen) im Beisein eines deutschen Spitzenpolitikers besuchte, dann hätte ich
wahrheitsgemäß schreiben müssen, dass Böhm und seine Hilfsprojekte aus Sicht der ihn besuchenden
Deutschen nur ein »PR-Gag« waren. Es ging den Besuchern ausschließlich um ein wählerwirksames
Gruppenfoto mit ihnen und dem angesehenen Schauspieler, umringt von schwarzen Kindern. Sobald
die Fotos geschossen waren, waren Karlheinz Böhm und die afrikanischen Kinder völlig unwichtig.
Er war für die Besucher nur ein Statist – wie so viele. Wie so vieles habe ich auch das nicht
wahrheitsgemäß beschrieben. Ich war eben wie so oft korrumpiert von der Nähe zur Macht. Vor
allem: Wie ehrlich war es denn, wenn man in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba vom 5Sterne-
Hotel in einem klimatisierten Hubschrauber bequem ins heiße Hochland flog, dort kurz mit
Böhm ein Interview über Armut machte und danach im klimatisierten 5-Sterne-Hotel beim
Luxusbuffet einen Artikel über Armut in Äthiopien verfasste, während rundherum Menschen
verhungerten?
Wenn ich mit Bundespräsidenten, Kanzlern oder Ministern reiste, dann wurde ich an den Grenzen
nicht kontrolliert. Wenn wir am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn ankamen, dann schaute
auch der Zoll weg. Wir alle wussten das, ja wir erwarteten es sogar. Und viele haben das ausgenutzt.
Auch die Politiker, auch Minister. Die Menschen da draußen haben die Denkweise etwa bei der
»Teppichaffäre« eines Ministers mitbekommen.135

› Hinweis
Viele, zu viele, fanden es normal, von
Reisen mitgebrachte Luxusgegenstände entweder nicht zu verzollen oder an Bord von anderen
Regierungsmaschinen diskret nachliefern zu lassen. Ich erinnere mich an einen Kollegen einer
auflagenstarken Zeitung, der von einer Dienstreise mit der Bundesluftwaffe aus den USA sogar eine
komplette gebrauchte Harley Davidson in Einzelteilen mitbrachte. Die Teile verkaufte er dann hier
und machte einige Tausende Gewinn. Man nennt das Steuerhinterziehung. Und die Transportkosten
hatte der deutsche Steuerzahler über die Bundesluftwaffe finanziert. Viele von uns waren Straftäter.
Das Schlimme: Das Wissen darum stellte ein unsichtbares Band zwischen Politikern und Journalisten
her.

Ein Journalist beschreibt rückwirkend in seinem Blog, was man alles machte, wenn man mit einem
deutschen Spitzenpolitiker unterwegs war und wusste, dass man bei solchen Reisen etwa mit
deutschen Kanzlern nicht kontrolliert wurde:

Der Peruaner gab uns auch einen Tipp, wo wir Grabbeigaben aus der Inkakultur kaufen könnten.
Sie stammten, so ließ der Archäologe durchblicken, aus Grabplünderungen und seien sehr
wertvoll. Ein Kollege und ich fuhren in ein Haus am Stadtrand und erwarben (verbotenerweise)
einen Kopfschmuck (250 Dollar) und ein Stück Grabtuch. Die Ausfuhr war einfach zu
bewerkstelligen, weil das Gepäck der Kanzlerbegleiter nicht kontrolliert wurde.136

› Hinweis
Das alles ist weit mehr als ein Jahrzehnt her. Aber ich kann die Namen von vielen Kollegen nennen,
die sich heute noch immer so verhalten. Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Schließlich habe ich früher
selbst in diesem verkommenen System mitgemacht. Aber vielleicht kann ich sie zum Nachdenken
anregen und zur Umkehr ermuntern. Vielleicht werden sie es nie offen eingestehen, deshalb sage ich
es hier ganz deutlich: Die Stoßrichtung von Kommentaren oder Berichten wird durch einen wie hier
geschilderten engen Kontakt zu Eliten ganz sicher beeinflusst. Mit unabhängigem und
überparteilichem Journalismus hat das dann nichts mehr zu tun.

Ein anderes Beispiel: Wenn der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl in der Frankfurter FAZ-
Redaktion die damaligen Politik-Herausgeber Johann Georg Reißmüller und Fritz Ullrich Fack zum
vertrauten Gespräch besuchte, dann waren wir Redakteure stolz, einen so »hohen Gast« im Haus zu
haben. Auf die Idee, dass Nähe auch korrumpieren kann, kamen wir Journalisten nicht. Im Gegenteil,
wir wollten künftig von den Eliten auch so beachtet werden. Manche haben das wie FAZ-Mann
Frankenberger geschafft, aber zu welchem Preis? Wir werden noch näher darauf eingehen.

Der frühere Chefredakteur und Medienberater Michael Spreng schreibt zu Kohl und dessen
Verhältnis zu Journalisten:

Von Helmut Kohl ist bekannt, dass er nur zwei Sorten von Menschen kannte: diejenigen, die für
ihn, und diejenigen, die gegen ihn waren. So teilte er auch Journalisten ein. Sein Verhältnis zur
Pressefreiheit war ein rein instrumentelles: ein guter Journalist war derjenige, der sich von ihm
instrumentalisieren ließ. Wer – wie ich – ihm mit einer gewissen Grundsympathie gegenüberstand,
wurde schnell als »Kohlianer« vereinnahmt, der ihm bedingungslos zu folgen hatte.137

› Hinweis
Ich hätte das damals nicht geglaubt, wenn Kohl zu uns in die Redaktion kam und Reißmüller und Fack
besuchte. Aber das war wohl wirklich so. Die FAZ-Chefs Fack und Reißmüller wurden aus Kohls
Sicht wohl für dessen Ziele instrumentalisiert. Und heute werden andere von anderen Politikern
instrumentalisiert – und merken es vielleicht gar nicht oder wollen es nicht wahrhaben.

Übrigens haben Menschen wie die genannten FAZ-Herausgeber uns Zeitungsredakteuren unser
Denken in Teilen vorgegeben. Durch die Sprache, welche wir verwenden sollten. Ich werde nie
vergessen, wie Politik-Herausgeber Johann Georg Reißmüller mit einem ausgedruckten Text in die
Redaktion stürmte und rief: »Wer hat das redigiert?« In dem Text stand irgendwo »Sinti und Roma«.
Und Reißmüller sagte laut, deutlich und unmissverständlich: »Das sind Zigeuner! Merken Sie sich
das: Zigeuner!« Wir FAZ-Politikredakteure sollten nicht »Sinti und Roma« schreiben. Das war ganz
am Anfang meiner Ausbildung zum Journalisten. Kollege Professor Reinhard Olt, ein Germanist, und
ich haben uns lange in der FAZ-Nachrichtenredaktion angeschaut. »Zigeuner« – so etwas prägt sich
ein. Das Denken wird in bestimmte Bahnen geleitet. So wird man über die Sprache schon als junger
Mensch in der Ausbildung geprägt.

Nun habe ich bis hierher viel zu viel über die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet und damit
möglicherweise den irrigen Eindruck erweckt, dass das alles nur für die FAZ und dort auch nur für
die Politikredaktion, zumindest zu meiner aktiven Zeit, typisch gewesen sei. Genau das aber stimmt
nicht. Und deshalb ist es auch kein Angriff auf die FAZ, sondern eine Anregung an alle
Medienunternehmen, einmal vor der eigenen Türe zu kehren. In der FAZ, das sei hier noch erwähnt,
war zu meiner Zeit die »geschmierte« Berichterstattung nirgendwo so deutlich zu erkennen wie im
Feuilleton. Zumindest der zum Feuilleton gehörende Tourismus-und Reiseteil hatte jedenfalls immer
einen kaum noch zu überschauenden Stapel von Einladungen zu fremdfinanzierten (Luxus-)Reisen in
ferne Länder. Kostenlose Reisen, bei denen die bezahlenden Sponsoren ganz sicher bestimmte Inhalte
bei den Themen erwartet haben, also anschließende PR. Die Finanzierung einer Reise durch das
unmittelbare Berichtsobjekt, beispielsweise eine Fluggesellschaft oder ein Tourismusunternehmen,
war uns Redakteuren nicht verboten. Solche Reisen wurden vielmehr aktiv unter uns verteilt. Und wir
haben in den dann entstandenen Artikeln häufig nicht darauf hingewiesen, wer die Reisen finanziert
hat. Aber auch das ist nach meiner Erinnerung in anderen Medienunternehmen vollkommen »normal«
gewesen. Im Juli 1987, ich war damals noch nicht einmal ein Jahr bei der FAZ, veröffentlichte diese
einen langen Bericht von mir unter der Überschrift »Im Schatten des Qat-Baumes«. Eingeladen und
finanziert hatte die jemenitische Fluggesellschaft Yemenia. Es war ein reiner PR-Bericht. Die
Einladung kam über den Reiseteil des Feuilletons. Und die Jemeniten waren so begeistert von
meinem redaktionell platzierten PR-Bericht, dass sie mich fragten, was ich mir neben der
Möglichkeit, künftig kostenlos Urlaub im Jemen machen zu können, wünschen würde. Mehr im Scherz
sagte ich, dass ich niemals zuvor so gute gegrillte Riesengambas gegessen hatte wie in der Kleinstadt
Mokka im Jemen (nach dieser Stadt ist auch der Mokka-Kaffee benannt). Ein paar Tage später haben
sie eine Kiste mit wenige Stunden zuvor im Jemen gegrillten Gambas zu uns in die FAZ-Redaktion
eingeflogen. Meine Kollegen haben beherzt und wie selbstverständlich bei dieser »Molle« (so nannte
man das in der Redaktion) zugegriffen und fanden das völlig »normal«. Man kam nicht einmal auf die
Idee, sich ethisch-moralisch bestimmte Gedanken zu machen.

Im FAZ-Feuilleton gab es auch einen Bücherschank mit Büchern, welche dem Verlag
unaufgefordert zur Besprechung zugeschickt wurden. Und je mehr Rezensionsexemplare eines
Verlages positiv ins Blatt gehoben wurden, umso mehr Neuerscheinungen schickte der Verlag ins
Feuilleton. Manchmal habe ich einen Karton voller nagelneuer Bücher aus dem Feuilleton zur
Selbstbedienung meiner Kollegen in die Politikredaktion geholt. Da gab es keinen, der das anstößig
fand. Auch neue Bücher von FAZ-Redakteuren wurden selbstverständlich in der FAZ redaktionell
erwähnt. Ich erinnere mich an meinen ersten in einem FAZ-Verlag erschienenen Bestseller
Verschlusssache BND, für den die FAZ-Herausgeber anlässlich einer Pressekonferenz in den Räumen
der FAZ wie selbstverständlich Werbung machten.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich vom Bundeskriminalamt wegen meiner Kritik an der
Islamideologie über mehrere Jahre hin als »anschlagsgefährdet« eingestuft wurde. Ich war
wahrscheinlich der einzige deutsche Journalist, der ganz legal mit einer scharfen Schusswaffe am
Hosenbund in die FAZ-Redaktionskonferenz kam. Der Autobauer BMW stellte mir viele Monate lang
eine gepanzerte Limousine mit Fernseher und allem Luxus zur Verfügung, ohne dafür Kosten zu
berechnen. Die FAZ wusste das nicht nur. Ich durfte auch alle laufenden Fahrzeugkosten über die FAZ
abrechnen. Denn die FAZ freute sich, dass mein Dienstwagen nicht mit Kilometern belastet wurde.
All diese Dinge waren irgendwie selbstverständlich.

Zusammenfassend ging es wohl immer nur ums eines: nein, nicht um wahrhaftige Berichterstattung. Es
ging ums Geld und um persönliche Vorteile. Man verfolgte Ziele.
Niederträchtige Saufkumpane:
Einblicke in journalistische Drecksarbeit

Ich kann auf die Sekunde genau beschreiben, wann ich persönlich damit aufgehört und mich
schlagartig vor mir selbst geekelt habe. Es war jener Tag, an dem ich den Frankfurter Strafrechtler
Hans Wolfgang Euler anrief und um Rat fragte, weil einer der bekanntesten deutschen CDU-Politiker
mir im Beisein von Zeugen in seinem Arbeitszimmer den Auftrag geben wollte, den damaligen
rheinland-pfälzischen SPD-Ministerpräsidenten Kurt Beck auszuspionieren. Einer dieser Zeugen war
ein früherer rheinischer CDU-Geschäftsführer. Der Mann hat für die CDU viel mitgemacht und zu
vielen Dingen lange den Mund gehalten. Möge er jetzt darüber entscheiden, ob er die Namen der
Hintermänner öffentlich nennt. Ich stehe zu meinem Angebot, jederzeit zusammen mit ihm öffentlich
oder vor Gericht auszusagen. Der bekannte CDU-Geschäftsführer war – wie gesagt – nicht
Auftraggeber, sondern saß als Zeitzeuge mit dabei, als ein bekannter CDU-Politiker mir in einem
ersten Schritt 5000 Euro dafür bot, dass ich als Journalist getarnt das Eheleben von Kurt Becks
Ehefrau ausspionieren sollte. Ich will und werde hier zum Schutz der Familie Beck keine Details
nennen, nur soviel: Die Kontoauszüge der Familie Beck lagen der CDU schon vor. Man hatte
angeblich schon einen CDU-nahen Bankmitarbeiter mit im Boot. Es gab offenkundig fast nichts, was
der Ministerpräsident tun konnte, was ohne Wissen der CDU geschah. Bis auf ein Detail im
Privatleben der Familie. Und das sollte ich dokumentieren. Der Politiker, der mir da gegenübersaß
und mehr als skrupellos war, gehörte immerhin einer bekannten Kommission der CDU an. Ich habe
mir seine Wünsche etwa zwei Stunden lang angehört und innerlich aufgewühlt dazu geschwiegen. Es
waren jene Minuten, in denen ich mich fragte, wie tief ich gesunken sein musste, dass ein Politiker
annahm, ich würde für ihn und seine Partei gegen verdeckte Bezahlung (getarnt als Vortragshonorar)
die Drecksarbeit übernehmen. Ich bin im Mainzer Landtag zum Schein auf das Angebot eingegangen
und habe an jenem heißen Tag sofort noch aus dem Auto den Strafrechtler Hans Wolfgang Euler
angerufen. Dieser hat dann ein Treffen mit Kurt Becks Büroleiter arrangiert. Und wir haben erfahren,
dass man dort schon von den Aufträgen wusste. Denn ich war nicht der einzige Journalist, den man
von der CDU auf Kurt Beck angesetzt hatte. Das alles wäre nicht passiert, wenn ich als Journalist
nicht diese klebrige Nähe zu vielen Politikern gehabt hätte. Man erwartete diese Niederträchtigkeit
wie selbstverständlich von mir.

Ich hatte ja im Gegenzug in jener Zeit viele Vorteile: Ich ging in Konrad Adenauers Feriendomizil,
einer Villa mit Pool und Park im italienischen Cadenabbia am Comer See, ein und aus. Die Villa La
Collina gehörte (und gehört) der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, mit der ich verflochten
war.138

› Hinweis
Und dort traf ich immer wieder die Führungsriege der deutschen Politik. Denn ich
gehörte ja in jenen Jahren beispielsweise dem Planungsstab der Adenauer-Stiftung an. Und die CDU
fütterte mich mit gut dotierten Aufträgen für Vorträge. Vor allem in der Villa La Collina, wo damals
kein Fremder Zutritt hatte, kam man sich gefährlich nahe. Dort wurde gegessen und viel zu viel
getrunken. Meine Frau und ich werden nie vergessen, wie einer der führenden rheinland-pfälzischen
CDU-Politiker nachts in der Villa, die schon Adenauer als Domizil gedient hatte, betrunken in unser
Zimmer im obersten Stockwerk kam und dieses für eine Toilette hielt, wo er sich übergeben konnte.
Er hat dann sturzbetrunken den Inhalt seines Magens auf unserem Bett entleert. Diese Nähe zu
Politikern war im wahrsten Sinne des Wortes mitunter wirklich anrüchig. Man war auf dem Anwesen
in der alten Villa La Collina halt unter sich, man schloss nicht ab. Und dann kam diese besoffene
CDU-Größe. Ich hatte diese anrüchige Nähe damals noch zähneknirschend hingenommen. Aber an
jenem späteren Tag im Mainzer Landtag, als ich den Auftrag gegen den damaligen rheinlandpfälzischen
Ministerpräsidenten Beck bekam, da musste ich einfach einen Schlussstrich ziehen. Mir
war klar, dass es Ärger und Druck geben würde, wenn ich nicht mitmachte. Aber das war mir egal.
Ich wollte endlich wieder in den Spiegel schauen können.

Die Villa La Collina des Konrad Adenauer beherbergt übrigens noch ein Geheimnis. Sie liegt auf
einem Hügel über dem Comer See mit Blick auf das Dörfchen Belaggio am anderen Seeufer 139

› Hinweis , welches nur einige Minuten mit der Fähre entfernt ist. Und die Rockefeller-Stiftung,
welche wie ein Krake mit einem Netzwerk geheimer Organisationen die Eliten der Macht um sich
vereint, hat dort in Belaggio ein abgeschottetes Schulungszentrum.140 Wenn die Eliten der
Politik sich wirklich vertraulich mit amerikanischen Eliten treffen und politische Entscheidungen
absprechen mussten, dann stiegen sie in der Villa La Collina ab, fuhren mit der Fähre nach Belaggio,
gingen zum Grand Hotel Villa Serbelloni und wurden dort diskret von einem Chauffeur der
Rockefeller-Stiftung abgeholt. Das diskrete Procedere erinnerte mich an die Deutsche Botschaft in
Teheran in der Ferdowsi-Straße 324. Gleich nebenan in der Ferdowsi-Straße ist die Türkische
Botschaft. Beide sind, was streng geheim ist, unterirdisch durch einen Gang verbunden, damit die
Botschafter und ihre engsten Mitarbeiter sich im Notfall auf das Nachbargelände flüchten können.
Wenn der Vertreter des Bundesnachrichtendienstes mich so in die deutsche Botschaft einschleusen
wollte, dass das deutsche Botschaftspersonal dieses nicht mitbekam, dann musste ich in die türkische
Botschaft gehen und wurde dort über den unterirdischen Verbindungsgang abgeholt. Solche
unterirdischen Gänge gab es in vielen deutschen Botschaften (vor allem in arabischen und
afrikanischen Ländern, mitunter nutzten amerikanische Dienste sie für die Ausschleusung von
Personen, aber das ist hier unwichtig). Das alles war für mich spannend und geheimnisvoll, aber bei
näherer Betrachtung eher irre. Genauso wie die geheimen Treffen von deutschen Spitzenpolitikern,
die von der Villa La Collina aus mit der Fähre nach Belaggio fuhren, um sich in der Rockefeller-
Stiftung Instruktionen für ihr politisches Verhalten abzuholen. Erst später erfuhr ich, dass die
Rockefeller-Stiftung über Tochterorganisationen wie die Trilaterale Kommission auch deutsche
Spitzenjournalisten für sich gewinnt; sie wie eine Raubspinne in einen Kokon der Gefälligkeiten
einwebt, bis es kein Entkommen mehr gibt. Aber dazu kommen wir noch in einem anderen Kapitel.

› Hinweis

Miese Masche:
So werden Anzeigenkunden betrogen
Bei der bislang geschilderten Art des Journalismus werden Zuschauer und Leser betrogen. Das ist
dem Leser schon jetzt klar. Vergessen haben wir aber noch jene, die Anzeigen schalten und sich für
das investierte Geld eine Resonanz erhoffen. Aber die Werbekunden, welche horrende Preise für
Anzeigen in Zeitungen bezahlen, werden betrogen. Die großen Verlagshäuser konkurrieren ja schon
lange bei der Auflage untereinander. Und die Anzeigenpreise richten sich nach der tatsächlich
verkauften Auflage. Der Kampf um diese tatsächlich verkaufte Auflage wurde zwischen den
verschiedenen Verlagen mit Methoden geführt, die mich zu Beginn meiner journalistischen Tätigkeit
erstaunten, die aber offenbar in der Branche damals (und auch heute noch!) völlig »normal« waren.
Ich habe das in der Branche bald mitbekommen: Kaum waren bei Verlagen Zeitungen abends
angedruckt, wurde ein Teil der Auflage, welcher mit vielerlei Tricks letztlich über die eigene
Marketingabteilung aufgekauft worden war, in einen Lastkraftwagen verladen und dann 24 Stunden
quer durch Deutschland über die Autobahn gefahren. Am nächsten Tag, wenn die »Remittenten« (also
das, was im Handel nicht verkauft worden war und wieder abgeholt wurde) zurückkamen, dann
wurden die Remittenten zusammen mit dem in einem Lkw pausenlos über die Autobahn gefahrenen
Teil zum Altpapier transportiert.

Mit den Anzeigenerlösen einer einzigen Samstagsausgabe, so hieß es damals, konnten die Gehälter
der Mitarbeiter eines Verlagshauses für vier Wochen bezahlt werden (das gilt heute nicht mehr). Das
waren finanziell erfolgreiche Zeiten, nur die Hintergründe ahnte da draußen wohl keiner. Ich erinnere
mich noch grob daran, wie stolz Geschäftsführer von Zeitungsverlagen drauf waren, die »blöden«
Anzeigenkunden so übers Ohr gehauen zu haben, weil diese Werbung in einer »verkauften Auflage«
bezahlt hatten, die es in Wahrheit ja gar nicht gab. In den 1990er-Jahren wechselte ein leitender
Mitarbeiter von einem süddeutschen Verlag zu einem Verlag im Bundesland Hessen. Und er
präsentierte dem Geschäftsführer Beweise dafür, dass der Verlag aus Bayern die angeblich verkaufte
Auflage einer großen deutschen Tageszeitung auf die oben beschriebene Weise erhöhte – Tag für Tag.
Der Überläufer erwartete, dass sein neuer Arbeitgeber ihn loben und den Betrug öffentlich machen
würde. Was der Mann nicht ahnte: Der hessische Verlag machte es genauso. Und so verschwanden die
kompromittierenden Beweise bis heute in einem Panzerschrank.

Ich hatte das alles noch grob im Gedächtnis, wollte dieses auffrischen und fragte am 9. Juni 2014
einen jener ehemaligen Marketingchefs, der damals bei einem der Verlage arbeitete und das alles
mitbekommen haben musste. Die schriftliche Antwort: »Lieber Udo, da ich Dir immer vertraut habe:
Stimmt! 3 Jahre vor [X (Name eines Verlagsgeschäftsführers)] Tod erhielt dieser sogar Besuch von
einem Überläufer der [Zeitung XY], der seinen alten Arbeitgeber mit einschlägigem Beweismaterial
beschießen lassen wollte. [Geschäftsführer X] hat sich nicht darauf eingelassen. Das berühmte
Glashaus halt, in dem man selbst saß … Unabhängig davon weiß ich aus guter Quelle, dass Verlag
XY auch heute noch täglich ca. 20 000 Exemplare auf dem von Dir beschriebenen Weg verwerten
lässt«.
Warum ich hier in diesem Kapitel, was ja völlig ungewöhnlich für dieses Buch ist, nicht die Namen
und Firmen nenne? Die Antwort ist ganz einfach: Ich arbeite zusammen mit einem pensionierten
Insider an einem Buch über die schmutzigen Tricks der Verlagsbranche. Und da macht es keinen Sinn,
die Betroffenen schon vor der umfangreichen Veröffentlichung auf sich aufmerksam zu machen und
wertvolle Arbeitszeit durch Anwalts-und Gerichtstermine zu vergeuden. Die großen Anzeigenkunden
werden jedenfalls seit Jahren schon systematisch von renommierten Verlagen betrogen. Und sie
werden, nach der Veröffentlichung, für viele Jahre große Summen zurückfordern können.

Aber es geht beim Betrug in den Medien nicht nur um Verlage. Der Betrug lauerte und lauert im
Mediengeschäft überall – wie ich immer wieder lernen musste. An wirklich jeder Ecke. Und an
ungewöhnlichen Orten. Als ich das erste Mal in Namibia in einem bekannten Hotel in der Hauptstadt
Windhoek abstieg, da lag beim Bezug meines Zimmers eine mir nicht bekannte Frau im Bett. Sie
grinste mich irgendwie frech an. Ich ging nach dem langen Flug genervt und müde sofort zur
Rezeption, in der Annahme, das Zimmer sei irrtümlich doppelt vergeben worden. Und ich bekam
anstandslos ein anderes Zimmer. Erst als mich die Kollegen bei der Journalistenreise am nächsten
Morgen fragten: »Und? Wie war Deine?«, da ahnte ich, dass die Frau in »meinem Bett« kein Zufall
war. Ich war jung. Ich war naiv. Und ich musste erst noch lernen, wie Journalisten bestochen und
gekauft wurden und welche Tricks es in der Branche gab. Es war eine bezahlte Einladungsreise, auf
die mich die FAZ geschickt hatte. Finanziert hatte es nach meiner Erinnerung irgendein
südafrikanisches Tourismusbüro. Rückblickend war das Schema immer irgendwie identisch.
Die Schweigespirale:
Was nicht in den Zeitungen steht
Es hat ein Vierteljahrhundert gedauert, bis die Wahrheit ans Licht kam und amtlich bestätigt wurde.
Nach mehr als 25 Jahren erkannte die Berufsgenossenschaft im Juni 2014 an, dass ich als ehemaliger
Kriegsberichterstatter der FAZ berufsbedingt ein Giftgasopfer bin. Ich bin wahrscheinlich der wohl
letzte lebende westliche Zeuge einer Massenvergasung, bei der im Juli 1988 in wenigen Stunden
mehrere Hundert Menschen mit deutschem Giftgas getötet wurden. Wahrscheinlich waren es weitaus
mehr Menschenleben. Und ganz sicher half gegen das Giftgas »Schwefellost« keine Gasmaske.
Inzwischen hat übrigens auch die CIA interne Papiere zu dem hier erwähnten Giftgaseinsatz nach 25
Jahren freigegeben.141

› Hinweis
Warum ich mit diesen Angaben dieses Kapitel eines Buches über
deutsche Medien und die Wahrhaftigkeit der Berichterstattung beginne? Weil es ein typisches Beispiel
dafür ist, wie Politik und Medien in Deutschland funktionieren. Wenn man ganz tief in die Archive der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung steigt, für die ich damals berichtete, dann findet man dort einen
Artikel von mir mit der Überschrift »Bei Zubaidat werden die Spuren der Schlacht beseitigt«.142

› Hinweis
Ein weiterer Hinweis zu dem, was da auf einem irakischen Schlachtfeld mit deutscher
Beteiligung geschah, findet sich noch in den inzwischen freigegebenen Archiven der CIA.143
› Hinweis
Und ein kleines Foto mit einer Bildunterschrift. Das war’s. Wenn Menschen irgendwo in
der Welt mit deutschem Giftgas qualvoll vergast werden, dann würde man doch meinen, als gut
informierter Bürger darüber irgendetwas zu erfahren. Die Realität sieht indes völlig anders aus. Noch
immer habe ich viele Farbfotos von der Massenvergasung, die bislang niemals veröffentlicht wurden.
Besser gesagt: Sie sollten, bis auf eine ganz kleine Aufnahme, nicht veröffentlicht werden. Mein
damaliger Vorgesetzter, der für die Außenpolitik zuständige FAZ-Herausgeber Fritz Ullrich Fack,
wollte das jedenfalls nicht. Er schickte mich nach meiner Rückkehr vom Schlachtfeld mit den Fotos
vielmehr zum Bundesverband der Chemischen Industrie. Ein kleiner, eher beiläufiger Bericht über
einen Gaseinsatz, ein einziges kleines Foto in der FAZ, das war’s. Ich sollte die Fotos, an denen ich
die Bildrechte hatte, auf Anweisung des FAZ-Herausgebers auch nicht an andere Medienhäuser
weitergeben. Der Stern wollte die Bildserie damals haben. Das aber hätte mich wohl meinen
Arbeitsplatz gekostet. Die Öffentlichkeit sollte, so mein damaliger subjektiver Eindruck, möglichst
wenig erfahren.

Das ahnte ich schon, als ich noch mit den körperlichen Folgen des Giftgases kämpfte und noch im Irak
war. Unter Mühen hatte ich detailgetreu beschrieben, was da Unfassbares geschehen war. Da lagen
Menschen auf dem Schlachtfeld, denen nach dem Giftgaseinsatz in der glühenden Hitze das Gehirn
aus Mund, Augen und Nase floss. Mit Bulldozern, natürlich auch aus deutscher Produktion, schoben
die Iraker die Leichenberge zusammen und überdeckten sie mit Wüstensand. Damals gab es noch
keine Mobiltelefone, kein Internet und ich hatte auch keine Satellitenverbindung. Ich war
gesundheitlich schwer angeschlagen. Und der Weg zurück vom Schlachtfeld nach Bagdad war eine
Höllenqual. Trotzdem habe ich von dort noch telefonisch meinen Bericht mit allen Details
durchgegeben. Wenn ich das, was dann davon in Frankfurt bei der FAZ veröffentlicht wurde, heute
lese, dann fasse ich mir an den Kopf. Mein damaliger Kollege Klaus-Dieter Frankenberger sagte mir
nach meiner Rückkehr in der Redaktion, er habe das Stück in der Nachrichtenredaktion redigiert und
alle grausamen Einzelheiten rausgenommen. Auslaufende Gehirne von vergasten Menschen passten
nicht in die FAZ. Der FAZ-Leser sollte offenkundig keine unappetitlichen Einzelheiten erfahren. Erst
im Herbst 1990, rund zwei Jahre nach meinem Bericht in der FAZ, wurden jene deutschen
Hintermänner verhaftet, welche den Irakern bei der Giftgasproduktion geholfen hatten.144

› Hinweis
Am 19. Dezember 2013, rund 25 Jahre nach der Vergasungsaktion, habe ich den längst pensionierten
früheren FAZ-Herausgeber Fack noch einmal angeschrieben und um eine Erklärung für sein damaliges
Verhalten gebeten. In meinem Schreiben heißt es unter anderem:

Die damals von mir bei den Vergasungen gemachten zahlreichen Aufnahmen musste ich auf Ihre
Anweisung hin dann sofort nach meiner Rückkehr in Frankfurt dem Verband der Chemischen
Industrie vorlegen, von dem Mitgliedsunternehmen – so meine Erinnerung – zuvor die
Vorkomponenten für das Senfgas an die Iraker zur Vergasung der Iraner geliefert hatten. Es durfte
damals in der FAZ nur ein einziges, möglichst harmloses Foto von der grauenhaften Fotoserie, die
ich auf dem Schlachtfeld von den vergasten Iranern gemacht hatte, veröffentlicht werden, weil die
Aufnahmen den Lesern aus Sicht der FAZ nicht zumutbar waren.

Der frühere FAZ-Herausgeber hat mir das alles bis heute nicht erklären können oder wollen. Ein
halbes Jahrhundert nach der Vergasung der Juden wurden wieder einmal Menschen vergast. Nach
meinem Wissen mit deutscher Beteiligung. Und das ganze Thema wurde medial weitgehend verdrängt.

Deutsche Bundeskanzler haben in Israel um Verzeihung dafür gebeten, weil Nazis vor Generationen
Juden vergast haben. Deutsche Bundeskanzler sind in Paris und Warschau niedergekniet und haben
unsere Nachbarn für Kriege um Verzeihung gebeten, die Generationen zurückliegen. Wie kann es da
sein, dass deutsche Politiker und Medien sich in der Gegenwart wegducken, wenn Iraner mit
deutschem Giftgas vergast werden? Oder haben Sie schon einmal gehört, dass Bundeskanzler Kohl,
Schröder oder Merkel das iranische Volk um Vergebung gebeten hätten? Die Fließdrückmaschinen,
mit denen die Granathülsen der Gasgranaten im Irak gefertigt wurden, stammten ebenso aus deutscher
Produktion wie die chemischen Komponenten zur Herstellung der Giftgase Lost, Tabun und Sarin. Wir
haben das alles unter der Tarnung »Pflanzenschutzmittel« mitten ins Kriegsgebiet geliefert. Wir haben
so getan, als ob die Iraker in der Wüste Tausende Tonnen Pflanzenschutzmittel versprühen wollten.
Wir sind verlogen.

Bestimmte Dinge, so mein persönlicher Eindruck auch heute noch, soll die Öffentlichkeit möglichst
nicht erfahren. Diesen Eindruck hatte ich später auch bei Gruner + Jahr. Im November 2005 hatte ich
für den Verlag den Bericht »Der Unterweltadel von Berlin« geschrieben. Der Berliner
Unterweltkönig Steffen Jacob berichtete darin, wie seine »Karriere« begann, als Willy Brandt als
damals Regierender Berliner Bürgermeister einer seiner ersten Kunden für »freizügige Damen« eines
bestimmten Gewerbes war. Steffen Jacob, der viele Jahre später im August 2014 starb 145
wollte mich damals unbedingt dafür gewinnen, dass ich als Ghostwriter seine Memoiren verfasste. Er
war ein Fan meiner Sachbücher und hoffte darauf, neben meinem Bericht bei Gruner + Jahr auch
seinen »Aufstieg« der Nachwelt in allen Facetten in Buchform hinterlassen zu können. Der Mann, der

› Hinweis ,

schweres Geld mit leichten Mädchen machte, hatte einen Koffer voller Dankesbriefe. Eine Fundgrube
der Peinlichkeiten. Einer stammte von einem Verteidigungsminister. In ihm bedankte sich der bekannte
Minister für den »schönen Abend«. Steffen Jacob sagte mir, was nicht in dem Brief stand: Er
behauptete, der Minister stehe darauf, Frauen sexuell mit Flaschen zu quälen. Ich wusste nicht, ob ich
das glauben sollte oder nicht. Die Details klangen für mich unfassbar. Es waren Exzesse, an welche
ich mich wieder erinnerte, nachdem Jahre später die Rotlicht-Eskapaden und
Vergewaltigungsvorwürfe von Dominique Strauss-Kahn, dem Chef des Internationalen
Währungsfonds, öffentlich wurden. Klar war, dass Steffen Jacob extrem viele Menschen in der Hand
hatte. Denn die Eskapaden des deutschen Ministers wurden nicht etwa von diesem selbst oder über
den Steuerzahler finanziert, sondern vom Berliner Büro des Lobbyisten eines deutschen
Rüstungskonzerns. Steffen Jacob zeigte mir entsprechende Kontoauszüge. Und er bestand darauf, dass
solche »Dienste« häufig ganz offiziell versteuert wurden. Steffen Jacob erzählte über einen
Generalsekretär einer Partei, den Berliner CIA-Stationsleiter und einen deutschen
Verteidigungsminister, die sich bei ihm mit solchen Damen vergnügten. Und er zeigte entsprechende
»Dankesbriefe«. Manchen Menschen war offenbar nichts zu peinlich. Als ich meinen Bericht
verfasste, da versorgte Steffen Jacob nach eigenen Angaben auch das Auswärtige Amt und das
Bundeskriminalamt und dessen Gäste. Ein anderer Informant zeigte mir einen Kinderspielplatz in der
Berliner Fuggerstrasse, wo sich Männer damals beim langsamen Vorbeifahren angeblich Kinder
aussuchen konnten, die dann für Kindersex »frei Haus« geliefert wurden. Der Berliner Fotograf Ali
Kepenek bekam manche der Details mit, weil er die Aussagen von Steffen Jacob und anderen
Berliner Unterweltgrößen bebildern sollte.146

› Hinweis
Ich weiß nicht, welche Aufnahmen Ali
Kepenek heute noch davon hat. Ein polnischer Importeur für Bauholz erklärte den Lesern, wie in
Berlin das Geschäft mit illegalen Waffen funktioniert und wer die Kunden sind. Auch Frank Warneck,
genannt »Wanne«, ein Mitglied der Hells Angels, packte in dem Bericht aus. Seine letzten Worte bei
unserem damaligen Treffen waren: »Gewissen kann nur sein, wo Wissen ist. Aber wollen Eure Leser
das alles wirklich wissen? Bin gespannt, ob es tatsächlich gedruckt wird.«

Nun, das alles wurde bis heute nicht gedruckt. Die Recherche hatte viel Geld gekostet, aber
Zeitzeugen, die über Willy Brandt und Prostituierte oder bekannte Politiker auf dem Kinderstrich
berichteten – das hätte wohl ein politisches Erdbeben gegeben. Und so verschwand die Geschichte in
den Archiven. Mein subjektiver Eindruck, ich kann mich täuschen: Gruner + Jahr wollte die Themen
nicht wirklich. Diese wenigen persönlichen Erlebnisse zeigten mir zumindest, dass Medienhäuser
bestimmte Themen nicht gern »anpacken«. Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein. Das, was
wir sehen, hören oder lesen, ist aber eben kein vollständiges Abbild der Realität.

Auch die Gründerin des Umfrageinstituts Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, sagte mir einmal
bei einem Redaktionsbesuch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: »Was Sie heute in den Köpfen
der Menschen finden, das ist oft gar nicht mehr die Realität, sondern eine von den Medien
konstruierte, hergestellte Wirklichkeit«. In den 1990er-Jahren war sie häufig bei uns in der FAZ-
Redaktion zu Gast. Die 2010 im Alter von 94 Jahren verstorbene Professorin für
Kommunikationswissenschaft und weltweit angesehene Meinungsforscherin hatte in jener Zeit in den
deutschen Medien nicht wirklich viele Freunde. Viele Journalisten verachteten sie, weil sie etwas
auszusprechen wagte, das in Deutschland als Tabu galt: die systematische Beeinflussung und
Steuerung von Menschenmassen durch eine kleine Minderheit der Journalisten. Noelle-Neumann
nannte es die »Schweigespirale«, wenn Massenmedien wie das Fernsehen Minderheitenmeinungen
öffentlich als Mehrheitsmeinungen darstellten und die Menschen nicht aufmuckten, sondern aus Angst
vor sozialer Isolation einfach dazu schwiegen. Aus der Schweigespirale, als wissenschaftliche
Theorie in der Kommunikationsforschung von Noelle-Neumann schon in den 1970er-Jahren
formuliert, ist in den seither vergangenen Jahrzehnten ein noch weitaus mächtigerer und bösartigerer
Dämon geworden, der uns Bürger heute rund um die Uhr fest im Griff hat. Er manipuliert uns.

Und dieser Dämon lügt. Vor allem in Kriegen. Seit dem libanesischen Bürgerkrieg (1975 bis
1990), als die Fernsehzuschauer Abend für Abend die neuesten Aufnahmen von den Häuserkämpfen
in Beirut sehen wollten, bürgerte sich unter Fernsehjournalisten aller Nationen eine
lebensverlängernde und angenehme Art der Berichterstattung ein: Man freundete sich als Journalist
mit einer Bürgerkriegsfraktion an, gab dieser die Fernsehkamera mit und ließ sich die neuesten
Aufnahmen gegen Bezahlung frei Haus liefern. Anschließend sorgten einige martialisch aussehende
Kämpfer mit dem Geratter einer Maschinenpistole im Hintergrund dafür, dass vor der Kulisse einer
ausgebrannten Ruine, der man mit ein wenig Benzin schnell wieder zu neuem, rauchigem Leben
verhelfen konnte, auch noch der deutschsprachige Korrespondent »inmitten des Kriegsgeschehens«
aufgenommen werden konnte. So waren alle zufrieden: Die deutschen Sender erhielten erstklassiges
Bildmaterial, die Zuschauer fröstelte es beim Anblick des Wagemutes, die Korrespondenten erwiesen
sich ihrer horrenden Kriegszulagen wert, und die Statisten der Bürgerkriegsmilizen hatten wieder für
einen Tag genug Geld, um sich Zigaretten und Alkohol kaufen zu können.

Der Autor dieses Buches hat viele Schlachtfelder der Welt besucht – von Afghanistan über Angola
und die Kongo-Staaten bis zum Irak und Iran. Immer wieder stieß er dort auf Fernsehteams, die auf
der Jagd nach Aufnahmen Benzinkanister mit sich führten, weit von jeglichem Kampfgeschehen
entfernt längst ausgebrannte Militärfahrzeuge abermals entflammten und vor dieser Kulisse ein
eigenartiges Schauspiel vollführten: Gestandene Korrespondenten duckten sich dann regelmäßig,
wirkten hektisch und zuckten, was aus einigen Metern Entfernung reichlich komisch aussieht und erst
verständlich wird, wenn man den fertig geschnittenen Beitrag anschaut. Auf die Tonspur wurden
nachträglich stets einige Stöße aus Maschinenpistolen gemischt, in krasseren Fällen gar
Mörsereinschläge. Solche »Helden« gibt es auch bei deutschen Sendern. Sie sind heute aufgrund ihrer
außergewöhnlichen Verdienste längst in die Sendeleitung aufgestiegen, sodass es sich nicht mehr
geziemt, ihre Namen zu nennen. Andere haben Rückschläge hinnehmen müssen, weil sie als
Plagiatoren entlarvt wurden.

Ich selbst habe viele Erlebnisse aus solchen Situationen damals lieber nicht aufgeschrieben. Auch
wenn sie mich selbst betrafen. Es hätte wahrscheinlich nicht gut ausgesehen, wenn ich den Lesern in
der FAZ wahrheitsgemäß berichtet hätte, dass ich schwer bewaffnet mit einer Kalaschnikow und
ausreichend Munition im Patronengurt durch Afghanistan zog, wenn ich von dort berichtete. Ich habe
noch Fotos davon. Der deutschsprachige Leser, der in einer friedlichen Welt beim gemütlichen
Morgenkaffee saß, hätte es damals wohl nicht verstanden, dass man im afghanischen Kampfgebiet
(lange vor der Ankunft der ersten westlichen Soldaten) als »ungläubiger« Ausländer Freiwild war,
auf welches die Mudschahedin ganz nach Belieben geschossen haben. Mit einigen gezielten
Feuersalven konnte man sich solche Leute jedoch ganz gut auf Distanz halten. Mit Wattebäuschchen im
Gepäck hätte man jedenfalls allein ganz sicher keinen Tag überlebt. Ich bin damals in der
westafghanischen Stadt Herat beim Mudschahedinführer Ismail Khan sogar pro Forma zum Islam
konvertiert, was sich im Kampfgebiet unter den Mudschaheddin relativ schnell herumsprach. Jene,
die es nicht mitbekommen hatten und zum Spaß auf mich feuerten, habe ich dann mit der Waffe auf
Distanz halten können. Es gab andere Journalisten, die absolut kein Verständnis dafür hatten, dass man
sich in einem islamischen Unruhegebiet, in dem man sich völlig allein und ohne Schutz bewegte, auch
mit Waffen verteidigte. Der US-Journalist Daniel Pearl etwa hat es nie verstanden, dass ich
Kriegsparteien in Bürgerkriegsgebieten niemals traute. Er hat solchen Leuten stets voll vertraut.
Muslime haben ihm dann später bei vollem Bewusstsein den Kopf abgeschnitten und das auch noch
gefilmt und ins Internet gestellt.147

› Hinweis
Auch der schwedische Journalist Nils Horner schützte
sich nie. Er war stets unbewaffnet und wollte auch keine bewaffneten Begleiter. Er wurde in Kabul
von Anhängern der Islamideologie erschossen.148

› Hinweis
Genauso erging es zwei französischen
Reportern in Mali.149

› Hinweis
Und auch die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus, die wie ich aus
Ostwestfalen stammt, wurde, wie so viele, in Afghanistan einfach so erschossen.150

› Hinweis
Das ist
die alltägliche Realität in solchen Ländern. Aber unsere Medien verbreiten lieber ein anderes Bild.
Ich selbst habe 1987 gelernt, in Kriegsgebieten keinem anderen zu vertrauen. Damals war ich im
angolanischen Buschkrieg in einem Lager der prowestlichen Buschkämpfer des Jonas Savimbi. Ein
deutscher Journalist der Zeitschrift Quick
warf mir spaßeshalber eine der Handgranaten, die überall
im Lager herumlagen, zu und hatte zuvor den Sicherungsstift herausgezogen. Er war überzeugt davon,
dass in einem Lager von Buschkämpfern niemals echte scharfe Handgranaten einfach so herumliegen
würden. Die Granate war allerdings scharf. Und sie detonierte binnen Sekunden. Ich habe sie zuvor
gerade noch wegwerfen und mich hinter Sandsäcken auf den Boden ducken können. Der Quick

Journalist machte genau in jener Sekunde ein Schwarz-Weiß-Foto, von dem ich heute noch einen
Abzug habe. Es wird mich mein ganzes Leben daran erinnern, niemals einem Fremden in einem
Kriegsgebiet zu vertrauen.
Heute oben, morgen unten:
Mediale Hinrichtungen

Wie wir sehen werden, manipulieren uns Journalisten und Medien rund um die Uhr. Und überall.
Unsere Gehirne können inzwischen damit umgehen. Wir wissen ja, dass Medien uns häufig belügen.
Verheerend wird es, wenn Manipulationen uns auch emotional bewegen und beeinflussen sollen.
Wenn Journalisten im Hintergrund vom Staat dazu missbraucht werden, Gerüchte zu streuen.

Ich selbst habe das in jenem Moment erlebt, als mich jene Geheimdienste, die mich während
meiner Zeit bei der FAZ mit Informationen gefüttert haben, »abschalteten«. Ende 2003 schied ich bei
der FAZ aus. Und Anfang 2004 hielt ich gerade in Dresden einen Vortrag, als ich darüber informiert
wurde, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in meiner viele Hundert Kilometer entfernten Wohnung
gerade eine Durchsuchung durchführten. Und zwar wegen des »Verdachts auf Geheimnisverrat«. Die
Nachricht lief von der Tagesschau
bis zum Spiegel
überall.151

› Hinweis
Auch die FAZ berichtete:
»Räume eines Terror-Experten durchsucht« und nannte meinen Namen in Zusammenhang mit der
Durchsuchung. Auf einen Schlag war ich nicht nur aus der Sicht meiner Nachbarn ein Krimineller. Ich
war überrascht davon, dass das, was gestern noch vom Staat gefördert worden war (die
Entgegennahme und Auswertung von vertraulichen Dokumenten), nun plötzlich eine Straftat sein
sollte. Ganz langsam erst verstand ich, dass ich einfach nur öffentlich diskreditiert und »abgeschaltet«
werden sollte. Das Signal an alle, die mich mit Material versorgt hatten, lautete: Ab sofort ist bei
dem Ulfkotte Schluss damit. Rückblickend habe ich das alles verstanden. Nur eines nicht: Bis heute
haben weder die Tagesschau
noch Spiegel
oder die FAZ berichtet, dass die Strafverfahren auch
wieder eingestellt wurden. Es gab weder Geheimnisverrat noch eine sonstige Straftat. Man kann also
einen Menschen öffentlich hinrichten, so habe ich die Berichte jedenfalls damals empfunden, und
muss das dann später auch nicht mehr geraderücken. Die Leser sollten das unabhängig von meinem
unbedeutenden Fall einfach wissen. Ich muss jetzt jedenfalls immer schmunzeln, wenn ich
Enthüllungen über Politiker in den Medien mitgeteilt bekomme oder alle Medien über eine
Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf irgendwas bei einer Person berichten. Mitunter hat das
dann wohl ganz andere Gründe, wie ich selbst erfahren habe. Und die Journalisten sind nicht dazu
verpflichtet, anschließend die Wahrheit zu berichten und jene, die sie hingerichtet haben, zu
rehabilitieren. Ich finde es beschämend, dass die FAZ, welche 2004 (korrekt) über die Durchsuchung
bei mir berichtete, mich aber später bei der Einstellung des Strafverfahrens nicht rehabilitierte, sich
bis heute nicht für dieses Verhalten entschuldigt hat. Dennoch habe ich mich darum bemüht, auch in
Hinblick auf die FAZ bei den Ausführungen in diesem Buch sachlich zu bleiben. Aber es hat mich
nicht überrascht, dass der Medienjournalist Stefan Niggemeier in einem anderen Fall schreibt, die
»FAZ verschweigt ihren Lesern relevante Kritik«.152

› Hinweis
Und er berichtet, dass ein
Kreisvorsitzender der Jungen Union sein FAZ-Abo wegen einseitiger Berichterstattung gekündigt
habe.153

› Hinweis
Ich kann das heute gut verstehen.

Ach ja: Ich pflegte in jenen Jahren, in denen ich von den damaligen Eliten mit geheimem Material
förmlich zugeschüttet wurde, auch eine besondere Nähe zu Bernd Schmidbauer (CDU). Der war bis
1998 Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt. Ich hatte an anderer Stelle in Artikeln schon
beschrieben, wie er mich im Kanzleramt in einen Raum einschließen ließ, damit ich in Ruhe als
geheim eingestufte Unterlagen auswerten und mir die wichtigsten Punkte abschreiben konnte. Später
bekam ich solche Unterlagen auch ausgehändigt oder gar zugestellt.

Viele der Unterlagen, die bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden waren, stammten aus
Schmidbauers Büro, trugen seine Signatur und konnten direkt auf ihn zurückgeführt werden. Die
Staatsanwaltschaft, die damals gegen mich wegen des Verdachts auf »Geheimnisverrat« ermittelte,
interessierte das nicht. Schmidbauer war wohl juristisch betrachtet ein Verräter.

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich in einer Talkshow vor laufender Kamera Unterlagen aus
meinem Pilotenkoffer nahm, weil bei einer Diskussionsrunde in Zweifel gezogen wurde, dass ich
Aussagen aus Geheimdienstkreisen wirklich auch von dort hatte. Ich hatte willkürlich in den
Pilotenkoffer gegriffen und hielt diesen Stapel Unterlagen in die Kamera. Oben drauf, das ergaben
später Vergrößerungen des abfotografierten Fernsehbildschirms, lag eine Mappe aus Schmidbauers
Büro mit dessen persönlichen Kürzeln. Im Kanzleramt herrschte helle Aufregung. Man fürchtete, dass
die Opposition ein Verfahren gegen Schmidbauer, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse,
anstrengen und es dann zur Aufhebung seiner Immunität im Bundestag kommen würde.
Erstaunlicherweise passierte das nicht. Einer meiner damaligen obersten Zuträger, Bernd
Schmidbauer, war offenkundig immun. Heute kassiert er seine Pension und ist Ehrenpräsident des
Bundesverbandes für fachgerechten Natur-und Artenschutz (BNA), dem bundesweiten Dachverband
der Tier-und Pflanzenhalter. Bleibt die Erkenntnis: Bestimmte Menschen können Straftaten verüben
und bekommen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Ihre Helfershelfer sind wie Figuren auf einem
Schachbrett. Unsere »Qualitätsmedien« spielen dabei bereitwillig mit. Es ist einer von vielen
Belegen dafür, dass Demokratie und Rechtsstaat nur noch simuliert werden und reine Illusion sind.

Im Kapitel »Im Würgegriff der Geheimdienste« werde ich noch beschreiben, wie ich früher als
Student (zunächst ohne mein Wissen) in den 1980er-Jahren vom BND an einer Universität über einen
Professor angeworben wurde. Ab 1999 war ich dann selbst Lehrbeauftragter einer Universität. Und
zwar in Lüneburg. Dort habe ich im Fachbereich Betriebswirtschaft viele Jahre lang
Sicherheitsmanagement unterrichtet. Und ich habe dabei an der Universität zusammen mit anderen
Referenten (etwa Rolf-Wilhelm Dau, dem Ex-Sicherheitschef von Philips) insgeheim Studenten
ausgewählt, welche aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur, ihrer politischen Einstellung und ihrer
Fähigkeiten für den BND von Interesse waren. Das konnte man in den von mir veranstalteten
Seminaren leicht erkunden. Wir haben viel über Politik gesprochen. Wir haben Rollenspiele gemacht.
Und ich habe in den Seminaren nebenbei spielerisch Hobbys und persönliche Einstellungen der
Studenten abgefragt. Viele meiner Studenten werden sich noch gut daran erinnern, dass wir uns
gelegentlich auch einen James-Bond-Film angeschaut haben und ich sie dann fragte, wer sich
vorstellen könne, später ebenfalls für einen Geheimdienst zu arbeiten. Alle haben dann gelacht. Die
Studenten fanden das unendlich witzig. Keiner ahnte die Wahrheit. Der BND wollte das so. Und die
Universität unterstützte das. Das alles wurde nach vielen Jahren schlagartig mit einem deutlichen
Signal beendet: Die geschilderten Durchsuchungen fanden eben auch an der Universität Lüneburg
statt. Die staatlichen Schlapphüte, die mich »abschalten« sollten, tauchten im Büro des Präsidenten
der Universität auf und verkündeten dort, dass gegen mich wegen »Geheimnisverrats« ermittelt
wurde. Von dem Moment an schlug mir auf dem Campus nur noch Verachtung entgegen. Mein
Lehrauftrag wurde mir entzogen. Längst werden andere Hochschullehrer dort meine frühere Aufgabe
übernommen haben, Studenten ohne deren Wissen auf ihre Eignung für den BND zu überprüfen. So
läuft das in Deutschland. Man sollte nur nicht darüber sprechen.
Kapitel 2

Unsere Medien:
Gleichgeschaltet,
obrigkeitshörig und
rechercheunwillig

Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.
Thilo Sarrazin:
Ein Volksheld wird abgeurteilt
Man kann den bösen Dämon von Journalisten leicht in den bekannten Redaktionen entlarven. Nehmen
wir als Beispiel nur die Thesen von Thilo Sarrazin. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Deutschen
stimmen Sarrazin nach seriösen Umfragen grundsätzlich zu.154

› Hinweis
Gemessen an seinen
Umfragewerten ist Thilo Sarrazin also eine Art Volksheld. Bei unseren Medien ist er zumeist genau
das Gegenteil – der Inbegriff eines »Bösewichts«. Und das nur, weil er auszusprechen wagt, was die
Mehrheit denkt. Die taz nennt Sarrazin einen »Demagogen«155 › Hinweis , ebenso der Kölner Stadt-
Anzeiger 156 › Hinweis . Deutschlandradio stempelt ihn zum »Rechtspopulisten«.157

› Hinweis
Und die
Journalistin Mely Kiyak charakterisierte Sarrazin, dessen rechte Gesichtshälfte teilweise gelähmt ist,
als eine »lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur«158

› Hinweis
. Ein Mensch, der offen
ausspricht, was die Mehrheit denkt, der wird in unseren Medien als »lispelnde, stotternde, zuckende
Menschenkarikatur« fertiggemacht. Geht’s noch? Ein Mensch mit den Umfragewerten eines
Volkshelden wurde flächendeckend in unseren Massenmedien vorgeführt. Der dahinterstehende
bösartige Dämon der Manipulation sitzt heute in fast jeder Redaktion. Die Wochenzeitung Zeit fragte
allen Ernstes, ob man sich in den Medien mit Thilo Sarrazin überhaupt befassen dürfe, da hieß es:
»Verbreiten wir nicht dadurch erst jene Gedanken, die fast alle Journalisten und Politiker in diesen
Tagen so verurteilen? Ja, wir tun Thilo Sarrazin (…) damit einen Gefallen. (…) Thilo Sarrazin ist auf
dem Weg, ein Volksheld zu werden …«. 159

› Hinweis
Das darf offenbar nicht sein, dass in
Deutschland die Mehrheitsmeinung aus dem Volke auch in den Medien ausgesprochen und
repräsentiert wird.

Angeblich verfügen wir im deutschsprachigen Raum über ein breitgefächertes Angebot an Zeitungen,
Fernsehsendern und anderen Medien mit den unterschiedlichsten Meinungen. Von ganz links bis ganz
rechts. Die Journalisten sind heute angeblich völlig unabhängig von Personen und Dingen, über die
sie berichten. Angeblich sind sie nur der objektiven Wahrheit verpflichtet. Wie wir bald sehen
werden, ist das allerdings nur noch reine Illusion.

Eine Illusion bezeichnet eine Sinnestäuschung; eine andere Wahrnehmung als das, was in der
Realität tatsächlich vorhanden ist. Unsere »Qualitätsmedien« beherrschen diese Kunst der
Sinnestäuschung perfekt. Sie simulieren uns Meinungsvielfalt, Unabhängigkeit und wahrhaftige
Berichterstattung nur noch. Dabei werden wir Bürger von den Medien in Wahrheit manipuliert,
desinformiert und so gelenkt, wie es die Politik gerade mal wieder wünscht.
Propaganda:
Die Preußen des Balkans kommen
Zum 1. Januar 2014 wurde der deutsche Arbeitsmarkt für Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien
voll geöffnet. Es war ein sehr umstrittenes Thema. Und so gab es mahnende Stimmen, welche vor
einer »Armutszuwanderung« in die deutschen Sozialsysteme warnten. Die Bundeskanzlerin war von
dieser Diskussion allerdings wenig begeistert. Die Medien verstanden den Wink. Es gab sofort eine
Welle von Berichten, nach denen Rumänen und Bulgaren extrem fleißige Menschen seien, welche
ganz sicher unsere Sozialkassen füllen und nicht etwa leeren würden. Das heute-journal übertraf alle
anderen Höflinge der politisch korrekten Berichterstattung und sprach bei den Rumänen und Bulgaren
von den »Preußen des Balkans«. Man ließ die staunenden Zuschauer wissen: »Wer sich die
Arbeitsmarktstatistiken ansieht, wird das bestätigt sehen. Die Arbeitslosenquote der zugewanderten
Bulgaren und Rumänen ist sogar niedriger als in der Gesamtbevölkerung.«160 Es würden
angeblich nur unbegründete Ängste geschürt vor einem Überfall auf das deutsche Sozialsystem durch
› Hinweis
Bürger aus Bulgarien und Rumänien. Zu denen hieß es im heute-journal sogar: »Die meisten von
ihnen füllen auf dem deutschen Arbeitsmarkt Lücken, in denen Fachkräftemangel herrscht.«161

› Hinweis
Der staatliche Propagandasender ZDF machte sich zum Vorreiter einer Desinformations
und Propagandawelle, bei der den Deutschen die Angst vor den neuen Mitbürgern genommen werden
sollte. Es gab Beiträge, in denen die Rumänen und Bulgaren als extrem fleißige neue
Bevölkerungsgruppe dargestellt wurde, die im Vergleich zur deutschen Gesamtbevölkerung sogar
extrem selten arbeitslos sei.162

› Hinweis
Alle – wirklich alle – führenden deutschen Medien
übernahmen das und verbreiteten es ungeprüft. Schließlich kamen die im heute-journal verbreiteten
Zahlen, welche die Aussagen belegen sollten, ja direkt von der Bundesregierung. Das war wenige
Monate vor der Kommunal-und Europawahl 2014. Die Bürger sollten bei Laune gehalten werden. In
jenen Tagen behaupteten auch renommierte Wirtschaftszeitungen wie das Handelsblatt: »Bulgaren
und Rumänen: Die Völkerwanderung fällt aus«.163

› Hinweis
Und weil es bei dieser Thematik erst gar
keine Diskussion geben sollte, wurden gleich auch noch sprachliche Barrieren aufgebaut:
»Armutszuwanderung«164

› Hinweis
und »Sozialtourismus«165

› Hinweis
sollten »Unwörter des
Jahres« werden. Die Sprachpolizisten erklärten in der Tagesschau zur besten Sendezeit, warum wir
solche Wörter nicht mehr benutzen dürfen:

Dies diskriminiere Menschen, die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und
verschleiere ihr prinzipielles Recht hierzu. Der Ausdruck »Sozialtourismus« reiht sich der Jury
zufolge dabei in ein Netz weiterer Unwörter ein, die zusammen dazu dienen, diese Stimmung zu
befördern: »Armutszuwanderung« werde im Sinne von »Einwanderung in die Sozialsysteme«
ursprünglich diffamierend und nun zunehmend undifferenziert als vermeintlich sachlich-neutraler
Ausdruck verwendet. Der Ausdruck »Sozialtourismus« treibe die Unterstellung einer böswilligen
Absicht jedoch auf die Spitze.166

› Hinweis
Kaum waren Europa-und Kommunalwahl im Mai 2014 genau sechs Tage vorbei, da wurde den
Bürgern dann die Wahrheit präsentiert: »Hartz-IV-Bezieher: Immer mehr Zuwanderer aus Bulgarien &
Rumänien« titelte etwa Bild. Die ersten zwei Sätze des Artikels sagen schon alles: »Die Zahl der
Armutszuwanderer aus Ost-EU-Ländern und Euro-Schulden-Staaten, die in Deutschland Hartz-IV
beziehen, steigt weiter deutlich an. Ende Februar erhielten nach neuesten Zahlen der Bundesagentur
für Arbeit (BA) 290 760 Personen aus den 10 Ost-und 4 Schuldenländern Stütze. Das waren 21
Prozent (50 226) mehr als im Februar 2013. Danach liegt die Zahl der Bulgaren und Rumänen mit
Hartz-Bezug im Februar erstmals über 50 000. Die BA zählte Ende Februar 28 705 Stützeempfänger
aus Bulgarien und 24 098 aus Rumänien.«167

› Hinweis
Und im Juni 2014 berichteten deutsche Medien: Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher aus Bulgarien und
Rumänien sei deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen, um etwa 60 Prozent.168

› Hinweis
Das gehe
aus aktuellen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung hervor. Viele der auf
Grundsicherung angewiesenen neuen Mitbürger leben demnach in einigen wenigen Großstädten, vor
allem in Dortmund, Duisburg, Stuttgart und Hamburg. Nochmals: sechzig
Prozent mehr Hartz-IV-
Bezieher aus Bulgarien und Rumänien. Und kurz zuvor hatte man genau das Gegenteil behauptet. Da
waren es noch die angeblich so fleißigen »Preußen des Balkans«.

Im Klartext: Jene, welche vor den wichtigen Wahlen vor der Entwicklung gemahnt hatten, hatten
Recht gehabt. Es gab und gibt Massen von Armutszuwanderern. Doch Politik und Medien verkauften
sie uns vor der Wahl als »Preußen des Balkans« und untermauerten die gewagte Aussage mit
Statistiken, die wohl eigens für diese Desinformationskampagne zurechtgefälscht worden waren. Es
war eine typische Simulation von wahrhaftiger und unabhängiger Berichterstattung. Eine reine
Illusion.

Warum man das alles machte? Einen Hinweis gab Jahre zuvor Marco Arndt von der Konrad-
Adenauer-Stiftung in Sofia, in einem Gespräch mit dem Deutschland-Radio. Auf die Frage, ob
Bulgarien nicht zu früh in die EU aufgenommen wurde, antwortet Arndt: »Wenn Sie die formalen
Kriterien zugrunde legen, dann ist es sicherlich richtig, dass Bulgarien und auch Rumänien diese
Kriterien nicht in Gänze erfüllt hat, dass es von der Europäischen Union eine politische Entscheidung
war, beide Staaten aufzunehmen,« und weiter: »Bulgarien liegt an den Grenzen Europas. Wenn ich an
den russischen Einfluss denke – der wäre wesentlich stärker im Land, als er ohnehin schon ist, wenn
Bulgarien nicht in der EU wäre, ich sage nur mal Stichwort Energiepolitik.«169

Es handelte
sich also um rein machtpolitische und geostrategische Überlegungen, die dazu führten, Bulgarien im
› Hinweis
Jahre 2007 in die EU aufzunehmen. Nachdem im Jahr 2004 Estland, Lettland, Litauen, Polen,
Tschechien, Slowenien, die Slowakei und Ungarn als ehemalige Ostblockstaaten unter dem Einfluss
der damaligen Sowjetunion, der EU beitraten, wurde 2007 mit der Aufnahme Bulgariens und
Rumäniens Russland von Westeuropa isoliert. Im Hintergrund ging es nur um Machtpolitik.
Die verbalen Täuschungstricks
von Politik und Medien

Nicht nur unsere Hauptnachrichtensendungen sind mittlerweile eine permanente Sinnestäuschung.
Während die Straßen um uns herum täglich maroder werden, an den Schulen der Putz von den
Wänden fällt, die Kriminalität immer weitere Stadtviertel beherrscht, die Kluft zwischen Arm und
Reich unendlich auseinanderklafft und der Wutstau in der Bevölkerung nie gekannte Ausmaße
erreicht, lullen uns die »Qualitätsmedien« mit Waschmittelparolen austauschbarer Politiker ein.
Während da draußen langsam, aber sicher alles vermodert und zusammenbricht, präsentieren uns
»Qualitätsmedien« Tag für Tag mit Durchhalteparolen die Illusion von Stabilität, Wohlstand und
finanzieller Sicherheit.

Wir verdanken dem Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim die Einsicht, dass die etablierten
Parteien den Staat als Beute betrachten und uns Bürger wie Räuber begierig ausnehmen. Die
»Qualitätsmedien« sind dabei ihre willfährigen Helfer. Sie assistieren und sekundieren, um die Opfer
ruhig und sogar dann noch bei guter Laune zu halten, wenn man sie ausnimmt. Mit Wahrheit,
Objektivität und Unabhängigkeit hat das, was die meisten Medien da im deutschsprachigen Raum
beständig produzieren, heute absolut nichts mehr gemein. Eher schon mit einer Art der
Gleichschaltung.

Die verbalen Täuschungstricks von Politik und Medien bei dieser Gleichschaltung sind bei näherer
Betrachtung leicht zu durchschauen: Wenn sie uns das Denken vorgeben, dann nennen sie das
»Erziehung zum mündigen Bürger«. Wenn Zuwanderer jeglichen Respekt gegenüber Einheimischen
vermissen lassen, dann sollen wir das als »kulturelle Eigenart« respektieren. Wenn alle großen
Medien wie in einer Diktatur auf allen Sendern und in allen Zeitungen rund um die Uhr weitgehend
dasselbe berichten, dann sollen wir das als »Vielfalt« der Medienwelt begreifen. Nicht anders ist es
beim Euro: Wenn Politiker aller Parteien unsere Ersparnisse immer stärker durch »Euro-
Rettungspakete« gefährden, dann sprechen sie von »Stabilisierung« (etwa beim Stabilisierungspakt).
Man erblickt bei allen diesen Begriffen schon beim ersten Nachdenken die dahinterstehende Lüge.
Jeder kennt diesen gelebten täglichen Betrug und die Begriffsverdrehungen, die uns in trauter
Einigkeit von Politik und Medien aufgetischt werden. Wenn alle großen Parteien und Medienhäuser zu
wichtigen Fragen wie Klimawandel, Frauenquoten oder Euro-Rettung fast die gleiche Position
vertreten, dann nennen unsere Medien das heute »gelebte Demokratie«. In Wahrheit werden wir von
»Qualitätsjournalisten« an der Nase herumgeführt. Wenn unsere Stromversorgung durch die
»Energiewende« jetzt ständig kurz vor dem Zusammenbruch steht, dann nennen die Medien die
unsichere Energieversorgung einfach »nachhaltig«. Kein Mensch protestiert gegen diese
gleichgeschaltete idiotische Begriffsverdrehung. Und irgendwann glauben wir es sogar, obwohl wir
wissen, dass das Gegenteil korrekt ist. Wir finden den Betrug, den Journalisten täglich an uns Bürgern
verüben, inzwischen völlig normal. Viele haben sich damit abgefunden, von Politik und ihren
willfährigen Helfershelfern in den »Qualitätsmedien« nur noch belogen und betrogen zu werden. Die
Konsequenz? Wir trauen Journalisten zu Recht nicht mehr über den Weg.
Der Verlust der Glaubwürdigkeit

Im deutschsprachigen Raum gehören Journalisten aus vielen Gründen inzwischen zur
Bevölkerungsgruppe mit dem geringsten Ansehen. Das kommt nicht von ungefähr, denn sie haben sich
diesen miserablen Ruf schließlich über Jahrzehnte hin hart erarbeitet. Im Kampf um Quoten und
Auflagen haben sie so oft gelogen und die Wahrheit verbogen, dass man ihnen kaum noch glaubt.

Ärzte, Krankenschwestern und Polizisten sind beliebt – aber Journalisten von »Qualitätsmedien«?

Machen wir uns nichts vor: Das Ansehen von Qualitätsjournalisten ist im Keller.171

› Hinweis
› Hinweis

Auf der Prestigeskala der Normalbürger rangiert es zwischen Politikern und Prostituierten.
Wen wundert es da noch, dass einstmals angesehene Medienunternehmen heute im Internet immer
öfter als »Medienhuren« bezeichnet und etwa das ehemalige Nachrichtenmagazin Spiegel dort jetzt
den unrühmlichen Spitznamen »Der Speichel« abbekommen hat?

Fernsehmoderatoren belegten in einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Allensbach 2013
zusammen mit Bankern den letzten Platz auf der Beliebtheitsskala. Die Fernsehmoderatoren selbst
halten sich allerdings eher für die Größten. Da ist etwa Johannes B. Kerner. Er brillierte im März
2014 bei Bild der Frau mit der Aussage: »Mein IQ liegt irgendwo um und bei 130«. Und der
selbstverliebte Moderator Michel Friedman hob nach einer Affäre mit ukrainischen
Zwangsprostituierten allen Ernstes hervor: »Ich habe mich zu wenig selbst geliebt.«172

› Hinweis
Keine gute Meinung haben auch Auslandsjournalisten über ihre deutschsprachigen Kollegen. Roger
Boyles, Deutschland-Korrespondent der Londoner Times, sagte schon vor zwei Jahrzehnten:
»Deutsche Zeitungsjournalisten scheinen sehr abhängig zu sein von den Presseagenturen. Viele
Artikel, die unter ihrem Namen erscheinen, sind identisch mit dpa-oder deutschen AP-Reports vom
Vortag. Wenn es einen Unterschied gibt, dann den, dass der Journalist seine Meinung hinzugefügt hat –
ohne eigene Recherche.«173

› Hinweis
Und Brandon Mitchener von der renommierten International
Herald Tribune kritisierte ebenfalls deutsche Journalisten mit den Worten: »Sehr viele
Zeitungsartikel beinhalten keine eigene Recherche, sondern sind weitgehend unkritisch. Mit wenigen
Ausnahmen halte ich die Journalisten für zu passiv und vielleicht auch etwas faul. Sie sind immer gut
informiert, aber auch obrigkeitshörig.«174

› Hinweis
Faul, obrigkeitshörig und rechercheunwillig – so
sehen Kollegen deutsche Journalisten. Und die Bürger? Der Dresdner
Kommunikationswissenschaftler Professor Wolfgang Donsbach hat das in einer Studie mit dem Titel
»Entzauberung eines Berufs« untersucht. Da heißt es etwa:

Die Mehrheit der Bürger attestiert den Journalisten einen enormen Einfluss in vielen Bereichen
ihres Lebens: worüber im Alltag gesprochen wird, was man von Politikern denkt, welche Partei
man wählt und welche Waren man kauft. Für mehr als die Hälfte sind Journalisten damit
mächtiger als Politiker. Und fast alle finden das nicht gut. Die Politikberichterstattung wird
darüber hinaus von fast zwei Dritteln der Bürger als zu wenig objektiv kritisiert, obwohl gerade
Objektivität von ebenfalls zwei Dritteln erwartet wird. Journalisten sind für sie keine ehrlichen
Makler. Fast zwei Drittel glauben, Journalisten unterdrückten häufig Stellungnahmen von
Experten, die anderer Meinung sind als sie selbst.175

› Hinweis

Kapitel 3

Undercover Wahrheit:
Alpha-Journalisten auf Linie mit den Eliten

Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.

Wenn man im Umfeld der vielen proamerikanischen Propagandaorganisationen tätig ist, welche die
frühere Besatzungsmacht USA auf deutschem Boden hinterlassen hat, dann kann man als Politiker wie
auch als Journalist schnell in skurrile Konflikte kommen. Ein Beispiel: Da hat der Zeit-Autor Jochen
Bittner zusammen mit einem Kollegen 2014 einen Artikel über deutsche Außenpolitik geschrieben.176

› Hinweis
In dem Artikel geht es um die Münchner Sicherheitskonferenz und um eine Rede des
deutschen Bundespräsidenten Gauck, der deutsche Auslandseinsätze unterstützt. Gaucks Rede wird in
dem Zeit – Artikel gelobt. Was der Leser nicht erfährt: Gaucks Rede geht in Teilen auf ein Projekt der
transatlantischen Organisation German Marshall Fund zurück, welche diese zusammen mit der
Stiftung Wissenschaft und Politik (gefördert vom Auswärtigen Amt) erarbeitet hatte. Und Zeit –
Journalist Bittner war an dem Projektpapier unmittelbar beteiligt, hat an dem Projekt mitgearbeitet.177
Bittner selbst nennt es ein »offenes Ideenpapier« – also eine Art Thesenpapier.178

› Hinweis
› Hinweis

In einem Artikel dazu heißt es:

Richtig sei aber, so Bittner, dass er im Laufe des Jahres 2013 »an einer Diskussionsgruppe
teilgenommen habe, die von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und dem GMF
organisiert war«. Ziel der Gruppe sei es gewesen, ein Thesenpapier im Hinblick auf eine neue
deutsche Sicherheitsstrategie auszuarbeiten. Dabei habe es sich aber, so Bittner, lediglich um ein
»offenes Ideenpapier« gehandelt.179

› Hinweis
Ein Rechtsanwalt vermerkt dazu:

Bittner hat nicht nur an einer Konferenz oder Diskussionsrunde von GMF und SWP teilgenommen

(…). Es handelte sich vielmehr um ein Projekt, das sich über einen Zeitraum von einem Jahr
erstreckte und das in ein Papier zur deutschen Außen-und Sicherheitspolitik mündete. Dieses
Projekt hatte also eher den Charakter eines Think Tanks, der zu verschiedensten Aspekten auch
konkrete Empfehlungen ausspricht.180

› Hinweis
Bittner schrieb also in der Zeit über eine in Teilen von der Lobbyorganisation German Marshall
Fund und SWP gemeinsam mit Bittner erarbeitete Rede, die anlässlich einer proamerikanischen
Lobbyistenveranstaltung, der Münchner Sicherheitskonferenz, gehalten wurde. Und der Leser hatte
keine Ahnung, dass Bittner da in der Zeit offenkundig das lobte, was er selbst zuvor zumindest in
Teilen als »offenes Ideenpapier« miterarbeitet hatte. Das alles ist so absurd, dass sich dann auch die
Satiresendung Die Anstalt des Themas annahm. Erst danach veröffentlichte die Zeit unter dem Artikel
online den folgenden Hinweis:

Anmerkung der Redaktion: In diesem Artikel aus der ZEIT Nr. 7/14 erwähnen die Autoren unter
anderem ein Studienprojekt der Stiftung Wissenschaft und Politik und des German Marshall Fund
über die Bausteine einer deutschen Sicherheitsstrategie. Einer der Autoren des Artikels, Jochen
Bittner, war Teilnehmer dieses Projekts.181

› Hinweis
Die schon erwähnte Sendung Die Anstalt vom 29. April 2014 ging auch ausführlich auf die
Propaganda ein, mit der deutsche Medien Washington loben und Moskau anprangern. Eine Szene
zeigte ein Schaubild mit den Namen fünf führender deutscher Journalisten – Stefan Kornelius von der
Süddeutschen Zeitung, Josef Joffe und Jochen Bittner von der Zeit sowie Günther Nonnenmacher und
Klaus-Dieter Frankenberger von der Frankfurter Allgemeinen. Darüber fanden sich die Namen von
zwölf transatlantischen Denkfabriken – unter ihnen das Aspen Institute, die Trilaterale Kommission,
die Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik und die Bundesakademie für Sicherheitspolitik –, in
denen »Militärs, Wirtschaftsbosse und Politiker in diskreter Atmosphäre« außenpolitische Strategien
diskutieren, wie es hieß. Striche markierten die früheren Verbindungen zwischen den fünf Journalisten
und den regierungsnahen Denkfabriken. Das Ergebnis war ein dichtes Netzwerk.182

› Hinweis
»Dann
sind ja all diese Zeitungen nur so was wie die Lokalausgaben der Nato-Pressestelle«, hieß es in der
Sendung. Das löste heftige Proteste bei den erwähnten Medien aus. Medienwissenschaftler Uwe
Krüger sagte dazu später: »Ich nehme an, dass der Druck nach einer Fernsehsendung mit
Millionenpublikum recht hoch geworden ist. Sichtbar sind jedenfalls Shitstorms unter Online-
Artikeln, und offenbar gab es auch Abbestellungen von Abos.«

In der New York Times wären solche Verquickungen, wie es sie bei der Zeit gegeben hat, verboten.
Bei uns ist es anders. Bei uns heißt das »Qualitätsjournalismus«. Und man könnte den Eindruck
bekommen, dass jene anderen deutschen Zeitungen, die sich gegenüber den vielen US-
Lobbyorganisationen ähnlich verhalten, tatsächlich nur so etwas wie die Lokalausgaben der Nato-
Pressestelle sind.

Wie aber reagierte die Zeit auf die Satiresendung Die Anstalt?

Josef Joffe, Herausgeber der ZEIT, beschwerte sich beim Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, über
angeblich falsche Darstellungen in der Satire-Sendung. Die »Anstalts«-Redaktion durfte sich mit
Unterlassungserklärungen auseinandersetzen, die ihr der Herausgeber und ein Redakteur der
liberalen Zeitung haben zukommen lassen. Und Stefan Kornelius, Leitartikler der Süddeutschen
Zeitung, wies gegenüber dem NDR-Medienmagazin Zapp Kritik an seiner Nähe zur Elite
zurück.183

› Hinweis
Der auch in Kollegenkreisen inzwischen äußerst umstrittene Josef Joffe, der aus meiner Sicht mit
Chuzpe den Ruf der einst so renommierten Wochenzeitung Die Zeit ruiniert, legt ebenso wie die
anderen namentlich in der ZDF-Sendung genannten Journalisten Wert auf die Feststellung, dass jene
Organisationen, denen sie angehören oder angehört haben, keine Lobbyorganisationen seien. Joffe ist
jetzt nach eigenen Angaben nicht mehr Mitglied von Aspen-Institute, ACG und Atlantik-Brücke. Joffe
behauptet, das Team des ZDF sei auf die Doktorarbeit des in diesem Buch schon häufig erwähnten
Wissenschaftlers Uwe Krüger, der die Netzwerkverbindungen der Vergangenheit untersuchte,
»hereingefallen«.184

› Hinweis
Anstelle von Josef Joffe wäre ich vorsichtig mit dem Wort
»hereingefallen« gewesen. Denn Joffe, der sich für seriös hält, ist vom Medienjournalisten Stefan
Niggemeier 2014 kurz zuvor bescheinigt worden, Unsinn in Form einer Zeitungsente verbreitet zu
haben, weil er in einem seiner Artikel auf eine »fiktive Shitstorm-Agentur hereingefallen ist«.185

› Hinweis
Die Zeit – Journalisten haben nach Medienberichten sogar eine einstweilige Verfügung gegen die
Satiresendung erwirkt, damit der zitierte Beitrag der Satiresendung Die Anstalt nicht mehr
ausgestrahlt wird. In einem Bericht dazu heißt es: »Für ein Flaggschiff wie die Zeit kommt das
juristische Vorgehen von Joffe und Bittner gegen das ZDF einem journalistischen Offenbarungseid
gleich. Leider berichten die großen Zeitungen wie SZ, FAZ oder Spiegel über den Streit Joffes und
Bittners mit dem ZDF nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.«186

› Hinweis
Sie haben richtig gelesen: Da geht eine angeblich »unabhängige« und angeblich »demokratische«
journalistische Zeitung gegen Satire vor. Die »freie« Presse gegen Satire! Wer bislang noch nicht
ahnte, wie es um unsere Qualitätsmedien bestellt ist, der hat spätestens hier die Antwort bekommen.

Merkwürdig: Auch nachdem Josef Joffe am 2. Mai 2014 schriftlich in einem Brief versicherte, er
sei nicht »Mitglied von Aspen-Institute, ACG und Atlantik-Brücke«, wurde er auf seiner eigenen
Homepage an der US-Stanford-University, wo er lehrt, auch Monate später noch weiterhin namentlich
bei diesen Organisationen genannt. Dort hieß es (ich habe einen Screenshot davon gespeichert) zu
Joffes vielen Funktionen:

Boards: American Academy in Berlin, International University Bremen, Ben Gurion University,
Israel; Goldman Sachs Foundation, New York; Aspen Institute Berlin, Leo Baeck Institute, New
York; German Children And Youth Foundation, Berlin; European Advisory Board,
Hypovereinsbank, Munich (2001–2005). Editorial Boards: The American Interest, (Washington);
International Security (Harvard), and Prospect (London), The National Interest, Washington
(1995–2000). Trustee: Atlantik-Brücke (Berlin), Deutsches Museum (Munich), Abraham Geiger
College (Berlin). Member: American Council on Germany, Intl. Institute for Strategic Studies.187

› Hinweis

Da hat jemand bei den ganzen verwirrenden Netzwerken wohl selbst den Überblick verloren. Oder
derjenige, der die zitierte Homepage pflegt, blickt ebenfalls nicht mehr durch. Und erst nachdem ich
die Selbstdarstellung von Josef Joffe zweimal gelesen hatte, fiel mir auf, was da neben den vielen
anderen Aussagen zu lesen war: Er saß im Beirat der Hypovereinsbank. Und er saß in der Goldman
Sachs Foundation.

Was bitte macht ein deutscher Journalist in der obskuren Goldman Sachs Foundation? Das
Handelsblatt warnte seine Leser vor dieser mit folgenden Worten:

(Die Nachrichtenagentur) Reuters zweifelt an den Aktivitäten der Goldman Sachs Foundation,
einer weltweit tätigen, gemeinnützigen Stiftung, die von der Goldman Sachs Group ins Leben
gerufen wurde. Dass die Steuererklärung der Stiftung über 200 einzeilig beschriebene Seiten
umfasse, zeige, wie stark Goldman selbst bei der eigenen Wohltätigkeit investiere und handele.
Seltsam sei dabei, dass Goldman zwar 501 Millionen Dollar seit 1999 in die Stiftung gesteckt
habe, aber nur einen Bruchteil von rund fünf Prozent ausgeschüttet und in Projekte gesteckt habe

– das Minimum, das für den gemeinnützigen Status erforderlich sei. Von den meisten Aktivitäten
der Stiftung profitiere am Ende Goldman selbst. Als Beispiel nennt Reuters die Asia Society an der
Park Avenue in New York: eine »Quasselbude«, in der Goldman-Banker ihren ausländischen
Kunden »Honig ums Maul schmieren«.188
› Hinweis
Goldman Sachs ist Inbegriff jener raffgierigen US-Finanzelite, welche Milliarden Gewinne machte,
als einfache Menschen auf dem Höhepunkt der Finanz-und Wirtschaftskrise ihre Häuser und
Ersparnisse verloren. Und die obskure Stiftung der raffgierigen Goldman-Banker dient dazu, das
ramponierte Ansehen der Raffkes wieder etwas aufzupolieren. Was bitte machte ein deutscher
Journalist also in der Goldman Sachs Foundation? Schlimmer geht’s wohl nimmer! Oder?
Bild Dir Deine Meinung

Erinnern Sie sich noch an den kommunistischen chinesischen Staatsführer MaoTse-tung? Der Mann
liebte den Personenkult. Die Medien mussten ihm beständig huldigen. Hätte Mao den sechzigsten
Geburtstag von Angela Merkel beobachten dürfen, er wäre wohl vor Neid erblasst. Mao zwang die
Medien seines Landes noch unter Androhung drakonischer Strafen zu den Lobhudeleien. Und heute
geht so etwas bei deutschen Medien offenkundig vollautomatisch. Alle lieben »Mutti«. Ganz vorne
beim modernen Personenkult dabei: die Bild – Zeitung.189

› Hinweis
Die Professorin Brigitte Witzer behauptet, dass wir in einer »Diktatur der Dummen« leben, in einer
»Idiokratie«.190

› Hinweis
Unsere Gesellschaft verblödet. Auch bei der Verblödung ganz vorn stets
dabei: die Bild – Zeitung. Professorin Witzer hat beobachtet, wie sich unsere Leitmedien aus der Bild
»informieren«, sie schreibt:

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Bild und anderen Zeitungen, nehmen wir unsere früheren
Qualitätsmedien FAZ oder Süddeutsche Zeitung, die überregional und mit hohem Anspruch
Informationen für ihre Lesergruppen aufbereiten. Auch sie orientieren sich an der Bild, wenn es
um die Agenda der öffentlichen Diskussion geht. Das sagt mir jedenfalls meine persönliche
Erfahrung in einem Café im Prenzlauer Berg, wo ich drei Jahre lang die Zeitungslesegewohnheiten
eines bekannten FAZ-Redakteurs leibhaftig verfolgen konnte. Er mit Bild, ich ohne Worte. Mag
sein, dass das eine Ausnahme ist, aber ich bin ja umgeben von Menschen, die in den Medien ihr
Brot verdienen, und höre ehrlich gesagt nichts anderes. Deshalb möchte ich dabei bleiben: Bild
setzt die Agenda. Intellektualisiert und mit Wissen angereichert, auch erweitert wird sie in FAZ und
Süddeutscher (…). Damit hat die Berichterstattung ein anderes Niveau. Aber hat sie ein anderes
Ziel?

Was also ist das »Ziel« der Bild – Zeitung? Und was geht dort im Hintergrund vor sich?

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte einmal, zum Regieren brauche er nur »Bild,
BamS und Glotze«. Macht über ein paar Massenmedien – und schon kann man auch Menschenmassen
leicht lenken. Hauptsache, ein paar wenige Meinungsmacher spielen bei der Manipulation der
Massen bereitwillig mit. Wenn Sie die folgenden Kapitel gelesen haben, dann werden Sie Medien
wie Bild, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Zeit, ZDF und ARD wahrscheinlich mit
völlig anderen Augen sehen.

Von Heinz Oskar Vetter, dem früheren DGB-Vorsitzenden, stammt der Satz: »Wer sich in Bild
begibt, kommt darin um«. Aber heute ist Bild in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es ist nicht
mehr anrüchig, mit dem Blatt in Verbindung gebracht zu werden. Und auch seriöse Journalisten
akzeptieren es als Informationsquelle. Künstler wie Marius Müller-Westernhagen oder Veronika
Ferres haben für Bild geworben. Wir erinnern uns noch an die großflächigen Plakate, auf denen auch
Prominente wie Til Schweiger, Armin Rohde, Thomas Gottschalk, David Garrett, Udo Lindenberg,
Michelle Hunziker, Peter Scholl-Latour, Katharina Witt oder Bill Kaulitz der Bild mal so richtig die
Meinung sagten. Mit der Aktion sollte »hochkarätigen Prominenten eine Bühne« geboten werden,
»ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen«.
Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker warb für Bild mit den Worten: »›Bild‹:
Politik spannend, Stil (kunter-) bunt«. Auf dem Plakat mit Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin und
Steuerhinterzieherin, hieß es: »Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht.« Peter Scholl-
Latour wurde mit den Worten zitiert: »Das Hauptinteresse für mich an ›Bild‹ ist, dass sie die großen
Meinungstrends widerspiegelt – und manchmal sogar in Bewegung setzt.« Handballspieler Stefan
Kretzschmar behauptete dreist: »›Bild‹ kann Schlagzeilen entwickeln, aber ›Bild‹ hat nie eine
Meinung.« Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher: »Wenn ich ›Bild‹ gelesen habe – täglich –,
weiß ich noch nicht, was Deutschland denkt, was es fühlt, aber schon – nach Meinung von ›Bild‹.«191

› Hinweis
Die Bild – Zeitung ist Deutschlands auflagenstärkste Zeitung. Sie hat eine verkaufte Auflage von
täglich etwa 2,4 Millionen. Die Zielgruppe der Bild ist weder der Universitätsprofessor noch der
Hilfsarbeiter, sondern der Durchschnittskonsument. 63 Prozent der Leser sind Männer, 43 Prozent
aller Leser haben einen Hauptschulabschluss mit Lehre, 35 Prozent die mittlere Reife und vier
Prozent die Hochschulreife. Sieben Prozent der Leser sind Selbstständige, 34 Prozent sind
Angestellte oder Beamte und 37 Prozent sind Facharbeiter. Insgesamt erreicht Bild etwa 18 Prozent
der Deutschen – also fast jeden Fünften. 4,3 Millionen Frauen und 7,3 Millionen Männer lesen Bild
täglich, durchschnittlich 45 Minuten lang.

Für die rebellischen 68er-Studenten war Bild noch das Hetzblatt, auf dessen Parolen sich der
Dutschke-Attentäter berufen konnte. Danach brannten die Lastwagen des Springer-Verlags. Heinrich
Böll hat mit seinem Roman »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« dem Konflikt ein literarisches
Denkmal gesetzt. Heute ist das alles längst vergessen. Heute ist Bild hipp. Das verdankt das Blatt vor
allem einem: Kai Diekmann. Spätestens die unter ihm kreierte Überschrift »Wir sind Papst« hat ihn in
den Olymp der Sprachschöpfer katapultiert.

In der Eigenwerbung nennt sich Bild noch immer »unabhängig« und »überparteilich«. Aber ist Bild
das wirklich oder jemals gewesen? Wann auch immer ich von Bild – Redakteuren um Texte, ein
Interview oder eine Zusammenarbeit gebeten wurde, stets wurden die Antworten oder
»Rechercheergebnisse« schon zumindest der Richtung nach vorgegeben. Das deckt sich mit den
Angaben aus einer Studie der Otto Brenner Stiftung von 2011. Zu den Bild – Redakteuren heißt es:

Die Redakteure entwickeln ihre Storys weniger nach der Wirklichkeit als nach ihrer Wirksamkeit.
Was nicht ins Muster passt, wird passend gemacht. Redakteure fragen dreist bei potenziellen
Gesprächspartnern an, ob sie bereit seien, die jeweils erwünschte Meinung zu äußern – und viele
spielen das Spiel mit.192

› Hinweis
Den gleichen manipulativen Eindruck bekommt man, wenn man die seit Jahrzehnten gedruckte Rubrik
der »Gewinner/Verlierer« analysiert. Rechte Politiker sind dort statistisch über die Jahre gesehen
eindeutig häufiger die Gewinner als linke Politiker.193

› Hinweis
Michael H. Spreng, ein früherer Chefredakteur der Bild am Sonntag, hat noch ganz andere
Erfahrungen mit dieser Rubrik gemacht:

Bild und ich haben seit 1. Januar 2001 ein klares Verhältnis: die Bild-Zeitung kann mich nicht
leiden und ich sie nicht. Mir gegenüber drückt sich das in gelegentlichen Gemeinheiten in
Millionenauflage aus. 2002, als ich für Edmund Stoiber arbeitete, war ich in der Kolumne von
Oskar Lafontaine »IM Cohiba«, weil ich gelegentlich gute Zigarren mit Gerhard Schröder
geraucht hatte. Zuletzt gehörte ich zu den »30 nervigsten« Talkshow-Gästen und 2004, als ich
Jürgen Rüttgers beriet, war ich »Verlierer des Tages«. Das kam so: Rüttgers zog im Wahlkampf mit
seinem Talk-Format »Rüttgers – ganz persönlich« durch Nordrhein-Westfalen. In Bielefeld hielt
sich der Beifall in Grenzen, was mich vor zwei, drei Leuten zu der – sicher unvorsichtigen –
Bemerkung veranlasste, man kenne ja die geringe westfälische Begeisterungsfähigkeit. Wenn ein
Bielefelder mit dem Kopf nicke, sei das schon ekstatischer Beifall. Was ich nicht wusste: Bild-Chef
Kai Diekmann ist in Bielefeld aufgewachsen und so wurde ich am nächsten Tag auf Seite 1 zum
»Verlierer des Tages«.194

› Hinweis
Auch die 2007 erschienene Studie mit dem Titel »Bild – unabhängig · überparteilich? Die
Wahlberichterstattung der erfolgreichsten Boulevardzeitung Deutschlands« zeichnet ein unschönes
Bild von Bild, dort heißt es etwa:

Am Wahlabend der Bundestagswahl 2005 ging Gerhard Schröder in der Diskussionsrunde der
Spitzenpolitiker der Bundestagsparteien in der ZDF-Sendung »Berliner Runde« mit den Medien
hart ins Gericht. Der Kanzler, der einst behauptet haben soll, zum Regieren nur »Bild, BamS und
Glotze« zu brauchen (…), beschwerte sich in aggressivem Ton über die Machenschaften der
Medien. Er behauptete, er habe Wahlkampf machen müssen gegen das, »was da geschrieben und
gesendet wurde« (Schröder in der Sendung »Berliner Runde«, ZDF). Was ist dran an diesen
Vorwürfen? Wollten die Medien den Regierungswechsel herbeischreiben? Besonders interessant
ist diese Frage in Bezug auf die Medien aus dem Hause Springer, da diese Zeitungen, und im
Besonderen die Bild-Zeitung, im Laufe der Regierungszeit Schröders immer mehr dem Vorwurf
ausgesetzt waren, die Unionsparteien zu bevorteilen (…). Nach der Wahl zeigte sich die
Verbundenheit des Verlags mit der Union, als Friede Springer, Witwe des Verlagsgründers Axel
Springer und Mehrheitsaktionärin des Unternehmens, bei der Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin
auf der Besuchertribüne des Bundestages saß. Musste Schröder also gegen die Bild-Zeitung
regieren bzw. Wahlkampf führen, statt mit Hilfe dieses Blattes? Und konnte Merkel schon während
des Wahlkampfes auf die Unterstützung der Boulevardzeitung setzen? 195

› Hinweis
Viele Studien von Kommunikationswissenschaftlern zeichnen das gleiche Bild. Bei
Bundestagswahlen gab es eine direkte Wahlwerbung für die Unionsparteien, obwohl sich die Bild –
Zeitung doch als »überparteilich« bezeichnet und in der Vergangenheit eine explizite Wahlempfehlung
der Financial Times Deutschland verurteilte. Nicht nur 2002, auch bei der Bundestagswahl 2005 196

› Hinweis
und 2009 machte die Zeitung Wahlwerbung für die Unionsparteien und Angela Merkel, die
einst FDJ-Funktionärin für Propaganda in der DDR war.197

› Hinweis
Ziel von Bild ist, so meine subjektive Erfahrung, keineswegs unabhängiger Journalismus. Ziel ist
der möglichst hohe Profit für den Springer-Verlag. Und dafür bedient sich Bild ohne Rücksicht auf
Regeln aller Methoden der Veröffentlichung, ob dies Journalismus, PR, Werbung oder klassische
Öffentlichkeitsarbeit ist. Ob das Veröffentlichte eine zutreffende Information über wichtige
Neuigkeiten ist, entscheidet sich nicht nach einem demokratischen Bedarf oder einer journalistischen
Regel, sondern nach Maßgabe der Unternehmensbilanz. Journalismus ist bei Bild
kein respektables
Handwerk, dessen Regeln den Geschäften Grenzen setzt. Journalismus ist hier Kanonenfutter für die
Rendite. Und Bild
– Journalismus ist Manipulation von Menschenmassen. Als Partner der politischen
Eliten.198

› Hinweis

Trauzeugenjournalismus:
Bild Dir Deine Macht

Das eindrucksvollste Beispiel für nicht mehr zu übertreffende Nähe zwischen Journalisten und Eliten
ist es, wenn Journalisten Trauzeugen bei Politikern werden oder umgekehrt. Als Helmut Kohl 2008
seine Lebensgefährtin Maike Richter heiratete, da war Bild ganz nah dabei. Daniel Biskup, Kohls
Lieblingsfotograf, machte Fotos. Und Bild – Chefredakteur Kai Diekmann hat über die Hochzeit
berichtet. Diekmann war, neben Leo Kirch, Trauzeuge bei Kohls Eheschließung.199

› Hinweis
So wie
Kohl auch 2002 Trauzeuge bei Diekmanns Hochzeit war.200

› Hinweis
Mit der Trennung von Politik
und Journalismus geht es da nicht so genau.201

› Hinweis
Steht Bild also für »Bild Dir Deine Macht«?
Die vielen positiven Bild – Berichte der Vergangenheit über Kohl erscheinen da jedenfalls
rückblickend in einem ganz anderen Licht.

Auch im Nachbarland Frankreich ist Trauzeugenjournalismus keine unbekannte Größe. Der
französische Journalist Augustin Scalbert schrieb zu Zeiten, als Sarkozy noch französischer
Staatspräsident war, etwa über einen Trauzeugen, dem französische Medien gehören:

Der Milliardär Bernard Arnault beispielsweise, Eigentümer der wichtigsten täglich erscheinenden
Wirtschaftszeitung in Frankreich (Les Echos) und der weltweit größten Luxusgütergruppe (LVMH),
ist einfach mit Sarkozy befreundet. Diese Freundschaft geht tief – auch er war Trauzeuge bei der
Hochzeit Sarkozys – und als er »nur« Besitzer von La Tribune (Konkurrent von Les Echos) war,
unterstützte das Blatt Sarkozy rückhaltlos und von Zeit zu Zeit zum Nachteil von Ségolène Royal,
Mitstreiterin um das Präsidentenamt.202

› Hinweis
Wie dieser Trauzeugenjournalismus in Frankreich funktioniert, hat die Süddeutsche Zeitung in einem
eindrucksvollen Bericht 2010 beschrieben:

Als im vergangenen Sommer, mitten im anschwellenden Wahlkampf, auf der Titelseite von Paris
Match, dem französischen Pendant zum Stern, das Foto von Sarkozys Frau mit einem anderen
Mann erschien, griff der konservative Politiker zum Telefon. Er rief den Verleger von Paris Match
an – einen gewissen Arnaud Lagardère, der nebenbei über das größte Zeitschriftenimperium der
Welt verfügt. Alsbald war der verantwortliche Chefredakteur von Paris Match auf der Suche nach
einem neuen Job. Praktisch auch, dass Lagardère mit Europe 1 einer der meistgehörten
Radiosender des Landes gehört, in dem Sarkozy zuletzt oft schnell mal zur besten Sendezeit zum
Interview geladen wurde, wenn er in Bedrängnis geraten war. Auch an der angesehenen
Tageszeitung Le Monde ist der Unternehmer und Erbe mit einer Minderheit beteiligt, was sich
kaum bemerkbar macht. Außerdem besitzt er Zeitschriften (Elle), die Sonntagszeitung Journal du
Dimanche und diverse Regionalzeitungen. (…) Das privatisierte, ehemals öffentlich-rechtliche
Programm gehört einem von Sarkozys Trauzeugen, Martin Bouygues. Der besitzt gleichzeitig auch
den drittgrößten französischen Mobilfunkanbieter. Bouygues war Taufpate eines Sohnes von
Sarkozy. (…) Tatsache ist, dass Sarkozys zweiter Trauzeuge Bernard Arnault ist, der über die
Luxusgruppe LVMH nicht nur so illustre Marken wie Louis Vuitton, Kenzo und Givenchy, sondern
auch die Wirtschaftszeitungen La Tribune und Investir besitzt.203
› Hinweis
Doch es gibt nicht nur Trauzeugenjournalismus. Bild bindet Politiker auch noch ganz anders ein. Ganz
geschickt. Da heißt es etwa über den SPD-Politiker Rudolf Scharping:

Eine besondere Nähe gab es zwischen dem SPD-Politiker Rudi Scharping und »Bild am Sonntag«.
In BamS stellte er seine neue Lebensgefährtin vor, für BamS rasierte er sich exklusiv seinen Bart
ab. Und für BamS schrieb er als SPD-Fraktionschef über seine – neben der Politik – größte
Leidenschaft, über die Tour de France. Immer samstagnachmittags gab »Reporter Rudi«, wie er in
der Redaktion hieß, seinen Bericht durch, der von Sportchef Bodo Müller in eine journalistisch
gefällige Form gebracht wurde. Dafür erhielt Scharping auch ein ordentliches Honorar, meist in
bar.204

› Hinweis

Wie tickt Kai Diekmann?

Das Erfolgsrezept von Bild ist einfach – die Zeitung presst Tag für Tag alle Facetten des
menschlichen Lebens auf wenige Seiten. Und das in einem Erzählstil, der wie ein Groschenroman
keine großen Anforderungen an den Leser stellt. Liebe und Hass, Treue und Verrat, Glück und
Verzweiflung, tödliche Krankheiten, Verbrechen und Politik als Machtkampf und Kräftemessen – und
das alles emotionalisiert, personalisiert, simplifiziert und extrem konfrontierend präsentiert. Für Bild

– Leser ist nicht das wichtig, was objektiv wichtig ist, sondern was zugleich auch noch emotional
bewegt. Die klassische journalistische Nachricht hat in Bild höchstens noch eine Alibifunktion. Wenn
schon von langweiligen politischen Terminen wie Parteitagen oder Regierungserklärungen berichtet
wird, dann wird nach emotionalen Elementen gesucht und komplexe Nachrichten werden
personalisiert. Die Aufmerksamkeit des Lesers wird vom objektiv Wichtigen abgezogen und etwa
durch Pseudo-Offenbarungen auf Nebensächliches umgeleitet. Der Leser wird also von den
tatsächlichen Problemen von Politik und Gesellschaft abgelenkt. Die Bild – Zeitung ist wie eine
Wundertüte, aus der täglich – in leicht verständlichen Häppchen – die ganze Welt fällt. Wenn der
Spiegel nüchtern über einen Militärputsch in Thailand, den Rücktritt des spanischen Königs und
Nato-Planspiele gegen Russland berichtet, dann fragt Bild die Leser in Riesenlettern: »Wer hat
eigentlich noch Angela Merkels Handynummer?«205
› Hinweis
Und dann klärt Bild auf, damit jeder
Leser künftig weiß, wer Merkels Mobilnummer hat:

Direkt zu erreichen ist sie für Büroleiterin Beate Baumann (50), Beraterin Eva Christiansen (44),
Regierungssprecher Steffen Seibert (53), Kanzleramtsminister Peter Altmaier (55) und einige
Berater wie Christoph Heusgen (59, Außenpolitik), Lars-Hendrik Röller (55, Wirtschaft) und
Nikolaus Meyer-Landrut (54, Europa), die ihr bei wichtigen Verhandlungen Informationen per
SMS schicken können. Wichtig: Die Kanzlerin schätzt es gar nicht, wenn die Nummer
weitergegeben wird oder wenn Vertraute damit angeben, dass sie Merkels Nummer besitzen. Am 7.
Mai wechselte sie sogar die Nummer, verschickte eine zweisprachige Nachricht (deutsch und
englisch) mit der neuen Durchwahl (»I have a new mobile number« …) – auch, weil sie den Kreis
der Handy-Freunde wieder enger ziehen wollte.

Natürlich hat auch Bild eine Rufnummer der Kanzlerin. Natürlich könnte der Chefredakteur sie
schnell erreichen. Das aber erfährt der Leser nicht. Seit Januar 2001 ist Kai Diekmann Chefredakteur
der Bild sowie Herausgeber von Bild und Bild am Sonntag. Bei meiner Recherche zu diesem Buch
fand ich eine interessante Bildunterschrift. Unter einem Foto, welches den Bild – Chefredakteur und
Angela Merkel zeigt, heißt es:

Bild bedeutet Macht. Und das heißt, dass zum Sommerfest der Zeitung (hier 2008) eben auch mal
Angela Merkel kommt …206

› Hinweis
Diekmann und Merkel kennen sich gut. Sehr gut. Beide sind Mitglieder der Atlantik-Brücke,
Diekmann ist sogar Vorstandsmitglied.
Der Deutsche Journalistenverband hat sich zu solchen Aktivitäten deutlich geäußert. Im Sommer
2014 teilte der Verband mit:

Der Deutsche Journalistenverband hat in der aktuellen Auseinandersetzung um die Mitgliedschaft
von Journalisten in Lobby-Organisationen die Rolle der Journalistinnen und Journalisten als
Beobachter betont. »Die Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit des Journalismus gebieten es,
dass Journalisten keine aktive Rolle in Organisationen ausüben, über die sie berichten«, sagte
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.207

› Hinweis
Diekmann schätzt Merkel. Und Merkel schätzt Diekmann. Und die Bild – Zeitung schreibt unter
Diekmann alles über Angela Merkel, nur nichts Negatives. Etwa die Tatsache, dass Angela Merkel
Deutschlands mächtigste Nägelkauerin ist. Ja, die Bundeskanzlerin kaut an ihren Fingernägeln. So wie
das auch der frühere britische Premierminister Gordon Brown gemacht hat. Oder der 2014
verstorbene FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher in den großen Redaktionskonferenzen. Es wäre
das ideale Thema für die Bild – Zeitung gewesen. Die aber schwieg dazu.208

› Hinweis
Wahrscheinlich hat Merkel von dem Machtmenschen Helmut Kohl gelernt, wie wichtig die Bild –
Zeitung für einen Bundeskanzler ist. Kohl, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war, lernte
Diekmann kennen, als dieser in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre Parlamentskorrespondent für
Bild in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn war. Kohl mochte Diekmann anfangs nicht, weil dieser
lange Haare hatte und einen Zopf trug. Wenn Kohl damals ein Interview in der Bild – Zeitung wollte,
dann ließ er dieser mit Anspielung auf Diekmann ausrichten: »Schickt mer aber net den
Langhaarigen!«209

› Hinweis
Michael H. Spreng, ein Medienberater und Redaktionsleiter der
Talkshow Menschen bei Maischberger, schreibt in seinem Blog, was dann daraus geworden ist:

Diekmann ist über die Jahre tief in das Vertrauen Kohls eingedrungen und steht dem Alt-Kanzler
inzwischen näher als dessen Söhne – zumindest was die Teilnahme an Familienfeiern betrifft. Und
Diekmann ist so taktvoll, das Fehlen der Kohl-Söhne bei Hochzeiten oder Geburtstagen nicht oder
nur unauffällig zu thematisieren.210

› Hinweis
Unter Kai Diekmann sind viele Politiker groß gemacht worden – und wieder abgeschossen worden.
Ein Beispiel dafür war der zeitweise Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg. Er posierte in
Top-Gun-Pose für die erste Seite der Bild – Zeitung. Seine Frau war Botschafterin für die Bild –
Aktion »Ein Herz für Kinder«. Es gab kaum einen Bild – Tag ohne Gutti. Selbst als Kritik an einer
Reise seiner Frau nach Afghanistan aufkam, schrieb Bild: »Wir finden sie gutt«. Eine Redakteurin von
Bild am Sonntag, Anna von Bayern, schrieb eine liebevolle Guttenberg-Biografie. Guttenberg stellte
das neue Buch des Bild – Parlamentsbürochefs Nikolaus Blome vor. Einer von Guttenbergs
Verwandten, Karl Ludwig von Guttenberg, war in jener Zeit stellvertretender Chef vom Dienst der
Bild – Bundesausgabe. Viele Leser werden auch nicht wissen, dass Guttenberg beim Springer-Verlag
(Welt) ein Praktikum absolvierte. Kein Zweifel: Guttenberg hatte eine extreme Nähe zu Springers Bild

– und Bild eine extreme Nähe zu Guttenberg. Man konnte als Außenstehender nur noch rätseln, wer da
tatsächlich Regie führte. Es war ein Geben und Nehmen: Guttenberg beglückte Bild mit einer
millionenschweren Anzeigenkampagne, in der das Verteidigungsministerium um Freiwillige für die

211

Bundeswehr warb

› Hinweis
– obwohl Bild nicht eben viele junge Leser hat. Solche
Exklusivverträge, bei denen die Steuergelder flossen, gab es nur mit Springer. Auf der anderen Seite
überschüttete Bild Guttenberg mit Lobeshymnen. Guttenberg wurde von Bild zum Star der Politik
gepusht. Die Nähe zwischen Bild und Guttenberg war kaum zu beschreiben. Ein Beispiel war die
Gorch-Fock-Affäre, bei der es um Missstände auf dem deutschen Segelschulschiff ging. Guttenberg
warnte erst vor einer »Vorverurteilung« – und suspendierte den Kommandanten nach dem Anruf eines
Bild – Redakteurs vom Dienst.

Der Journalist Michael H. Spreng hat 2013 über die »etwas andere Korruption« zwischen Politik
und Bild berichtet:

Auch in der Beziehung zwischen Politikern und Journalisten gibt es Formen der Korruption,
allerdings keine, die mit Geld zu tun haben. Und keine, die strafrechtlich relevant sind. Da läuft es
anders: der Politiker lässt Nähe zu und gibt vertrauliche Informationen oder stellt sich als
Galionsfigur für Projekte einer Zeitung oder eines Verlages zur Verfügung. Die Zeitung schenkt
ihm im Gegenzug positive Berichterstattung, verleiht ihm Bedeutung, Wichtigkeit. Normalerweise
bleiben solche Geschäftsbeziehungen geheim, öffentlich zu beobachten sind nur die Folgen.
Manchmal aber zerreißt eine unüberlegte Aktion ein solches Beziehungsgeflecht – in diesem Fall
das peinliche Foto von BILD-Chef Kai Diekmann und FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Es
zeigt eine überschwängliche Umarmung, ein Politiker und ein Journalist wie zwei Liebende, die
sich nach langer Trennung endlich wiederfanden. Auch in diesem Fall gilt: ein Foto sagt mehr als
tausend Worte. Und prompt beschäftigt sich eine kritische Öffentlichkeit mit der Geschichte
dahinter. BILD preist seit Wochen den Vier-Prozent-Parteivorsitzenden als »Mr. Cool« oder
»Minister Cool«, Rösler wiederum macht den Werbekasper und Türöffner für Springers Versuche,
die Start-Up-Szene enger an den Verlag zu binden. Eine Win-Win-Situation, könnte man meinen.
Das Foto macht aber eine Lose-Lose-Situation daraus. Zwei Männer, die sich in kritischer
professioneller Distanz gegenüberstehen müssten, fallen sich in die Arme. Mit dem Foto fällt
beider professionelle Glaubwürdigkeit. Das Foto wird beide noch lange verfolgen und immer
wieder einholen. Beim nächsten BILD-Jubelbericht über Rösler oder beim nächsten Auftritt
Röslers beim oder zugunsten des Springer-Verlages. So wie Karl Theodor zu Guttenberg von
seinem anmaßenden Times-Square-Foto eingeholt wurde. Auch er hatte BILD als
Karrierebeschleuniger benutzt – und BILD hatte ihn benutzt. Das Ende ist bekannt.212

› Hinweis
Die Frankfurter Rundschau versuchte 2011 die Frage zu klären, wie diese Nähe funktionierte. Und
reduzierte alles nach vielen Erklärungsversuchen auf wenige Sätze:

Anders als andere Zeitungen, in denen Chefredakteure ihren Redakteuren und Ressortleitern
Freiheiten lassen, funktioniert Bild nach dem Flaschenhals-Prinzip: Alles muss durch das Büro
des Chefredakteurs, Bild ist das Produkt von Kai Diekmann. Bild ist Diekmann.213

› Hinweis
Wie also tickt dieser Kai Diekmann? Ich selbst habe ihn bei persönlichen Gesprächen in der Bild –
Redaktion immer wieder als sympathischen und absolut verlässlichen Menschen kennengelernt. Aber
auch als Machtmenschen. Und als durch und durch Konservativen. Diekmann ist Mitglied bei der
schlagenden Burschenschaft Franconia in Münster214 › Hinweis . Diekmann wurde 1983 Frankone, trat
1985 aus und später wieder ein.215

› Hinweis
Selbst wenn er wollte, könnte Diekmann also nicht in
die SPD eintreten. Denn dort gibt es einen Unvereinbarkeitsbeschluss: Wer Burschenschafter ist, kann
nicht SPD-Mitglied sein.216

› Hinweis
Wer Burschenschafter ist, ist automatisch Teil eines
gigantischen Netzwerkes. Viele Politiker und Wirtschaftsführer sind oder waren in solchen
Studentenverbindungen: Der CSU-Politiker Markus Söder ist bei den Nürnberger Teutonen, der CDU-
Politiker Bernhard Vogel bei Arminia in Mainz, der österreichische FPÖ-Politiker Heinz-Christian
Strache bei Vandalia Wien, der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl bei Arminia-Rhenania in München, der
Grüne Rezzo Schlauch bei Saxo-Silesia in Freiburg, CSU-Politiker Peter Ramsauer bei Franco-
Bavaria in München, der CSU-Politiker Edmund Stoiber ist bei der katholischen Studentenverbindung
K.D.St. V. Trifels München, der frühere BND-Chef und Außenminister Klaus Kinkel ist Mitglied der
katholischen Studentenverbindung A.V. Guestfalia Tübingen, der frühere baden-württembergische
Ministerpräsident und heutige EU-Politiker Günther Oettinger ist bei der Landsmannschaft Ulmia
Tübingen und der frühere Allianz-Aufsichtsratsvorsitzende Henning Schulte-Noelle hat seine große
Narbe im Gesicht, den Schmiss, von einer schlagenden Studentenverbindung.

Der Elitenforscher Stephan Peters sagt, niemand gehe in der Öffentlichkeit damit hausieren, dass er in
einer Studentenverbindung sei. Aber es sei nun einmal ein gut funktionierendes Netzwerk – mit
zehntausenden Mitgliedern.217
Verbindungen sind wichtig. Aber welche hat der Journalist Diekmann noch neben seiner alten
Studentenverbindung? Seit 2004 sitzt er im Beirat der türkischen Tageszeitung Hürriyet.218
Man muss seine Türkei-Liebe kennen, um zu wissen, warum die Bild – Zeitung mitunter ganze Artikel
in türkischer Sprache veröffentlicht. Diekmann will, dass die Türkei EU-Mitglied wird. Und er sagt:

› Hinweis
› Hinweis
Ich verbringe meinen Urlaub regelmäßig in der Türkei mit türkischen Freunden. Meine
persönliche Assistentin hat türkische Wurzeln. (…) Ich würde glatt behaupten, dass ich der
türkischste Chefredakteur in der Geschichte von Bild bin.219

› Hinweis
Springer, also Diekmanns Arbeitgeber, hat finanzielle Interessen in der Türkei. Das alles sind
Informationen, die man irgendwo und irgendwie nachrecherchieren kann. Viel interessanter aber
dürften jene Informationen sein, die zeigen, wie Fäden eines Elitenetzwerkes im Hintergrund gezogen
und uns oftmals verschwiegen werden. Lesen wir dazu einen Artikel aus der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung vom 24. Februar 2011 mit der Überschrift:

Zu Guttenberg, »Bild« und die Atlantik-Brücke 220

› Hinweis
Der Ressortleiter der FAZ-Außenpolitik, Klaus-Dieter Frankenberger, berichtete dort von der
Verwirrung über einen Aufruf an die »Young Leaders«-Alumni des Elitenetzwerkes der Atlantik-
Brücke. (Die Atlantik-Brücke wirbt übrigens mit Klaus-Dieter Frankenberger, was dieser dem Leser
in seiner FAZ-Selbstdarstellung nicht mitteilt221 › Hinweis .) Eine frühere Geschäftsführerin des
Vereins, Beate Lindemann, hatte dazu aufgefordert, sich an der Anrufaktion der Bild – Zeitung zu
beteiligen und sich für den Verbleib des »Young Leader«-Alumnus Karl-Theodor zu Guttenberg im
Amt des Verteidigungsministers auszusprechen. Bild hatte zuvor auf der Titelseite zum »Guttenberg-
Entscheid!« aufgerufen. Der Vorstand der Atlantik-Brücke distanzierte sich dann wieder von diesem
Aufruf. Die hier skizzierte Nachricht ist für uns und für die Geschichte völlig uninteressant. Wirklich
interessant ist, dass dem Leser in dem Artikel eine interessante Information verschwiegen wurde: Kai
Diekmann selbst ist Mitglied der Atlantik-Brücke. Wie auch Guttenberg war er ein Teilnehmer des
»Young-Leaders«-Programms – und zwar 1995.222

› Hinweis
Diese Atlantik-Brücke, bei der Diekmann Mitglied ist, wird auch »Geheimloge« genannt.223

› Hinweis
Und sie gilt als »CIA-nahe«. In einem Bericht von Markus Kompa heißt es dazu:
Die Nähe zur CIA wird nicht einmal verhehlt, verleiht die Atlantik-Brücke doch ganz offiziell den
Vernon Walters Award – gewidmet einem stellvertretenden CIA-Direktor, der in denkbar
schmutzige Staatsstreiche wie im Iran (1954), in Brasilien (1964) und Chile (1973) involviert war
und in den 1960er-Jahren Subversion gegen Gewerkschaften in Italien betrieben hatte. Den
östlichen Geheimdiensten galt der geschworene Kommunistenhasser Walters als der Drahtzieher
schlechthin.224

› Hinweis
Im gleichen Bericht wird auch darauf eingegangen, ob bei bestimmten Journalisten die Nähe zur
Atlantik-Brücke Einfluss auf die Berichterstattung haben könnte. Da heißt es:

Wer sich fragt, aus welchen Beweggründen Bild-Zeitung und Spiegel so eifrig gegen Russland
anschreiben und von der US-Sicht abweichende Meinungen reflexartig als »Antiamerikanismus«
identifizieren, wird bei einem Blick auf die Mitgliederliste vermutlich Antworten finden. Da sich
prominente Journalisten die Ehre geben, überrascht es kaum, dass kritische Presseberichte über
die Atlantik-Brücke nahezu ausbleiben.225

› Hinweis
Ist es eine reine Verschwörungstheorie, wenn man glaubt, dass Menschen wie Kai Diekmann in einem
bestimmten Netzwerk der Eliten verfangen sind, welches sie auch bei der Berichterstattung
beeinflusst? Schauen wir uns das Netzwerk der Eliten, in dem Journalisten, Politik und Wirtschaft
sich diskret und häufig unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen, doch einmal näher an. Gibt es dort
eine »Korruption durch Nähe«? Nicht verschweigen will ich an dieser Stelle, dass ich Teilen dieses
Netzwerkes selbst früher angehört habe – und von diesem korrumpiert wurde.
Die Atlantik-Brücke

Tina Hassel, Leiterin des ARD-Studios in Washington, wurde 2014 dazu nominiert, ab Mitte 2015
Nachfolgerin von Ulrich Deppendorf zu werden und als erste Frau die Chefredaktion des ARD-
Hauptstadtstudios zu leiten.226

› Hinweis
Der ARD-Vorsitzende sagte dazu: »Tina Hassel verfügt über
genau das Profil, das die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios haben sollte«.227

› Hinweis
Er nannte
viele Gründe für die Entscheidung, ihre bisherigen Korrespondentenposten und ihre
Führungsqualifikationen. Auch andere bekannte Journalisten äußerten sich und wiesen auf die
Qualifikationen von Tina Hassel hin. Merkwürdig: Ihre Verbindungen zur Atlantik-Brücke wurden
dabei nie erwähnt. Dort taucht sie jedenfalls in den offiziellen Unterlagen bei einem Treffen der
Regionalgruppe Rhein/Ruhr im Jahresbericht der Atlantik-Brücke 2011/2012 und im Arbeitskreis
USA im Jahresbericht 2010/2011 auf.228

› Hinweis
Karl-Theodor zu Guttenberg, Kai Diekmann, Tina Hassel – viele Namen von Prominenten sind mit
einer Organisation verknüpft, die in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt ist. Eine Organisation,
die auch als »Geheimloge« und »CIA-nah« bezeichnet wird.229

› Hinweis
Je mehr man sucht, umso
größer das Erstaunen: Claus Kleber, von 2003–2009 Leiter, seit 2003 Moderator des ZDF-heutejournals,
ist Kuratoriumsmitglied der Stiftung Atlantik-Brücke.230

› Hinweis
Der Journalist Stefan
Kornelius, Leiter der SZ-Außenpolitik, gestand in einem NDR-Interview ein, Mitglied der Atlantik-
Brücke zu sein.231

› Hinweis
Die Zeitung habe ein Interesse daran, dass er in der Organisation sei und
bezahle dort sogar seine Mitgliedschaft. Solche Nähe nennt er einen »Teil meines Geschäfts«.232

› Hinweis
Der Kommunikationswissenschaftler Uwe Krüger hatte Menschen wie Kornelius die Nähe
zur Atlantik-Brücke vorgeworfen und behauptet, Journalisten, die dort Mitglieder seien, übernähmen
deren Denkweise. Kornelius weist das zurück. Der US-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung,
Christian Wernicke, war 2012 bei einer Mitgliederreise der Organisation in Washington dabei.233

› Hinweis
Auch der bekannte ZDF-Moderator Cherno Jobatey wird dort aufgeführt.234

› Hinweis
Die

235

einflussreiche Journalistin Constanze Stelzenmüller

taucht bei der Atlantik-Brücke
ebenso auf 236

› Hinweis
wie der ZDF-Mann Theo Koll 237
› Hinweis
› Hinweis .

Wer also verbirgt sich hinter diesem merkwürdigen Verein? Und wer übt Einfluss auf wen aus?
Man könnte ja bis hierher nach der bisherigen Aufzählung der Namen der Auffassung sein, es handele
sich halt um einen Verein von oder für Journalisten. Weit gefehlt. Denn es geht um Meinungsmacht. Es
geht um Meinungshoheit.

Die »Atlantik-Brücke e. V.«, wurde in der Spiegel – Ausgabe vom 29. Januar 1958 als »Gesellschaft
ehemaliger Besatzungsfunktionäre im Nachkriegsdeutschland« bezeichnet. So ist es auch nicht
verwunderlich, dass die »Atlantik-Brücke« von 1957 bis 1970 das englischsprachige
Informationsblatt »Meet Germany« für in Deutschland stationierte US-Soldaten herausgegeben hatte.
Es ist schließlich eine Propagandaorganisation der früheren Besatzungsmacht. Warum sind dort
Menschen wie der Bild – Chef Kai Diekmann Mitglied?

Die Atlantik-Brücke ist ein Verein.238

› Hinweis
In Deutschland gibt es etwa 600 000 Vereine.239
› Hinweis
Dass die Atlantik-Brücke da zwischen Schützen-und Kaninchenzüchter-, Ruder-und
Kleingartenvereinen etwas ganz Besonderes ist, zeigt schon ein Blick auf die Liste jener, welche der
Organisation nahestehen oder ihr gar angehören.

Im Vorstand des illustren Vereins sitzt als Ehrenvorsitzender der frühere CDU-Bundesschatzmeister
Walther Leisler Kiep. Er war auch Aufsichtsrat von Volkswagen und 1984 bis 2000
Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke. Vorsitzender der Atlantik-Brücke ist der CDU-Politiker
Friedrich Merz, der auch Mitglied der Trilateralen Kommission240

› Hinweis
ist, einer von David
Rockefeller gegründeten Lobbyorganisation. Stellvertretende Vorsitzende ist die Vizepräsidentin des
Deutschen Bundestags, Edelgard Bulmahn (SPD), die ebenfalls zugleich auch in Rockefellers
Trilateraler Kommission sitzt, einer privaten Interessenvereinigung der Finanzwirtschaft. Auch der
Unternehmensberater Burkhard Schwenker ist stellvertretender Vorsitzender der Atlantik-Brücke.
Schatzmeister ist Andreas R. Dombret, ein deutsch-amerikanischer Bankmanager, der Partner bei
Rothschild und in führender Position bei der Bank of America war und heute Vorstandsmitglied der
Deutschen Bundesbank ist.241

› Hinweis
Richard von Weizsäcker, Bundespräsident 1984 bis 1994, ist
Ehrenmitglied. Als weitere Vorstandsmitglieder nennt die Atlantiker-Vereinshomepage: Kai
Diekmann, Axel Springer SE, Berlin; Jürgen Fitschen, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main;
Angelika Gifford, Hewlett-Packard GmbH, Böblingen; Dr.-Ing. Jürgen R. Großmann,
Georgsmarienhütte Holding GmbH, Hamburg; Dr. Ingrid Hengster, KfW Bankengruppe, Frankfurt am
Main; Professor Dr. Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln; Wolfgang Ischinger,
Allianz SE, München; Eckart von Klaeden, Daimler AG, Berlin; Alexander Graf Lambsdorff, MdEP
(ALDE), Europäisches Parlament, Brüssel; Staatssekretär Christian Lange, MdB (SPD),
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Berlin; Philipp Mißfelder, MdB
(CDU/CSU), Deutscher Bundestag, Berlin; Omid Nouripour, MdB (Bündnis 90/ Die Grünen),
Deutscher Bundestag, Berlin; Lawrence A. Rosen, Deutsche Post AG, Bonn; Karsten Uhlmann,
Frankfurter Brauhaus GmbH, Frankfurt (Oder); Michael Zissis Vassiliadis, Industriegewerkschaft
Bergbau, Chemie, Energie, Hannover und Max M. Warburg, M.M. Warburg & CO, Hamburg.242

› Hinweis
Bevor wir weiter auf die illustren Mitglieder eingehen, soll ein kurzer Überblick über die Atlantik-
Brücke zum Nachdenken darüber anregen, was dort passiert: Die Atlantik-Brücke wurde 1952 auf
Anregung des früheren Weltbankpräsidenten John McCloy als private Organisation gegründet.
McCloy wurde in jener Zeit Vorstandsvorsitzender von Rockefellers Chase Manhattan Bank.
McCloy war zuvor Hoher Kommissar für die BRD, also führender Kopf der amerikanischen
Besatzungsmacht in (West-)Deutschland. Die Journalistin Marion Gräfin Dönhoff, Mitherausgeberin
der Wochenzeitung Die Zeit, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Atlantik-Brücke, welche es als
selbstverständlich betrachteten, mit allen medial zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die
öffentliche Meinung zu beeinflussen. Offiziell verfolgte der Verein laut Satzung das Ziel, »Bildungs-,
wissenschaftliche, kulturelle und mildtätige Zwecke sowie die Förderung der Völkerverständigung«
zu verfolgen. In Wahrheit aber ging es von Anfang an um ein persönliches Netzwerk von
Führungskräften, welches meinungsbildend auf die öffentliche Meinung einzuwirken gedachte. Die
Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte die Atlantik-Brücke 1981 eine »elitäre
Mitbestimmungsgruppe« und nannte ihre Arbeit für die Demokratie aus der Sicht eines Puristen
bedenklich.243

› Hinweis
Mit der elitären Gruppe scheint die FAZ heute keine Berührungsängste mehr zu haben. Der Chef
der FAZ-Außenpolitik, Klaus-Dieter Frankenberger, wird im Jahresbericht 2009/2010 der Atlantik-
Brücke auf Seite 129 für den 10. Juni 2010 in diesem Zusammenhang erwähnt. Da heißt es:

79. Sitzung des Arbeitskreises USA: »Sicherheitspartnerschaft mit den Vereinigten Staaten:
Auswirkungen und Folgerungen für Deutschland und die EU«, Einführungen: Hans-Ulrich Klose,
MdB, Koordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, Berlin,
Stéphane Beemelmans, Abteilungsleiter Grundsatzfragen EU und Internationale Angelegenheiten;
Neue Bundesländer, Bundesministerium des Innern, Berlin, und Klaus-Dieter Frankenberger,
Leiter Außenpolitik, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, Frankfurt am Main; »Bericht aus
Washington«, Botschafter a. D. John C. Kornblum, Magnus-Haus, Berlin244
› Hinweis
Im Jahresbericht 2006/2007 ist Frankenbergers Foto von einer Veranstaltung auf Seite 98 245

› Hinweis . Und die Atlantik-Brücke wirbt mit Klaus-Dieter Frankenberger, was dieser dem Leser in
seiner FAZ-Selbstdarstellung nicht mitteilt 246

› Hinweis
. Die Nähe renommierter Journalisten zu
dieser umstrittenen Institution ist kein Einzelfall: Allein in den Jahren 2006 bis 2012 werden in den
Jahresberichten 88 Journalisten erwähnt, davon allein 26 aus dem Bereich der öffentlich-rechtlichen
Medien. Anders ausgedrückt: Abstand scheinen Journalisten nicht für nötig zu halten. Die
proamerikanische und ganz sicher nicht neutrale Organisation kriecht immer weiter vor in der
medialen Berichterstattung.

Nun ist »proamerikanisch« nicht unbedingt ein Schimpfwort. Aber es geht hier auch nicht um gut oder
böse, sondern im Hintergrund vor allem um ein Wertesystem. Mit wem hat Deutschland und haben
deutsche Medien eine Wertegemeinschaft? Ganz sicher mit Ländern wie den Niederlanden,
Österreich, der Schweiz und Spanien. Mit der Nato ganz sicher nicht. Mit der Türkei Erdogans hat
Deutschland aber sicher keine Wertegemeinschaft. Und mit den USA? Auch da ist die Antwort
eindeutig. Deutsche und Amerikaner teilen viele Werte, etwa Demokratie, Meinungs-und
Pressefreiheit. Aber schon bei Fragen nach der Rechtsstaatlichkeit und dem Völkerrecht gibt es große
Differenzen. Der Krieg gegen den Irak, Guantanamo oder Drohnen-Hinrichtungen sind mit dem
deutschen Rechtsverständnis absolut unvereinbar. Die Tatsache, dass wir keine Wertegemeinschaft
mit den USA haben und ganz sicher nicht auf Augenhöhe mit Washington stehen, belegt nichts so
eindeutig wie die Einschränkung unserer Freiheit durch amerikanische Spionage, welche die
Privatsphäre unserer Bürger Tag für Tag missachtet. Wenn deutsche Journalisten sich also mit
proamerikanischen Organisationen wie der Atlantik-Brücke gemein machen, dort auftreten oder diese
gar fördern, dann stehen sie nicht mehr inmitten unseres deutschen Wertesystems. Sie werden dann
mitunter zu Fürsprechern und/oder Lobbyisten eines anderen Wertesystems.

Am 12. März 2010 wurde in Kooperation mit dem Fernsehsender Phoenix erstmals eine
Veranstaltung der Atlantik-Brücke im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet. Die Atlantik-Brücke
veranstaltete am 10. März 2010 ein Gespräch in der Universität der Bundeswehr in Hamburg mit
Bundeskanzler a. D., Helmut Schmidt, und dem damaligen Bundesminister der Verteidigung, Karl

Theodor zu Guttenberg, zu dem Thema »Bundeswehr im Einsatz: Krisenherd Afghanistan«. Die
Diskussion moderierte der Vorsitzende der Atlantik-Brücke Friedrich Merz. Man muss dazu wissen,
dass Helmut Schmidt Mitglied der Atlantik-Brücke ist und Guttenberg ein »young leader« der
Atlantik-Brücke. Eine nette Diskussion im Vereinskreis – und das im öffentlich-rechtlichen
Fernsehen.247

› Hinweis
Und die Bild
– Zeitung, deren Chef Diekmann ebenfalls bei der Atlantik-
Brücke ist, lieferte die Schlagzeile: »Altkanzler und Verteidigungsminister diskutieren in Hamburg –
was Guttenberg von Schmidt lernen kann«.248

› Hinweis
Erinnert sei daran, dass auch Diekmann und
Guttenberg in jener Zeit dicke Freunde waren. Ob das alles den Fernsehzuschauern und den
Zeitungslesern so bewusst war? Wohl eher nicht. Und genauso funktioniert die Beeinflussung der
öffentlichen Meinung. Einige Meinungsmacher, die ähnlich denken, treffen sich, »diskutieren« – und
die ihnen verbundenen Medien berichten darüber.

Die Nähe der Atlantik-Brücke zur Politik wird rein zufällig auch durch ihren derzeitigen Sitz
auffällig: der befindet sich im Nachbarhaus der Privatwohnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Das bestätigte eine Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke in einem Interview – und auch, dass
Angela Merkel ebenfalls Mitglied ist.249

› Hinweis
Wen wundert es da, dass Angela Merkel immer
wieder Lobreden auf die Atlantik-Brücke hält?

Was also will der Verein? Ein früherer Vereinsvorsitzender, Arend Oetker, hat das so formuliert:
»Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben«.250
Ist das, neben der schon erwähnten Beeinflussung der Medien, alles?
› Hinweis
Die Atlantik-Brücke vergibt – wie erwähnt – den Vernon-A.-Walters-Award. Dieser Preis wird
»an Persönlichkeiten vergeben, die sich in besonderem Maße um die deutsch-amerikanischen
Beziehungen verdient gemacht haben. Der Preis ist nach dem ehemaligen US-Botschafter in
Deutschland (1989–1991) Vernon A. Walters benannt, der von amerikanischer Seite die deutsche
Wiedervereinigung begleitete. Bisherige Preisträger: Liz Mohn (Bertelsmann Stiftung, 2008), Dr.
Jürgen R. Großmann (Georgsmarienhütte Holding GmbH, 2007), Dr. Dieter Zetsche
(DaimlerChrysler AG, 2006), Dr. Michael Otto (Otto Group, 2005), Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa
AG, 2004), Dr. Bernd Pischetsrieder (Volkswagen AG, 2002), Dr. Manfred Schneider (Bayer AG,
2000), Dr. Henning Schulte-Noelle (Allianz AG, 1999), Dr. Thomas Middelhoff (Bertelsmann AG,
1998), Dr. Rolf-E. Breuer (Deutsche Bank AG, 1997), Jürgen E. Schrempp (Daimler Benz AG,
1996), Jürgen Dormann (Aventis Hoechst AG, 1995), Eberhard von Kuenheim (BMW AG, 1994),
Louis R. Hughes (General Motors, 1993)«.251

› Hinweis
Die Atlantik-Brücke vergisst bei dieser Darstellung eine winzige Kleinigkeit: Vernon A. Walters
(1917 bis 2002) war Geheimdienstkoordinator der USA im Ausland und operativer Leiter der CIA.
Er bezeichnete den Vietnamkrieg bis zuletzt trotz seiner Millionen Opfer als »einen der nobelsten und
selbstlosesten Kriege«, den die Vereinigten Staaten je geführt haben.252

› Hinweis
Und es war genau
dieser CIA-Mann Vernon A. Walters, der in Europa die Grundzüge für das geheime Gladio-Netzwerk
aufbauen ließ. Vernon Walters diente seit 1941 in den Streitkräften der USA, von Anfang an in
Dienststellungen der Nachrichtendienste. Er war an allen politischen Brennpunkten in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts mit subversiven Aktionen maßgeblich beteiligt, so im Koreakrieg (1950–
1953), beim Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammad Mossadegh im
Iran (1953), bei Geheimdienstaktionen zur Verhinderung von Wahlerfolgen der Kommunisten in
Italien (1960–1962) und beim blutigen Militärputsch in Brasilien (1964). Er war Operativchef der
CIA und in dieser Funktion verantwortlich für die CIA-Operation »Centauro« zur umfassenden
Unterstützung des Militärputsches in Chile (1973) und bei Aktivitäten zum Abwürgen der
Nelkenrevolution in Portugal (1974). Seine Spuren sind zu finden bei opferreichen Aktionen gegen
demokratische Entwicklungen in Angola, Guatemala, Nicaragua und bei den jahrelangen
Menschenrechtsverletzungen durch die Militärregimes in Südamerika (Operation »Condor«), bei
denen Hunderttausende Menschen ermordet, verschleppt oder gefoltert wurden. Und nach diesem
CIA-Mann benennt die Atlantik-Brücke, welche das alles verschweigt, heute einen Preis.253

› Hinweis
Und Menschen wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Bild – Chef Kai Diekmann
sind dort Mitglied. Und die FAZ scheint sich dort auch wohl zu fühlen.

Man muss in Hinblick auf erwähnte transatlantische Organisationen, bei denen auch Journalisten
Mitglied sind, wissen, dass bei den vielen transatlantischen Treffen wieder und wieder dieselben
Losungen ausgegeben werden: Die Wichtigste ist die der angeblich gemeinsamen Werte, der
transatlantischen Wertegemeinschaft, des gemeinsamen Wertefundaments jener Werte, die man nicht
mehr zu diskutieren braucht, weil sie selbstverständlich seien. Diese Behauptung hat durch ständige
Wiederholung längst ein Eigenleben entwickelt. Es ist wie eine Gehirnwäsche. Nur merken die
deutschen Teilnehmer in der Regel nicht, dass sie einer proamerikanischen Gehirnwäsche unterzogen
werden. Denn natürlich haben wir bei näherer Betrachtung viele unterschiedliche Werte; angefangen
von der Todesstrafe in den USA über extralegale Hinrichtungen durch Drohnen in fernen Ländern bis
zu Auslandskriegseinsätzen, welche die Mehrheit der Deutschen ablehnen. Aber all jene
proamerikanischen Qualitätsmedien, die wir in diesem Buch vorstellen, unterstützen
Auslandskriegseinsätze an der Seite der USA und extralegale Hinrichtungen durch Drohnen. Etwa,
wenn sie von der Münchner Sicherheitskonferenz an der Seite der Rüstungslobby berichten. Allein
das zeigt die Wirkung der Gehirnwäsche. Im Hintergrund immer dabei: Geheimdienste.

In Wahrheit geht es bei den ganzen transatlantischen Organisationen nur um
Unterstützungsmaßnahmen für die Nato. Und die wird von den USA angeführt. Deutsche sind da nur
Vasallen. Der Historiker und Nato-Experte Daniele Ganser ist jedenfalls der Auffassung, dass
Deutschland aufgrund seiner Einbindung in das Militärbündnis nichts anderes ist als ein
»Vasallenstaat der USA«. Und er sagt:

Die Nato hat in allen Nato-Mitgliedsländern die Nato-Botschafter. Das sind die Botschafter, die
jedes Land schickt, um informiert zu sein, was die Nato als nächstes wünscht. Die Kanäle
funktionieren so, dass die Nato – und dabei vorwiegend die USA – sagt: So ist es und jetzt müsst
ihr das machen.(…) Die Europäer gehorchen dann oft einfach nur.254

› Hinweis
Nun muss man wissen, dass die Atlantik-Brücke jährlich vertrauliche Expertengespräche mit dem US
European Command organisiert.255

› Hinweis
Ziel ist es, einen vertraulichen (!) Rahmen zu schaffen,
in dem sich die Befehlshaber der in Europa stationierten amerikanischen Teilstreitkräfte – Armee,
Luftwaffe, Flotte und Marineinfanterie – und der Generalinspekteur der Bundeswehr mit seinen
Generälen und Admirälen mit weiteren Experten zu aktuellen sicherheitspolitischen Fragen
austauschen können. »Die Gespräche mit dem USEUCOM (U.S. European Command) bringen
hochrangige Vertreter aus dem U.S. European Command und der Bundeswehr mit
Verteidigungsexperten aus Regierung, Industrie und den Medien zusammen.«256 Das ist ein
Zitat aus dem Jahresbericht 2013/2014 der Atlantikbrücke.

› Hinweis
Transparent ist da gar nichts. Es sind abgeschottete Veranstaltungen, zu denen Normalbürger keinen
Zutritt haben. Oder versuchen Sie doch einmal, bei der Atlantik-Brücke Einlass zu einer solchen
Veranstaltung zu bekommen, wo unsere Alpha-Journalisten wie selbstverständlich Platz nehmen. Das
alles ist ein Skandal erster Ordnung, weil das USEUCOM (U.S. European Command) in Europa
Kriege plant und die Medien diese Kriegsführung mit Propaganda flankieren sollen. Man sah das gut
nach dem Absturz eines malaysischen Flugzeuges im Sommer 2014 in der Ukraine. Das U.S.
European Command plante für September 2014 eine große Nato-Übung in der Ukraine. In einem
Zeitungsbericht dazu hieß es:

Die US Army Europe und das ukrainische Heer leiten das Manöver, an dem rund 1300 Soldaten
aus 16 Nationen teilnehmen sollen. Es soll auf dem fast 400 Quadratkilometer großen
Truppenübungsplatz bei Javoriv unweit von Lviv stattfinden. Neben Armenien, Aserbaidshan,
Bulgarien, Kanada, Georgien, Großbritannien, Lettland, Litauen, der Republik Moldau,
Norwegen, Polen, Rumänien, Spanien, der Ukraine und den USA soll auch Deutschland Militärs
schicken.257

› Hinweis
Verstehen Sie jetzt, warum unsere »Qualitätsmedien«, die gemeinsam mit dem U.S. European
Command bei »Expertengesprächen« Kriege besprechen (man nennt das dort verharmlosend
»Sicherheitsarchitektur«), bei näherer Betrachtung wohl nichts anderes als beeinflusste Nato-
Propagandisten sind? Mit journalistischer »Unabhängigkeit« hat es wohl nichts mehr zu tun, wenn
man als Journalist »Expertengespräche« des U.S. European Command besucht und anschließend ganz
im Sinne der Nato schreibt.
Im Würgegriff der Geheimdienste

Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden wissen wir: Da draußen gibt
es mit den Vereinigten Staaten einen großen Bruder, der alles über uns weiß. Über jeden von uns.
Solange wir immer schön brav das machen, was er will, ist es ein lieber großer Bruder. Aber wenn
wir mal nicht seiner Meinung sind, dann geschehen Dinge, die man früher für Verschwörungstheorien
gehalten hätte. Professor Werner Weidenfeld kennt diesen großen Bruder besser als viele andere. Er
war schließlich viele Jahre lang der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische
Zusammenarbeit. In der Talkshow Beckmann sagte er uns, wie diese »Freundschaft« zwischen
Deutschland und den USA praktisch funktioniert:

Ich kann Ihnen sagen, in meinen 12 Jahren als Amerikakoordinator habe ich drei Verhaltensweisen
der amerikanischen Regierung erlebt. In dem Moment, wo man mit ihnen einer Meinung ist, sind
wir die besten Freunde, wir umarmen uns, man hat Angst um seine Rippen, weil die Umarmungen
so intensiv sind. Wenn wir in zweitrangigen Fragen nicht einer Meinung sind, dann sagt die
amerikanische Regierung regelrecht‚ und das passiert mit uns, wo bleibt die Dankbarkeit in der
Geschichte, wir haben die Freiheit und Sicherheit der Deutschen erobert und erhalten. Wenn wir
in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind, dann kommt Geheimdienstmaterial auf den Tisch,
das Deutschland belastet und entweder ihr macht mit oder ihr seid dran. (…) Die Amerikaner
haben eine ganz klare Vorstellung ihrer Interessenlage. (…) Und entsprechend wird das umgesetzt.
Das ist die Realität.258

› Hinweis
Klar ist: Seit den 1950er-Jahren haben amerikanische Geheimdienste in Deutschland eine ganze
Reihe privater wohltätiger Stiftungen eingerichtet und finanziert, die vor allem ein Ziel hatten:
Geheimdienstvorposten unter einer Legende aufzubauen, dort Führungsoffiziere als angebliche
Mitarbeiter von Stiftungen unterzubringen und eine zukünftige deutsche Elite proamerikanisch zu
beeinflussen und, wo immer möglich, auch erpressbar zu machen.

Die Nähe amerikanischer Stiftungen zu US-Geheimdiensten wollen wir einmal näher betrachten. Es
könnte ja sein, dass die CIA oder andere amerikanische Dienste bei jedem großen Treffen von
Journalisten, Politikern und Wirtschaftsführern unter der Patenschaft der US-Denkfabriken mit am
Tisch sitzen. Ich habe an Veranstaltungen solcher Organisationen als Fellow teilgenommen. Und ich
habe etwa auf einer sechswöchigen Einladungsreise des German Marshall Fund (sie war offiziell
von der FAZ abgesegnet) wie selbstverständlich Einladungen vom BND-Residenten bekommen und
wurde bei diesen Reisen auch Mitarbeitern amerikanischer Dienste vorgestellt. Es ist kein
Geheimnis, dass der German Marshall Fund beste Beziehungen zu Geheimdiensten unterhält: Als
sich im Juni 2014 der frühere Chef des saudischen und der Ex-Chef des israelischen
Militärgeheimdienstes trafen, da geschah das wie selbstverständlich beim German Marshall

259

Fund.

› Hinweis
Und Karen Donfried, die an der Spitze des Marshall Funds steht, war zuvor in
Obamas Nationalem Sicherheitsrat für Europa zuständig.260

› Hinweis
Auch frühere leitende
Mitarbeiter der Organisation werden als geheimdienstnah dargestellt.261

› Hinweis
Suzanne Woolsey,
Ehefrau des früheren CIA-Chefs James Woolsey, ist Kuratoriumsmitglied/Direktorin beim German
262

Marshall Fund.

› Hinweis
Ach ja: Den Kontakt zu ihrem Mann, dem CIA-Boss James Woolsey,
hatte ich über den German Marshall Fund bekommen.

Dieser German Marshall Fund verhielt sich uns gegenüber ähnlich wie der schon einige Kapitel
zuvor beschriebene Sultan von Oman – der Milliardär. Der German Marshall Fund gab jedem von
uns einen Umschlag mit Bargeld für den Aufenthalt in den USA. Ich durfte mir einen klimatisierten
Mietwagen aussuchen, der Sprit wurde natürlich auch bezahlt. Ebenso die Hotels, Wäschereien, die
Mahlzeiten. Und es gab, wie dem Leser auch schon vom netten Milliardär aus Oman bekannt,
Geschenke. Der Sultan hatte mir, Sie erinnern sich vielleicht, einen privaten Tauchlehrer und die
Ausbildung zum Padi-Rettungstaucher finanziert. Bei der transatlantischen Elitereise des German
Marshall Funds erhielt ich zu meinem Erstaunen beim Besuch einer amerikanischen Firma die
wichtigsten Teile einer Tauchausrüstung überreicht. Die Amerikaner wussten offenkundig ganz genau,
welche Bestechungsgeschenke ich da einige Zeit zuvor in Oman angenommen hatte. Und anschließend
durfte ich mit einem US-Seals-Team die neue Ausrüstung in der Nähe von San Diego bis auf fast 60
Meter Tiefe testen. Es war jene Reise, auf der mich der German Marshall Fund (ich habe das schon
geschildert) mit der Ehrenbürgerurkunde des US-Bundesstaates Oklahoma überraschte. Ich blickte
irgendwann auf der Reise in den USA nicht mehr durch, wer nun wirklich nur vom German Marshall
Fund war und wer eher den US-Geheimdiensten zuzurechnen war. Klar ist nur, und man machte dort
auch kein Geheimnis daraus, dass es enge Verbindungen gab. Ich vermute, dass es heute bei vielen
transatlantischen Organisationen so ist, von denen ja viele mit oder mithilfe von US-Geheimdiensten
gegründet wurden.

Wenn ich im Nahen Osten bei Einsätzen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung unterwegs war,
dann berichtete ich vor dem Hintergrund der früher bei rein zufällig erfolgten »geheimdienstnahen
Gesprächen« getroffenen »Vereinbarungen« in besonderen Situationen zuerst für die Geheimdienste
und erst zuletzt für die FAZ. Zuerst ging bei meinen Auslandsreisen eine wichtige neue Information an
den »Militärattaché« der deutschen Botschaft (meist einen BND-Mann) und an die örtlichen
Amerikaner und erst danach auch an die FAZ.

Ich weiß nicht, ob am Rande von Einladungen der Atlantik-Brücke, etwa als »young leader«, die
ein ähnliches Konzept wie die mir widerfahrenen Einladungen haben, ebenfalls solche Absprachen
getroffen werden oder wurden (vielleicht gar ohne Wissen der Atlantik-Brücke?). Wie man aber ganz
generell in den USA junge deutsche Politiker für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren versucht,
das beschreibt Jutta Ditfurth auf Seite 145 ihres Buches Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie
tun: Die Grünen. Da heißt es:

Obgleich der Abend im offenen Streit endete, blieb unser Gastgeber vom American Institute for
Contemporary German Studies erstaunlich gelassen und fragte mich, ob ich bereit sei, eine Studie
über meine Partei zu verfassen. Ich lehnte ab. Um mich zu überreden, nannte er mir Namen von
Grünen, die kooperationsbereiter waren. Einer hieß Lukas Beckmann, der andere Otto Schily.
Petra Kelly kannte man gut. Es blieb beim Nein. Ich erfuhr in diesen Tagen eine Menge darüber,
welche »Zusatzausbildung« deutschen PolitikerInnen angeboten wird, die man für brauchbare
Führungskräfte hält. Daran musste ich denken, als ich elf Jahre später las, man kenne Fischer gut.
Das ist die übliche Sprachregelung, wie man sie heute zum Beispiel über Verteidigungsminister zu
Guttenberg in den Wikileaks-Dokumenten wiederfindet.263

› Hinweis
Ähnliche Erfahrungen, wie sie Jutta Ditfurth aus den USA beschreibt, habe ich sowohl in den USA als
auch in Deutschland gemacht. Ich kann daher aus eigener Erfahrung sagen, dass man vor allem die
geheimdienstliche Umarmung zunächst über Jahre hin gar nicht spürt. Ich möchte das zwischendurch
mit einer Rückblende auf meine Erfahrungen mit den ersten zarten Anbahnungsversuchen durch den
BND skizzieren – damals ahnte ich noch nicht, dass ich einmal Journalist werden würde:

Anfang der achtziger Jahre studierte ich in Freiburg im Breisgau Rechtswissenschaften und Politik.
Das Wintersemester 1979/80 war fast vorbei, die Semesterferien nahten. Eine Italienreise war
geplant. Und weil das folgende Semester finanziert werden wollte, standen nach dem Urlaub Arbeiten
auf dem Bau oder als Aushilfskellner an. Geldverdienen gehörte zu den Semesterferien dazu, so
wollte ich es auch dieses Mal halten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vom Bundesnachrichtendienst so
viel Ahnung wie jeder andere auch. In meinem Studium spielte er keine Rolle, und ich hatte kein
gesteigertes Interesse an der Arbeitsweise seiner Agenten. Das änderte sich erst viel später. In jener
Zeit waren Professoren noch Respektspersonen, denen man als Student einen Wunsch nicht voreilig
abschlagen sollte. So war es auch selbstverständlich, dass ich mir die Worte einer dieser
Respektspersonen aufmerksam und höflich anhörte, als diese mir kurz vor den Semesterferien nach
einer Vorlesung ein Flugblatt überreichte. Oberflächlich betrachtet sah es zumindest aus wie ein
Flugblatt. Es war eine Einladung. »Daran sollten Sie unbedingt teilnehmen. Und berichten Sie mir
doch, wie es Ihnen gefallen hat«, sagte der Jurist. Ein angesehener Mann. Ein bekannter Mann. Und
ein Mann mit einem Doppelleben. Ob er noch andere Studenten eingeladen oder angesprochen hat,
entzieht sich meiner Kenntnis, denkbar ist es. An einer Einladung zur Fortbildung an sich war
zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. Die Professoren kannten ihre Studenten, wer auffiel, wurde
gefördert. So ist es heute noch. Es gab also für mich keinerlei Grund, mich zu wundern.

Rückblickend weiß ich, dass der ehrenwerte Professor ein Anbahner des BND war. Wie weit er
selbst in das Netz verstrickt war, vermag ich nicht zu sagen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern,
mit ihm später noch Gespräche über diese Anbahnungstreffen geführt zu haben. Sein Flugblatt war die
Einladung für ein »Seminar zur Konfliktforschung«, Themenschwerpunkt: »Einführung in die
Problematik des Ost-West-Konfliktes«. Etwas Langweiligeres hätte ich mir in jenen Tagen wahrlich
nicht vorstellen können. Ich überlegte noch, wie man dem Professor nicht vorhandenes Interesse
plausibel erklären könnte, als wohlklingende Worte mein Ohr erreichten: »Es gibt 20 Mark
Tagesgeld, die Bahnfahrt zum Tagungsort Bonn wird erstattet. Und dort wartet natürlich ein
Hotelzimmer auf Sie. Zum Abschluss noch 150 Mark Büchergeld.« Der Professor hatte schlagartig
ungeheures Interesse geweckt. Acht Stunden Arbeit auf dem Bau brachten maximal 50 Mark. Dagegen
die Aussicht auf ein Hotelzimmer, warme Mahlzeiten und dazu das finanzielle Bonbon – warum hatte
ich eigentlich nie zuvor diese starke innere Sehnsucht verspürt, ein »Seminar zur Konfliktforschung«
zu besuchen? Diese Sehnsucht konnte ich nun nicht einfach unterdrücken. Den Professor freute meine
Zusage sichtlich. Die »Studiengesellschaft für Zeitprobleme« – mittlerweile gibt es sie nicht mehr –
hatte ihren Sitz in Bad Godesberg, einem vornehmen Vorort der damaligen Bundeshauptstadt Bonn,
dort in der Ubierstraße 88. Sie wurde vom Verteidigungsministerium finanziert. Und heute ist längst
bekannt, dass sie mit dem BND in Verbindung stand. Der BND-Kritiker Erich Schmidt-Eenboom hat
viele Jahre später in seinem 1998 erschienenen Buch Undercover – Der BND und die deutschen
Journalisten solche Seminare und die Anwerbungspraxis von Studenten beschrieben. Am 25. Februar
1980 traf ich zum ersten Mal an der Ubierstraße 88 in einem zweistöckigen bürgerlichen Altbau auf
etwa 20 weitere Studenten. Sie waren Studienanfänger wie ich und aus allen Bundesländern
gekommen, um endlich nach den wahren Hintergründen des Ost-West-Konfliktes forschen zu können.
In zum Gähnen langweiligen Referaten erfuhren wir viel über die Sowjetunion und über die DDR.
Wir machten Rollenspiele und verteidigten oder kritisierten dabei den Kommunismus. In Gesprächen
erfuhr ich, dass auch andere Teilnehmer auf ähnliche Weise ihren Weg in die damalige
Bundeshauptstadt Bonn gefunden hatten – sie waren für ein Fortbildungstreffen empfohlen worden.
Ein wenig merkwürdig war es vielleicht, dass wir nie in den ersten Stock des Altbaus gehen durften.
Die Treppe zum geheimnisvollen Obergeschoss war tabu. Wir ahnten damals nicht, dass wir
beobachtet wurden. Im ersten Stock saß ein Mann, dem wir zwar ab und an im Haus begegneten,
dessen Rolle in dem Spiel wir aber nicht kannten. Er nannte sich Schulte – ob das sein richtiger Name
war, weiß ich nicht. Wie sich später zeigte, wusste Herr Schulte ziemlich genau über einen jeden von
uns Bescheid. Die Rollenspiele und endlosen Diskussionen waren nichts anderes als ein gut getarnter
Gesinnungstest durch deutsche Geheimdienste. Wir haben davon nichts bemerkt. Und der damalige
Geschäftsführer der Studiengesellschaft, Rudolf Rothe, gab laut Schmidt-Eenboom später ebenfalls
an, von Herrn Schultes Arbeit nichts gewusst zu haben.

Ich habe genau das später bei meinen Reisen in die USA immer dann wieder erlebt, wenn große und
spendable Organisationen die Reise finanziert – und uns Teilnehmer jede Sekunde in verschiedenen
Situationen ganz genau beobachtet haben. Wenn Jutta Ditfurth über eine »Zusatzausbildung«, die bei
solchen USA-Reisen angeboten wurde, berichtet – dann kann ich das bestätigen. Und genau deshalb
sollte man die Nähe zu solchen Organisationen meiden. Man verliert dort leicht sein Rückgrat.

Warum also gilt die Atlantik-Brücke als CIA-nah? Gibt es dort auch Dinge, die im Verborgenen
passieren? So, wie ich es in anderer Form bei der Studiengesellschaft für Zeitprobleme erlebt habe?
Es gibt Menschen, die haben ihre Meinung geändert und der Atlantik-Brücke wieder den Rücken
gekehrt. Dazu gehört die Grüne Katrin Göring-Eckardt. Sie war zunächst eher naiv und sagte:

Ich bin, wie einige andere GRÜNE, Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke. Die Atlantik-Brücke ist
ein Verein, der – wie in seiner Satzung festgeschrieben – der Förderung der Völkerverständigung
dient. Es handelt sich um einen eingetragenen Verein, der auf der Grundlage des Vereinsrechtes
arbeitet (damit genauso demokratisch ist wie ein Sportverein o. Ä.) und Konferenzen und
Hintergrundgespräche zu außenpolitischen Themen, insbesondere den transatlantischen
Beziehungen, anbietet. Das sind Themen, die für uns GRÜNE wichtig sind und zu denen wir mit
JournalistInnen, Leuten aus der Wirtschaft und politischen MitbewerberInnen im Gespräch
bleiben sollten, in diesem oder in anderem Rahmen.264

› Hinweis
Sie war dort 2009/2010 sogar Vorstandsmitglied. Inzwischen heißt es, dass sie dort ausgetreten
sei.265

› Hinweis
Auch Claudia Roth, die von 2005 bis 2010 in der Atlantik-Brücke war, erklärte
mittlerweile ihren Austritt.266

› Hinweis
Auch Cem Özdemir sagt, er habe damit nichts mehr zu tun.267
› Hinweis
In einer neueren Broschüre der Atlantik-Brücke wird Cem Özdemir aber als einer der
prominentesten Absolventen des »young leaders«-Programms genannt.268

› Hinweis
Özdemir erklärte
einen Interviewer, der ihn zur Atlantik-Brücke und den »young leaders« fragte, zu einem
Verschwörungstheoretiker, den man behandeln müsse.269

› Hinweis
Özdemir sagt in dem Interview
allen Ernstes: »Verschwörungstheorien sind etwas, was man medizinisch behandeln sollte, da bin ich
von der Politik der falsche Adressat. (…) Es würde mich eher interessieren, was ihr Therapeut dazu
sagt.« Auf Seite 47 des Jahresberichts 2010/2011 der Atlantik-Brücke ist Cem Özdemir allerdings
mit Bild und Namen in Zusammenhang mit dem »young leaders«-Programm abgebildet und erwähnt.
Vielleicht verklagt Cem Özdemir ja die Atlantik-Brücke dafür, dass diese ihn als einen der
prominentesten Nachwuchskräfte im »young leaders«-Programm auflistet.270

› Hinweis
Die Berliner Zeitung hat zu den Merkwürdigkeiten und der Verschwiegenheit der Atlantik-Brücke
einmal geschrieben:

»Dass von den Aktivitäten der Atlantik-Brücke wenig in der Öffentlichkeit bekannt wird, ist
Absicht. Es ist kein Verein, der nach außen wirken will. Vielmehr wird in aller Stille agiert, was
dem Verein zuweilen das Image eines Geheimbundes verleiht – und den Ruf eines elitären Clubs.
Um eine Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke bewirbt man sich nicht, man wird dazu
aufgefordert. Ihr Einfluss gilt als bedeutend. Die Atlantik-Brücke wird unterstützt von allen großen
deutschen Unternehmen. Die Namensliste des Vorstands (…) liest sich wie ein Who’s who der
Politik und Wirtschaft. Und auf der anderen Seite des Atlantiks engagieren sich nicht weniger
einflussreiche Gesprächspartner.«271

› Hinweis
Heute hat die Atlantik-Brücke ungefähr 500 Mitglieder, davon etwa die Hälfte aus der Wirtschaft,
rund 100 aus der Politik, der Rest aus Wissenschaft, Verbänden, Gewerkschaften und vor allem den
Medien.
Die Namen:
Umstrittene Kontakte

Journalisten erklären uns die Welt, beeinflussen unsere Meinung, machen Politik. Wer aber erklärt den
Journalisten die Welt, beeinflusst ihre Meinung und macht somit Politik? Dazu gehört ganz sicher auch
die Atlantik-Brücke. Deren Mitglieder sorgen dafür, dass die öffentliche Meinung ganz im
proamerikanischen Sinne des Vereins beeinflusst wird. Und genau deshalb werden auch immer
wieder Spitzenjournalisten, besonders gern von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF, zu
den Treffen und Reisen der Atlantik-Brücke oder Gesprächen mit Mitgliedern eingeladen. Allein in
den Jahren 2006 bis 2012 werden in den Jahresberichten 88 Journalisten namentlich erwähnt, davon
allein 26 aus dem Bereich der Öffentlich-Rechtlichen. Nachfolgend die Liste dieser Journalisten.
Hier wird nicht behauptet, dass sie Mitglieder oder »young leader« der Organisation sind oder
waren. Nur der von der Atlantik-Brücke behauptete Kontakt wird unter Zugrundelegung der
Jahresberichte 2006/2007 bis 2011/2012 der Atlantik-Brücke sowie weiterer Dokumente der
Atlantik-Brücke mit dieser Liste dokumentiert:272

› Hinweis
Name
Vorname
Funktion
Schönenborn Jörg ARD – Chefredakteur WDR-Fernsehen
Deiß Matthias ARD – Hauptstadtstudio
Roth Thomas ARD – Korrespondent New York
Mikich Sonia ARD – Leiterin der Programmgruppe Inland des WDR – Monitor
Wabnitz, Dr. Bernhard ARD – Moderator Weltspiegel
Hassel Tina ARD – Studio Washington seit 01.07.2012
Zamperoni Ingo ARD – Tagesthemen, Nachtmagazin
Ehni Ellen ARD – WDR Fernsehen – Leiterin der Programmgruppe Wirtschaft und Recht
Jahn Frank ARD-Korrespondent London
Wilhelm Ulrich Bayerischer Rundfunk – Intendant
Schoeller Olivia Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau – Leiterin Ressort Panorama zuvor USA
Korrespondentin
Diekmann Kai Bild-Zeitung – Chefredakteur
Kallen, Dr. Paul-
Bernhard
Burda Media – Vorstandsvorsitzender
Pleitgen Frederik CNN, davor ZDF, RTL, n-tv
Feo de, Dr. Marika Corriere della Sera – Deutschlandkorrespondentin
Aslan Ali Deutsche Welle TV
Meurer Friedbert Deutschlandradio – Ressortleiter Redaktion Zeitfunk
Stürmer,
Prof. Dr.
Michael Die Welt – Chefkorrespondent, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur – Autor
Sommer Theo Die Zeit – Herausgeber, seit 2000 Editor-at-Large
Joffe Josef Die Zeit – Herausgeber
Naß Matthias Die Zeit – Internationaler Korrespondent
Brost Marc Die Zeit – Leiter Hauptstadtbüro
Ross Jan Die Zeit – Redakteur
Stelzenmüller,
Dr.
Constanze Die Zeit – Redakteurin, Leitung des Berliner Büros des German Marshall Fund, seit
2009 Senior Transatlantic Fellow
Klingst Martin Die Zeit – US-Korrespondent
McLaughlin Catriona Die Zeit-Referentin der Geschäftsführung, Zeit online
Heckel Margaret ehem. Welt – Welt am Sonntag – Financial Times Deutschland Politikchefin, seit 2009 freie
Journalistin und Buchautorin
Busse Dr. Nikolas Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankenberger Klaus-
Dieter
Frankfurter Allgemeine Zeitung – Redakteur
Wrangel, von Cornelia Frankfurter Allgemeine Zeitung – Redakteurin
Kammerer Steffi Freie Journalistin, schreibt für Stern, Süddeutsche Zeitung, Spiegel, Spiegel online, Park
Avenue
Seligmann Rafael Freier Journalist – publiziert in Spiegel, B.Z., Welt, Bild, Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung, Jüdische Allgemeine, Atlantic Times
Schulte-Hillen Gerd Gruner und Jahr – Bertelsmann bis 2003
Inacker, Dr. Michael J. Handelsblatt – stellvertr. Chefredakteur
Steingart Gabor Handelsblattgruppe – Geschäftsführung
Klasen-
Bouvatier
Korinna Jungle World
Marohn Anna NDR – Persönliche Referentin von Intendant Lutz Marmor
Diehl Julia NDR – Redakteurin
Bremer Heiner n-tv – Moderator »Das Duell«, Stern Chefredakteur
Kolz Michael Phoenix – Leiter Redaktion Ereignis 2 – Stellvertr. Programmgeschäftsführer
Augter, Dr. Stefanie Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union, Brüssel,
Pressesprecherin Familienministerium, Wirtschaftswoche, Handelsblatt
Arnold Tim ProSiebenSat1 – Senior Vice President Political Strategy der ProSiebenSat.1 Group
Schremper,
Dr.
Ralf ProSiebenSat1 – CFO Digital & Adjacent
Ebeling Thomas ProSiebenSat1– Vorstandsvorsitzender
Procházková Bára Respekt, Zeitschrift Tschechien
Krauel Thorsten
Wilhelm
Rheinischer Merkur – Ressortleiter Innenpolitik
Ridderbusch Katja schreibt aus Atlanta für Welt, Handelsblatt, Spiegel online, Deutschlandfunk, WDR, The
European
Hoffmann Christiane Spiegel – Leiterin Hauptstadtbüro, FAZ
Hujer Marc Spiegel online
Trautmann,
Dr.
Clemens Springer Verlag – Büroleiter Döpfner
Klaeden von,
Dr.
Dietrich Springer Verlag – Leiter Regierungsbeziehungen
Döpfner, Dr. Mathias Springer Verlag – Vorstandsvorsitzender
Gloger Katja Stern – Korrespondentin, Washington – Ehefrau von Georg Mascolo, ehem. Chefredakteur
Spiegel
Wernicke Christian Süddeutsche Zeitung – US-Korrespondent
Klüver Reymer Süddeutsche Zeitung – USA-Korrespondent
Kornelius Stefan Süddeutsche Zeitung Leiter Ressort Aussenpolitik
Dewitz von Ariane Tagesspiegel
Schäuble Juliane Tagesspiegel
Marschall, von Christoph Tagesspiegel – Korrespondent Washington – Kommentator Deutschlandfunk,
Deutschlandradio, Cicero, Atlantic Times
Rohwedder Cecilie Tagesspiegel – Redakteurin
Rimscha, von Robert Tagesspiegel bis 2004, FDP, 2011 Botschafter Laos
Karnitschnig Matthew Wall Street Journal – Büroleiter Deutschland
Hombach Bodo WAZ-Mediengruppe – Geschäftsführer, Bonner Akademie für Forschung und Lehre
Praktischer Politik (BAPP)
Koll Theo ZDF – Hauptredaktion Außen-, Innen-, Gesellschafts-und Bildungspolitik
Burgard, Dr. Jan Philipp ZDF – Hauptstadtstudio, Morgenmagazin
Kampen van Udo ZDF – Leiter Studio Brüssel
Kleber, Dr. Claus-
Detlev
ZDF – Moderator Heute Journal
Schmiese, Dr. Wulf ZDF – Moderator Morgenmagazin
Jobatey Cherno ZDF – Morgenmagazin
Theveßen Elmar ZDF – Stellvertretender Chefredakteur – Leiter Hauptredaktion Aktuelles

Jeder Leser möge sich selbst ein Urteil bilden und entscheiden, ob die vorgenannten Journalisten bei
transatlantischen Themen wirklich unabhängig und überparteilich berichten, oder ob sie vielleicht
beim ein oder anderen Bericht eine bestimmte Sicht, vor allem proamerikanisch, vermitteln. Die
Atlantik-Brücke würde das dann sicher begrüßen und wohl auch ganz normal finden.

Aber schauen wir uns diese Kontakte zur Atlantik-Brücke an einem ganz konkreten Beispiel doch
einfach einmal genauer an. Da erscheint in der oben abgedruckten Tabelle etwa der FAZ-Journalist
Nikolas Busse. Die Leser kennen seinen Namen schon aus der peinlichen Geschichte im Kapitel »Gut
geschmiert: Das anrüchige System hinter Journalistenpreisen«, wo Uranmunition für das
Verteidigungsministerium reingewaschen wurde.

In der Selbstdarstellung schreibt Journalist Busse bei der FAZ über sich: »Im November 1998
Eintritt in die politische Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2007 Entsendung nach
Brüssel als Korrespondent für die Nato und die EU. Seit September 2014 stellvertretender
verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik in der Frankfurter Zentrale.«273

› Hinweis
Der Journalist
hat also eine verantwortungsvolle Aufgabe und sollte peinlichst darauf achten, völlig neutral
aufzutreten.

Doch weit gefehlt. Journalist Busse hat, was sein offizieller FAZ-Lebenslauf verschweigt, im
Februar 2003 in einer von der Atlantik-Brücke in der New York Times geschalteten großen Anzeige
einen Treueschwur auf die Vereinigten Staaten geleistet; so lese ich jedenfalls den Inhalt einer
riesigen Anzeige »A Message to the People of the United States of America« von Freunden und
Mitgliedern der Atlantik-Brücke, unter der auch sein Name steht.274

› Hinweis
Bevor wir zu den Einzelheiten des Aufrufes von Busse und der Atlantik-Brücke kommen, hier zur
Erinnerung: Die genannte Zeitungsanzeige wurde wenige Tage vor dem völkerrechtswidrigen
Einmarsch amerikanischer Truppen vom März 2003 in den Irak geschaltet. Der damalige US-
Verteidigungsminister Colin Powell hatte dem UN-Sicherheitsrat gerade gefälschte »Beweise«
vorgelegt, wonach der Irak angeblich Massenvernichtungswaffen besaß. Und nicht nur die deutsche
Bundesregierung war gegen den Irakkrieg der Amerikaner. Millionen Demonstranten gingen auf die
Straßen, um gemeinsam mit deutschen Politikern parteiübergreifend gegen den drohenden
Angriffskrieg zu demonstrieren. Und in genau dieser Situation sendete der für Sicherheitspolitik
zuständige FAZ-Mitarbeiter Busse über die Atlantik-Brücke in der New York Times eine »Message«
an das amerikanische Volk. Liest man die Anzeige komplett, dann ist sie aus meiner subjektiven Sicht
nichts anderes als eine Verpflichtungserklärung zur Treue für die transatlantische Partnerschaft. Und
zwar für den absehbaren Fall, dass die USA völkerrechtswidrig den Angriffskrieg gegen den Irak
führen würden (was sie dann ja auch taten). In genau jenem März 2003 erschien übrigens in der FAZ
nach 17 Jahren auch der letzte Artikel von mir. Ich empfand die proamerikanische Kriegshetze der
FAZ in Anbetracht der vielen absehbaren Toten damals als ungeheuerlich. Und weil ich ohnehin einen
schweren Unfall hatte, bei dem die Nerven meines rechten Beins durchtrennt worden waren, legte
man mir einen Aufhebungsvertrag vor. Aber dazu kommen wir später noch bei den persönlichen
Erfahrungen.

Zurück zur »Message« der Anzeige, also der Botschaft an das amerikanische Volk. Sie war eindeutig:
Nikolas Busse bekundet dort vor dem Irakkrieg als einer von mehreren Unterzeichnern namentlich, er
werde »keine Mühe scheuen«, damit das »Band zwischen Deutschland und Amerika künftigen
Generationen erhalten bleibt«. Der Mann betont seine »Verbundenheit mit den Vereinigten Staaten«.
Und er verkündete seinen Willen, die Gemeinschaft der Werte mit den USA »zu verteidigen«. Ich
weiß nicht, ob Busse mit der »Gemeinschaft der Werte« die seit vielen Jahren bekannte exzessive
Spionage der Amerikaner in Deutschland meint, die auf Befehl des US-Präsidenten ohne
Gerichtsverfahren durchgeführten extralegalen Tötungen von Menschen oder die grausamen
Hinrichtungen in US-Gefängnissen. Ich bin als Autor dieses Buches überzeugt davon, dass diese
angebliche »Wertegemeinschaft« in großen Teilen nur ein Propagandaprodukt der US-Amerikaner ist.
Wie Millionen Demonstranten es auf den Straßen 2003 bezeugten, teilt nicht jeder die Kriegshetze der
USA, wenn es darum geht, Rohstoff-und Machtinteressen durchzusetzen. Ich finde es auch vor diesem
Hintergrund beschämend, dass ein FAZ-Mitarbeiter Nato-Korrespondent wurde, nachdem er einen
solchen Treueschwur vor einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geleistet hatte. Der wurde im
Februar 2003 auf Veranlassung der Atlantik-Brücke neben der New York Times ja auch in deutschen
Leitmedien wie etwa der FAZ und der Welt abgedruckt, war also nicht nur in den USA bekannt,
sondern auch Busses Frankfurter Arbeitgeber.275

› Hinweis
Zu jenem Zeitpunkt war Busse in der FAZ
schon für »Sicherheitspolitik« zuständig.

Natürlich darf man als Journalist Aufrufe unterschreiben. Ich habe aber bei der Presseabteilung der
russischen und der chinesischen Botschaft in Berlin nachgefragt, ob Busse ähnliche Aufrufe (etwa bei
der Krimkrise) auch zugunsten von Moskau oder bei asiatischen Auseinandersetzungen zugunsten von
Peking unterzeichnet hat. Hat er nicht. Er hat sich also einseitig nur für Washington festgelegt. Und die
FAZ-Leser sollten das alles über den Nato-Berichterstatter Busse wissen. Kennt man den
geschilderten atlantischen Treueschwur vor dem US-Angriffskrieg gegen den Irak auf die USA, dann
liest man schließlich Busses Nato-Berichte seither mit ganz anderen Augen. Ich betrachte Busse
jedenfalls persönlich seither als verlängerten Arm der Nato-Pressestelle.

Man muss zudem über Busse wissen: An der Entstehung der viel diskutierten und umstrittenen
Studie »Neue Macht – Neue Verantwortung«, einer gemeinsamen Initiative der US-Lobbyorganisation
German Marshall Fund of the United States und der Stiftung Wissenschaft und Politik, gefördert
durch den Planungsstab des Auswärtigen Amts, Ende des Jahres 2013 erschienen, hat auch
Leitmedien-Journalist Nikolas Busse teilgenommen.276

› Hinweis
Kritiker sehen die Studie als eine
Unterstützung zur Rückkehr des deutschen Militarismus – unter Druck aus Washington.277
Busse schreibt aus dieser Sicht so, wie es die Amerikaner freut.278

› Hinweis
› Hinweis
Verheerend ist es, wenn so einer auch noch öffentlich als vermeintlich Neutraler im Fernsehen
auftaucht oder Veranstaltungen moderiert. Und genau das macht Busse, ob bei der Deutschen
Nationalstiftung zum Thema »Welche Reformen braucht Europa?« oder bei der ARD. Dort übrigens
gern im ARD-Presseclub zusammen mit Tina Hassel, die den Lesern dieses Buches ebenfalls schon
von der Atlantik-Brücke her bekannt ist.279

› Hinweis
Da diskutieren dann im Fernsehen zwei Freunde
des Lobbyvereins Atlantik-Brücke, der, wie wir oben gerade anhand der Anzeige gesehen haben,
auch Washingtons Kriege propagandistisch unterstützt – und der Zuschauer weiß das nicht.

Übrigens, ehe ich es vergesse: Den Treueschwur auf die Vereinigten Staaten leistete in der oben
erwähnten Anzeige von Freunden und Mitgliedern der Atlantik-Brücke neben FAZ-Nato-Mann Busse
auch ZDF-Mann Theo Koll. Wenn Sie also mal wieder das Auslandsjournal oder eine andere von
Theo Koll moderierte Sendung sehen, dann wissen Sie, wofür er steht. Er »verteidigt« laut Atlantik-
Brücke die angebliche Wertegemeinschaft mit den USA. Und zwar auch dann, wenn die USA aus
Macht-und Rohstoffgründen in einen völkerrechtswidrigen Krieg ziehen. Mit dem Zweiten sieht man
also vielleicht doch etwas einseitiger, oder? Der Türke Akif Pirinçci formulierte die hier angedeutete
mögliche Voreingenommenheit des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF einmal weitaus drastischer. Er
sagte 2014 im ZDF live in die Kamera: »Mit dem Arschloch sieht man besser«. Das ZDF hat das
politisch unkorrekte Interview natürlich sofort zensiert und geschnitten.280

› Hinweis
Bei ZDF-Mann Theo Koll und FAZ-Mann Nikolas Busse war die Bekundung der tiefen Treue zu den
transatlantischen Beziehungen nicht etwa ein einmaliger Ausrutscher: Beide Journalisten haben sich
in einer am 17. April 2002 in der Tageszeitung Die Welt auf Seite 6 geschalteten großen Anzeige
ausdrücklich bei der Atlantik-Brücke für »die großartigen Chancen und Möglichkeiten, die sie uns für
unseren beruflichen und persönlichen Werdegang eröffnet hat«, bedankt. In der gleichen Anzeige der
Atlantik-Brücke bedankte sich auch die damals in Teheran ansässige FAZ-Korrespondentin Christiane
Hoffmann für die vorgenannte berufliche Hilfestellung, zudem Katja Gloger (damals Stern), Malte
Lehming (Tagesspiegel, US-Korrespondent), Rüdiger Löwe (Bayerischer Rundfunk), Eckart Stuff
(Ausbildungsleiter des SFB), Christian Wernicke (Europakorrespondent der Süddeutschen Zeitung in
Brüssel), Sabine Ulbrich (Korrespondentin von N24 und SAT1 in Washington), Margaret Heckel
(Financial Times Deutschland), Matthias Naß (Stellvertretender Chefredakteur der Zeit) und Anke
Plättner (Journalistin, Köln). Die Unterstützung der Atlantik-Brücke für »die großartigen Chancen und
Möglichkeiten, die sie … [den vorgenannten Journalisten für deren] beruflichen und persönlichen
Werdegang eröffnet hat«, klingt für mich irgendwie so, als ob diese ihre Positionen auch der Atlantik-
Brücke zu verdanken haben. Oder wie versteht das ein neutraler Dritter wie Sie als Leser? Helfen
transatlantische Organisationen also beim »beruflichen Werdegang« von Journalisten? Was läuft da
eigentlich im Hintergrund?

Zurück zur Atlantik-Brücke. Vielleicht haben die hier weiter oben in der Tabelle namentlich
genannten Journalisten auch einfach keine Ahnung davon, bei wem sie da aufgetaucht sind. Denn es
gibt ja schließlich auch Journalisten, welche die »Nachrichtenagentur« UPI für eine ganz normale
Nachrichtenagentur halten. Dabei gehört diese ja zur Moon-Sekte.281

› Hinweis
Viele Journalisten
wissen das schlicht nicht. Man kann sie also leicht täuschen und auch mit gut klingenden Namen wie
»Atlantik-Brücke« Menschen ködern.

Die taz hat mit Blick auf solche Organisationen wie die Atlantik-Brücke 2013 einen Bericht mit
den Worten überschrieben: »Journalisten unter Einfluss – Böse Kontakte«. Dort heißt es: »Schreiben
Deutschlands Alpha-Journalisten einseitig, weil sie sich mit der politischen Elite gemein machen?
Eine Studie behauptet jetzt: Ja.«282

› Hinweis
Die dort aufgeführte Doktorarbeit von Uwe Krüger
untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Netzwerke der
wichtigen Menschen in Wirtschaft, Politik und Journalismus. Zu diesen Netzwerkorganisationen
gehört eben auch die Atlantik-Brücke. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten
Journalisten nach der Studie über die Netzwerke oft die Positionen der Herrschenden. Und nach Uwe
Krüger spitzt sich überall in Europa und in der ganzen Welt der Konflikt »Elite gegen das Volk« zu.
Dabei stehen die Journalisten allzu oft auf der Seite der Eliten.
Peinliche Lobhudeleien

Jetzt wollen wir anhand der Bild – Zeitung einmal aufzeigen, wie eine Berichterstattung über die
Atlantik-Brücke, natürlich rein zufällig, in der Realität aussieht. Nehmen wir nur die Rubrik
Gewinner/Verlierer. Die für Normalbürger völlig unwichtige Eliteorganisation Atlantik-Brücke
wurde in der Vergangenheit bei Bild immer wieder unter die »Gewinner« geschmuggelt. Einige
Beispiele aus der Vergangenheit.

Bild vom 12. April 2002:

Gewinner
Ein Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft feiert 50-jähriges Jubiläum: die Atlantik-
Brücke. Verdienst des Vereins: den Dialog zwischen beiden Ländern zu fördern, das politische und
kulturelle Verständnis zu vertiefen. Der Vorsitzende Arend Oetker (63, Foto): »Es ist eine Brücke,
die es immer wieder instand zu setzen gilt.« BILD meint: Was zählt, ist Freundschaft.

Bild vom 18. April 2002:

Gewinner
Ein Mann, der Brücken schlägt: Ex-US-Präsident George Bush (77) erhielt gestern im Berliner
Schloss Charlottenburg den Eric-M.-Warburg-Preis. Die Laudatio hielt Außenminister Joschka
Fischer. Mit dem Preis zeichnet der Verein Atlantik-Brücke Bushs Verdienste um die Beziehungen
zwischen Deutschland und den USA aus. BILD meint: Transatlantisch!

Bild vom 5. Mai 2003:

Gewinner
Wer über das deutsch-amerikanische Verhältnis redet, kommt an Dr. Beate Lindemann (60) nicht
vorbei. Sie kriegt in Washington jeden Gesprächspartner an die Strippe. Die Geschäftsführerin des
Vereins Atlantik-Brücke bemüht sich gerade in diesen Tagen um ein gutes Verhältnis zu Amerika.
Eine wichtige Aufgabe, die sie mit viel Klugheit und Charme meistert. BILD meint:
Transatlantisch!
Bild vom 3. Februar 2004:

Gewinner
Ein Flugkapitän, der Brücken baut: Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber (56) erhält heute in New
York den Vernon-A.-Walters-Award für seine Verdienste um die deutsch-amerikanische
Partnerschaft. Verliehen wird der Preis vom renommierten Verein Atlantik-Brücke. BILD meint:
Über den Wolken muss die Freundschaft wohl grenzenlos sein.

Bild vom 11. Juni 2004:
Gewinner
CDU-Politiker Walther Leisler Kiep (78) ist der neue Ehrenvorsitzende des Vereins Atlantik-
Brücke. Die Mitgliederversammlung (u. a. Otto Graf Lambsdorff, Hilmar Kopper, Rudolf
Scharping) würdigten damit einstimmig Kieps Verdienste um die deutsch-amerikanische
Verständigung. BILD meint: Verdiente Ehre!

Bild vom 16. Juni 2005:

Gewinner
Jetzt bekommt die Atlantik-Brücke Flügel: Dr. Thomas Enders (45), Vorstand beim europäischen
Luft– und Raumfahrtkonzern EADS, wird neuer Vorsitzender des Vereins. Amerika-Freund Enders
studierte in Los Angeles, löst Dr. Arend Oetker nach fünf Jahren ab. Die überparteiliche Atlantik-
Brücke e. V. setzt sich seit 1952 für die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA ein. BILD
meint: Viel Erfolg!

Bild vom 1. Oktober 2005:

Gewinner
Drei hohe Ehrungen in zwei Monaten für Michael Otto (62): Erst der Bertelsmann-Preis für
Jugendförderung, dann der Umweltpreis 2005 und jetzt in New York der Vernon-A.-Walters-Award
der »Atlantik-Brücke«. 54 000 Mitarbeiter des größten Versandkonzerns der Welt können stolz auf
ihren Chef sein. BILD meint: Otto — find‘ ich gut!

Bild vom 10. Oktober 2005:

Gewinner
Sie baut Brücken zwischen Deutschland und Amerika. Dafür erhält Dr. Beate Lindemann heute in
Berlin das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Die Vize-Vorsitzende des Vereins »Atlantik-
Brücke« hat u. a. ein Austauschprogramm ins Leben gerufen, das seit 1990 mehr als 3000
ostdeutschen Oberschülern einen einjährigen Aufenthalt in den USA ermöglichte. BILD meint:
Ehre, wem Ehre gebührt.

Bild vom 15. Mai 2007:

Gewinner
Bei den Verhandlungen zur deutschen Einheit zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs
und den beiden deutschen Staaten spielte Condoleezza Rice (52) 1990 eine entscheidende Rolle.
Dafür bekommt die heutige US-Außenministerin am 31. Mai den Eric-M.-Warburg-Preis von der
Atlantik-Brücke e. V. verliehen. Die Laudatio hält der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl. BILD
meint: Der Preis ist Rice!

Bild vom 1. Juli 2009:
Gewinner
Ehrenvolle Aufgabe für Friedrich Merz (53): Der streitbare Politiker ist neuer Vorsitzender der
angesehenen Atlantik-Brücke. Merz übernimmt das Amt von Airbus-Chef Enders. Die Atlantik-
Brücke ist ein Zusammenschluss von Wirtschaftsführern, Politikern u. a. in Deutschland und den
USA mit dem Ziel, die deutsch-amerikanische Freundschaft zu fördern. BILD meint: Top-Mann für
eine Top-Aufgabe!

Bild vom 30. Juni 2010:

Gewinner
Der alte und neue Vorsitzende der Atlantik-Brücke heißt Friedrich Merz (54). Der Anwalt und
Wirtschaftsexperte wurde gestern auf der Mitgliederversammlung des Vereins mit großer Mehrheit
wiedergewählt. Die Atlantik-Brücke setzt sich seit ihrer Gründung 1952 für die deutschamerikanische
Freundschaft ein. BILD meint: Brückenbauer!

Man könnte die Auflistung immer weiter fortsetzen. Noch interessanter wird es, wenn man sich Fotos
betrachtet.

Am 27. Februar 2009 berichtete Bild etwa auf Seite 2 mit Foto über eine Erklärung der Atlantik-
Brücke aus Mumbai. Dazu druckte man ein Foto ab. Aber es war nicht das komplette Gruppenfoto.
Der Mann ganz links auf dem Originalfoto ist Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild – Zeitung,
Mitglied der Atlantik-Brücke. Der aber wurde für Bild herausgeschnitten.283

Wie sehen Sie
als Leser solche »Zufälle«? Übrigens ist Kai Diekmann keineswegs der einzige Atlantiker in der
› Hinweis
Chefetage von Bild. Auch der heutige stellvertretende Bild – Chefredakteur Bela Anda, der früher
auch schon mal Chef des Bundespresseamts war, bekannte einmal in einem Interview, er sei Mitglied
der Atlantik-Brücke.284

Wie begann doch die Berliner Zeitung einen Bericht über die
Macht der Atlantik-Brücke unter der Überschrift »Die Kontakte reichen bis ins Weiße Haus«:
› Hinweis

Regierungssprecher Bela Anda duzt sie und Bild-Chefredakteur Kai Diekmann auch. Alt-
Bundeskanzler Helmut Kohl lässt sich gerne mit ihr fotografieren und der frühere US-Präsident
George Bush, der Ältere, nennt sie verbindlich »Dear Beate«. Beate Lindemann ist keine
Politikerin, sie führt kein Wirtschaftsunternehmen und ist keine Verlegerin, und dennoch steht sie
häufig an der Seite der Mächtigen: Beate Lindemann ist die geschäftsführende stellvertretende
Vorsitzende eines der einflussreichsten Netzwerke dieser Republik, der Atlantik-Brücke. 1952
gegründet, ist es oberstes Ziel der Atlantik-Brücke, die deutsch-amerikanische Freundschaft zu
pflegen und zu festigen.285

› Hinweis
Am Schluss dieses Kapitels kann man sich wohl kaum noch des Eindrucks erwehren, dass krakenhafte
Organisationen mit umstrittener Geheimdienstnähe wie die Atlantik-Brücke, in deren Vorstand Bild –
Chef Kai Diekmann sitzt 286 › Hinweis , vorsichtig ausgedrückt, einen Einfluss auf unsere Medien
haben. »Qualitätsjournalismus Fehlanzeige: Journalisten als Lobbyisten« – so sieht das Fachblatt
Meedia die Tätigkeit der Organisation. Und fragt: »Journalisten lassen sich Meinung nicht von den
Lesern vorschreiben – vielleicht aber von Organisationen?«287

› Hinweis
Vom Journalisten zum
Propagandisten ist es offenkundig nicht weit.

darüber
› Hinweis
Undercover Macht:
Klassische Propagandatechniken
Der schon erwähnte Wissenschaftler Uwe Krüger hat seine Doktorarbeit über den Einfluss der Eliten
auf deutsche Journalisten verfasst. Krüger zeigt die Netzwerke der wichtigen Menschen in Wirtschaft,
Politik und Journalismus auf. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten bestimmte
Journalisten demnach oft die Positionen der Herrschenden. Krüger sagt in einem Interview mit
Michael Voregger:

Ich war selber Journalist und wurde an der Universität mit hohen Idealen gefüttert – von
Unabhängigkeit, Kritik und Kontrolle. Als ich dann medienjournalistisch tätig war, also über
Journalismus und Journalisten berichtet habe, stieß ich auf eine geheime Konferenz – die
jährliche Bilderberg-Konferenz. Dort treffen sich Politiker, Militärs, Wirtschaftsführer und
Journalisten aus Nordamerika und Westeuropa. Über diese Konferenz war damals kaum etwas
bekannt, die anwesenden Journalisten berichteten

nicht. Für mich begann eine
Spurensuche, was da eigentlich im Hintergrund läuft.288

Auf die Frage, wie nah Journalisten den Eliten unserer Gesellschaft kommen und welche Medien über
besonders gute Kontakte verfügen, antwortet der Wissenschaftler:

Ich habe auf breiter Front Elitenkontakte von Journalisten erfasst. Es waren 64 Journalisten, die
in 82 Organisationen involviert waren, wo auch Eliten aus Politik oder Wirtschaft beteiligt waren.
Besonders heraus stachen die Netzwerke von vier Außenpolitik-Journalisten: dem Außenpolitik-
Ressortleiter der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius, dem verantwortlichen Redakteur für
Außenpolitik der FAZ, Klaus-Dieter Frankenberger, dem Chefkorrespondenten der Welt, Michael
Stürmer, und dem Mitherausgeber der Zeit, Josef Joffe. Die waren in außen-und
sicherheitspolitischen Think Tanks, US-und Nato-affinen Vereinen und vertraulichen Runden
involviert, in denen sie teilweise immer auf dieselben Leute trafen.289

› Hinweis
Krüger bestätigt Aussagen, die man früher wohl für Verschwörungstheorien gehalten hätte, sagt etwa:

Es gibt offensichtlich einen hohen individuellen Nutzen für Journalisten:
Hintergrundinformationen, Orientierung, exklusive Kontakte, hochrangige Interviewpartner. Ich
sehe aber nur einen eingeschränkten Nutzen für Leser und Zuschauer. Die bekommen das Wissen
ja nicht in Form von Berichten und Reportagen aus diesen Hintergrundzirkeln vermittelt, sondern
das Wissen und auch die Perspektive der Eliten. Das fließt in Kommentare und Leitartikel ein, von
denen man glaubt, sie seien von unabhängigen und kritischen Journalisten verfasst. Das kann
auch absolut kontraproduktiv werden, wenn Journalisten integraler Teil von vertraulichen
Politikplanungsprozessen sind, über die sie sich verpflichten zu schweigen. Denn Eliten schaffen
im vertraulichen Rahmen Spannungen aus der Welt und finden einen Konsens, bevor die
öffentliche Diskussion überhaupt beginnen kann. Der Journalist aber ist Anwalt der
Öffentlichkeit.290

› Hinweis
Wissenschaftler Krüger sagt, dass bestimmte Journalisten und Medien sich von ihrer Kontrollfunktion
entfernt haben:

Je näher sie den Machthabern und Entscheidern kommen, desto weiter entfernen sie sich von
Kritik und Kontrolle. Die Nähe ist meist erkauft mit Konformität. Da muss man diskutieren, wie
groß der Abstand zwischen Journalisten und Eliten sein soll. Wollen wir, dass unsere größten und
einflussreichsten Medien eine starke Schlagseite in Richtung der Eliten haben, oder wollen wir
eher neutrale Beobachter, Kritiker und Kontrolleure haben – die aber vielleicht nicht immer die
heißesten Indiskretionen und neuesten Insider-Informationen aus dem Elitenmilieu haben? 291

› Hinweis
Krüger spricht in dem Interview von einer »Parteinahme« der von ihm untersuchten Journalisten und
weist darauf hin, dass die renommierte Zeitung New York Times in ihrem Ethikkodex einen Paragrafen
habe, wonach Journalisten sich nicht in Organisationen engagieren dürfen, die selbst
nachrichtenwürdige Aktivitäten entfalten oder die mit Politik und Wirtschaft zusammenhängen. Krüger
sagt: »Sie dürfen nicht in Beiräten oder Kuratorien sitzen. Sie dürfen sich lediglich in der
journalistischen Aus-und Weiterbildung engagieren. Das ist ein Reinheitsgebot, das ich gerne auch in
Deutschland verankert sähe.«

Albrecht Müller, ehemaliger Planungschef im Bundeskanzleramt, hat die obigen Aussagen von
Krüger sorgfältig studiert und analysiert. Er spricht von der »US-nah organisierten Gleichschaltung
wichtiger Leitmedien« in Deutschland.292

› Hinweis
Der einflussreiche Müller fordert:

Es ist wichtig, über die organisierte Gleichschaltung vieler Medien aufzuklären. Es ist wichtig, auf
diese Weise die Glaubwürdigkeit dieser Medien zu erschüttern. (…) Deshalb die herzliche Bitte:
Klären Sie auf über die Abhängigkeit vieler deutscher Medien von den Herrschenden und einer
militärorientierten herrschenden Ideologie, die übrigens immer auch eine innenpolitische und
gesellschaftspolitische Seite hat. Nennen Sie Namen. Denn die laufende Agitation ist nicht
namenlos. Sie wird von Personen organisiert und getragen. Die Glaubwürdigkeit dieser Personen
muss im Mark erschüttert werden.293

› Hinweis
Nachfolgend eine Tabelle mit Namen von einflussreichen deutschen Journalisten, die in
transatlantisch ausgerichteten außen-und sicherheitspolitischen Eliteorganisationen eingebunden
waren oder sind. Diese Tabelle ist ein Auszug aus dem Buch von Uwe Krüger (siehe dort die Seiten
119–122):

Medium Name Organisation, in der der Journalist zwischen 2002 und 2009
involviert war
ZEIT Josef Joffe American Academy in Berlin
American Council on Germany
American Institute for Contemporary German Studies
Aspen Institute Deutschland
Atlantik-Brücke
Bilderberger
Europe’s World
Goldman Sachs Foundation
Hypovereinsbank
International Institute for Strategic Studies
»Internationale Politik«
Münchner Sicherheitskonferenz
»The American Interest«
Trilaterale Kommission
ZEIT Matthias Naß Atlantik-Brücke
Bilderberg
ZEIT Marc Brost Atlantik-Brücke
Süddeutsche
Zeitung
Stefan Kornelius American Institute for Contemporary German Studies
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Deutsche Atlantische Gesellschaft
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
»Internationale Politik«
Körber-Stiftung
Münchner Sicherheitskonferenz
ZDF Claus Kleber Aspen Institute Deutschland
ZDF Peter Frey Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Körber-Stiftung
BILD Kai Diekmann Atlantik-Brücke
FAZ Klaus-Dieter
Frankenberger
Atlantische Initiative
Bundesakademie für Sicherheitspolitik
Institut für Europäische Politik
Münchner Sicherheitskonferenz
Trilaterale Kommission
FAZ Günther Nonnenmacher Centrum für angewandte Politikforschung
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
International Institute for Strategic Studies
Internationale Politik
Valdai Discussion Club
Walter-Rathenau-Institut
FAZ Frank
Schirrmacher (gest. Juni
2014)
Herbert-Quandt-Stiftung
M100 Sanssouci-Colloquium
WELT Michael Stürmer Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
European Council on Foreign Relations
German British Forum
Münchner Sicherheitskonferenz
Valdai Discussion Club

Die genannten Personen waren nach Angaben der überarbeiteten Version der Doktorarbeit von Uwe
Krüger (»Meinungsmacht«) in vergangenen Jahren auf verschiedene Weise mit den genannten
Institutionen verwoben, etwa durch Mitgliedschaft in Vereinen, Beirat oder Kuratorium oder
beispielsweise auch mit der Teilnahme an Konferenzen, Pressegesprächen oder vertraulichen
Unterredungen.
Grundsätzlich fiel dem Medienwissenschaftler Krüger auf, dass die FAZ-Journalisten zu den am
besten vernetzten Meinungsmachern in Deutschland gehören. Mitherausgeber Nonnenmacher (Politik)
steht auf Platz 3 der Liste, FAZ-Außenpolitikchef Frankenberger auf Platz 5 und der im Juni 2014
verstorbene FAZ-Mitherausgeber Schirrmacher (Feuilleton) auf Platz 9, während Ex-Bundeskanzler
und Zeit-Mitherausgeber Helmut Schmidt erst auf Platz 15 zu finden ist.294

› Hinweis
FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher ist etwa in der im offiziellen Lobbyisten-
Bundestagsregister (»Lobbyliste«295 › Hinweis ) aufgeführ-ten Organisation »Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik« (DGAP). Nach Angaben von Lobbypedia und in der Eigendarstellung ist
diese Organisation Teil des Lobbynetzwerkes von Transatlantic Policy Network.296
Lobbypedia schreibt dazu: »Das Transatlantic Policy Network (TPN) ist eine Lobbyorganisation
großer europäischer und US-amerikanischer Unternehmen sowie wirtschaftsnaher Netzwerke, die
durch die Einbindung von europäischen und US-amerikanischen Politikern die transatlantische Politik
im Sinne ihrer wirtschaftlichen Interessen beeinflusst. Es versteht sich als Netzwerk seiner NetzwerkMitglieder.
«297

› Hinweis
› Hinweis
Sowohl aus Bundestagsperspektive als auch aus der Perspektive von
Lobbypedia ist der FAZ-Herausgeber Nonnenmacher also nach meiner Sichtweise in einer
Lobbyistenorganisation aktiv (die DGAP selbst bestreitet, eine Lobbyorganisation zu sein).298

› Hinweis
Da kann es nicht verwundern, dass die FAZ und die Lobbyorganisation DGAP wie
selbstverständlich gemeinsame Veranstaltungen durchführen. Auf der Homepage heißt es: »Das
DGAP-Forum Frankfurt wurde 2010 auf Initiative unserer Präsidiumsmitglieder Herbert J. Scheidt
und Prof. Dr. Günther Nonnenmacher gegründet. Unter dem Namen ›DGAP im Dialog‹ veranstaltet
das Forum in enger Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Bank Vontobel
hochkarätige Veranstaltungen in den Räumen der FAZ.«299

› Hinweis
Zu den Lobbyisten im Hause FAZ zählt auch Außenpolitikchef Klaus-Dieter Frankenberger, der 2008
für seine transatlantische Berichterstattung mit dem Medienpreis der Steuben-Schurz-Gesellschaft
belohnt wurde (auf der Webseite heißt es, dass er »die deutsch-amerikanische Verständigung
gefördert« habe300 › Hinweis ). Frankenberger sitzt auch im Beirat der Atlantischen Initiative.301

› Hinweis
Letzteres ist aus meiner persönlichen Sicht wohl eher eine Übertretung der journalistischen
Berufsrolle, lediglich Beobachter zu sein.302
Die Organisation wird immerhin ebenfalls vom Bundestag in der »Lobbyliste« geführt.303

› Hinweis
› Hinweis
FAZ-Außenpolitik-Herausgeber Nonnenmacher und FAZ-Außenpolitik-Ressortleiter
Frankenberger sind also aus meiner Sicht Lobbyisten. Man könnte aus diesen Informationen die
Folgerung ziehen, dass sie ganz bestimmte Interessen eines elitären Netzwerkes verfolgen. Und nun
lesen Sie einmal, womit die FAZ im Selbstportrait wirbt: »Seit ihrer Gründung 1949 legt die F.A.Z.
größten Wert auf ihre Unabhängigkeit.«304

› Hinweis
Immer mehr Leser kehren dieser Art von
»Unabhängigkeit« den Rücken. Die einst so renommierte FAZ verliert jedenfalls rasant an Zuspruch,
und langjährige Leser bestellen das tendenziöse Blatt einfach ab. Immer weniger Menschen wollen
für diese Art der »journalistischen Qualität« noch Geld ausgeben.305

› Hinweis
Denn die Nähe zu den
Netzwerken der Elite beeinflusst ja möglicherweise auch die Berichterstattung.
Eine der wichtigsten Fragen in der Untersuchung von Krüger lautet: Spiegelt sich die
Verbundenheit mit den Eliten der Topjournalisten Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Stefan
Kornelius (Süddeutsche), Josef Joffe (Zeit) und Michael Stürmer (Welt) auch in der Berichterstattung
wider? Krüger sagt dazu:

Ja, mit dieser These von der »kognitiven Vereinnahmung« von Journalisten durch Eliten habe ich
die Arbeit auch begonnen. Und als ich die Artikel der vier untersuchte, stellte ich tatsächlich fest:
Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten und benutzten sogar klassische
Propagandatechniken.306

› Hinweis
Journalisten von FAZ, Süddeutsche, Zeit und Welt nutzen also nach den Erkenntnissen des
Wissenschaftlers »klassische Propagandatechniken«. Wie bitte verträgt sich das mit Pressefreiheit?
Und Krüger nennt noch ganz andere pikante Details für die Vergangenheit:

Es gab in meiner Untersuchung einen Außenpolitik-Ressortleiter, der im Präsidium der Deutschen
Atlantischen Gesellschaft saß, einem Lobbyverein für die Nato. Und es gab Außenpolitik-
Ressortleiter und einen ZDF-Hauptstadtstudioleiter, die im Beirat der Bundesakademie für
Sicherheitspolitik saßen und dort die Bundesregierung in Sicherheitsfragen berieten. Wenn das
nicht mehr ginge, wenn solche Ehrenämter für Journalisten zum Tabu erklärt würden, dann wäre
schon viel gewonnen.307

› Hinweis
Da würde man doch gern wissen, wer da den ethisch gebotenen Sicherheitsabstand zwischen
Journalismus und Eliten ignorierte. Wer also ist der Außenpolitik-Ressortleiter, der in einem
Lobbyverein der Nato saß? Es war nach Angaben von Krüger Stefan Kornelius, Außenpolitikchef der
Süddeutschen.308

› Hinweis
Und wer ist der Außenpolitik-Ressortleiter, der im Beirat der Bundesakademie für
Sicherheitspolitik saß und dort die Bundesregierung in Sicherheitsfragen beriet? Nach Angaben von
Krüger war FAZ-Mann Klaus-Dieter Frankenberger der so aufgefallene Außenpolitik-Ressortleiter.

Eine Stellungnahme wollten die betroffenen Journalisten gegenüber dem Wissenschaftler Krüger,
der einfach einmal grundsätzlich aufgelistet hatte, wie die genannten Journalisten mit solchen Gruppen
verflochten sind, zunächst nicht abgeben, Krüger schreibt:

Den vier Journalisten wurde die Studie zur Kenntnis gegeben, verbunden mit der Einladung, ihre
Sicht der Dinge in separaten Beiträgen für die Buchveröffentlichung darzustellen. Alle vier haben
abgelehnt.309

› Hinweis

Kallmorgen und Bohnen – Dubiose
PR-Fachleute und renommierte Zeitungen

FAZ-Mann Klaus-Dieter Frankenberger war nach den gleichen Angaben von Uwe Krüger auch Beirat
der Atlantischen Initiative, Mitglied im Direktorium des Instituts für Europäische Politik310
und Mitglied der Trilateralen Kommission.311

› Hinweis
› Hinweis
Ich habe mir das alles einmal genauer
angeschaut.

Als Lobby wird die Vorhalle des Parlaments bezeichnet, in der ursprünglich Vertreter
verschiedener Gruppen (Lobbyisten) die Abgeordneten an die Möglichkeit ihrer Abwahl erinnerten
und so eine Form der Kontrolle ausübten und auch Vorteile für bestimmtes Verhalten in Aussicht
stellten. Der Präsident des Deutschen Bundestages führt eine öffentliche Liste, in der sich alle
Verbände, welche ihre Interessen gegenüber dem Bundestag oder der Bundesregierung vertreten
wollen, eintragen lassen können. Die Liste ist öffentlich als »Lobbyliste« einsehbar.312
auf dieser Lobbyliste ist das Institut für Europäische Politik eingetragen.313
Frankenberger war demnach bei einer vom Deutschen Bundestag offiziell als Lobbyistenorganisation

Ebenfalls auf der offiziellen Lobbyliste eingetragen: die
Atlantische Initiative.315 Dort ist der FAZ-Außenpolitikchef Frankenberger ja heute sogar
im Beirat vertreten.316

Schauen wir uns das einmal näher an. Das Institut für Europäische Politik ist aus meiner Sicht eine
Interessenvertretung der EU, weil es eine »strategische Partnerschaft« mit der EU-Kommission hat.
Auf der Homepage heißt es: »Das Institut für Europäische Politik (IEP) ist ein strategischer Partner
der Europäischen Kommission und wird von ihr finanziell unterstützt.«317

› Hinweis
Und es ist eine
Lobbyorganisation jener deutschen Regierungskreise, welche die europäische »Integration« – also
die EU-Erweiterung318

› Hinweis ,
die ja in der Bevölkerung eher nicht beliebt ist, unter dem
Deckmantel von Forschungs-und Integrationsprojekten noch weiter stärken will.

Die ebenfalls in Zusammenhang mit Frankenberger genannte Trilaterale Kommission, auf die wir
noch in einem eigenen Kapitel eingehen werden, ist eine private Interessenvereinigung der
Finanzwirtschaft. Und die Atlantische Initiative ist eine umstrittene pro-amerikanische
Lobbyorganisation319 › Hinweis , die von den Inhabern der PR-Agentur und Unternehmensberatung
Bohnen Kallmorgen & Partner mitgegründet wurde.320

› Hinweis
Schauen wir uns die beiden Gründer der Atlantischen Initiative ein wenig näher an. Der liebe Herr
Kallmorgen leitete in der Eigendarstellung »bis Ende 2007 das Programm Transatlantische
Beziehungen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Nach seinem Examen in
Geschichte und Politikwissenschaften absolvierte er ein Masterprogramm in internationalen
Beziehungen an der Georgetown University in Washington, DC. Während dieser Zeit hat er für
verschiedene Unternehmensberatungen und die Weltbank gearbeitet. Von 2000 bis Anfang 2003 war
er beim Bankhaus Goldman, Sachs & Co. tätig. Kallmorgen ist Mitglied des Young Leader
Programms der Atlantik-Brücke e. V.«.321

› Hinweis
› Hinweis Und
› Hinweis Der Journalist
geführten Gruppierung aktiv.314 › Hinweis
› Hinweis
› Hinweis

Der frühere Goldman-Sachs-Investmentmanager Kallmorgen ist nach Angaben von LobbyControl
auch Lobbyist »einer Lobby-Plattform für Finanzinvestoren und Hedgefonds«, die »unter der gleichen
Büroadresse wie Bohnen Kallmorgen und Partner firmiert«.322

› Hinweis
Auch der liebe Herr Bohnen »ist Gründer und ehrenamtlicher Vorstand der Atlantischen Initiative.
Er studierte an der Georgetown University in Washington, DC (Master of Science), und wurde in
Oxford in Internationaler Politik promoviert. Nach Tätigkeiten u. a. für den amerikanischen Think
Tank CSIS, den Deutschen Bundestag und die Bertelsmann Stiftung, arbeitete er als Pressesprecher
einer Landespartei und Redenschreiber für den Bundesminister für Bildung und Forschung.«323

› Hinweis
Nach Angaben von LobbyControl betreibt eine andere von Kallmorgen und Bohnen gegründete
Lobbyorganisation »eine unsaubere Form der Lobbyarbeit (…), bei der sie sich als etwas verkauft,
was sie nicht ist: Sie verkauft sich als eine hauptsächlich von Wissenschaftlern und Mitgliedern der
Zivilgesellschaft getragene gemeinnützige Initiative, ist aber faktisch die Erfindung einer
Lobbyagentur; sie täuscht die Öffentlichkeit über ihre wahren Ziele und ihre Mitglieder; und sie bleibt
letztlich unklar darüber, wie sie sich finanziert.«324

› Hinweis
Fassen wir zusammen: Die Atlantische Initiative wurde demnach führend von Personen gegründet,
die ganz sicher – extrem höflich und vorsichtig ausgedrückt – umstritten sind: Es sind nach Angaben
von LobbyControl unsauber arbeitende Lobbyisten, welche die Öffentlichkeit in der Vergangenheit
bei ihrer Lobbyarbeit über ihre wahren Ziele getäuscht haben. Und zwar mithilfe von Medien.

Das Schweizer Magazin Saldo hat 2011 unter der Überschrift »Journalisten im Dienst von PR-
Agenturen« darüber berichtet, wie die renommierten Zeitungen FAZ und Süddeutsche Zeitung –
unabhängig von der Atlantischen Initiative – sich von Kallmorgen und Bohnen vor ihren PR-Karren
haben spannen lassen.325

› Hinweis
Da heißt es, eine neue Studie lege nun den Schluss nahe, dass
Artikel aus FAZ und Süddeutscher »die frisierte Botschaft einer PR-Firma verbreiteten«. Gemeint
waren Kallmorgen, Bohnen und deren Lobbynetzwerke. Weiter heißt es zum unkritischen Abschreiben
renommierter Medien von der PR-Agentur: »Die Posse verdeutlicht, wie leicht sich Journalisten von
PR-Firmen für deren Zwecke einspannen lassen.« Kallmorgen und Bohnen sind schon 2011 wegen
ihres irreführenden Auftretens vom PR-Rat abgemahnt worden.326

› Hinweis
Und sie präsentieren
»dubiose« Organisationen als »gemeinnützige Initiativen«, um Beratungsaufträge zu generieren.
Eigen-statt Gemeinnutz. Ein anrüchiges Geschäftsmodell.327

› Hinweis
Und der FAZ-Außenpolitikchef Frankenberger sitzt bei einer von diesen Lobbyisten gegründeten
Organisation, der Atlantischen Initiative, die im Lobbyregister des Bundestages geführt wird, im
Beirat.328

› Hinweis
Er fühlt sich offenkundig (wie auch seine genannten Kollegen bei anderen
Vereinen) im Umfeld von Lobbyistenorganisationen wohl. Albrecht Müller, Ex-Planungschef im
Bundeskanzleramt, sagt über solche Journalisten: »Die Nähe zu den Eliten und zu deren politischer
Orientierung zahlt sich auch für die Karriere der genannten Journalisten aus.« Sie seien »auch dank
ihrer ideologischen Ausrichtung und ihrer Verbundenheit mit den mächtigen Zirkeln der Eliten
beruflich erfolgreich«.329

› Hinweis
Zur Erinnerung: Der Ex-Planungschef des Bundeskanzleramtes spricht bei solchen Journalisten von
der »US-nah organisierten Gleichschaltung wichtiger Leitmedien« in Deutschland.330

› Hinweis
Wenn
Sie also mal wieder die Frankfurter Allgemeine oder andere vorgeblich renommierte Medien vor
sich haben – dann wissen Sie, was möglicherweise von einigen Berichten zu halten ist: Klassische
Propagandatechniken auf Linie mit den Eliten. Da werden Journalisten geistig offenbar von den Eliten
vereinnahmt.

Ein seriöses Unternehmen würde Journalisten, bei denen die hier aufgezeigten Verflechtungen
bekannt und nachweisbar würden, wohl fristlos entlassen. Warum das nicht passiert, ist leicht
nachvollziehbar: Die dafür Zuständigen in der Chefetage sitzen ja selbst in den obskuren Netzwerken
und müssten sich gleich selbst ebenfalls die fristlose Entlassung unterzeichnen. Sie beklatschen den
Filz also noch. Als für »Informationen« zahlender Bürger kommt man sich da mehr als veräppelt vor.
Obamas Trolle:
Die Fünfte Kolonne der USA
Angeblich verfügen wir in Deutschland ja über ein breitgefächertes Angebot an Zeitungen,
Fernsehsendern und anderen Medien mit den unterschiedlichsten Meinungen. Von ganz rechts bis ganz
links. Die Journalisten sind unabhängig von den Gegenständen und den Personen, über die sie
berichten. Nur verpflichtet der objektiven Wahrheit. Und die Realität? In Wahrheit wird die
Meinungsfreiheit offenbar nur noch simuliert.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich die US-amerikanischen Lobbyorganisationen auf
deutschem Boden massenhaft metastasiert. Das hat zur Folge, dass in den deutschen Regierungen
immer häufiger Minister ihre Karriere der Protektion durch US-Seilschaften verdanken. Und auch die
Journalisten werden von den US-Lobbyorganisationen, wie wir gesehen haben und sehen werden,
geistig vereinnahmt.

Im Jahr 2014 las ich in der renommierten Neuen Zürcher Zeitung folgende Passage über angeblich
böse Menschen, welche die Öffentlichkeit Tag für Tag belügen und betrügen:

Ein Artikel der regierungskritischen russischen Zeitung »Nowaja Gazeta« berichtete vor einem
halben Jahr darüber, dass eine »Agentur für Internet-Studien« in St. Petersburg 650 Franken pro
Monat und gratis Essen für Personen anbietet, welche im Internet regelmässig Kommentare im
Sinne des Kremls schreiben. Die Betreiber der Agentur kämen aus dem Umfeld kremltreuer
Jugendorganisationen …331

› Hinweis
Das bewegt. Das geht nahe. Die bösen Russen im Kreml bezahlen junge Menschen dafür, dass diese
im Internet Propaganda für die russische Regierung machen. Ein Skandal. Da bekommen arme Russen
gratis Essen und ein paar Euro im Gegenzug für Propaganda. So etwas verbreitet sich als Nachricht
wie ein Lauffeuer um die angeblich freie Welt. Diese Niederträchtigkeit. Aber halt: Was ist mit jenen
unzähligen deutschsprachigen Journalisten, die – gegen Gefälligkeiten – bereitwillig Propaganda für
proamerikanische Organisationen, für Unternehmen oder für Politiker machen? Warum ist das kein
Skandal, sondern »selbstverständlich«? Fast alle proamerikanischen oder geheimdienstnahen
Organisationen, die in diesem Buch erwähnt werden, haben Blogs, auf denen auch deutsche
Journalisten regelmäßig schreiben. Und die gleichen Journalisten finden sich dann häufig auch mit
Foto bei Einladungen der Organisationen zu Festessen – ist das etwas anderes als die oben bei den
Russen erwähnten »Gratisessen«? Und diese linientreuen Journalisten bekommen häufig Einladungen
zu Reisen in die USA. Und dort dürfen sie dann (bezahlte) Vorträge halten. Da schließt sich der Kreis.
Es gibt nicht den geringsten Unterschied zu jener Meldung aus der Neuen Zürcher Zeitung, über die
man beim ersten Lesen so leicht die Nase rümpft. So ist das mit gekaufter Berichterstattung – es gibt
sie in Ost und West. Nur ist sie bei uns inzwischen so »normal« und verbreitet, dass wir sie gar nicht
mehr wahrnehmen und für selbstverständlich halten.

Doch die Süddeutsche bietet uns da noch ein ganz besonderes Bonbon: Sie hat im Juni 2014 einen
Artikel über »Putins Trolle« geschrieben, über angebliche Propaganda aus Russland in deutschen
Medien. Da heißt es: »Hunderte bezahlte Manipulatoren versuchen, weltweit die Meinung in sozialen
Netzwerken und in Kommentarbereichen wie auch bei Süddeutsche.de im Sinne des Kreml zu
beeinflussen.«332

› Hinweis
Man gewinnt beim Lesen des Artikels den Eindruck, unter den
Kommentatoren der Onlineportale deutscher Qualitätsmedien seien zum überwiegenden Teil
moskautreue und moskaugesteuerte Einflussagenten. Wenn unter einem Artikel ein unerwünschter
Kommentar steht, dann war das also angeblich die Fünfte Kolonne Moskaus. Äh – wie jetzt? Das
verlängerte Pressebüro der Nato schreibt in Form von deutschen Journalisten. Und die verbreiten
auch bei der Süddeutschen tendenziöse proamerikanische Artikel.333

› Hinweis
Letzteres ist
wissenschaftlich in einer Münchner und auch einer Leipziger Studie belegt. Und die Fünfte Kolonne
Moskaus kontert dann in den Kommentarspalten unter den Artikeln? Nein, das ist nicht
wissenschaftlich belegt, denn die Süddeutsche beruft sich bei dieser skurrilen Einschätzung vor allem
auf eher anonyme Quellen. Zu dem erwähnten Artikel stellte die Süddeutsche dann auch noch
ausgerechnet als Illustration ein Propagandafoto von der Organisation »Reporter ohne Grenzen«, auf
dem der russische Präsident Putin mit erhobenem »Stinkefinger« abgebildet war. Suggeriert werden
sollte dem unbefangenen Leser der Süddeutschen wohl, dass Putin sich einen Dreck um die
Pressefreiheit schere. Vergessen wurde dabei der Hinweis, wer diese »Reporter ohne Grenzen«
finanziert und für wen sie tätig werden: Dahinter standen in der Vergangenheit beispielsweise das
US-Außenministerium und der US-Milliardär George Soros.334

› Hinweis
Die Mission der Reporter
ohne Grenzen, so die Zeitung Junge Welt, ist wohl vor allem proamerikanische Desinformation.335

› Hinweis
Das alles wird von der Süddeutschen verschwiegen. Es erinnerte mich beim Lesen an die
in diesem Kapitel schon erwähnten »klassischen Propagandatechniken«. Man kommt sich da als
Normalbürger vor wie auf dem Kinderspielplatz. Oder aber verarscht.

Bevor wir es vergessen: Nach Informationen des Whistleblowers Edward Snowden kann der
britische Geheimdienst die Inhalte im Internet nach Belieben manipulieren. Das machen also keine
Hacker, sondern der Staat, eine europäische »Demokratie«. Die verändert sogar Umfrageergebnisse
im Internet. Früher hielt man so etwas für Verschwörungstheorie. Und heute ist es Realität. Die
Programme können auch Abstimmungen und Klickzahlen im Netz verändern, aber auch Videos
zensieren. Der Journalist Glenn Greenwald beschreibt die Programme als »einige der erstaunlichsten
Methoden von Propaganda und Täuschung im Internet«.336

› Hinweis
Nun ist der britische
Geheimdienst Partnerdienst der US-Dienste. Und was die Briten auf diesem Gebiet können 337
› Hinweis
› Hinweis , das können die Amerikaner schon lange. Sie können es nicht nur, sie machen es auch.338

Sie zensieren und manipulieren vor allem Kommentare im Internet.339

› Hinweis
Und diese
Massenüberwachung hat, wie schon immer in der Geschichte, nur ein Ziel: politische Gegner
auszuschalten.340

› Hinweis
Äh, wie bitte? Nennt die Süddeutsche die Amerikaner, welche solche
Manipulationen im Internet vornehmen, nun künftig »Obama-Trolle«? Oder hetzt man nur weiter als
Fünfte Kolonne der USA einseitig gegen die »Putin-Trolle«?
Der Geist Rockefellers – die Trilaterale Kommission

Die Zugehörigkeit zu privaten Elitevereinigungen ist für Privatbürger grundsätzlich durchaus legitim.
Und zwar auch dann, wenn es sich um Organisationen handelt, denen ausschließlich einflussreiche,
sehr einflussreiche Menschen angehören. Bemerkenswert ist dabei lediglich, dass in der
Öffentlichkeit so wenig über die Existenz solcher Verbindungen bekannt ist. Das gibt
Verschwörungstheorien Auftrieb. Und man fragt sich dann auch, was gerade Journalisten in
bestimmten Organisationen der Machteliten zu suchen haben.

Zu den bedeutsamsten Organisationen der westlichen Machtelite zählt neben den Bilderbergern
unzweifelhaft die Trilaterale Kommission. Gegründet 1973 unter der Ägide von David Rockefeller,
darf sie als ein weiterer geheimnisvoller Ableger der Bilderberger gelten.341

› Hinweis
Die Trilaterale Kommission ist nach Angaben der Belgrader Völkerrechtlerin Smilja Avramov,
welche ein Buch über die Organisation geschrieben hat, »nichts anderes als eine Weltregierung im
Wartestand. Auf ihren Tagungen werden die jeweils aktuellen globalen Probleme verhandelt und dazu
entsprechende Beschlüsse gefasst …«.342

› Hinweis
Vor einigen Jahren soll nach ihren Angaben am
Rande eines Treffens der Trilateralen auch die Zerschlagung Jugoslawiens beschlossen worden sein.
Man könnte das für eine Verschwörungstheorie halten, aber viele Fachleute berichten in
Zusammenhang mit den Trilateralen Ähnliches. Etwa, dass die Eliten aus den Reihen der Trilateralen
Kommission beschlossen haben, die finanziellen Folgen der europäischen Wirtschafts-und
Finanzkrise den europäischen Bürgern aufzudrücken. Das schreibt zum Beispiel der argentinische
Wirtschaftsfachmann Adrian Salbuchi in einem lesenswerten Stück »Socializing losses: Trilateral
takeover of Europe?«.343

› Hinweis
Es geht demnach im Hintergrund seit vielen Jahren bei den
Trilateralen vor allem darum, den Superreichen dieser Welt ihre Vermögen zu retten. Und die
Leitmedien sollen mit Orwellschem »Neusprech« dafür sorgen, dass die Bürger das brav schlucken.
Die Medien, welche dann in ihrem Sinne schreiben oder berichten, wären aus dieser Perspektive
nichts anderes als Marionetten der Trilateralen Kommission. Der Leipziger Medienwissenschaftler
Uwe Krüger beschreibt die Trilaterale Kommission als eine Organisation, in welcher Eliten ihre
»Interessen« verhandeln, »bevor sie an die Öffentlichkeit kommen«.344

Der Ausschluss der Presse, und damit der Öffentlichkeit, bei den Treffen der Trilateralen wird
› Hinweis
üblicherweise damit erklärt, dass die Mitglieder nur unter dieser Voraussetzung ihre Ideen und
Erkenntnisse offen und frei austauschen können. Das ist so wie bei der Mafia. Verlässliche
Informationen über die Vorträge und Gespräche dringen also grundsätzlich nicht nach außen. Als
logische Konsequenz führt gerade diese Geheimhaltung zu einer Unzahl von Spekulationen, denen
allerdings entsprechende Skepsis entgegenzubringen ist. Die schon erwähnte Belgrader
Völkerrechtlerin Smilja Avramov sagt zum Beispiel über die Trilaterale Kommission:

Global Governance bedeutet übrigens für die Trilaterale Kommission Governance without
Governments, Weltherrschaft ohne Regierungen. So betreibt man weltweit die Zerstörung von
Staatsfunktionen und schafft über sogenannte Nichtregierungsorganisationen Instrumente, um an
den bestehenden Regierungen vorbei die Geschicke der Völker zu lenken.345

› Hinweis

Nach allem könnte man zu dem Schluss kommen: Die gegenwärtigen Krisen sind nicht zufällig, sie
sind gewollt. Und sie werden auch von obskuren Organisationen wie der Trilateralen Kommission
herbeigeführt und dienen dem Ziel der Neuen Weltordnung, einer Diktatur der Eliten.

Wie wichtig ihre Treffen sind, belegen nicht zuletzt die Tagungsorte: 1977 fand das Jahrestreffen
der Trilateralen Kommission immerhin in Deutschland direkt im Kanzleramt statt. Der damalige
Bundeskanzler Helmut Schmidt ließ noch Stühle herbeiholen, damit die Mächtigen auch alle Platz im
Kanzleramt hatten.346

› Hinweis
Seither hat sich nicht viel geändert. Die Jahreshauptversammlung
2013 der Trilateralen Kommission fand im März in Berlin statt. In vorderster Reihe dabei war wie
auch schon 1977 in Bonn Gründer David Rockefeller.347

› Hinweis
2010 hat die Trilaterale Kommission bei ihrem Treffen in Brüssel beschlossen, dass die EU-
Bürger mehr Entscheidungskompetenzen an Brüssel abgeben sollen. Der Souveränitätsabbau der
Nationalstaaten solle zur »ökonomischen Union« führen, so machte es uns später die
Nachrichtenagentur Reuters schmackhaft.348

› Hinweis
Mehr Entscheidungskompetenz soll an Brüssel
abgetreten werden. Ob die Bürger, die Steuerzahler, die Wähler damit einverstanden sind? Wie sollen
sie, wenn sie nicht einmal darüber informiert werden, was da hinter verschlossenen Türen
beschlossen wird? Wenn sie nicht einmal wissen, was geheim tagende Organisationen wie die
Trilaterale Konferenz da über ihre Köpfe hinweg vereinbaren?

Die Lobbypedia, ein Projekt von LobbyControl, nennt die Trilaterale Kommission eine
»Lobbyorganisation der Wirtschaftselite«.349

› Hinweis
Stets gern dabei: FAZ-Außenpolitikchef
Klaus-Dieter Frankenberger 350 › Hinweis . Der Journalist, der schon zu meiner Zeit bei der FAZ durch
amerikanische Cowboystiefel zum Anzug und dicke Zigarren auffiel, ist offenkundig auch noch stolz
auf seine Mitgliedschaft bei dieser geheimnisumwitterten Lobbyorganisation der Hochfinanz. Er
schreibt in seinem offiziellen Lebenslauf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: »Seit Beginn des
Jahres 2001 verantwortlich für Außenpolitik. Mitglied der Trilateralen Kommission.«351

› Hinweis
FAZ-Journalist Frankenberger sitzt da zusammen in einer Organisation mit Milliardär David
Rockefeller, dem Bilderberger Mario Monti und Jean-Claude Trichet, dem Ex-Präsidenten der
Europäischen Zentralbank, neben dem Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen und der Ex-US-
Außenministerin Madeleine Albright, neben dem früheren US-Verteidigungsminister John Deutch,
neben dem EX-US-Geheimdienschef John Negroponte und Henry Kissinger.352

› Hinweis
Ist das der
richtige Platz für einen Journalisten, der doch nach dem früheren Verständnis von funktionierenden
Medien vor allem eine Kontrollfunktion haben sollte?

Ein führender deutscher Journalist zugleich in einer konspirativ wirkenden Lobbyorganisation der
Wirtschaftselite und des US-Milliardärs David Rockefeller, wie kann das sein? Und dann schreibt
dieser Journalist auch noch darüber, etwa anlässlich des Berliner Jahrestreffens 2013 der
Organisation.353

› Hinweis
In der Unterzeile der Überschrift heißt es »Einen Leuchtturm gibt es nicht –
oder vielleicht doch?« Und das Stück beginnt mit den Worten: »Vor 40 Jahren rief David Rockefeller
die Trilaterale Kommission ins Leben.« Ob der Leser ahnt, dass hier ein Vereinsmitglied über seinen
eigenen Verein schreibt?

Blickt man ins FAZ-Archiv, dann gibt es, aus meiner Sicht, viel an Hofberichterstattung erinnernde
Berichte von Frankenberger für die Trilaterale Kommission und für David Rockefeller. Im April
2003 etwa begann Frankenberger einen Text (»Amerikas neuer Spielgefährte«) mit den Worten: »Vor
dreißig Jahren hatte David Rockefeller eine gute Idee: War es nicht höchste Zeit, ein Forum zu
schaffen …«. Und im März 2013 begann Frankenberger den FAZ-Artikel »Welt in Unruhe« mit den
Worten: »Vor 40 Jahren rief David Rockefeller die Trilaterale Kommission ins Leben. Sie war die
Antwort des New Yorker Bankiers, Mäzens …«. Der gute Milliardär Rockefeller mit den guten
Ideen, die gute Trilaterale Kommission? Erinnern Sie sich noch daran, was ich ganz am Anfang
dieses Buches über einen anderen Milliardär und Frankenbergers (und meine!) Hofberichterstattung
in der FAZ geschrieben habe: der andere Milliardär hieß Sultan Qabus und bezahlte Frankenberger
und mir traumhafte Luxusreisen, von denen wir beide noch lange im Kollegenkreis schwärmten. Wir
hatten uns für Hofberichterstattung in der FAZ bereitwillig »schmieren« lassen. Die klebrige Nähe zu
Eliten ist bei Frankenberger offenkundig geblieben. Wie viel Nähe zu Geld-und Machteliten, wie viel
Involviertheit in Lobbyorganisationen ist Journalisten erlaubt?

Ich habe den Namen meines früheren Kollegen Klaus-Dieter Frankenberger in diesem Buch schon
häufiger erwähnt. Nicht, weil ich ihn nicht mag. Im Gegenteil. Sondern gerade weil ich ihn über Jahre
aus nächster Nähe erlebt habe, ist mir klar geworden, dass Alpha-Journalisten wie er wie eine
russische Matroschka sind. Gemeint sind jene Steckpuppen, bei denen man immer neue Ebenen findet.
Man glaubt, endlich die letzte Ebene im verborgenen Untergrund gefunden zu haben. Und dann kommt
die nächste hervor. Bei Frankenberger war es mal der Beirat der Atlantischen Initiative, dann das
Direktorium des Instituts für Europäische Politik, die Teilnahme an Münchner Sicherheitskonferenzen
oder die Mitgliedschaft in der umstrittenen Trilateralen Kommission. Journalisten sollten aber keine
Matroschkas sein, bei denen man nicht mehr weiß, welche Interessen sie möglicherweise wann, wo
und wie beeinflussen könnten. Die Trilaterale Kommission ist und bleibt ein Ableger der
Bilderberger. Und dort haben Journalisten nach meiner persönlichen Auffassung eben nichts zu
suchen.

Der deutsche Soziologe Rudolf Stumberger spricht von einer tendenziellen Re-Feudalisierung im
Sinne einer zunehmend bedeutsamer werdenden Welt selbsternannter Eliten und deren Strukturen, die
parallel neben den offiziellen Strukturen entstanden seien – andere Worte für das Phänomen der
Schattenregierung und ihres Ziels, eine umfassende, möglichst globale Macht und totale Kontrolle
auszuüben.

Es ist an der Zeit, dass die Öffentlichkeit von solchen Strukturen und ihren Zielen erfährt. Doch dazu
muss diese bislang absichtlich nicht in Kenntnis gesetzte Öffentlichkeit umdenken. Und sie muss
angesichts der neuen Perspektiven in der Lage und willens sein, die Realität dieser verdeckten
Organe jenes »Kraken« zu akzeptieren. Die Trilaterale Kommission ist nur eine von vielen
Eliteorganisationen, welche deutsche Führungskräfte wie ein Krake umschlingt.

Wer sich darüber wundert, dass Äußerungen verschiedener Politiker, aus der Wirtschaft und Presse
etwa zur deutschen Außenpolitik fast identisch sind, dem sei angeraten, sich einmal in der Welt der
weiteren elitären Vereinigungen zur deutschen Außenpolitik umzusehen. Dort ist in den letzten Jahren
ein Netzwerk entstanden, das allein auf die transatlantischen Beziehungen und die Nato ausgerichtet
ist. Die Maschen dieses proamerikanischen Netzwerkes sind mittlerweile so dicht geknüpft, dass
keine andere Meinung mehr durchdringt. Davon abweichende Meinungen werden schnell als
verantwortungslose Träumereien und als angeblich gefährlich diffamiert. Wer die Netzwerke
thematisiert, der wird gern als Verschwörungstheoretiker abgetan und beschimpft. Einen großen
Einfluss haben neben der Trilateralen Kommission des Milliardärs Rockefeller in Deutschland auch
die American Academy, das American Jewish Committee, das Aspen Institute, die Atlantik-Brücke,
die Atlantische Initiative, die Deutsche Atlantische Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für
Auswärtige Politik (DGAP) und der European Council on Foreign Relations (ECFR) des
Milliardärs George Soros.

Zu den Netzwerkern in solchen und ähnlichen Organisationen und deren Umfeld gehören oder
gehörten vor allem:

Name Vorname Organisation berufl. Stellung
Baring, Prof. Dr. Arnulf Atlantische Initiative Historiker
Berger, Prof. Dr.
h. c.
Roland Atlantik-Brücke
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
European Council on Foreign Relations ECFR
Roland Berger
Strategy Consultants
Brok Elmar Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
MdEP
Brzezinski, Dr. Mark Atlantische Initiative McGuireWoods
Bütikofer Reinhard American Jewish Committee
Aspen Institute
Atlantik-Brücke
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
MdEP
Chrobog Jürgen Atlantische Initiative BMW Stiftung Herbert Quandt
Cromme, Dr. Gerhard European Council on Foreign Relations ECFR
Aspen Institute
Aufsichtsratsvorsitzender, Siemens AG
Diekmann Kai Atlantik-Brücke Bildzeitung
Dohnanyi, Dr.,
von
Klaus Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
ehem. Regierender Bürgermeister
Hamburg, SPD
Dombret Dr. Andreas Atlantik-Brücke Vorstand Bundesbank
Döpfner, Dr. Mathias American Academy
Aspen Institute
American Jewish Committee
Springer Verlag
Enders Thomas Atlantik-Brücke
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
EADS
Fischer Joschka Atlantik-Brücke
European Council on Foreign Relations ECFR
ehem. Außenminister
Fitschen Jürgen Atlantik-Brücke Deutsche Bank
Frey, Dr. Peter American Jewish Committee ZDF
Gauck Joachim Atlantik-Brücke Bundespräsident
Genscher,
Prof. Dr. h.c.
Hans-
Dietrich
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
ehem. Außenminister
Graf
Lambsdorff
Alexander American Jewish Committee
Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative
European Council on Foreign Relations ECFR
MdEP
Graf
Lambsdorff
Hagen Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Diplomat
Großmann Dr. Jürgen R. Atlantik-Brücke Georgsmarienhütte
Guttenberg zu Karl-
Theodor
Atlantik-Brücke
European Council on Foreign Relations ECFR
ehem. Verteidigungsminister
Holbrooke Richard C. American Academy US-Botschafter 1993, verst. 2010
Inacker, Dr. Michael American Academy Deutsche Gesellschaft für
Auswärtige Politik DGAP
Handelsblatt
Ischinger Wolfgang American Academy
American Jewish Committee
Atlantik-Brücke
European Council on Foreign Relations ECFR
Allianz SE, Vorsitzender Münchner
Sicherheitskonferenz
Joffe Dr. Josef American Academy
Aspen Institute
Die Zeit, Herausgeber
Kempe Dr. Frederick Atlantik-Brücke The Atlantic Council of the United States
Kiep Walther
Leisler
Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative
Politiker
Kissinger Henry A. American Academy ehem. US-Außenminister
Klaeden von Eckart Aspen Institute
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative
Daimler
Klose Hans-Ulrich American Jewish Committee
Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik DGAP
Politiker, SPD
Koch-Weser Caio Atlantik-Brücke
European Council on Foreign Relations ECFR
Deutsche Bank
Kornblum John C. American Academy
Atlantische Initiative
US-Botschafter 1997 – 2001, Chairman
Lazard Germany
Lange Christian Atlantik-Brücke MdB, SPD
Lindemann Beate American Jewish Committee
Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative
geschäftsführende Vizepräsidentin,
Atlantik-Forum
Maltzahn
Freiherr von
Paul Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Diplomat
Maltzahn von Nina American Academy
Mißfelder Philipp Atlantik-Brücke
Atlantische Initiative Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik DGAP
MdB, CDU
Müller Kerstin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Murphy Philip D. Atlantik-Brücke US-Botschafter
Naumann, Dr. Michael American Jewish Committee ehem. Staatsminister
Nouripour Omid Atlantik-Brücke
Deutsche Atlantische Gesellschaft
MdB, Grüne
Nowak Wolfgang American Jewish Committee Alfred Herrhausen Gesellschaft
Oetker, Dr. Arend American Jewish Committee
Atlantik-Brücke
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG
Oppenheim,
Freiherr von
Christopher Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Bankhaus Oppenheim
Pflüger, Prof. Dr. Friedbert Atlantik-Brücke
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Staatssekretär a. D.
Polenz Ruprecht Atlantische Initiative
European Council on Foreign Relations ECFR
MdB, CDU
Primor Avi Atlantische Initiative Botschafter a. D. des Staates Israel
Robbe Reinhold American Jewish Committee
Deutsche Atlantische Gesellschaft
ehem. MdB, SPD
Sandschneider,
Prof. Dr.
Eberhard Atlantische Initiative
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
Otto-Wolff-Direktor des Forschungsinstituts
der DGAP
Sommer, Dr. Theo Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
DGAP
ehem. Die Zeit
Teltschik, Prof.
Dr. h. c.
Horst M. Aspen Institute
Atlantische Initiative Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik DGAP
ehem. Vorsitzender Münchner
Sicherheitskonferenz, Kohl-Berater
Vassiliadis Michael
Zissis
Atlantik-Brücke Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie
Voigt Karsten D. Aspen Institute
Atlantische Initiative Deutsche Gesellschaft
für Auswärtige Politik DGAP
ehem. MdB, SPD
Warburg Max M. Atlantik-Brücke M. M. Warburg & Co. Privatbank
Weizsäcker von Richard American Academy ehem. Bundespräsident
Wenning Werner Atlantik-Brücke Bayer AG
Wowereit Klaus American Academy ehem. Regierender Bürgermeister Berlin

Wenn man sieht, wie beispielsweise die Milliardäre Rockefeller und Soros im Hintergrund Fäden bei

solchen Organisationen ziehen, dann wird einem vieles klarer. Ein Beispiel: Die 1913 gegründete
renommierte linksliberale britische Wochenzeitung New Statesman hat schon 2003 in einem langen
Bericht enthüllt, wen der Milliardär George Soros in von ihm mitfinanzierten vermeintlich
gemeinnützigen Organisationen mit Führungsaufgaben betraut: Es sind häufig Ex-Mitarbeiter
amerikanischer Geheimdienste oder geheimdienstnaher Organisationen oder Militärs.354
»George Soros«, schrieb der New Statesman, »kann man vielleicht nicht direkt als vollbezahlten
CIA-Agenten bezeichnen, wie manche das getan haben. Aber es kann kein Zweifel daran bestehen,
dass seine Firmen und NGOs eng in die US-Expansion einbezogen sind.«355

› Hinweis
› Hinweis
Soros,
Rockefeller und transatlantische Denkfabriken haben vor allem aus machtstrategischen und
wirtschaftlichen Erwägungen Umstürze in den früheren Ostblockländern und im Nahen Osten und
Nordafrika begleitet, mitunter sogar selbst entfacht.

Beim European Council on Foreign Relations (ECFR) des Milliardärs George Soros ist die
Vorgehensweise immer gleich: Ein Ereignis wie beispielsweise ein für die eigenen
Wirtschaftsinteressen unliebsames Wahlergebnis wird öffentlich als Manipulation diffamiert, oder ein
Vorfall wie etwa in Tunesien – die angebliche Selbstverbrennung eines Gemüsehändlers – werden
zum Anlass anhaltender Proteste und Demonstrationen genommen, organisiert über die neuen Medien,
bis die amtierende Regierung aufgibt und zurücktritt. Beabsichtigt ist, dass so eine den USA
wohlgesonnene Regierung, die den neoliberalen Wirtschaftsinteressen Soros nachkommt, an die
Macht kommt.

Die Zeitung Der Freitag schreibt zur Soros-Umsturz-Maschine:

Soros ist jedoch dafür bekannt, dass er seine Beteiligung an »Regime Changes« und Revolutionen
erst dann zugibt, wenn es für ihn ungefährlich ist. Wenn die geschaffenen Tatsachen Geschichte
geworden sind, wie im Falle der Solidarnosc in Polen der Achtziger und seinem mit hunderten
Millionen Dollars finanzierten und lang eingefädelten Umsturz der Regierung Milosevic in
Serbien, gibt er dann gern seine Urheberschaft zu und brüstet sich sogar damit. Im Falle der
Rosenrevolution in Georgien, wo die Soros-Maschine ebenso zugeschlagen hat und Sakashwilli mit
dem Segen des Milliardärs an die Macht brachte, ist Soros schon etwas vorsichtiger geworden. In
den Wirren der Ägyptischen Machtkämpfe und der Jasmin-Revolution gibt es allerdings kein
»Bekennerschreiben« des selbsternannten Philantropen mit der Lust an der Zerstörung von
Staaten und Gesellschaften.356

› Hinweis
Und unsere Medienvertreter spielen bei den dahinterstehenden gelenkten Pressekampagnen mit,
vielleicht aus reiner Unwissenheit? Nehmen wir nur einen Bericht des Journalisten Peter Riesbeck,
der im Juli 2013 über angeblich proeuropäische Unruhen in Bulgarien in der Frankfurter Rundschau
und auch der Berliner Zeitung erschien.357

› Hinweis
Er beginnt mit den Worten: »Dimitar Bechev
kennt die Situation in Sofia«. Und dann erfährt der Leser: »Bechev arbeitet in Sofia für den European
Council on Foreign Relations (ECFR), einem europäischen Forschungsinstitut mit Büros in Sofia,
Berlin und London.«

Der ECFR des Milliardärs George Soros wird dem Durchschnittsleser also als wissenschaftliches
»Forschungsinstitut« verkauft. Kein Wort von George Soros und den Demonstrationen, die er über
ECFR in seinem Interesse entfachen lässt. Und so ist Bechev, der nicht nur für den ECFR arbeitet,
wie Riesbeck behauptet, sondern das Büro in Sofia sogar leitet358
Interesse als Sozialwissenschaftler« »mitunter selbst auf die Straße gegangen«. Wie edel sind doch
die Motive der Demonstranten in Sofia. »Uns geht es um echte Demokratie«, heißt es in dem Stück.
Wie auch bei den Protesten in der arabischen Welt wird das Bild der jungen, gut gebildeten und
angeblich total westlich orientierten Demonstranten gezeichnet. Und es wird ein Eingreifen Europas
zugunsten der Demonstranten gefordert. Das alles klingt nach gelenkten Pressekampagnen.

› Hinweis , auch nur »aus bloßem
Angeblich spontane Ausbrüche der Empörung und des Volkszorns sind immer wieder das Vehikel,
um nicht nur ganze Staaten, sondern auch Regionen im Sinne der USA und einiger weniger
Milliardäre umzukrempeln. So dienten schon die früheren »Revolutionen« in anderen ehemaligen
Ostblockstaaten nicht etwa dem Volk, sondern dem Bemühen, die früheren Sowjetstaaten aus dem
Machtbereich Russlands herauszubrechen und an den Westen (Nato) anzuschließen. Finanziert werden
die Revolutionen von den Stiftungen westlicher Milliardäre wie etwa der Rockefellers oder George
Soros. Soros räumte unumwunden ein: »Meine Stiftungen trugen zu den Regimewechseln in der
Slowakei (1998), Kroatien (1999) und Jugoslawien (2000) bei und mobilisierten die
Zivilgesellschaft, um Vladimír Meciar, Franjo Tudman und Slobodan Miloševic aus ihren Ämtern zu
vertreiben.« Soros’ Open Society Foundations gehören zu den führenden Akteuren, wenn es darum
geht, fremde Regierungen mithilfe von Volksaufständen zu stürzen. Der geistige Nährboden dafür wird
in transatlantischen Denkfabriken geschaffen. Und Alpha-Journalisten begleiten in den Leitmedien die
Umstürze und Militäraktionen, die von Afghanistan über Ägypten, Syrien und den Irak bis zur Ukraine
ganz sicher nie den Menschen der betroffenen Länder, sondern einzig Washingtoner Machtinteressen
und denen einiger Milliardäre gedient haben.359

› Hinweis

Im Gedenken an FAZ-Chef Schirrmacher:
Zivildienstleistender Panzerfahrer

Wie wird man eigentlich Alpha-Journalist? Man kann sich als Alpha-Journalist im deutschsprachigen
Raum so ziemlich alles erlauben – man muss nur dreist genug lügen können.

Sie wollen Erfolg haben im Leben? Sie wollen auch Elite-Netzwerker werden? Dann analysieren
Sie doch einfach einmal das Leben der tatsächlich Erfolgreichen. Sie müssen dann allerdings wohl
vorübergehend den Weg der völligen Aufrichtigkeit verlassen. Vor allem als wirklich erfolgreicher
Journalist. Ein Tipp vorab: Halten Sie zunächst einmal – je nach Bedarf – wechselnde Lebensläufe
bereit: Wo es angebracht erscheint, da behaupten Sie, Zivildienst geleistet zu haben. Und bei anderer
Gelegenheit waren Sie eben Panzerfahrer. Sie werden dann vielleicht sehen: Am Ende interessiert
das alles nicht mehr. Sie können vielmehr trotzdem ganz oben landen und mit Preisen ausgezeichnet
werden.

Nehmen wir einmal eine Person der Zeitgeschichte, deren Name bis zum tödlichen Herzinfarkt im
Juni 2014 beinahe täglich in den Medien erwähnt wurde und die aus dem Blickwinkel eines
durchschnittlichen Bürgers heute über alle Zweifel erhaben erscheint: den langjährigen
Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Frank Schirrmacher. Ich habe seine Anfänge
aus nächster Nähe beobachtet. Wir haben uns als junge Redakteure viel unterhalten, vor allem am
Rande der großen Redaktionskonferenzen.

Wenn die Mächtigen unseres Landes im Kanzleramt zusammenkamen, dann war auch Frank
Schirrmacher dabei. So wie etwa beim 60. Geburtstag von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
2009.360

› Hinweis
Was sind das für Menschen, die es wie Schirrmacher im Kreis der wirklich
Mächtigen nach ganz oben gebracht haben und die auf den ersten Blick über jeden Zweifel erhaben zu
sein scheinen? Wir können hier nicht alle seine Preise auflisten, nur einige aus der langen Liste:
Ludwig-Börne-Preis, Jacob-Grimm-Preis, Goldene Feder – ob jene, die die Auszeichnungen
verliehen haben, auch die Vergangenheit des Mannes dabei mitgewürdigt haben?

Erwähnt wird bei Schirrmacher heute erstaunlicherweise nur noch die strahlende Seite. Doch die
abwechselungsreiche Vita des Feuilleton-Herausgebers wurde 1996 im Spiegel etwa mit folgenden
Worten umschrieben:

Die Grenzen zwischen Wahrheit, Ausschmückung und freier Erfindung sind bei dem hochbegabten
Mann kongenialisch fließend. Manche Details sind so skurril, daß die FAZ-Redakteure sich
mitunter fragen, ob ihr Vorgesetzter mit der Geschwindigkeit der Karriere möglicherweise alle
Maßstäbe verloren hat.361

› Hinweis
Ich werde nie vergessen, wie wir uns im Kollegenkreis betreten gegenseitig in der FAZ-
Politikredaktion anschauten, als damals der hier zitierte Artikel im Spiegel erschien. Es war
unendlich peinlich, einen Kollegen zu haben, über den der Spiegel weiter schrieb:

So verblüffte er selbst enge Vertraute mit der Erzählung, er sei als Kind in Äthiopien entführt
worden und unter den Augen von Männern aufgewachsen, die jederzeit bereit gewesen seien, ihn
362 › Hinweis
zu töten. Und hat ihr Herausgeber nun, rätseln die Redakteure, Zivildienst abgeleistet, wie er
zunächst behauptete, oder war er doch Panzerfahrer, wie er zwischenzeitlich in Umlauf brachte?

Sie holen gerade tief Luft und fühlen sich an den 1. April erinnert? Bitte nicht aufgeben und noch
etwas weiterlesen, denn es geht in diesem Stil munter weiter. Über Schirrmacher heißt es da auch:

Manche Flunkereien entspringen offenbar einer Laune des Augenblicks. Anders ist nicht zu
erklären, wieso Schirrmacher beim Blättern in einem Bildband mit hochherrschaftlichen Villen der
Jahrhundertwende plötzlich auf ein besonders schönes Foto zeigt und dazu erklärt, in so einem
Haus sei er aufgewachsen. Tatsächlich ist der kleine Frank in einem Reihenhaus in Wiesbaden
groß geworden. Einige Fehlleistungen folgen allerdings auch klarem Kalkül. Offenbar um sich bei
dem damals noch amtierenden Chef Fest einzuschmeicheln, berichtete er diesem eines Tages, er
sei von der Society of Fellows an der amerikanischen Harvard-University gebeten worden, einen
Vortrag über dessen Hitler-Buch zu halten. (…) Im Büro der Society of Fellows in Harvard kann
sich niemand daran erinnern, dass die Rede jemals öffentlich gehalten wurde. Der angesehene
Klub von Doktoranden und Förderern beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Vergabe von
Stipendien. »Wir organisieren Essen, aber keine Vorträge«, erklärt der zuständige Sekretär.363

› Hinweis
Das sind nur einige von vielen skurrilen Auszügen eines Spiegel – Artikels über den Lebenslauf eines
Mannes, der es mit der Wahrheit in seinem Leben offenkundig nicht so genau genommen hat. Trotz der
Peinlichkeiten wurde der von sich selbst überzeugte Schirrmacher beispielsweise Stellvertretender
Vorsitzender des Stiftungsrats der Herbert-Quandt-Stiftung.364

› Hinweis
Man ehrte den Mann. Man
schätzte auch einen ehedem skurrilen Münchhausen-Nachfolger in einer Zeit, in der unsere Eliten
inzwischen reihenweise unter dem Verdacht stehen, bei ihren Lebensläufen oder Doktorarbeiten
verfälscht oder plagiiert zu haben. Auch da fand sich Schirrmacher übrigens in bester Gesellschaft.
Die Details dazu, wie Schirrmacher bei seiner Doktorarbeit sich selbst plagiierte und seine
Magisterarbeit in weiten Teilen nochmals an der Universität als Doktorarbeit vorlegte, finden sich
ebenfalls im schon zitierten Spiegel – Artikel. Zur Klarstellung: Sein Verhalten findet auch
Schirrmachers Umgebung heute offenkundig völlig normal. So ist das halt in unserer vom Werteverfall
gezeichneten Welt: Wo unsere Vorfahren wohl eher die Rote oder Gelbe Karte rausgeholt hätten, da
verdrängen wir unschöne Flecken auf mutmaßlich blütenweißen Westen von Saubermännern,
klatschen Beifall und verleihen Preise. Ist das wirklich die Art Journalismus, die wir haben wollen?
Offenkundig schon.

In der Monatszeitschrift Merkur wies Joachim Rohloff anlässlich des Erscheinens des
Schirrmacher-Buches Ego: Das Spiel des Lebens anhand von zahlreichen Beispielen
grammatikalische, stilistische und inhaltliche Fehler in Payback nach und legte Schirrmacher die
Worte in den Mund: »Lieber Leser, es ist mir schnuppe, was für einen Dreck ich dir vorsetze, denn
ich weiß ja, dass du ihn fressen wirst.«365

› Hinweis
Die Wirtschaftswoche hat 2013 einen Bericht über FAZ-Herausgeber Schirrmacher mit den Worten
überschrieben: »Schirrmacher zwischen Infantilität und Größenwahn«.366

› Hinweis

Und die Berliner taz weiß über Schirrmacher zu berichten:

Die Gesellschaft glaubt an den biografischen Künstler, dessen Eintrag zu seiner Person im
Onlinelexikon Wikipedia sich zeitweise geschönt las – etwa mit Auszeichnungen, die später wieder
gelöscht waren.367

› Hinweis
In den vielen Jahren, die seit dem eingangs zitierten Spiegel – Artikel über den zivildienstleistenden
Panzerfahrer vergangen sind, scheint sich bei diesem Journalisten nichts verändert zu haben. Er
sprach vor Elitenetzwerken.368

› Hinweis
Wenn zum Abend mit ihm eingeladen wurde, dann hieß es:
»Dr. Frank Schirrmacher ist seit 1994 Mitherausgeber der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹. In
dieser Position etablierte sich Frank Schirrmacher als einer der einflussreichsten Meinungsmacher
Deutschlands …«.369

› Hinweis
Ein an Münchhausen erinnernder Meinungsmacher, der mit den Eliten
verflochten war. Man kann sich also als Alpha-Journalist so ziemlich alles erlauben. Man muss nur
dreist genug lügen können.
Mit großen Namen Kontakte kaufen?
Adel vernichtet

Wenn man bei einer wichtigen Zeitung arbeitet, dann ist man umgeben von Interessen, die einen
skrupellos vereinnahmen. Es geht dabei häufig um Hofberichterstattung. Wer die Verlautbarungen von
EU-Politikern abschreibt, der betreibt solche Hofberichterstattung genauso wie jene, die
Presseberichte von Parteien, Verbänden und Stiftungen per copy & paste übernehmen oder sich für
Gefälligkeitsinterviews zur Verfügung stellen. Früher, im Mittelalter, hieß Hofberichterstattung, dass
die Untertanen durch öffentliche Bekanntmachungen von Ereignissen an den Adelshöfen unterrichtet
wurden (Hochzeiten, Geburten, Abkommen und Friedensverträge, die geschlossen wurden).
Hofberichterstattung ist immer wohlwollend. Und sie ist selektiv. Die Zeiten haben sich offenkundig
seit dem Mittelalter kaum geändert. Ein Beispiel: Die Dresdener Nachrichten/Dresdener Allgemeine
berichteten am 19. Mai 1914 in typischer Form der Hofberichterstattung:

»Seine Königliche Hoheit Prinz Johann Georg beging am Sonnabend die Feier seines
Namenstages. Aus diesem Anlasse fand bei Seiner Königlichen Hoheit 1 Uhr mittags Familientafel
statt, an der die Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses teilnahmen.«

Genau 100 Jahre später heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 18. Mai 2014 in der
Politik bei den kurzen Meldungen:

»Anton Andreas Graf von Faber-Castell hat am Samstag im fränkischen Familienschloss Hochzeit
mit der Australierin Kate Stahl gefeiert. Etwa 300 Gäste versammelten sich für die Trauung in der
Luther-Kirche in Stein bei Nürnberg.«

Die FAZ betreibt also heute noch klassische »Hofberichterstattung«, also die Veröffentlichung von
Verlautbarungen über Ereignisse des Adels.

Adel und Journalismus, passt das zusammen? Manchmal werden Journalisten vor allem wegen
ihrer guten Kontakte »eingekauft«. Ich habe das mit Alexander Graf von Schönburg-Glauchau erlebt.
Er ist der Bruder der Milliardärin370

› Hinweis
Gloria von Thurn und Taxis und von Maya Flick (die
angeblich mit 20 Millionen nach einer Scheidung nicht auskam371
Frankfurter Allgemeinen Zeitung war, hatte Schönburg, der nach eigenen Angaben in eher
bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen war, dort einen Job bei den Berliner Seiten. Der im
vorherigen Kapitel beschriebene Frank Schirrmacher, damals Feuilleton-Herausgeber der FAZ, sagte
mir einmal stolz, er habe Schönburg für die Berliner Seiten der FAZ »eingekauft«. Später arbeiteten
Schönburg und ich beim renommierten Verlag Gruner + Jahr zusammen. Dort hatten der frühere FAZ-
Mann Holger Christmann und ich das Edelmagazin Park Avenue vorbereitet. Und dann holte Gruner +
Jahr Graf Alexander ins Boot. Der Mediendienst Kress berichtete dazu:

› Hinweis ). Als ich noch bei der
Von Schönburg, der von G+J nicht zuletzt wegen seiner exzellenten Kontakte eingekauft wurde (er
ist der Bruder von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis) …372

› Hinweis

Da war es wieder: Das Wort »eingekauft«. Man kauft sich einen Menschen. Und zwar seiner Kontakte
wegen. Es geht nicht in erster Linie um die Fähigkeiten. Die Wissenschaftler Stephan Weichert und
Christian Zabel haben zu Alexander Graf von Schönburg-Glauchau und dessen Wirken bei Park
Avenue folgende Sätze geschrieben:

Die Bussi-Bussi-Gesellschaft, die gesellschaftlichen Opportunismus zur obersten Tugend erklärt,
spült dabei sogar eine im Journalismus längst überwunden geglaubte Herkunftselite wieder an die
Oberfläche der Mediengesellschaft. Da wird zum Beispiel der Bruder von Gloria von Thurn und
Taxis zum Chefredakteur eines Society-Blattes ernannt, weil es anscheinend wieder schick ist,
prominente Adelstitel im Impressum zu führen – selbst wenn der Betroffene vom Blattmachen wenig
Ahnung hat. Zu spät gestand sich der Verlag ein, dass der designierte Park-Avenue-Chef höchstens
als publizistische Staffage, nicht aber als intellektueller Wortführer taugt – weshalb man ihn
später feuert …373

› Hinweis
Das klingt zusammengefasst ein wenig wie: Adel vernichtet. Graf Schönburg war damals wohl eher
arm an Ideen. Das fiel auch anderen auf. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier schrieb dazu 2011:

Vor sechs Jahren wurde Alexander von Schönburg für einen Moment zum Gespött der
Medienbranche. Schönburg war damals Chefredakteur einer edel gemeinten neuen Gruner+Jahr-
Zeitschrift namens »Park Avenue«. Auf der Suche nach Themen und Ideen bat er in der Online-
Community »A Small World« um Hinweise und bot im Gegenzug fünfzig Drei-Monats-Freiabos. Als
das herauskam, kommentierte Thomas Knüwer im »Handelsblatt«-Blog (…): In unserer
Journalistenschule war es eine der obersten Regeln: »Der ärmste Mensch unter der Sonne ist ein
Journalist ohne Thema.« Somit ist »Park Avenue«-Chefredakteur Alexander von Schönburg ein
journalistischer Bettler. Im wahrsten Sinne des Wortes.374

› Hinweis
Alexander Graf von Schönburg-Glauchau, der die Berichterstattung aus Adelskreisen liebte, landete
später bei der Bild – Zeitung. 2007 wurde er Adelsexperte bei Bild.375

› Hinweis
Sein Versuch, mit
angeblichem Wissen über den Hochadel zu trumpfen, scheiterte erst einmal kläglich. Da beschrieb er
etwa den Ablauf des Heiligabends bei den Windsors mit den Worten:

Die englischen Royals haben sich in Schloss Sandringham versammelt. Ihr heutiger Tag: Morgens
spazieren gehen oder Ausritt. Um 15 Uhr sitzen alle vor dem Fernseher, hören die
Weihnachtsansprache der Queen.376

› Hinweis
Das war peinlich. Graf Schönburg wusste nicht einmal, dass die Weihnachtsansprache der Queen
nicht an Heiligabend, sondern erst am 25. Dezember übertragen wurde.377

› Hinweis
Der adelige
Hofberichterstatter, der früher gegen Freiabos nach Ideen suchte, kannte die Welt des Hochadels wohl
nicht wirklich gut. So schrieb er auch über Otto von Habsburg in Bild ein Stück (»Der Mann, der
heute Kaiser wäre«378 › Hinweis ) mit einem kleinen geschichtlichen Abriss, in dem es heißt:

Franz Josephs Sohn, der junge Kaiser Karl I., regierte nur noch zwei Jahre, dann wurden die
Habsburger abgesetzt.

Kaiser Karl I. war allerdings nicht der Sohn von Kaiser Franz Joseph. Karl war vielmehr der Sohn
des Erzherzogs Otto und der Prinzessin Maria Josepha von Sachsen. Er wurde Thronfolger, weil
Franz Josephs einziger Sohn, Kronprinz Rudolf, sich 1889 umgebracht hatte, worauf Franz Josephs
Neffe Franz Ferdinand Thronfolger wurde. Und der wurde 1914 von dem serbischen Nationalisten
Gavrilo Princip in Sarajevo erschossen. Und so ging die Thronfolge dann auf dessen Neffen Karl I.
über. Aber kann man dieses Wissen über den Hochadel von einem Adelsexperten der Bild erwarten,
der beim Lesen anspruchsvoller Bücher nach eigenen Angaben »Gehirn-Muskelkater« bekommt?379

› Hinweis
Unvergessen ist mir sein Sachbuch Der fröhliche Nichtraucher. Wie man gut gelaunt mit dem
Rauchen aufhört. Schönburg hatte kein Problem damit, in meinem Beisein Zigaretten zu rauchen. Er
hatte den sozialen Abstieg erlebt. Er schnorrte Zigaretten.380

› Hinweis
Und bei der Bild – Zeitung
schreibt er heute Schlagzeilen wie etwa »Thronwechsel in Spanien – Kann Letizia Königin?«381

› Hinweis
Zeitgleich schreibt Schönburg, der Chef des früher standesherrlichen Hauses Schönburg
als Bild – Autor heute Sätze wie: »Deutschland, das Land der Dichter und Denker? Lächerlich! Wie
oft haben SIE heute schon einer ›Kuh in den Arsch‹ geschaut? Oder sich sprichwörtlich ›Ihren
goldenen Pimmel blasen lassen‹?«382

› Hinweis
Der Geruch des Edlen ist das ganz sicher nicht.
Die taz schrieb einmal über ihn: »Sozial absteigen ohne zugrunde zu gehen heißt sein Geheimnis
…«.383

› Hinweis
Seine Schwestern haben in Milliarden und Millionen eingeheiratet – und Graf
Alexander Schönburg darf bei der Bild – Zeitung über den »goldenen Pimmel« und mal über »Kann
Letizia Königin?« schreiben. Die Bild – Zeitung hatte 1995 eine Schlagzeile auf der ersten Seite »Die
gierige Frau Flick« mit einem Foto von Maya Flick, einer Schwester des Bild – Zeitungs-Grafen.
Inzwischen ist er selbst bei der Bild – Zeitung. Der im Branchenjargon »Allzweck-Adelige«384

› Hinweis
genannte Schönburg schreibt in Bild heute: »Ich wurde mal bei der FAZ entlassen.
Mitfühlend und salbungsvoll. Fühlte sich trotzdem sch… an.«385

› Hinweis
Ob der »Allzweck-Adelige« Alexander von Schönburg wohl noch weiß, was er einst über seine
Leser sagte: »Pervers ist, dass wir letztlich genau das Publikum bedienen werden, das wir verachten.
Deshalb befinden wir uns in einem geschlossenen Kreislauf der Prostitution, der uns natürlich, wie
dem Happy Hooker, sehr viel Spaß macht.«386

› Hinweis
Muss man als Schreibender sein Publikum
so verachten?

Gern berichtet Graf Schönburg, dass er mit der britischen Königin verwandt sei. Das klang dann,
wenn er mir das erzählte, nach meiner Erinnerung so, als ob er dort ein-und ausgehe. Die Wahrheit:
Die Großmutter seiner Frau war Prinzessin Sophia von Griechenland. Und über diese ist Schönburg
ein Großneffe von Prinzgemahl Philipp von Großbritannien. Es ist also eine sehr weitläufige –
angeheiratete – Verwandtschaft. Als Fan des »Allzweck-Adeligen« Schönburg würde man sich
wünschen, dass er einmal die Geheimnisse der Royals niederschreibt.

Der inzwischen pensionierte spanische König Juan Carlos soll im Alter von 18 Jahren 1956 seinen
damals 14 Jahre alten Bruder Alfonso erschossen haben. Und die Polizei durfte das Familiendrama
bis heute nicht untersuchen. Warum also enthüllt Alexander von Schönburg uns nicht die wahren
Hintergründe, wenn er den Hochadel doch so gut kennt? Schließlich ist die Frau von Juan Carlos,
Königin Sofia, wie auch die Großmutter von Schönburgs Frau eine gebürtige Prinzessin von
Griechenland und spricht zudem noch fließend Deutsch. Gern würde ich von seiner angeheirateten
Verwandtschaft, Königin Elisabeth II, auch einmal in deutschen Medien lesen, was die Dame
beruflich gelernt hat: sie wurde zur Automechanikerin ausgebildet und kann die Motoren von
Oldtimern reparieren. Das ist doch nicht ehrenrührig. Die schraubende Königin, da würde ich gern
mal Details in der Bild
lesen. Und die norwegische Königin Sonja machte früher eine Schneiderlehre
und zapfte Bier, bevor sie Kronprinz Harald kennenlernte und heiratete. Silvia von Schweden
arbeitete früher als Hostess. Und Hollands Königin Maxima wurde in Lateinamerika als uneheliches
Kind geboren. Vom Todesschützen König Carlos bis zur Kneipenfachfrau Sonja könnte Schönburg
doch noch viele spannende Geschichten enthüllen, wenn er denn tatsächlich die Hintergründe weiß.
Ich warte jedenfalls immer auf die Bild
– Schlagzeile »Adelsexperte enthüllt: So tötete König Juan
Carlos seinen Bruder«. Oder auf die Enthüllungen über die wahren Hintergründe zu den vielen
Vaterschaftsklagen von König Carlos.387

› Hinweis
Eines der Bücher von Graf Alexander beginnt mit dem Satz »Je suis superflue mais irremplaçable.«
Ich bin überflüssig, aber unersetzbar. Das zeigte uns Alexander von Schönburg 2012 mit einem
genialen Meisterstück, als er in Bild
Friedrich den Großen interviewte. 226 Jahre nach dessen Tod.
Die Schlagzeile lautete: Bild
– Interview mit dem »Alten Fritz«.388

› Hinweis
So ist das, wenn man
mit großen Namen Kontakte kauft. Die wirklich wichtigen Kontakte macht man unterdessen wohl
woanders.
Machtzirkel Bilderberger:
Verschwörungstheorie oder Realität?

Kaum ein Name steht heute so für angebliche Verschwörungstheorien wie die »Bilderberger«. Für die
einen sind die Bilderberg-Konferenzen nur informelle, private Treffen von einflussreichen Personen
aus Politik, Wirtschaft, Militär, Medien und Hochadel. Für die anderen ist es eine verschwörerische
Gruppe, welche die Weltherrschaft an sich zu reißen gedenkt. Bei den Bilderbergern, von denen
WikiLeaks viele Dokumente veröffentlicht hat 389 › Hinweis , gilt wie beim ähnlich ausgerichteten und
diskret operierenden Council on Foreign Relations: Man darf nicht konkret darüber berichten, was
dort genau passiert ist und wer was gesagt hat. Und genau das macht es für Außenstehende schwierig,
sich ein neutrales Urteil über die Gruppe zu bilden – und für Verschwörungstheoretiker leicht.

Dabei sprechen allerdings auch die Medien selbst von einer verschwörerischen Gruppe, wenn sie
denn über die Bilderberger berichten. Die britische BBC hatte die Schlagzeilen »Inside the secretive
Bilderberg Group«, »Bilderberg: The ultimate conspiracy theory« und »Elite power brokers meet in
secret«. Die Asia Times bezeichnete die Gruppe 2003 im gleichnamigen Artikel als die »Masters of
the Universe«.390

› Hinweis
Der Münchner Merkur berichtete 2005 im gleichnamigen Artikel über
ein »heimliches Mächtigen-Treffen«. Der Ottawa Citizin berichtete 2006 »the Worlds Elite slipe into
town for secret Meeting«. Und CBC News fragte 2006, ob das Bilderberger-Treffen ein »Informal
Forum or Global Conspiracy?« sei.

Sind die Bilderberger also die »Masters of the Universe« – die Herren der Welt – wie die Asia
Times es behauptete? Jeder, der die Konferenz in früheren Jahren auch nur erwähnte, galt als wilder
Verschwörungstheoretiker. Heute ist das anders. Heute darf man zumindest darüber sprechen, dass es
sie gibt.

Zum ersten Mal wurde die Konferenz im Mai 1954 auf Einladung von Prinz Bernhard der
Niederlande in dessen Hotel Bilderberg in den Niederlanden veranstaltet. Der Name Bilderberger
wurde also vom ersten Tagungsort übernommen. Tatsache ist, dass die Bilderberger von Anfang an
beträchtliche finanzielle Zuwendungen sowohl von Seiten der amerikanischen Regierung und der CIA
als auch aus privaten Quellen über das American Committee for a United Europe (ACUE) und
andere Institutionen erhalten haben. Es handelt sich also keineswegs um eine neutrale Organisation,
sondern um eine interessengesteuerte proamerikanische Einrichtung, welche im Verborgenen für
Washington und amerikanische Interessen wirken soll.

Die Bilderberg-Gruppe ist ein elitärer Zirkel, der seit 1954 Topeliten aus Europa und den USA
zusammenbringt – Wirtschaftsbosse und Strategen treffen auf handverlesene Politiker und
Journalisten. Bei Bilderberg geht es nicht einfach um persönliche Karrieren von Politikern, sondern
um die strukturelle Nähe der Elitenetzwerke. So sind Vertreter der »Volksparteien« Union und SPD
regelmäßig bei Bilderberg dabei. In der Regel nehmen etwa 130 Personen an einer Bilderberger-
Konferenz teil, wobei zwei Drittel aus Westeuropa und ein Drittel aus Nordamerika stammen. Etwa
zwei Drittel der geladenen Teilnehmer kommen aus dem Finanzsektor, der Industrie, Hochschulen und
Medien und etwa ein Drittel aus Regierungen oder politischen Institutionen.
Die Organisation LobbyControl schreibt zum Bilderberg-Treffen 2014 in Kopenhagen:

Lange Jahre war neben der Deutschen Bank die Wochenzeitung »Die Zeit« die zweite traditionelle
Säule der Bilderberger in Deutschland und im »Steering Committee« der Treffen vertreten. Dieses
Jahr war nun Mathias Döpfner von Axel Springer statt einem Zeit-Vertreter dabei. Laut dem
Medienjournalist Stefan Niggemeier hat die Zeit ihren Platz bei Bilderberg dauerhaft aufgegeben.
In einem Artikel über den Ethik-Kodex der Zeit schrieb er im März: »Angeblich gibt es trotzdem
tatsächlich eine zunehmende Sensibilisierung für Fragen von Transparenz und Distanz in der
Redaktion. Eine Folge davon ist, dass die »Zeit« ihren Platz in der berüchtigten Bilderberg-
Konferenz aufgegeben hat, den sie über viele Jahrzehnte inne hatte — ›unwiderruflich‹, wie es
heißt. Dieser Sitz wird nun von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner besetzt.« Dass die Zeit
aussteigt, ist erfreulich. Dass Axel Springer übernimmt, nicht. Es bleibt dabei, beim Thema
Bilderberg bekleckern sich die Medien in Deutschland nicht mit Ruhm. Dabei brauchen wir mehr
kritische Öffentlichkeit und Berichterstattung über diese Konferenzen. Denn solche
verschwiegenen, hochrangigen Treffen spielen eine wichtige Rolle, um gemeinsame Perspektiven
innerhalb der Eliten zu fördern. Sie stehen für das Problem, dass demokratische Strukturen durch
intransparente, informelle Verbindungen überlagert werden.391

› Hinweis
Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger überschrieb 2007 einen der wenigen Berichte, die über die
Bilderberger in Deutschland erschienen sind, mit: »Alpha-Journalisten embedded«. Krüger schreibt
darin:

Journalistische Neugier oder gar Aufklärungseifer spürt man in den etablierten Medien nicht. Es
gibt Hinweise dafür, dass das nicht von ungefähr kommt. So wurde 1967 in England ein
Memorandum bekannt, in dem der Chef der Newspaper Proprietors Association, Cecil King, seine
Verlegerkollegen daran »erinnerte«, dass »unter keinen Umständen ein Bericht oder auch nur eine
Spekulation über den Inhalt der Konferenz« im St. Johns College, Cambridge, gedruckt werden
solle (…) Als der US-Aktivist und Filmemacher Alex Jones 2006 nach Ottawa flog, um die dortige
Bilderberg-Konferenz zu dokumentieren, wurde er 16 Stunden lang von Beamten der kanadischen
Einwanderungsbehörde auf dem Flughafen festgehalten (…) Von einer zehnstündigen Befragung
durch den deutschen Geheimdienst auf dem Münchner Flughafen berichtet Bilderberg-Buchautor
Daniel Estulin aus Spanien, als er 2005 auf dem Weg nach Rottach-Egern war. Auch sein kleines
Hotel in Rottach-Egern, wo er anschließend übernachtete, sei voller Geheimdienstler gewesen.

Krüger fährt fort:

Während sich manche Journalisten die Köpfe an den Schutzwällen von Bilderberg einrennen,
sitzen andere mitten drin im Fünf-Sterne-Hotel, in einem Saal mit Regierungschefs, Ministern und
Konzernvorständen. Fragen drängen sich auf: Was tun sie da, wenn sie nicht darüber berichten, ja
sogar zur Verschwiegenheit verpflichtet sind? Wie steht es mit Hajo Friedrichs Forderung, stets
kritische Distanz zu wahren und sich nicht gemein zu machen, auch nicht mit einer guten Sache?
Gilt das Motto »Überall dabei sein, ohne dazuzugehören« für Bilderberg-Journalisten nicht? (…)
Josef Joffe, Mit-Herausgeber der Zeit, antwortet auf die Interview-Anfrage lapidar in einer Mail:
»Sorry, Vertraulichkeit wird vereinbart und eingehalten.«

Doch nicht nur der umstrittene Josef Joffe, eine klagefreudige Spaßbremse 392
Vergangenheit bei den Bilderbergern mit am Tisch. Auch Zeit – Chef Theo Sommer sowie die
Journalisten Matthias Naß (Zeit) und Christoph Bertram oder der Verleger Hubert Burda und
Springer-Chef Mathias Döpfner hatten keine Berührungsängste mit den Bilderbergern.

› Hinweis , saß in der
Der Münchener Mediensoziologe und Publizist Rudolf Stumberger äußerte über die Bilderberg-
Konferenz 2010, er habe kein Verständnis dafür, »dass verantwortliche Redakteure etwa der
Wochenzeitung Die Zeit schon über viele Jahre eng mit den Bilderbergern verflochten sind und
dennoch wie alle anderen teilnehmenden Journalisten nie auch nur eine Zeile über die Konferenzen
berichten«.

Klar ist, dass bei den Bilderberger-Konferenzen wichtige politische oder wirtschaftliche
Entscheidungen getroffen werden, an denen die demokratischen Institutionen entweder gar nicht oder
nur teilweise beteiligt werden. So wurde die in diesem Buch schon erwähnte Trilaterale Kommission
(eine weitere proamerikanische Lobbyorganisation) auf Anraten Rockefellers bei einer Bilderberg-
Konferenz gegründet. Auch die Einführung des Euro geht nach Angaben des belgischen Unternehmers
und Ehrenvorsitzenden Étienne Davignon auf eine Bilderberg-Konferenz zurück.393

› Hinweis
Und bei
der Gestaltung der Römischen Verträge zur Gründung der EWG kam nach Angaben des ehemaligen
US-Botschafters in Berlin, John McGhee, den Bilderberg-Konferenzen eine »wichtige Rolle« zu.

Aber die Bilderberger sind nun einmal nur einer von vielen ähnlichen elitären Zirkeln. In dem Buch
Die Super-Klasse. Die Welt der internationalen Machtelite hat sich David Rothkopf mit den
weltweit rund 6000 global agierenden Spitzenkräften aus Regierungen, internationalen Konzernen,
Finanzkonglomeraten und Medien beschäftigt, die aufgrund ihrer hochkonzentrierten Macht »im
Grunde den Schlüssel zum Planeten in der Hand halten«. Seine Recherche zeichnet sich dadurch aus,
dass er als ehemaliger stellvertretender Staatssekretär für internationale Handelsbeziehungen in der
Clinton-Regierung selbst Einblick in diese Kreise hatte. In seiner Darstellung kommt klar zum
Ausdruck, dass die Bilderberg-Konferenzen nur noch eines von vielen Foren sind, bei denen diese
zusammenkommen. David Rothkopf vertritt die Auffassung:

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass die Menschen, die Zugang zu diesen Institutionen haben
… geheime Pläne zur Eroberung der Weltherrschaft schmieden; aber es ist höchst wahrscheinlich,
dass sie gemeinsame Interessen haben. Sowohl ihre Zielsetzungen als auch in vielen Fällen ihre
Ansichten über die Welt und wie sie sich entwickeln sollte, ähneln sich. Wenn sie miteinander
Kontakt aufnehmen, dann nicht, um sich als Gruppe zu verschwören, sondern um ihre eigene
Macht durch vorteilhafte Verbindungen zu erweitern.

Medienfachmann Uwe Krüger sagt deutlich, was er von der Nähe einiger Journalisten zu den
Bilderbergern und der Verschwiegenheit über die konspirativen Treffen hält:

Erklärt werden kann das mit einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Erstens: Die meisten
normalen Journalisten dürften bis vor kurzem noch nie etwas von Bilderberg gehört haben.
Zweitens: Die Alpha-Journalisten mit guten Kontakten in höchste Kreise mögen davon gewusst
haben, empfinden aber wahrscheinlich vertrauliche Elitentreffen nicht als skandalös, sondern als
normal, und wollen außerdem ihre Kontakte nicht aufs Spiel setzen. Drittens: Journalisten der
Verlage Springer, Burda und Holtzbrinck scheiden als Enthüller aus, weil Mathias Döpfner,
Hubert Burda und Matthias Naß (Die Zeit erscheint im Holtzbrinck-Verlag) Bilderberger sind und
niemand gegen den eigenen Brötchengeber recherchiert. Viertens: Für eine gute Geschichte
braucht man gute Quellen. Im Fall Bilderberg gibt es keine guten Quellen: Alle Teilnehmer haben
versprochen zu schweigen, alle Nicht-Teilnehmer wissen nichts Konkretes. Normativ betrachtet
sollte aber Bilderberg mehr in den Fokus der Öffentlichkeit kommen. Denn von hier geht »soft
power« aus, und hier werden globale Eliten sozialisiert und miteinander vernetzt.394

› Hinweis
Mächtige Entscheidungsträger aus der ganzen Welt treffen sich jedes Jahr mit einigen wenigen
ausgewählten Journalisten und verbringen drei Tage abgeschottet zusammen. Die Bedeutung dieser
Treffen für uns Bürger ergibt sich aus ihrer Macht und eventuellen Entscheidungen und Absprachen,
die auf solchen Konferenzen getroffen werden. Das Geheimhaltungsgebot spricht dagegen, dass es
sich dort nur um einen Austausch von Höflichkeiten handelt. Alle Teilnehmer sind Personen der
Zeitgeschichte, an denen die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse hat. Warum ihre Handlungen
also weiterhin bewusst verschwiegen werden, ist unklar.

Sind die Treffen der Bilderberger also ein Treffen der »Masters of the Universe« – der Herren der
Welt – wie es die Asia Times schrieb? Der französische Intellektuelle Thierry Meyssan, Präsident und
Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace, hat sich wie kaum ein anderer zuvor
mit den Bilderbergern und ihrer Geschichte befasst. Er kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die
Bilderberger sind eine Lobbyorganisation auf Nato-Kurs, welche die öffentliche Meinung im
proamerikanischen Sinne beeinflussen soll.395

› Hinweis
Und dort hätten Journalisten dann wohl eher
nichts zu suchen.
Medienarbeit auf höchster Ebene
› Hinweis
Kapitel 4

Kauf Dir einen Journalisten – geschmierte
Berichterstattung

Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.

Hasso Mansfeld, ein deutscher PR-Berater, wirbt auf seiner Homepage: »Wir ergänzen Ihre

– durch die Vermittlung von Interviews, die Platzierung von
Namensartikeln …«.396 Das Vermitteln von Interviews macht Mansfeld, ursprünglich
gelernter Gärtner 397 › Hinweis , wahrscheinlich nicht umsonst. Und er ist nicht der Einzige. Da
draußen sitzen demnach viele Journalisten und PR-Berater, die es offenkundig »normal« finden, wenn
uns Berichterstattung in Medien präsentiert wird, die für einen neutralen Dritten bei näherer
Betrachtung irgendwie gekauft anmutet. Auf mich wirkt der Satz von der Homepage des PR-Mannes
Mansfeld, die es ähnlich auch bei anderen PR-Agenturen gibt, wie die Aufforderung: »Kauf Dir einen
Journalisten!« Wie wir noch sehen werden, gibt es viele Mansfelds, die uns Bürger mit filzigklebriger
PR vollstopfen wollen. Und offenkundig noch mehr Journalisten, welche das bereitwillig
mitmachen. Oder solchen PR-Menschen eine Bühne verschaffen. Denn aus der Sicht eines
Durchschnittsbürgers sollten Journalisten um PR-Agenturen, welche sich »die Vermittlung von
Interviews« in Medien auf ihre Fahnen geschrieben haben, wohl einen großen Bogen machen. Wenn
ein einfacher 398
› Hinweis
Journalist wie Stefan Laurin, der mal für Welt am Sonntag, für Cicero und

399

auch für das finanziell ums Überleben kämpfende Blog Ruhrbarone

› Hinweis
schreibt, im
Sommer 2014 ein Interview mit PR-Mann Hasso Mansfeld über die Zukunft der Medien führt 400

› Hinweis , sich damit vor dessen PR-Karren spannen lässt und dessen Agentur so aufwertet, dann
sollte man als wachsamer Bürger einfach nur vorsichtig sein. Aber man kann das im Grunde
vergessen, weil es unwichtig ist. Richtig verheerend wird es erst, wenn die wichtigen und
einflussreichen Leitmedien sich vor Karren spannen lassen. Wenn Politik, Hochfinanz und
Medienmacher von öffentlich-rechtlichen Sendern und unsere renommierten Zeitungen PR machen.
› Hinweis
› Hinweis
Zwei Drittel der Journalisten sind bestechlich

Der Verleger Axel Springer hat früher seinen Redakteuren nicht nur gute Gehälter gezahlt, sondern
beschenkte sie auch zu Weihnachten: Jeder Redakteur erhielt zusätzlich zum Weihnachtsgeld noch ein
Geschenk (einen Fernseher oder Ähnliches) und eine große Kiste voller Delikatessen des Hamburger
Feinkostgeschäftes Michelsen. Und zum Jubiläum gab es für alle Angestellten eine Goldmünze. Was
mussten die Journalisten für solche Geschenke tun? Ein Beispiel: Im Februar 1983 startete die Bild
am Sonntag eine Schmutzkampagne gegen den damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Hans-Jochen
Vogel. Die Zeitung »enthüllte« auf Seite 1 die »NS-Vergangenheit des Kanzlerkandidaten Dr. Vogel«.
Er sei »ehemaliger NS-Kulturbeauftragter«. Schnell stellte sich heraus, dass die angebliche NS-
Vergangenheit des SPD-Politikers daraus bestand, dass er mit 16 Scharführer der Hitlerjugend war.
Gesteuert wurde die sogenannte Enthüllung direkt aus dem Büro Axel Springers in Berlin. Manch ein
Journalist, mit dem Axel Springer sehr zufrieden war, bekam auch einen Autoschlüssel für einen
Neuwagen. Heute sind die Zeiten vorbei. Heute kämpfen viele Journalisten und ihre Verlagshäuser
ums nackte Überleben. Heute verschwimmen alle Grenzen.

Der deutsche Bundesgerichtshof hat 2014 in einer Entscheidung klargestellt: Gekaufte Berichte
müssen klar und deutlich mit dem Wort »Anzeige« gekennzeichnet werden und sich auch formal für
den Leser erkennbar abheben.401

› Hinweis
In der Realität ist das aber nicht der Fall. Das
Wirtschaftsmagazin brand eins hat 2014 in Riesenlettern auf den Titel geschrieben, worum es heute
nur noch geht: »Kauf, Du Arsch«.402 Journalisten diskutieren darüber, wie weit man sich
als Redaktion kaufen lassen darf.403 Und machen weiter. Ganz dreist sind mitunter
»Dossiers« und »Specials«. Zum Beispiel von Capital im Januar 2014. Das Thema: »Ihr
persönlicher Rentenplan«. Einziger Anzeigenkunde: Die ERGO Versicherungsgruppe. Motive:
»ERGO Rente Garantie« und »Wir beraten Sie«. Das Ziel: Kunden gewinnen. Das ist mehr als
unappetitlich.

Wolfram Weimer, von 1990 bis 1998 mein Kollege bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,
beherrscht das Geschäft mit der gekauften Berichterstattung heute nach Angaben von Branchenkennern
offenkundig perfekt. 2012 gründete er die Weimer Media Group und gibt Wirtschaftspublikationen
heraus.404

› Hinweis
Eine davon heißt Börse am Sonntag. Dort gibt es »Gastbeiträge«. Der
Werbefachmann Dr. Thomas Levermann schreibt unschöne Dinge über meinen früheren FAZ-Kollegen
und dessen Produkt Börse am Sonntag, dort gibt es:

… die »Gastbeiträge« des Wolfram Weimer Mediums »Börse am Sonntag«. Diese fallen durch
besonders kritisches Interviewen auf. Zitat: »BaS: ActivTrades zählt zu den erfolgreichen CFD-
Brokern. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Gründe für das starke
Unternehmenswachstum?« Das funktioniert auf drei Wegen: Erstens, derartige Beiträge sind
direkt bezahlt (Beispiel wieder von der Börse am Sonntag hier 405
gekennzeichnet, also die ganz harte Nummer. Zweitens die Beiträge sind indirekt bezahlt, weil in
der identischen oder nächsten Ausgabe eine Anzeige steht (Sorry Börse am Sonntag, schon wieder
Ihr406

› Hinweis ), aber nicht
› Hinweis
am Beispiel Wikifolio) oder drittens, der Beitrag wird nicht als »Anzeige«
gekennzeichnet, sondern als »in Kooperation mit«.

Vielleicht ist das alles sogar formaljuristisch in Ordnung – ethisch sauber ist es aus meiner Sicht ganz
sicher nicht.

Markus Wiegand, Chefredakteur von Wirtschaftsjournalist, hat üble Erfahrungen mit dem Alpha-
Journalisten Wolfram Weimer gemacht. Er schreibt über die Autorisierung eines
Wirtschaftsjournalist – Titelinterviews mit Weimer 2014:

Das Gespräch mit dem Verleger und langjährigen Top-Journalisten Wolfram Weimer in einem
Restaurant im Englischen Garten in München verlief einigermaßen normal. (…) Mühsam wie
selten zuvor war allerdings die anschließende Autorisierung. Weimer verlängerte das Gespräch um
ein Drittel (…), relativierte etliche Aussagen und schliff an vielen Formulierungen mit dem
Ehrgeiz der Eigen-PR. Das war alles hart an der Grenze des Akzeptablen. Darüber hinaus ging der
preisgekrönte Journalist allerdings, als er an den exakt so gestellten Fragen des Gesprächs Hand
anlegte. Frage im Original: »Bei Ihrer letzten Station, dem »Focus«, sind Sie nach öffentlicher
Leseart gescheitert. Hat Ihr Wechsel auf die Verlegerseite auch damit zu tun?« Frage nach der
Autorisierung Weimers: »Bei Ihrer letzten Station, dem »Focus«, lief es für Sie nicht so erfolgreich
wie sonst. Hat Ihr Wechsel auf die Verlegerseite auch damit zu tun?« Weimer wollte in der
Druckfassung auch nicht mehr gefragt werden, warum die Angebote seines Verlages »kaum
wahrgenommen« werden und, dass der Eindruck von außen entstehe, er sei jetzt »in der dritten
Liga« unterwegs. Weimer fand diese Passagen »unverschämt bis erniedrigend« und änderte sie.
Dies wiederum wollte ich nicht akzeptieren.407

› Hinweis
Medienunternehmen und ihre Mitarbeiter sind in erster Linie Unternehmen mit Geschäftsinteressen.
Im Klartext: Sie haben das Ziel der Gewinnmaximierung. Das Ziel von Verlagen und Journalisten ist
es, Geld zu verdienen. Und das Interesse des Geldverdienens hat, wie überall, einen maßgeblichen
Einfluss auf das Geschäft. Wer so tut, als ob Journalisten und Verlage barmherzige Samariter seien,
welche in erster Linie dem Gemeinwohl und der reinen Wahrheit verpflichtet seien, der belügt sich
selbst. Der versteht auch nicht, warum Journalisten in einer für die Branche finanziell immer
schwierigeren Zeit immer käuflicher werden.

Beamte, die ein paar Euro annehmen, gelten als bestechlich. Sie werden strafrechtlich verfolgt und
entlassen. Bei Journalisten dagegen ist Bestechung selbstverständlich, ja gehört zum guten Ton. Denn
je mehr ein Journalist sich korrumpieren lässt, umso größer seine Aufstiegschancen. Wer bereit ist,
die Waschmittelparolen aus den Marketingabteilungen von Politik oder Unternehmen als
vermeintliche »Nachricht« unters Volk zu jubeln, der kann Regierungs-oder Unternehmenssprecher
werden. Wir werden noch viele Beispiele für korrupte Journalisten kennenlernen.

Zwei von drei Journalisten im deutschsprachigen Raum sind bestechlich – und finden das ganz
normal. Von 45 000 festangestellten und weiteren 40 000 freien Journalisten nehmen rund 73 000
regelmäßig Presserabatte in Anspruch. Im Klartext: Sie fordern Vorteile für sich ein. Eine andere
nachprüfbare Zahl: 74 Prozent aller deutschen Journalisten lassen sich bereitwillig kaufen.408

› Hinweis
Auf der Startseite eines großen deutschen Journalistenportals werden Besucher mit den
Worten empfangen: »Bis zu 50 Prozent Presserabatt sind drin: Die größte Presserabatt-Datenbank im

Internet hilft Journalisten, bares Geld zu sparen: Über 1700 Presserabatte von Flugtickets,
Fitnessgeräten, Kaffeeautomaten, Teddybären bis zum Gleitgel sorgen für Markttransparenz.
Zusammen mit 10 000 Tipps von Kollegen bietet Deutschlands größte Presserabatt-Datenbank die
besten Tipps zu allen Pressekonditionen.«409

› Hinweis
Journalisten fordern solche Rabatte aktiv und energisch von Unternehmen ein. Dominik Stawski hat
darüber seine Diplomarbeit geschrieben und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.410
sagte etwa: »Mich haben die Schilderungen der Unternehmen fassungslos gemacht. Manche
Pressesprecher erzählten, dass die Journalisten sie regelrecht unter Druck setzen, um einen Rabatt zu
bekommen. Das geht so weit, dass mit negativen Berichten gedroht wird.«411

› Hinweis
Die EU bezahlt beispielsweise Journalisten dafür, dass diese positiv über Brüssel berichten.
Knapp eine Million Euro haben allein deutsche Journalisten bislang dafür heimlich erhalten.412

› Hinweis Er
› Hinweis
Um an das Geld zu kommen, haben sie sogar eine Verpflichtungserklärung unterschrieben,
in der es unter anderem heißt: »Ich versichere, das Image der Europäischen Union, ihrer Politik und
Einrichtungen weder direkt noch indirekt zu schädigen.« Im Klartext: Kritische Berichterstattung ist
unerwünscht. Und die Journalisten berichten linientreu. Natürlich gegen Bezahlung. Wir leben in
einem großen Theater. Das gespielte Stück nennt sich »Demokratie«. Und wie wir sehen, ist auch die
»Pressefreiheit« bei diesem Theater nur eine gut gespielte Illusion.

Es geht nicht nur um Bezahlung. Jede Woche bekomme ich Mails von PR-Agenturen, welche
diskret und unauffällig Journalisten und PR-Abteilungen miteinander vernetzen. Das ist nicht
verboten, aber ich finde es moralisch nicht in Ordnung. Ich antworte dann nie, dürfte also durch
eigenes Zutun in keiner solchen Datenbank zu finden sein. Warum ich das nicht mache? Der Leser
würde es ja nicht erfahren, welche PR-Agentur mich da bei meinen Berichten im Hintergrund
»unterstützt«. Damit sich der Leser ein Bild von solchen Angeboten machen kann, zitiere ich
nachfolgend einfach einmal eine typische Mail, die ich im Juli 2014 bekommen habe:

Betreff: Anfrage zur Aufnahme in die Cision Journalisten-Datenbank

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist … und ich arbeite als Media Researcher in der Redaktion der Cision Germany
GmbH, einem führenden Anbieter von Dienstleistungen für die PR-Branche. Wir erweitern
momentan unsere Journalisten-Datenbank in den Bereichen Tagesnachrichten und Gesundheit und
würden gerne Mitglieder der (…) Redaktion bei uns aufnehmen. Das Ziel unserer Datenbank ist es,
einen themenbezogenen Dialog und Informationsaustausch zwischen Medienvertretern und PR-
Profis zu ermöglichen, der gezielt auf den Themenbereichen der bei uns gelisteten Medien,
Journalisten und Blogger basiert. Von unseren Kunden – PR-Agenturen, sowie auch kleinen und
großen Unternehmen – würden Sie Pressemitteilungen sowie auch Einladungen zu Presseterminen
und weitere Informationen zu Ihrem journalistischen Bereich erhalten. Selbstverständlich ist der
Eintrag mit keinerlei Kosten verbunden und wir garantieren Ihnen, dass die Daten in keinster
Weise öffentlich zugänglich gemacht werden. (…) Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen, (…)
Media Researcher DACH, CISION Germany GmbH, Hanauer Landstraße 287–289, 60314
Frankfurt/Main
Wenn man in solchen Datenbanken ist, so meine früheren Erfahrungen, dann bekommt man viele
schöne Einladungen. Man wird dann als Journalist umworben. Und man merkt irgendwann nicht mehr,
wie man geschickt manipuliert wird.
Gefallen an Gefälligkeiten:
So macht man Medien gefügig
Immer öfter spielt Geld keine Rolle, wenn Journalisten gekauft werden sollen. Rund dreißig deutsche
Autojournalisten waren auf Einladung von Volkswagen 2008 für vier Tage zu den Olympischen
Spielen nach Peking gereist – für bis zu 25 000 Euro pro Person. Das Ziel von VW war aus meiner
Sichtweise Bestechung. »Um eine positive Berichterstattung seitens der Medien zu garantieren«,
wolle man ausgewählte Journalisten im August zu den Olympischen Spielen nach Peking einladen,
erläuterte ein PR-Mann des Autounternehmens im Juli 2008 der hausinternen Steuerprüfung. Die
Spiele wurden von VW gesponsert. Und die Journalisten würden gebraucht, um das gebührend zu
würdigen. So korrumpieren ließ sich etwa der damalige stellvertretende Chefredakteur der
Autozeitung, Walter Eschment. Er war in Peking dabei, sagte später zu den entsprechenden
Veröffentlichungen darüber: »Ich finde es äußerst blöd, wenn man unter Journalisten quer
recherchiert.« Auch dabei waren der Ressortleiter Auto des Springer-Blattes Welt, Stefan Anker und,
wen wundert es, ein Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.413

› Hinweis
Diese gekaufte Berichterstattung ist vor allem dort zu finden, wo der Bürger sie ganz sicher nicht
erwartet: in den renommiertesten Medien. Und ganz weit vorne marschieren dabei vor allem
einstmals angesehene Gazetten wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Autor dieses Buches
hat ja lange für die FAZ gearbeitet. Ein Teil seiner Dienstreisen, welche er im Auftrag der
verschiedenen FAZ-Ressorts zu absolvieren hatte, waren bezahlte Einladungsreisen von
Unternehmen, Regierungen oder Bürgerkriegsparteien. In der Frankfurter Zentrale wurde es mir als
FAZ-Journalisten damals suggeriert, dass es selbstverständlich sei, beispielsweise bezahlte
Einladungsreisen anzunehmen und anschließend Lobgesänge auf den Einladenden zu verfassen. In
meinen 17 Jahren bei der FAZ waren solche – rückblickend – unseriösen Methoden Alltag. Ich habe
es auch bei vielen Kollegen so erlebt.

Daran scheint sich seit meinem Ausscheiden nichts geändert zu haben. 2012 etwa titelte der Focus:
»FAZ ließ sich von ThyssenKrupp zu teurer Reise einladen«. In dem Bericht heißt es: »Der
Stahlkonzern ThyssenKrupp hat offenbar Journalisten zu Luxustrips mit reichhaltigem
Freizeitprogramm eingeladen. Peinlich, peinlich: Auch die renommierte FAZ ließ sich einladen –
wenig später erschien ein wohlmeinender Artikel.«414

› Hinweis
Demnach flog der FAZ-Redakteur im
ThyssenKrupp-Firmenjet von Düsseldorf nach München, dann weiter in der First Class der Lufthansa
nach Peking. Dort wird der Reporter auf Kosten von ThyssenKrupp in 5-Sterne-Hotels untergebracht.
Kosten der Reise, welche ThyssenKrupp für den FAZ-Mann übernommen hat: angeblich rund 15 000
Euro. Der Deutschlandfunk berichtete später, es sei nicht nur darum gegangen, einen
Gefälligkeitsartikel in der FAZ zu bekommen, sondern den FAZ-Journalisten dauerhaft an sich zu
binden und gefügig zu machen. In einer Reportage des Deutschlandfunks wird der Welt – Journalist
Jörg Eigendorf zur Käuflichkeit der FAZ durch ThyssenKrupp mit den Worten zitiert: »Ehrlich gesagt:
Es geht doch gar nicht um den Bericht danach. Der ist doch nicht das, worauf es ankommt. Hier geht
es darum, eine enge Verbindung zu schaffen, eine Zugänglichkeit zu schaffen und Journalisten in ein
Boot zu holen, aus dem die Journalisten nicht mehr selber aussteigen können. Man schafft hier
bestimmte Abhängigkeiten und man bringt den Journalisten auch in eine Lage, die es ihm schwierig
macht, unliebsam hinterher zu handeln und unliebsam zu berichten.«415

› Hinweis
Die FAZ ließ später sinngemäß verlauten, sie fände das alles völlig normal. Die FAZ gab demnach
an, dass die Unabhängigkeit der Zeitung gewahrt sei, egal ob die Redakteure nun Einladungen
annähmen oder nicht.416

› Hinweis
Diese Aussage hat mich nicht erstaunt. Schließlich habe ich es dort
im Hause FAZ auch nicht anders erlebt. Eine meiner ersten Auslandsreisen im Auftrag der FAZ hatte
ich in den 1980erJahren nach Namibia und Südafrika gemacht – finanziert für die FAZ vom damaligen
Apartheidsregime. Eine der nächsten Luxusreisen ins südliche Afrika im Auftrag der FAZ-
Politikredaktion wurde vom Verband der südafrikanischen Goldindustrie finanziert, so ging das in
kurzen Abständen. Selbst vom irakischen Diktator Saddam Hussein ließ sich die FAZ im Sommer
1988 einladen und schickte mich als proirakischen Berichterstatter aufs Schlachtfeld an die irakischiranische
Grenze genau dort, wo im Juli 1988 Iraner mit deutschem Giftgas vergast wurden. Ich will
damit sagen: Von Luxusreisen in 5-Sterne-Hotels bis zu Vergasungen auf dem Schlachtfeld reichten
die bezahlten Einladungen, bei denen meine Vorgesetzten keine Skrupel hatten, zuzuschlagen. Nur
damit es bei manchen Lesern keine Zweifel gibt, dass es tatsächlich Einladungen zur Begutachtung
einer Vergasungsaktion auf einem Schlachtfeld gab: Man kann da nicht als Tourist einfach so
hinfahren, das sind Kriegsgebiete. Das waren schon gut organisierte Einladungen.

Medienschaffende sind offenkundig eine besonders geldgierige Bevölkerungsgruppe. Der geldwerte
Vorteil scheint ein fester Bestandteil des eigenen Gedankenguts zu sein. Ein Daimler-Chrysler-
Mitarbeiter berichtet: »Wenn wir einem Journalisten einen Testwagen für einen Monat zu Verfügung
stellen, kommen sogar Beschwerden, dass er ihn nicht gleich ein halbes Jahr testweise fahren
kann«.417

› Hinweis
Geiz-ist-geil-Journalisten greifen da gern zu.

»Als Automobil-Journalist müsse man bescheuert sein, sich ein Auto zu kaufen« – so zitiert eine
Studie von Transparency Deutschland den Anwalt von Franz Danner, einen früheren
Marketingmanager von Mazda.418

› Hinweis
Dessen Arbeit gewährt tiefe Einblicke in die Lobbyarbeit
eines Autokonzerns mit der Zielgruppe Journalisten. Im Autojournalismus sei es üblich, immer
wieder neue Testwagen zu bestellen. Danner habe die Fahrzeuge teilweise bis zum nächsten
Modellwechsel an Journalisten als Testwagen vergeben. Präsentationen von neuen Modellen seien
häufig allein die »Fassade für luxuriöse Reisen an reizvolle Orte« gewesen, heißt es in der Studie. So
habe er beispielsweise Testfahrten in Wien organisiert. Die teilnehmenden Journalisten bekamen
gleich die Karten für den Besuch des Wiener Opernballs und einen maßgeschneiderten Frack mit
dazu. Danner stand 2013 wegen schwerer Untreue vor der 6. Strafkammer des Kölner Landgerichts.
Er soll nicht nur viele Journalisten bestochen, sondern Mazda auch um insgesamt 41 Millionen Euro
betrogen haben.419

› Hinweis
In dem Prozess hat er freimütig bekundet, wie der Umgang eines
Autobauers mit Journalisten aussieht. »Medienlandschaftspflege« wird das genannt. Wie diese
Medienbeeinflussung ausgesehen hat, davon berichtet die Berliner Zeitung.420

› Hinweis
»Mein Job
war es«, sagte Danner, »dafür zu sorgen, dass möglichst positive Berichte über die Autos geschrieben
und gesendet wurden«. Und das bedeutete im Einzelnen:421

› Hinweis

Um die Autojournalisten »angenehm einzustimmen«, gebe es laut Danner eine relativ einfache
Formel: »Super Destination, super Hotel, super Service, super Geschenke«, zählt der PR-Experte
auf. Ein deutscher Autokonzern etwa habe einmal zur Präsentation eines neuen Autos nach
Sardinien eingeladen. Da habe dann ein Privatjet für 40 Leute am Flughafen bereitgestanden, die
Journalisten seien in einem teuren Hotel an der Costa Smeralda untergebracht worden. Andere
Firmen würden nach Kapstadt gehen, die Vorstellung eines neuen Modells verbinden mit der Fahrt
durch die Wüste nach Namibia. »Je attraktiver der Vorstellungsort, desto besser die Presse«, sagt
Danner.

Etwa zehn solcher Events soll Mazda, Danner zufolge, für Autojournalisten veranstaltet haben. Wie
dort gehaust wurde, weiß der Ex-PR-Mann drastisch zu schildern:

»Jeder Autojournalist konnte in den Fünf-Sterne-Hotels die Minibar leer trinken, an der Bar
Champagner bis zum Abwinken bestellen, alle Dienstleistungen, die solch ein Hotel anbietet, auf
unsere Kosten in Anspruch nehmen.«422

› Hinweis
Das Jahresbudget für die PR-Abteilung der Mazda-Europazentrale in Leverkusen habe bei 15 bis 16
Millionen Euro gelegen. Die Ausgaben für die gezielte Beeinflussung der Journalisten unterlag einer
einfachen Kalkulation:

»Wir hatten eine ganz einfache Rechnung: Der durchschnittliche Journalist kostet bei unseren
Events drei-bis fünftausend Euro. Bringen musste er einen Gegenwert von mindestens 15 000
Euro. Das haben wir immer geschafft.«423

› Hinweis
Ob dieses Geschäftsziel erreicht wurde, haben Danners Leute in der Mazda-PR-Abteilung sogar
nachgemessen: Wie viel Zentimeter nahm ein Autoartikel in einer Zeitung ein, wie viel Sekunden
wurde ein Fahrzeug im Fernsehen gezeigt, wie groß wurde im Internet berichtet?

»Wenn Sie überlegen, was eine Anzeige in Zeitungen oder gar Spots im Fernsehen kosten, war der
journalistische Bericht über ein Auto trotz der durchschnittlichen Eventkosten von rund zwei
Millionen Euro geradezu billig.«424

› Hinweis
Zusätzlicher Positiveffekt solcherart beeinflusster Berichterstattung war, dass journalistische Beiträge
deutlich glaubwürdiger erscheinen als reine bezahlte Werbung – obwohl es sich in Wahrheit um nichts
anderes handelt.

Der Mazda-Konzern wollte sich zu Einzelheiten nicht äußern und ging nach eigenem Bekunden
davon aus, dass Danner alle Maßnahmen »unter Beachtung unseres Verhaltenskodexes durchgeführt«
habe. Auffällig ist auch, wie wenig über den Danner-Prozess und die damit verbundene Aufdeckung
journalistischer Praktiken berichtet wird. Danner sagte im Prozess auch:

»Es gab eine eingeübte Kultur des Wegschauens«, und fuhr fort: »Jeder wusste doch, dass es mein
Job war, die Journalisten mit allen Mitteln bei Laune zu halten. Und diese Mittel wollte man im
Detail gar nicht so genau kennen.«425

› Hinweis

Seit vielen Jahren schon weisen deutsche Topjuristen darauf hin, dass bestechlichen Medienautoren in
Deutschland keine Strafe droht. »Wir müssen uns fragen, ob wir endlich ändern wollen, dass
Journalisten außerhalb der Rechtsprechung agieren«, mahnt etwa der bekannte
Korruptionsstrafrechtler Professor Dr. Ulrich Sommer. Und auch der Frankfurter Oberstaatsanwalt
Michael Loer (Leiter der Korruptionsabteilung bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für
Wirtschaftsstrafsachen) warnt auf Basis der weiterhin unbefriedigenden Gesetzeslage:
»Glaubwürdigkeit kann man nicht rechtlich verbriefen, sondern dies muss das Berufsethos richten,
aber es kämen sicher mehr korruptive Praktiken ans Licht.«426

› Hinweis
Aus den USA kommt jetzt ein Trend zu uns, der aufhorchen lässt: Kauf Dir einen Journalisten. Auf
der Webseite Spot. us 427

› Hinweis
schlagen Nutzer (meist Firmen) Journalisten Themen vor und
bezahlen ganz offen für die Berichterstattung. »Community funded reporting« nennt sich das. Ja, das
Modell lautet allen Ernstes: Kauf Dir einen Journalisten.

Auch in Deutschland verschwimmt die Grenze zwischen Journalismus und PR immer mehr. In einer
Facharbeit über Marketing heißt es, dass es immer öfter eine »Win-Win-Situation« gebe:

Produkt-PR und Journalismus befinden sich immer dann in einer Win-Win-Situation, wenn
beiderseits ein Publizitätsinteresse besteht. Dass sich Produkt-PR dabei nicht immer in der
Anbieterrolle befindet, mag abschließend nochmals der Rückgriff auf das Beispiel »Auto« zeigen,
wo tagesaktuelle Boulevardmedien gerne um die Erstveröffentlichung sogenannter »Erlkönig-
Fotos« buhlen. Es kann dabei im doppelten Wortsinne von einer »verschwiegenen« Win-Win-
Situation gesprochen werden, denn ein Teil wechselseitiger Kontakte findet auf der Hinterbühne
persönlicher Beziehungen und damit an »verschwiegenen Plätzen« statt; in der
Journalismusdebatte verschwiegen wird zudem die Win-Win-Situation, vielleicht, weil Journalisten
bei Produktberichterstattung in die Rolle von Absatzmittlern rücken und damit ein parteilicher
Eindruck entsteht, der nicht ohne Weiteres zu klassischen journalistischen Rollenbildern passt.428

› Hinweis
Journalisten werden also immer mehr zu »Absatzmittlern«. Ob die Bürger das ahnen?

Nun hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Und deshalb wird dieses Buch wohl schnell zum
Hassobjekt einer ganzen Branche werden. So wie ein Arzt gemäß dem vorherrschenden
Standesdenken nicht über Ärztepfusch sprechen darf und bei Zuwiderhandlung zum Ausgestoßenen
unter den Kollegen wird, so sollte ein Journalist immer beide Augen fest zudrücken, wenn es um
geschmierte Berichterstattung und jene Schleimspuren geht, welche Journalisten gern im engsten
Dunstkreis unserer vermeintlichen »Eliten« hinterlassen. Deutsche Journalisten tun sich mit
Selbstkritik extrem schwer. Das belegt auch die Studie »Zimperlieschen? Wie deutsche Journalisten
mit Kritik umgehen« des Erich-Brost-Institutes für internationalen Journalismus an der TU
Dortmund.429

› Hinweis
Rund 1800 Journalisten aus zwölf europäischen und zwei arabischen Ländern
beantworteten Fragen zu Selbstkritik und Selbstkontrolle im eigenen Berufsalltag. Das Ergebnis: Ein
Drittel der deutschen Befragten kritisiert selbst nie oder fast nie Kollegen, umgekehrt werden zwei
Drittel nie oder fast nie von Kollegen kritisiert. Das ist wie eine eiserne Regel: Austeilen ohne
einzustecken. Wirtschaftswoche – Redakteur Sebastian Matthes hat diese eiserne Regel einmal
durchbrochen. Er schrieb in seinem Blog:

Über Ärzte und die von Pharmafirmen finanzierten Luxusreisen wurde in den vergangenen Jahren
viel diskutiert. Nie über Journalistenreisen deutscher Fachreporter nach Miami, Barcelona oder
Dubai, wo Autohersteller mitunter nur das Facelift bekannter Modelle vorstellen. Geflogen wird
freilich mindestens Business Class und in der Regel auf Kosten der Autohersteller. Kein Wunder,
dass viele Auto-Journalisten längst Senator-Status bei der Lufthansa haben. (…) Wenn Ärzte sich
nicht zu Präsentationen neuer Schmerzmittel auf Südseeinseln einladen lassen dürfen, weil dann
ihre Entscheidungen bei der Medikamentenwahl beeinflusst werden könnten, wie können
Journalisten dann nach ihrer Miami-Reise objektiv bleiben? Auch Geschichten leitender
Redakteure großer Blätter, die sich übers verlängerte Wochenende vom hauseigenen Autoredakteur
einen Porsche kommen lassen, hört man. (…) Eigentlich müssten wir dringend über all das reden.
(…) Wieso darüber kaum gesprochen wird? Weil es so viele betrifft.430

› Hinweis
Die Bestechlichkeit von Journalisten ist die eine verschwiegene Seite eines ganzen Berufsstandes.
Die andere ist die verschwiegene Nähe zur Macht. Fast alle renommierten deutschsprachigen Medien
haben, wie wir schon gesehen haben, engste Verbindungen in die Führungsetagen von Politik und
Wirtschaft.431

› Hinweis
Ihren Kunden – uns Bürgern – verschweigen sie das. Aus gutem Grund. Denn
sie werden auch von dieser Seite korrumpiert. Am Ende kommt das heraus, was bei immer mehr
Bürgern auf Ablehnung stößt: gekaufte und manipulierende Desinformation, die nur noch den
Interessen einer kleinen Clique dient.

Doch alles ist noch viel verheerender. Denn auch die Anzeigenabteilungen der Medienunternehmen
boten ihren Kunden in Geheimgesprächen in der Vergangenheit an, gegen Bezahlung auf Umfang und
Themenwahl der Berichterstattung Einfluss zu nehmen.432

› Hinweis
Von der der SPD gehörenden
Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) bis zu der heute zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung
gehörenden Frankfurter Rundschau (FR) konnten Anzeigenkunden demnach zumindest in der
Vergangenheit unmittelbaren Einfluss auf die Berichterstattung nehmen. Eine Trennung von
Journalismus und Anzeigengeschäft ist demnach in der Realität oftmals reine Fiktion. Andreas
Eickelkamp, Dozent an der Freien Universität Berlin, sagt dazu etwa in Hinblick auf den Bauer-
Verlag:

Beim Bauer-Verlag gab es viele Fälle von Schleichwerbung, besonders bei den niedrigpreisigen
Frauenzeitschriften. Dort hatten vor allem Pharma-Konzerne auf die redaktionelle
Berichterstattung Einfluss genommen. Vom Presserat wurde das mehrfach gerügt. So sieht ein
prototypisches Beispiel für schwache Redaktionen in einem Verlag aus. Denn gerade die Pharma-
Industrie unterliegt besonders strikten Werberichtlinien – und wenn sie es dann trotzdem schafft,
sich in redaktionelle Texte einzuschleichen, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine schlechte
Verlagskultur.433

› Hinweis
Früher war die Medienwelt noch überschaubar und klar gegliedert. Da gab es PR-Agenturen, welche
Lobbyarbeit leisteten. Und es gab Journalisten, welche bestimmten Grundsätzen verpflichtet waren.
Heute verschmelzen diese Grenzen oder sind schon lange verschmolzen. Da heißt es etwa im

medienforum:

Dass die Nähe zwischen Public Relations und Journalismus zunimmt, wird in der Öffentlichkeit
kaum wahrgenommen. Längst liefern beispielsweise Großverlage außer journalistischen
Produkten auch PR-Magazine. So betreibt etwa der Verlag Gruner + Jahr Corporate Publishing in
Form von Kundenmagazinen für die Deutsche Bahn (DB mobil) und die Volkswagen AG (VW
Magazin). Angesichts dieser Nähe wird den Redaktionen von journalistischen Titeln des Verlags
eine kritische Distanz gegenüber der Deutschen Bahn und Volkswagen nicht gerade leicht
fallen.434

› Hinweis
Wer solche Fakten zusammenträgt, der wird als Überbringer der Nachricht schnell zum Feindbild.
Als am Beispiel einer exklusiven Safarireise enthüllt wurde, wie korrupt manche Medienhäuser sind,
gab es juristische Drohungen Ein Medienportal berichtet:

Auf einer Safari in Südafrika im März 2011 waren Journalisten der Süddeutschen Zeitung, des
Tagesspiegel, der NRZ und der Rheinischen Post. »Die Reise hat die erwarteten
Hintergrundinformationen über das Unternehmen erbracht«, bilanziert Tagesspiegel-
Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gegenüber der Welt am Sonntag. Auch die anderen
Zeitungen argumentieren ähnlich. Die SZ verweist darauf, dass der entsprechende Reporter freier
Angestellter sei. Die NRZ drohte der WamS sogar indirekt: »Bitte haben Sie Verständnis dafür,
dass wir jegliche andere Berichterstattung über unser Haus einer juristischen Überprüfung
unterziehen werden« (…).435

› Hinweis
Man spricht nicht gern darüber. Zu den Olympischen Spielen in London hatte beispielsweise der
südkoreanische Konzern Samsung Journalisten eingeladen – und sie zur Gefälligkeitsberichterstattung
herangezogen. Das machte Samsung auch auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin.436

› Hinweis
Da wurden Reisen bezahlt und geschönte Berichte erwartet.

Enthüllt: Die Nebenverdienste

Was Otto-Normal-Rundfunkbeitragszahler schon immer ahnte, ist jetzt amtlich: Nicht wenige der bei
öffentlich-rechtlichen Anstalten beschäftigten Journalisten haben hohe Nebenverdienste. Abgeordnete,
die von Steuern finanziert werden, müssen ihre Nebenverdienste öffentlich machen. Moderatoren der
öffentlich-rechtlichen Sender, die von Zwangsgebühren finanziert werden, nicht.

Bis zu 20 000 Euro bekommen Nachrichtensprecher der öffentlich-rechtlichen Sender für einen
privaten Vortrag.437

› Hinweis
Das NDR-Medienmagazin Zapp
berichtete über lukrative
Nebenverdienste wie Firmenauftritte von prominenten Fernsehjournalisten der ARD wie Tom
Buhrow, Michael Antwerpes und Anja Kohl sowie des ZDF wie Claus Kleber, Peter Hahne und Petra
Gerster. Der frühere ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte, die Nebeneinkünfte von
Journalisten, die Glaubwürdigkeit beanspruchten, sollten transparent sein: »Ein Journalist, der
Nebentätigkeiten ausführen will, soll öffentlich sagen, was er macht, von wem er bezahlt wird und
wie hoch sein Honorar ist«.

In einem NDR-Beitrag aus dem Jahr 2009 heißt es: »…kann man einen Bankdirektor tatsächlich noch
kritisch interviewen, wenn man vorher für die gleiche Bank für viel Geld eine Podiumsdiskussion
moderiert hat? Und kann man heute unabhängig über ein Unternehmen berichten, für das man noch
gestern Werbung gemacht hat?«438

› Hinweis
Es ist klar, dass ein Journalist nicht kostenlos bei einem
Unternehmen auftritt. Das hat einen gewissen Preis. Und den erfahren nur jene, welche die
Journalisten auch tatsächlich buchen wollen. 2009 nannte das NDR-Magazin Zapp
einer erstaunten
Öffentlichkeit diese damaligen Preise. Da hieß es: »Dennoch: nach vielen Gesprächen hat auch Zapp
die Preislisten der Agenturen. Die verlangen für eine Moderation oder einen Vortrag von Petra
Gerster: ca. 14 000 Euro; für Tom Buhrow berechnen sie ca. 20 000 Euro; die gleiche Summe für
Claus Kleber; Anja Kohl kommt angeblich für ca. 6500 Euro; Peter Hahne für ca. 10 000 Euro; der
Agenturpreis für Michael Antwerpes: ca. 8000 Euro. Unklar bleibt, wie viel die Journalisten davon
selbst erhalten – keine Auskunft dazu von Agenturen und Journalisten.«439

› Hinweis
Anja Kohl ist eine ARD-Moderatorin, die regelmäßig für die ARD das Geschehen an der Börse
präsentiert. Ihre Auftritte sorgten nach einer NDR-Sendung für Irritationen. Da hieß es bei Zapp:
»Denn sie moderiert und referiert bei Veranstaltungen, die auch von Banken und Unternehmen
finanziert werden, deren Aktien an der Börse gehandelt werden. In Firmenprospekten schmückt man
sich mit ihren Ratschlägen und ihrem Gesicht. Honorare erhält sie auch für Auftritte bei
Veranstaltungen von Energiekonzernen. Für manchen Kritiker eine Interessenkollision.«440

› Hinweis
Professor Christian Schicha, Medienwissenschaftler der Hochschule Düsseldorf, sagte dazu: »Es
regt mich auf, wenn Journalisten neben ihrer Tätigkeit zusätzlich Möglichkeiten suchen, um sich zu
profilieren, um Einkünfte zu bekommen, die sie aufgrund ihrer Popularität bekommen. Das muss nicht
unbedingt etwas mit Sachverstand zu tun haben, sondern es hat eine Menge mit Prominenz zu tun. Also
es regt mich dann auf, wenn letztendlich diese Popularität benutzt wird, um in diesen Bereich richtig
einzusteigen.«

Auch die Spitzenverdiener in den Chefsesseln verdienen nicht schlecht. Der ehemalige
Tagesthemen
– Moderator Tom Buhrow bezog nach Presseangaben 2013 mehr als 350 000 Euro
Jahresgehalt vom WDR.441

› Hinweis
Die ARD-und ZDF-Chefs verdienen mehr als unsere
Regierungschefs. Und sie haben auch noch Nebeneinnahmen.
Gehirnwäsche:
Die Schere im Kopf
Gehirnwäsche dient der psychologischen Manipulation. Sie ist der Versuch der
Bewusstseinskontrolle und ein Kennzeichen totalitärer Staaten. Wenn die gleichgeschalteten
nordkoreanischen Medien über den geliebten Führer berichten, dann ist das eine Form der
Gehirnwäsche. Wenn die Mullahs in Teheran Hunderttausende aufmarschieren und Parolen wie »Tod
den USA« rufen lassen, dann ist auch das Gehirnwäsche. Denn kein nordkoreanischer oder iranischer
Journalist darf etwas anderes als die offizielle Version berichten. Und so wird eine Einheitsmeinung
produziert. In Demokratien gibt es, angeblich, keine Gehirnwäsche. Schließlich haben die Vereinten
Nationen 1975 Gehirnwäsche und Bewusstseinskontrolle von Bevölkerungen oder
Bevölkerungsgruppen verboten. Doch wie soll man das nennen, was heute im deutschsprachigen
Raum von den »Qualitätsmedien« produziert wird? Dort, wo früher Pluralismus und verschiedene
Meinungen miteinander gestritten haben, herrscht heute ein Klima der Angst.

Die Evolution hat den Menschen Augen gegeben, mit denen sie ihre Umwelt betrachten können –
und ein Gehirn, um die Eindrücke zu verarbeiten. Mitunter gibt es Sinnestäuschungen. Denn Politiker
und auch Medien zeichnen oftmals gern ein Bild von unserer Umwelt, welches bei näherer
Betrachtung völlig anders ist. Das ist dann zwar politisch so korrekt. Aber wir haben jetzt Angst vor
der Wahrheit. Es gibt Tabus unter Journalisten.

Ein älteres, aber deutliches Beispiel: Am 5. Juni 2008 moderierte Maybrit Illner im ZDF eine
Talkrunde zur Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom. Zuvor war bekannt geworden, dass die
Unternehmensführung 2005 bis 2006 illegal Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und
Journalisten hatte abgleichen lassen, um herauszufinden, wer Interna aus den Sitzungen des
Aufsichtsrats an die Medien weitergegeben hatte. Da debattierten Spitzenpolitiker wie Wolfgang
Bosbach und Journalisten wie Hans Leyendecker (Süddeutsche).
Doch obwohl es auch um
Versäumnisse des Telekom-Vorstandsvorsitzenden René Obermann ging, fiel sein Name kein einziges
Mal. Warum nur? Weil die Moderatorin Maybrit Illner und René Obermann privat ein Paar waren?
Der blinde Fleck machte jedem deutlich, dass es offenkundig Tabus in der Berichterstattung gibt. Da
wurde ewig lang und breit über eine schlimme Spitzelaffäre diskutiert. Und einen der
Verantwortlichen benannte man nicht mit Namen. Weder Wolfgang Bosbach (CDU) noch Hans
Leyendecker, auch nicht die Mitdiskutanten Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger oder
der Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Detektive brachen das unausgesprochene Tabu.

Aus dem einstigen Land der Dichter und Denker ist ein Volk von Feiglingen geworden. Das freie
Nachdenken, die Voraussetzung für unseren einstigen Wohlstand, gilt jetzt als unanständig. Wir sind
die Opfer einer medialen Gehirnwäsche. Politisch korrekte Journalisten, welche mit der Schere im
Kopf arbeiten, geben uns das Denken – wie in einer totalitären Diktatur – vor. Politisch korrekt sein,
das heißt für uns Bürger heute, die Lügen von Politik und Medien bei der Gehirnwäsche brav zu
schlucken. Was unterscheidet uns auf diesem Gebiet eigentlich noch von Nordkorea oder Iran?

Wir sind umzingelt von einem engmaschigen Netz der Tabus und politischen Korrektheiten, die man
nicht mehr offen ansprechen darf. Allein der Verdacht, die politische Korrektheit verletzt zu haben,
stempelt einen Menschen für den Rest des Lebens bestenfalls zum Idioten (wie den früheren
Bundespräsidenten Heinrich Lübke) oder aber zum Außenseiter. Jeder weiß das. Und jeder pariert
jetzt, wenn es wie in einer Diktatur darum geht, die Sprach-und Denkvorgaben zu erfüllen. Wer klar
denkt und sich außerhalb der Politischen Korrektheit bewegt, der wird schnell zum bösen
»Populisten« gestempelt. Wir haben Angst davor, »populistisch« genannt zu werden. Warum
eigentlich? Das Wort »populistisch« kommt schließlich von lateinischen »populus« (Volk) und
bezeichnet eine Nähe zum Volk. Ist es wirklich tabu, wenn man als Bürger volksnah ist?

Früher fanden Hinrichtungen auf dem Marktplatz statt. Heute erledigen das die Medien, bei all
jenen, die der verordneten politischen Korrektheit noch trotzen. Wer ihre Vormachtstellung und damit
ihre Deutungshoheit infrage stellt, mit dem wird kurzer Prozess gemacht, sollte er nicht bereits durch
den politisch korrekten Lynchmob medial aufgeknüpft worden sein.

Wer beispielsweise nicht an die Zukunft des Euro glaubt, der gilt in deutschsprachigen Medien als
europafeindlich und Ewiggestriger. Auch wer Zweifel hat in Hinblick auf den angeblichen
Klimawandel, der ist bäh und pfui. Noch schlimmer sind jene, welche die Schuld an Armut und
sozialen Problemen bei den Betroffenen selbst suchen. Die sind dann angeblich hartherzig und bar
jeder Solidarität. Ganz anders ist es beim Christentum. Gegen Christen und christliche Werte kann
man heute offenbar gar nicht genug pöbeln. Aus unerfindlichen Gründen ist es beim Thema Islam
völlig anders. Während Kritik an der Kirche als fortschrittlich gilt, ist die kritische Betrachtung des
Islam angeblich fremdenfeindlich, ja fast noch schlimmer als Antisemitismus.

Die Bevormundung beim Denken und Sprechen, die Gängelung der einst so frei denkenden
Menschen im deutschsprachigen Raum durch journalistische Blockwarte ist unübersehbar. Denn die
Denkschablonen werden vor allem von Journalisten vorgelebt. Sie haben die Menschen eingezwängt
in einen Käfig voller Ängste. Wir haben jetzt eine neue Sprache, Schönsprech. Wir nennen hässliche
Menschen jetzt »ästhetisch herausfordernd« und dumme »geistig herausfordernd«. Wir sagen
»Generation 60 plus« statt Rentner und »anderweitig begabt« statt behindert. Und kein Politiker will
mehr etwas »zugeben«, es wird vielmehr nur noch »eingeräumt«. Das alles gehört zum politisch
korrekten Umgangston.

In den letzten Jahren wurden Tausende Worte in den Redaktionsstuben unmerklich durch andere
ersetzt. Oftmals ist uns Bürgern das gar nicht aufgefallen. Jene, welche in den Medien die
Deutungshoheit haben, verändern unser Denken, indem sie uns die neuen politisch korrekten Begriffe
vorgeben. Die Tötung von Zivilisten nennen wir »Kollateralschäden« und eine Entlassung ist jetzt
eine »Freisetzung«. George Orwell nannte diese heimliche Umgestaltung der Sprache im Jahre 1949,
als er sein Meisterwerk 1984 verfasste, »Neusprech«. Dieses »Neusprech« wurde in seinem Roman
entwickelt, um die Vielfalt der Gedanken zu verringern. Im Klartext: um das Denken von
Menschenmassen mit einer Gehirnwäsche zu vereinheitlichen. Ein Beispiel: Millionen Menschen
hören dem ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber zu. Als im Spätsommer 2013 darüber diskutiert
wurde, ob westliche Truppen in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen sollten, da erklärte Claus
Kleber, was Krieg ist und sagte wörtlich: »Wobei, das muss man zur Abrundung schon noch sagen, im
Moment niemand von einem Krieg spricht. Die Rede ist von möglicherweise einem begrenzten
Militärschlag als Strafmaßnahme.«442

› Hinweis
Wenn man also – wie damals die westlichen Länder
– ein fremdes Land überfallen und dieses bombardieren will, dann hat das nichts mit Krieg zu tun.
Nein, Claus Kleber sprach von einer »Abrundung« und einer »begrenzten Strafmaßnahme«. Zeitgleich
nannte die Bild
– Zeitung das geplante Vorgehen einen »begrenzten Einsatz« – Journalisten vermieden
das Wort »Krieg«. So funktioniert die politisch korrekte Manipulation von Menschenmassen mit
neuen Wortschablonen, die den Massen da draußen das Denken vorgeben.
In Deutschland garantiert das Grundgesetz die freie Meinungsäußerung. Aber das Grundgesetz erlaubt
mehr, als die Politische Korrektheit uns noch gestattet. Das Umfrageinstitut Allensbach hat das 2013
nachgewiesen.443

› Hinweis
Es gibt demnach immer mehr strikte gesellschaftliche Sprachregelungen
und Tabus. Ein erheblicher Teil der Menschen spürt durchaus den sozialen Druck, dem man ausgesetzt
sein kann, wenn man mit seiner Ansicht vom gesellschaftlichen Konsens abweicht. Immer mehr
Menschen haben das Gefühl, bestimmte Dinge nicht mehr aussprechen zu dürfen. Sie wollen sich
»nicht den Mund verbrennen«. Denn abweichende Meinungen werden bestraft. Die Funktionäre der
Politischen Korrektheit – Gesinnungsjournalisten – entscheiden darüber, was noch als diskutabel gilt.
Es geht eben nicht mehr um den gesunden Menschenverstand. Politische Korrektheit will
abweichende Meinungen grundsätzlich als unmoralisch verurteilen. Und deshalb kritisiert man
abweichende Meinungen nicht mehr, sondern man hasst sie einfach. Wer widerspricht, der wird nicht
widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Die neuen Jakobiner der einzig wahren Meinung in den
Redaktionsstuben berufen sich darauf, dass viele abweichende Meinungsäußerungen Ehre, Scham und
Anstand verletzen. Mit dem Vorwurf der Volksverhetzung ist man in Deutschland dann sehr schnell bei
der Hand. Davor haben die Menschen Angst. Und so existiert die Freiheit des Denkens in
Deutschland jetzt nur noch auf dem Papier. Denn Politische Korrektheit in den Redaktionen ist nichts
anderes als eine moderne Form der Zensur. Sprachverbote und Zensur haben schäbiges Anpassertum
hervorgebracht.

Wir Bürger haben das lange hingenommen. Wir haben das mitgemacht. Wir waren angepasste
Mitläufer. Ja, wir kamen uns lange Zeit nicht einmal blöd dabei vor, wenn Journalisten unsere
Sprache mit unsäglichen Neuschöpfungen vergewaltigten. Das große I mitten im Wort ist die
geläufigste dieser Verunglimpfungen. Wir sagen jetzt Aktivisten und AktivistInnen, Politiker und
PolitikerInnen, EntwicklungshilfeexpertInnen und Entwicklungshilfeexperten. Da schaut die einfache
Hausfrau, die keine solche Möglichkeit hat, ihre Weiblichkeit durch Schreibweisen zu demonstrieren,
schön dumm drein. Wir sind trotzdem stolz auf unsere fortgeschrittene mediale Verblödung. Auch dem
Minderbegabten muss auffallen, dass die Frauen zwar gerne bei Professoren, Ärzten, Journalisten,
Autoren, Lehrern und allen möglichen anderen positiv oder neutral besetzten Begriffen auf den
weiblichen Plural (»Innen«) Wert legen. Nur, seltsamerweise findet man diesen in den Medien nie bei
Mördern, Dieben, Terroristen oder sonstigen Verbrechern. Damit will man natürlich nichts zu tun
haben, das ist reine Männersache. Auch die FolterknechtIn, FaulpelzIn oder DickschädelIn sind
bislang noch nicht bekannt geworden. Die politisch korrekte feministische Sprachpolitik unserer
Gesinnungsjournalisten sieht das einfach nicht vor.

Einer, der den alltäglichen Wahn der Journalisten erkannt hat, heißt Jacob Appelbaum. Er ist ein
Weggefährte des Whistleblowers Edward Snowden, der in Zusammenhang mit den Enthüllungen über
die NSA-Spionageaffäre international bekannt wurde. Jacob Appelbaum ist ein amerikanischer
Journalist. Er hat 2014 den Henri-Nannen-Preis für investigativen Journalismus bekommen. Die
Auszeichnung mit der bronzenen Büste von Henri Nannen wollte er dann einschmelzen lassen.
Appelbaum weist darauf hin, dass der Stern
– Gründer Nannen im Dritten Reich Mitglied der
Propagandakompanie und in der Abteilung »Südstern« der SS tätig war. Nannen war eng mit dem NS-
Regime verflochten und schon 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin NS-Stadionsprecher. Das
»Südstern«-Teileinheitszeichen der SS diente Nannen später auch als Vorbild für das Logo der nach
dem Krieg von ihm gegründeten Zeitschrift Stern. Appelbaum hat 2014 Texte veröffentlicht, welche
die Hitler-Tagebücher nach seinen Recherchen in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. In
Appelbaums Text dazu heißt es: »Nach dem Krieg war Henri Nannen am Versuch beteiligt, der
Öffentlichkeit die Hitler-Tagebücher als echt zu präsentieren.« Appelbaum weist darauf hin, dass
Nannen »an wichtigen Treffen teilnahm, bei denen die Entscheidung zur Veröffentlichung der Hitler-
Tagebücher getroffen wurde. Was in diesem Zusammenhang häufig vergessen wird, ist die Tatsache,
dass die Tagebücher tatsächlich ein Versuch waren, Hitler weiß zu waschen. Sie präsentieren ihn als
jemanden, der gegen die Kristallnacht war, Frieden mit England wollte und sich gegen den Holocaust
wandte.«444

› Hinweis
Appelbaum fährt fort, Nannen sei für den Versuch, Hitler »als unschuldig
darzustellen, mitverantwortlich« und weiter: »Nannen war nicht einfach ein Mitläufer, sondern
eindeutig ein Mitgestalter«.

Halten wir fest: Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr und das in ihm erscheinende Magazin
Stern
wollen als Stifter des Henri-Nannen-Preises »den Qualitätsjournalismus im deutschsprachigen
Raum fördern und pflegen und gleichzeitig das Andenken des Stern-Gründers Henri Nannen lebendig
halten«. Man hat dort kein Problem damit, dass Henri Nannen in der Abteilung »Südstern« der SS
tätig war. Das ist dem Stern keine Schlagzeile wert. Im Falle des Schauspielers Horst Tappert
schlagen die Stern
– Journalisten ganz andere Töne an, da heißt es: »Fünf Jahre nach seinem Tod
kommt ein dunkles Geheimnis seiner Vergangenheit ans Licht.«445

› Hinweis
Der Unterschied
zwischen Henri Nannen und Horst Tappert bleibt dabei im Dunkeln.

Wie weit wollen wir das alles noch treiben lassen? Die Einheitsfront des Denkens ist zur Gefahr für
unsere Demokratie geworden. Journalisten und Medienhäuser, Politiker und Wirtschaftsbosse treffen
sich immer wieder in der gleichen Zusammensetzung in Zirkeln auf Konferenzen, in Seminaren,
Workshops und auf Bällen oder Partys. Und bestimmen so die Deutungshoheit über unser Leben. Sie
einigen sich auf neue Denkschablonen, deren Worthülsen von den Medien bereitwillig verbreitet
werden. Sie nehmen uns das Denken ab. Sie backen sich ihre Journalisten-, Friedenspreis-und
Nobelpreisträger (ohne das Volk zu fragen), sie besetzen fast ausschließlich alle moralischen
Autoritäten. Es gibt nur einen Weg, dieser totalitären Gehirnwäsche zu entkommen: Leitmedien
boykottieren und die Mitarbeiter arbeitslos machen.
Abstimmung mit dem Geldbeutel:
Aus Journalisten werden Sozialfälle
Stellen Sie sich vor, in einem Land würden binnen weniger Monate 25 Prozent der Bevölkerung
auswandern. Und keine Steuern mehr zahlen. Und der Trend würde anhalten. Dann ist das Land
schneller am Ende, als man zuschauen kann. Genauso ergeht es derzeit deutschen Leitmedien. Jene,
welche ihre Arbeit finanzieren, wenden sich in Scharen ab. Sie stimmen mit dem Geldbeutel ab. Im
Juli 2014 berichtete ein Fachmagazin über die kaum noch zu glaubenden dramatischen Verluste am
Kiosk im zweiten Quartal des Jahres:

FAZ, DIE WELT und HANDELSBLATT verloren am Kiosk jeweils im zweistelligen Prozentbereich.
Dabei büßten WELT und HANDELSBLATT ein Fünftel und die TAZ sogar ein Viertel ihrer Käufer
ein! Das HANDELSBLATT setzt im Einzelverkauf noch 5000 Exemplare ab, bei der TAZ sind es
mittlerweile weniger als 4000 Stück.446

› Hinweis
Diese Entwicklung setzt sich ununterbrochen fort. Die Leitmedien bekommen jetzt die Quittung von
der Bevölkerung. Im Klartext: Die »Qualitätsmedien« ersticken am eigenen Erbrochenen. Mit dem
Internet, wie gern behauptet wird, hat das nichts zu tun. Denn die Menschen könnten ja in Massen die
elektronischen Ausgaben der »Qualitätsmedien« abonnieren, tun sie aber nicht. Weil sie die dort
veröffentlichte subversive Propaganda endlich satthaben.

Etwa seit der Jahrtausendwende erlebt die deutsche Medienlandschaft parallel dazu die größte
Entlassungswelle der Geschichte. Selbst die Bundesagentur für Arbeit gestand schon 2012 völlig
hilflos, dass ein Medienhaus nach dem anderen vor der Insolvenz steht und »Qualitätsjournalisten« in
Massen auf der Straße sitzen.447 Die Prognose: Von jetzt an wird bis 2022 jeder siebte
Journalist seinen Arbeitsplatz verlieren.448 Dabei wurde ja schon kräftig mit dem Besen in
den Redaktionen gekehrt. Zeitungsjournalist wird wie dereinst Schuster oder Sattler zum
aussterbenden Beruf. Aus Journalisten werden Sozialfälle.

Der Rheinische Merkur wurde 2010 nach Millionenverlusten eingestellt. Und dann ging es Schlag
auf Schlag. Die Financial Times Deutschland (FTD), gegründet 2000 vom Hamburger Medienhaus
Gruner + Jahr, war aus Sicht der Eliten eines der renommiertesten deutschen Wirtschaftsblätter. Das
politisch links angehauchte Blatt mischte sich offensiv in die Politik ein und gab als
Wirtschaftszeitung sogar Wahlempfehlungen, zur Europawahl 2009 etwa für Bündnis 90/Die Grünen.
Umjubelt und wahrgenommen wurde das offenkundig nur im eher linken Establishment – die FTD-
Journalisten arbeiteten in Wahrheit eher für den Papierkorb als für eine große Leserschaft. 2012 kam
das, was kommen musste – das Aus. Und 300 FTD-Journalisten verloren ihren Job. Das ebenfalls von
Gruner + Jahr herausgegebene Wirtschaftsblatt Capital (gegründet 1962) hatte im Jahr 2000 noch
eine Auflage von 293 000 Heften und im Jahr 2014 etwa 137 000 – also weit mehr als eine
Halbierung der Auflage. Auch dort sieht die Zukunft nicht rosig aus. Das 1980 gegründete
Unternehmermagazin Impulse, ebenfalls herausgegeben von Gruner + Jahr, wurde im Januar 2013
abgestoßen. Allein die Financial Times Deutschland hat dem Verlagshaus Gruner + Jahr einen

› Hinweis
› Hinweis

Verlust von 250 Millionen Euro beschert.449

› Hinweis
Erinnert sei an dieser Stelle immer wieder daran, dass Journalisten und Medienhäuser Geld
einspielen und nicht etwa verbrennen sollen. Aber genau das tut die Mehrheit von ihnen seit Jahren.
Die Frankfurter Rundschau, gegründet 1945, und von Anfang an politisch auf Linkskurs, machte im
Jahr 2012 rund 19 Millionen Euro Verlust und 2011 sogar 20 Millionen Euro.450

› Hinweis
Das
Konzept, eine reine SPD-nahe Zeitung zu sein, war gescheitert.451

› Hinweis
Nach 66 Jahren ging
2011 erst die Geschichte der FR als überregionale Zeitung zu Ende (der überregionale Teil wurde
fortan in Berlin gemacht452 › Hinweis ) und 2013 kamen das Aus und die Übernahme.453
Dazwischen standen Massenentlassungen. Nur eine Handvoll Redakteure wurde übernommen – der
Rest landete auf der Straße. Die einst renommierte FAZ hat gerade noch 208 000 zahlende
Abonnenten und schreibt tiefrote Zahlen, Gehaltserhöhungen wurden gestrichen. Die FAZ steht am
finanziellen Abgrund.454

› Hinweis
› Hinweis
Die Abendzeitung Nürnberg wurde 2012 nach 93 Jahren eingestellt – 35 Mitarbeiter waren
betroffen.455

› Hinweis
Die Münchner Abendzeitung – ebenfalls ein Traditionsblatt – stellte im
Frühjahr 2014 Insolvenzantrag. Sie hatte 70 Millionen Euro Verluste angehäuft.456

› Hinweis
115
Mitarbeiter standen von heute auf morgen vor einer ungewissen Zukunft.457

› Hinweis
Die WAZ-
Mediengruppe kündigte im Januar 2013 an, die Redaktion der Zeitung Westfälische Rundschau zum
Februar 2013 komplett zu schließen. Sie hatte innerhalb von fünf Jahren 50 Millionen Euro Verluste
eingefahren. Der Bonner General-Anzeiger schloss zum 31. Dezember 2013 sein
Korrespondentenbüro in Berlin – um rund 400 000 Euro pro Jahr zu sparen. Drei Korrespondenten
verloren ihren Job.458

› Hinweis
Im März 2014 kündigte die Westdeutsche Zeitung (WZ) an, die Zahl
der redaktionellen Mitarbeiter von 100 auf 50 halbieren zu wollen.459

› Hinweis
Im Mai 2014 wurden
bei der Leipziger Volkszeitung 36 Redakteursstellen gestrichen.460

› Hinweis
Keiner der von Massenentlassungen betroffenen Journalisten machte sich Gedanken darüber, warum
es so gekommen ist. Alle machten sich Gedanken darüber, wie man der Bevölkerung zwangsweise
die alten Zustände wieder aufzwingen könnte – etwa mit einem »Zeitungswiederbelebungsgesetz«,
nach dem Journalisten der »Qualitätsmedien« staatlich über Steuern subventioniert werden.461

› Hinweis
Auch die Chefs der Medienhäuser erkennen offenbar nicht, was da passiert. Ein besonders
krasses Beispiel dafür ist FAZ-Mitherausgeber Werner D’Inka. Ganz grundsätzlich hält er in einem
Kommentar zum Aus der Frankfurter Rundschau fest: »Und wenn die letzte anständige Zeitung
verschwunden ist, bleibt nur noch das Geschwätz.«462

› Hinweis
Was nicht gedruckt wird, ist aus der Perspektive eines FAZ-Herausgebers also »Geschwätz«. Was
ist das nur für ein antiquiertes Weltbild aus dem letzten Jahrtausend? Ich habe als junger FAZ-
Redakteur in den 1980er-Jahren noch neben meinem damaligen Kollegen D’Inka in der FAZ-
Redaktion gestanden, als noch in Blei gesetzt wurde. Und wir haben gemeinsam das Ende der Blei-
Zeit miterlebt. Aber seither hat sich die Medienlandschaft doch gewaltig verändert. Doch
Journalismus ist für D’Inka offenkundig auch weiterhin nur Journalismus, wenn er (auch) gedruckt
wird. Solche Führungskräfte bereiten ihre Mitarbeiter nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vor.
Denn sie stellen sich diesem Wandel ja selbst nicht, sie wollen ihn einfach wegnegieren. Das wird
nicht funktionieren. Kann man rückwärts nach vorne gehen? Nein, ganz sicher nicht. Wen wundert es
da, dass die einst wohlhabende Frankfurter Allgemeine Zeitung mit solchen Führungskräften
ebenfalls direkt auf die große Pleite zusteuert?

Dabei haben viele Journalisten offenkundig keine allzu große Meinung von ihrer eigenen Arbeit.
Zumindest würden sie dafür keinen Cent bezahlen. Da berichtet ein Portal über das Ergebnis einer
Umfrage unter 1300 Journalisten:

Überraschend ist allerdings, dass viele Journalisten vom Wert ihrer Arbeit oder der Medien, bei
denen sie hauptberuflich arbeiten, nicht überzeugt sind. 38 Prozent sagen nämlich, sie würden
kein Geld für das Lesen der Online-Ausgabe ihres Mediums bezahlen wollen, nur 44 Prozent
»signalisierten Zahlungsbereitschaft» – wie gesagt: für ihr eigenes Medium. 17 Prozent wissen es
nicht oder machen keine Angabe.463

› Hinweis
Wenn die Journalisten also schon selbst nicht von ihrer Arbeit überzeugt sind und dafür nicht
bezahlen würden, wie können sie das dann von ihren Kunden erwarten? Die Zukunft für Journalisten
sieht im deutschsprachigen Raum düster aus. Und das ist noch geprahlt. Wer wissen will, was auf
unsere »Qualitätsjournalisten« zukommt, der muss nur kurz in die Vereinigten Staaten schauen. Das
für Europäer (noch) befremdliche Stichwort lautet: Roboter-Journalismus. Ein Medienportal
berichtete 2014 dazu:

Automatisierter Journalismus hat sich in den USA längst etabliert. Forbes beispielsweise lässt ein
gesamtes Blog vom US-Unternehmen Narrative Science bestücken. Der Computer schreibt
eigenständig Berichte über Bilanzerwartungen an Unternehmen. Erst vor kurzem probierte sich
die Los Angeles Times an einem neuen Projekt. Der so genannte Quakebot veröffentlicht fast in
Echtzeit Erdbebenberichte, sobald sie eine bestimmte Stärke überschreiten. Am beliebtesten
scheint automatisierter Journalismus in der Sportberichterstattung. Statsheet.com spezialisiert
sich auf Basketball-News. Ein vergleichbares Projekt für Baseball setzt die Northwestern
University um.464

› Hinweis
Was für viele Journalisten nach futuristischem Zukunftsszenario klingt, wird hinter den Kulissen
längst auch in Deutschland schon erprobt. Der Roboter-Journalismus ist auch bei uns auf dem
Vormarsch. Und eine Stuttgarter Kommunikationsagentur hat eine Software entwickelt, die auf Basis
großer Datenmengen ohne Dazutun von Redakteuren Artikel formulieren kann. Die Maschine wird
schon bald gegen etablierte Nachrichtenmedien antreten.465

› Hinweis
Da braucht man dann nur noch
ein paar Alpha-Journalisten, welche die Richtung der Artikel vorgeben – den Rest erledigen dann die
Maschinen.
Unparteiisch? Das Medienimperium der SPD

Im Jahr 2013 hat die eher konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung die eher linke Frankfurter
Rundschau übernommen.466

› Hinweis
Ende 2012 hatte die Frankfurter Rundschau, das mediale
Flaggschiff der deutschen Sozialdemokratie, Insolvenz angemeldet. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die
FR war eng verwoben mit der deutschen Sozialdemokratie. Über die SPD-eigene Holding Deutsche
Druck-und Verlagsgesellschaft (DDVG) hielten die Genossen Gabriel, Steinbrück, Schröder, Nahles
und Co. 40 Prozent der Anteile des Pleitekandidaten. Die FR war jedoch nicht die einzige Zeitung, an
der die SPD sich beteiligte. Die Sozialdemokraten hielten damals Anteile an der renommierten
Westfälischen Rundschau, am Magazin Öko-Test und am Nordbayerischen Kurier. Viele lokale
Tageszeitungen befinden sich weiterhin ebenso im Portfolio der Sozialdemokraten, wie auch
Radiosender, Druckereien und Buchhandlungen. Aber auch Beteiligungen an Reiseunternehmen und
Marketingagenturen. Sogar an Kreuzfahrten wollten die Sozialdemokraten kräftig mitverdienen. Vor
wenigen Jahren begannen sie damit, Urlaubsreisen mit der »MS Princess Daphne« über die eigene
SPD-Reiseservice GmbH zu vermarkten. Nein, das ist kein Scherz: Die SPD legte sich ein
Traumschiff zu.467

› Hinweis
Die SPD ist also ein Wirtschaftsunternehmen. An den Schalthebeln
dieses Geschäftsgebarens saß die frühere sozialdemokratische Schatzmeisterin Barbara Hendricks,
die heute Umweltministerin der schwarz-roten Koalition ist. Im Aufsichtsrat wurde sie damals bei
den Medien-und Kreuzfahrtgeschäften von altgedienten Genossen unterstützt. Heute steuert das
Geschäft der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan. Er ist den meisten Deutschen wohl kaum
bekannt, aber in der Realität einer der größten deutschen Verleger.

Die SPD macht also Umsatz durch Medienbeteiligungen. Parteipolitisch zahlten sich die Investments
der SPD bislang ebenso aus. Das Forschungsinstitut »Medien Tenor« studierte im
Bundestagswahlkampf 2002 die journalistische Arbeit der Sächsischen Zeitung, von der die DDVG
damals 40 Prozent der Anteile hielt. Die Forscher fanden Offensichtliches heraus. Über die SchröderSPD-
Regierung berichtete die Sächsische Zeitung signifikant freundlicher und zahmer als über die
damals CDU-geführte Opposition. Weitere wichtige Beteiligungen hält die DDVG über die Madsack
GmbH aus Hannover, in der sie stimmberechtigt ist. Über diesen Umweg nutzte die SPD womöglich
ihren Zugriff auf zahlreiche Lokalzeitungen, etwa auf die Leipziger Volkszeitung und die
Hannoversche Allgemeine, sowie auf die Fernsehproduktionsfirmen AZ Media und die TVN Group
auch politisch. Beide TV-Unternehmen produzierten Reportagen, Dokumentationen und schnöde
Massenunterhaltung für alle großen Sender, privat wie öffentlich. »Auch dort, wo wir nur 30 oder 40
Prozent haben, kann in der Regel nichts ohne uns passieren«, erklärte die ehemalige SPD-
Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier. Man sollte sich also nicht täuschen lassen von vermeintlich
unbedeutenden, weil quantitativ geringen Beteiligungen der SPD-Holding DDVG. Lesen Ihre Kinder
Geschichten von »Oscar, dem Ballonfahrer«, von »Paula Pünktchen« oder »Heini Hummel«? Am
Kinderbuch-Verlag Tivola, der diese Geschichten publiziert, hält die DDVG Anteile. Politische
Intervention kann womöglich gar nicht früh genug anfangen. Über die Tochter Vorwärts hält die
DDVG Anteile am Parthas-Verlag, der sich vor allem für die Buchveröffentlichungen des
Staatssenders ARTE verantwortlich zeigt. Neben diesen und weiteren Engagements im meist lokalen
Printbereich investiert die SPD über die DDVG viel Geld in vermeintlich private Radiostationen und
erschließt sich somit eine potenzielle Wählerklientel von bis zu 10 Millionen Hörern täglich. Können
Redaktionen von »privaten« Zeitungen und Sendern unter diesen wirtschaftlichen Umständen noch
unabhängig arbeiten?

Fragen wird sich dies auch der ehemalige Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Wolfgang
Storz. Im Jahr 2005 »empfahl« die damalige SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier
postalisch den Abdruck eines Textes, der »einen interessanten Aspekt des Verhältnisses von SPD und
Linkspartei« beschreibe. »Ich würde mich freuen, wenn dieser Beitrag über die ›Frankfurter
Rundschau‹ bald einem größeren Leserkreis zugänglich gemacht werden könnte.« Chefredakteur Storz
kam der Empfehlung nicht nach. Er war der »festen Überzeugung, dass dies die redaktionelle
Unabhängigkeit berührt«, antwortete er der treuen Parteisoldatin. Diese sah jedoch »in diesem
Sonderfall, in dem die ›Frankfurter Rundschau‹ unter der Chefredaktion von Herrn Storz über Wochen
zu einem Propagandablatt der Linkspartei geworden war, meine Bitte als begründet an«. 2006 musste
Wolfgang Storz dann seinen Posten räumen. Wie Geschäftsführer Peter Skulimma damals bestätigt
haben soll, habe die Entlassung mit den inhaltlichen Differenzen zur zukünftigen politischen
Ausrichtung des Blattes in Verbindung gestanden.468

› Hinweis
Schauen wir uns also einmal geballt an, wie es mit der Medienmacht der SPD-eigenen Holding
Deutsche Druck-und Verlagsgesellschaft (DDVG) aussieht: Die DDVG war an folgenden
Verlagshäusern beteiligt (mit Nennung der wichtigsten Beteiligungen und Medienprodukte): an der
Oliva Druck-und Verlagsgesellschaft, die wiederum an der Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft
(Cuxhavener Nachrichten, Niederelbe-Zeitung) beteiligt ist. Der DDVG gehören die Berliner
vorwärts Verlagsgesellschaft (Vorwärts, Demokratische Gemeinde), die vorwärts-Buch
Verlagsgesellschaft, auch Presse-Druck. Über letztere hat sie eine Mehrheitsbeteiligung am
Zeitungsverlag Neue Westfälische, Bielefeld (Neue Westfälische). Die DDVG hat Anteile an Tivola
Publishing (Edutainment, Lernsoftware und Kinderbücher), ist Mehrheitseigner der Öko-Test
Holding, ist beteiligt an der Öko-Test Verlags GmbH, an der Bayreuth Druck + Media, am
Nordbayerischen Kurier Zeitungsverlag (Nordbayerischer Kurier), am Dresdner Druck-und
Verlagshaus (Sächsische Zeitung, Morgenpost Sachsen), am Frankenpost Verlag, Hof (Frankenpost),
an der Suhler Verlagsgesellschaft (Freies Wort, Südthüringer Zeitung), an der Druck-und
Verlagsanstalt ›Neue Presse‹ (Neue Presse Coburg) und über Verschachtelungen an Hannoversche
Allgemeine Zeitung, Neue Presse Hannover, Göttinger Tageblatt, Peiner Allgemeine Zeitung,
Märkische Allgemeine Zeitung sowie an der Leipziger Verlags-und Druckereigesellschaft
(Leipziger Volkszeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) und an den privaten Radiosendern FFN,
Hit-Radio Antenne und Radio 21 sowie an Rheinland-Pfälzische Rundfunk GmbH & Co KG (RPR1).
Hinzu kommen Beteiligungen an Druckereien wie Dräger + Wullenwever print + media Lübeck und
Hildesheimer Druck-und Verlagsgesellschaft. Man könnte die Auflistung noch weiter fortsetzen.

Noch deutlicher kann man die Verflechtungen von Parteipolitik und Medien wohl kaum zeigen. Und
die SPD nutzte ihre Medienmacht in der Vergangenheit nicht nur in redaktioneller Hinsicht aus. Im
Dezember 2013 berichtete der Spiegel, die DDVG unterlaufe bei Zeitungs-und Briefzustellfirmen, an
denen sie indirekt beteiligt sei, den von der Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU vereinbarten
Mindestlohn, weil die Zusteller nicht nach Zeit, sondern nach Anzahl zugestellter Sendungen entlohnt
werden.469

› Hinweis
Die Sozialdemokraten betätigen sich schon seit 140 Jahren als Zeitungsverleger.470

› Hinweis
Im
Kaiserreich haben sich die mit mühsam angesparten »Arbeitergroschen« finanzierten SPD-Blätter
noch als Gegengewicht zu den meist obrigkeitshörigen, bürgerlichen Zeitungen verstanden. Die in der
DDVG zusammengefassten Beteiligungen sind heute nicht etwa die Reste dieser einst stolzen kleinen
Arbeiterpresse, sondern eine für niemanden mehr zu überblickende Medienmacht, mit der man
jederzeit geschickt Menschenmassen beeinflussen könnte.

Über die Hintergründe hat Torben Stephan 2008 ein interessantes Buch (Medienmacht
Sozialdemokratie) geschrieben. Es zeigt die Umstände auf, unter denen die SPD ihr Medienimperium
rasant erweiterte: Während sich Bundeskanzler Gerhard Schröder Anfang 2004 weigerte, der Bild –
Zeitung wegen angeblicher Kampagnen gegen ihn Interviews zu geben, war ein anderer Teil der SPD
damit beschäftigt, neue Zeitungen zu kaufen. Gleichzeitig arbeitete der damalige SPD-
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement an der Lockerung des Pressefusionsrechts – natürlich im
Interesse der SPD. Das zeitliche Zusammentreffen dieser drei hier kurz skizzierten Geschehnisse ließ
viele Beobachter bereits an eine Verschwörung denken. Die SPD mache die Medien gefügig, so der
Vorwurf. Aus diesem Grund stellte sich die Frage nach der Medienstrategie der Sozialdemokraten
und danach, welche Ziele sie mit ihren Minderheitsbeteiligungen an deutschen Verlagen verfolgen.
Autor Torben Stephan beleuchtete die einzelnen Aspekte und versuchte eine Antwort auf die Frage zu
finden, warum die Sozialdemokraten ihre Medienbeteiligungen ausbauten. Seine These: Es geht nicht
mehr nur um die Aufbesserung der Wahlkampfkasse, sondern vor allem um den Erhalt der SPD-Macht
und den Einfluss auf die Medien.

Bei der FAZ heißt es zu den Medienbeteiligungen der SPD:

Umstritten war und ist der Besitz, weil die Medien über die SPD berichten – und das unabhängig
machen sollten.471

› Hinweis
Die Realität in deutschen Redaktionsstuben lautet: Nach einer repräsentativen Studie stehen 34
Prozent der Journalisten den Grünen nahe, weitere 25 Prozent der SPD, wie der
Kommunikationswissenschaftler Mathias Kepplinger erklärte. Wenn etwa 60 Prozent der deutschen
Journalisten (die Linkspartei ist hier noch gar nicht berücksichtigt) links stehen, und die SPD ein ernst
zu nehmender Medienkonzern ist – wie sieht es dann aus mit der gefährlichen Nähe zwischen Politik
und Medienvertretern?

Wie unverschämt die SPD ihre Medienmacht über die SPD-eigene Holding Deutsche Druck-und
Verlagsgesellschaft (DDVG) unterstützt, sah man 2014. Als Ausgleich für die Mehrkosten des
gesetzlichen Mindestlohns sollte Verlagen ein Rabatt auf die Sozialbeiträge ihrer Austräger gewährt
werden. Auf diesem Weg würden, so die Pläne, etwa 60 Prozent der aus dem Mindestlohn
resultierenden Belastungen wieder an die Pressehäuser zurückfließen. Der Staat würde für diese
Sonderregelung bis zu 135 Millionen Euro berappen. Ausgehandelt hat den »Kuhhandel« die
zuständige Arbeitsministerin Andrea Nahles, die bekanntlich der SPD angehört. Die
Sozialdemokraten haben an dem jetzt gefundenen Kompromiss aber möglicherweise nicht nur ein
politisches, sondern auch ein ökonomisches Interesse als Partei.

Wie erwähnt, leiden die meisten Zeitungen in Deutschland unter sinkenden Auflagen. Das hängt
nicht allein mit dem Bedeutungszugewinn der elektronischen Medien, sondern auch mit dem
gewachsenen Selbstbewusstsein der Leserschaft zusammen. Die wollen sich den politisch-korrekten
Einheitsbrei der zumeist linksgestrickten Redaktionen nicht länger bieten lassen und kündigen immer
zahlreicher ihre Abonnements. Dabei ist das politische Establishment gerade in Krisenzeiten wie
diesen dringend auf willfährige Journalisten angewiesen, die den Ernst der Lage verschleiern bzw.
schönschreiben. Das 135 Millionen Euro teure Zugeständnis an die Verlage ist deshalb ein Stück weit
auch politischer Eigennutz der Altparteien.

Daneben könnten aber auch handfeste ökonomische Gründe für die Übereinkunft eine Rolle
gespielt haben, jedenfalls mit Blick auf die SPD. Die ist nämlich nicht nur eine politische Partei,
sondern wie ausführlich geschildert auch Eigentümerin der Deutschen Druck-und
Verlagsgesellschaft. Der größte Teil des dort erwirtschafteten Gewinns wird an die SPD als
Gesellschafterin ausgeschüttet, was erklärtermaßen zur finanziellen Unabhängigkeit der Partei
beitragen soll. Als Verlagsgruppe erreicht die DDVG allein mit ihren Tageszeitungen eine
Gesamtauflage von rund 435 000 Stück. Die meisten Exemplare gehen an Abonnenten, die
allmorgendlich von Zeitungsboten beliefert werden. Somit profitieren auch die DDVG und damit
indirekt die SPD vom Geschenk ihrer Ministerin an Deutschlands Verleger. Solcherlei Geschäfte
werden diskret in Hinterzimmern ausgehandelt.
Kapitel 5

Fallbeispiele von der Propagandafront

Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.

Mein Freund Peter Scholl-Latour, den ich in vielen Kriegsgebieten getroffen habe, wurde 2014 im
Alter von 90 Jahren und wenige Wochen vor seinem Tod zu seiner Lebenserfahrung beim Thema
gleichgeschaltete Medien und Zensur gefragt. Er antwortete:

Paul Sethe, der ja ein ungemein konservativer Leitartikler war, und für die Welt und für die FAZ
schrieb, hat mal vor vielen Jahren geschrieben: »Die Freiheit der Presse im Westen ist die Freiheit
von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu

es keine 200 mehr,
inzwischen sind es nur noch 4 oder 5 Leute.472

Vier oder fünf Menschen bestimmen nach Auffassung von Peter Scholl-Latour also heute nur noch
über die vorherrschende Meinung. Meinungsvielfalt gibt es also ganz sicher nicht mehr. Und der von
Peter Scholl-Latour erwähnte Paul Sethe, immerhin einer der Gründungsherausgeber der FAZ, wurde
damals bei der FAZ abgesetzt, weil er nicht auf Linie war.473

› Hinweis
Das Kanzleramt und die
anderen Herausgeber übten diesen Druck aus – und die Wirtschaft. Denn die schaltete keine Anzeigen
mehr in der FAZ, wollte so den Druck immer weiter erhöhen. Der damalige Chef der Salamander AG,
Alexander Haffner, saß im FAZ-Förderausschuß und sagte ganz offen: »Die Zeitung ist von der
Wirtschaft gegründet worden …«. Und deren Interessen müssten sich darin widerspiegeln.474

publizieren«, inzwischen sind
› Hinweis
› Hinweis
FAZ-Herausgeber Sethe bekam also einen Fußtritt. Selbst im Bundestag wurde schon
dargestellt (116. Sitzung), wie ein FAZ-Herausgeber »weggetreten« wurde.475

› Hinweis
So erging es
auch FAZ-Herausgeber Jürgen Thern. Und so erging es nach 24 Jahren (davon 13 als Herausgeber)
FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg. An einem Dienstagnachmittag bekam er überraschend seine
Kündigung. Der Herausgeber hat die Gründe für seinen Rauswurf bis heute nicht erfahren. Bleibt der
Eindruck aus diesem Buch: Hinter der FAZ steckt, wie wir gesehen haben, mitunter ein korrupter
Kopf. Und der wird offenkundig gefördert und geschützt, aber ganz sicher nicht entlassen. Denn die
FAZ ist aus meiner subjektiven Sicht nicht so unparteiisch, neutral und unabhängig, wie sie tut. Das
gilt durchweg für unsere Leitmedien. Vor die Tür gesetzt werden jene, die unbequem sind oder eine
abweichende Meinung haben. Das gilt für Redakteure und auch für Herausgeber oder Chefredakteure.
Und es gilt für alle anderen Leitmedien. Auch Alpha-Journalisten müssen eben stramm auf Kurs sein

– sonst werden sie entsorgt.
Die Menschen beginnen, den unentwegten Betrug durch die »Leitmedien« in allen Bereichen zu
erkennen. Denn dahinter steckt wie bei Hütchenspielern ein (betrügerisches) System. Unsere
Leitmedien streuen den Bürgern Sand in die Augen, damit die Finanzelite viel Geld verdienen kann.
Das ist der Eindruck, den ich tausendfach gewonnen habe und den man immer wieder auch gut durch
konkrete Beispiele manipulativer Berichterstattung belegen kann.

Nehmen wir nur die Europawahl 2014. Im deutschsprachigen Raum hatten die etablierten Politiker
in jener Zeit Angst vor neuen Parteien, welche ihnen in der EU künftig gefährlich werden konnten.
Das ist unstrittig. Und was macht man in einer solchen Situation? Ganz klar: Propaganda. Und wer
verbreitet die Propaganda? Ebenso klar: Leitmedien. Während jeder Bürger wusste, dass die EU
finanziell aus dem letzten Loch pfeift und marode EU-Pleitestaaten nur durch ständige Geldtransfers
künstlich am Leben gehalten werden, wurden mit kräftiger Unterstützung der Leitmedien kurz vor der
EU-Wahl Potemkinsche Dörfer aufgebaut. Da wurde etwa – nein, lachen Sie jetzt bitte nicht – das
finanziell völlig marode Griechenland über Nacht zur neuen zukunftsträchtigen Finanzoase
aufgepustet. Am 10. April 2014 titelte ZEIT online: »Investoren reißen sich um griechische
Anleihen«.476

› Hinweis
Die Welt behauptete am gleichen Tag: »Nach der Staatspleite kehrt
Griechenland zurück an den Kapitalmarkt – und kann die Nachfrage nach Anleihen kaum
Die FAZ sprach in jenen Tagen vom »Comeback« Athens am Finanzmarkt.478

bedienen.«477 › Hinweis
› Hinweis So sahen die Wirtschaftsschlagzeilen etwa sechs Wochen vor der Europawahl also aus. Es
war allerdings ein leicht zu durchschauender gigantischer Bluff, eine große Inszenierung. Warum nur?
Und was passierte im Hintergrund? Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel brauchte positive
Nachrichten. Sie sprach mit den Griechen eine Reise nach Athen ab und ermunterte in einer Zeit, in
der deutsche Sparer gerade einmal mickrige 0,1 Prozent Zinsen für ihre Ersparnisse bekamen, die
Griechen dazu, eine Staatsanleihe mit gigantischen 4,75 Prozent Zinsen aufzulegen. Griechenland, das
mehr als 300 Milliarden Euro Schulden hat, sammelte so kurzfristig ganze drei Milliarden Euro am
Kapitalmarkt ein. Nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber unsere Leitmedien jubelten.
Den Euroskeptikern sollte mit diesem Schmierentheater vom angeblich gesundenden Griechenland
kurz vor der EU-Wahl der Wind aus den Segeln genommen werden. Angela Merkel wurde in Athen
von deutschen Medien begeistert gefeiert. Alles war eine inszenierte Show – durchsichtig von Anfang
an bis zum absehbaren Ende. Aber es klappte: Die Euroskeptiker bekamen im deutschsprachigen
Raum nicht jenen gigantischen Stimmenzuwachs bei der EU-Wahl, den man in Reihen der etablierten
Politik so gefürchtet hatte. Und für die 4,75 Prozent Zinsen des oben beschriebenen
Schmierentheaters haften jetzt vor allem die deutschen Steuerzahler. Das ist die eine Seite. Die
andere: Drei Monate nach der Aktion, welche von unseren Leitmedien so frenetisch gefeiert wurde,
suchte Griechenland abermals Käufer für eine weitere Staatsanleihe. Da gab es dann allerdings
Stillschweigen in deutschen Leitmedien. Denn Griechenland hatte in der Realität keineswegs das
»Comeback« am Kapitalmarkt erlebt, sondern genau das Gegenteil: Athen wurde im Juli 2014 nur
noch die Hälfte jener Staatsanleihen, für die man dringend Käufer suchte, los.479

› Hinweis
Klar, dass
unsere Leitmedien dazu weitgehend schwiegen. Schließlich waren die EU-Wahl und die
Propagandashow da vorbei. Sie sehen als Leser an diesem kleinen Beispiel, wie die Bürger von
unseren Leitmedien manipuliert, für dumm verkauft, belogen und betrogen werden. Und dann auch
noch als Steuerzahler für die angerichteten Schäden aufkommen müssen. Unsere Leitmedien
produzieren vor allem Stimmungsbilder.

Sie wollen die Wahrheit wissen? Sie lautet in Hinblick auf Medien: Geltungsdrang und
missionarischer Eifer sowie der Hang zur Selbstinszenierung – das ist die Seele journalistischer
Arbeit. Und in Talkshows, Nachrichtensendungen, Buchpublikationen, Zeitungen und im Hörfunk läuft
alles immer wieder nach dem gleichen Schema ab: Da wird von einigen wenigen Herren der
veröffentlichten Meinung ganz gezielt ein Stimmungsbild geschürt. Die Wahrheit ist dabei völlig
nebensächlich.

Ich bin sicher mehrere Hundert Mal in Fernsehsendungen aufgetreten. Und ich erinnere mich noch gut
an den 18. April 2004. Damals war ich als »Sicherheitsexperte« in der Talkshow Sabine
Christiansen zu Gast, saß neben dem früheren Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), EU-
Erweiterungskommissar Günter Verheugen (FDP), dem sächsischen Ministerpräsidenten Georg
Milbradt (CDU), dem slowakischen Staatspräsidenten Rudolf Schuster und weiteren illustren
Gästen.480

› Hinweis
Das Thema der Sendung war die bevorstehende gewaltige EU-Osterweiterung:
»Schicksalsfrage – Entscheidet sich Deutschlands Zukunft im Osten?«. Und ich war offenkundig
eingeladen worden, damit man vor laufender Kamera ein Exemplar jener bösen dumpfen Deutschen
schlachten konnte, die merkwürdigerweise vor der Grenzöffnung zu vielen bitterarmen Staaten
warnten. Ich prophezeite damals, dass die Schlagbäume in wenigen Jahren schon wieder
herunterfallen würden. Beispielsweise wegen der Kriminalität. Und dann wurde ich live in der
Sendung hingerichtet. Der Berliner Tagesspiegel schrieb damals nach der Sendung: »Der Betrachter
bekam live die Schlachtung des Herrn Dr. Ulfkotte vorgeführt. Und kann sich jetzt ein Bild davon
machen, wie politische Gremien funktionieren. Immer auf die Schwachen.«481

› Hinweis
Inzwischen
hat sich die Lage geändert. Jene, denen wir den EU-Wahn und die grenzenlose Kriminalität zu
verdanken haben, verstehen heute immer öfter die Welt nicht mehr. Zum 1. Mai 2004 wurde die EU
um zehn neue Mitgliedsstaaten erweitert. Drei Jahre später kamen noch zwei weitere hinzu, Bulgarien
und Rumänien. Von den Politikern wurden nur die theoretischen Chancen der EU-Osterweiterung
betont, die großen Risiken wurden komplett verschwiegen. Wer darauf hinwies, der galt (wie ich) als
»rechtsgerichtet«. Die Realität aber kann man jetzt nicht verschweigen: Das Wohlstandsgefälle
zwischen neuen und alten Mitgliedsstaaten war und ist beträchtlich, die Sozialsysteme der neuen EU-
Staaten waren und sind in schlechtem Zustand. Armut und Freizügigkeit führten zu einer
grenzüberschreitenden Kriminalität, über deren Ausmaß die Bürger 2004 nicht informiert wurden.
All das hatte ich 2004 bei Sabine Christiansen in der Talkshow gesagt. Und ich wurde geschlachtet.
Von Genscher, von Verheugen und Gesinnungsgenossen. Wann also »schlachten« wir endlich die
Genschers, die Verheugens, Milbradts und all die anderen, die uns Bürger das alles eiskalt
eingebrockt haben? Waren sie zu dumm oder zu unfähig, um diese Entwicklung abzusehen? Oder
haben sie gar vorsätzlich gehandelt? Sie leben heute wie selbstverständlich von unseren
Steuergeldern und wollen als große Politiker in die Geschichtsbücher eingehen.

Nehmen wir ein anders Beispiel: Seit den 1990er-Jahren hat nicht eine Prognose von
Wirtschaftsforschern gestimmt, wenn es darum ging, eine Wirtschaftskrise vorauszusagen. Der IWF-
Ökonom Prakash Loungani hat das von den 1990er-Jahren bis 2012 Jahr für Jahr nachgewiesen. Die
Ökonomen trafen mit ihren Prognosen stets zielsicher voll daneben.482 Das ist eine nicht zu
leugnende Tatsache. Und trotzdem gieren unsere Medien Woche für Woche wieder danach, Prognosen
von Wirtschaftsforschern veröffentlichen zu dürfen. Die Trefferquote ist dann so, als ob man Blinden
beim Schützenfest Gewehre aushändigen würde. Merkwürdigerweise schaffen es die Ökonomen mit
dem geballten Unsinn, den sie meist verkünden, immer wieder in unsere Hauptnachrichtensendungen.

› Hinweis
Verheerend wird es für die Bürger, wenn sie den Prognosen solcher Fachleute vertrauen und
beispielsweise ihre Geldanlage danach ausrichten. Man sah das in der Vergangenheit gut bei den
Prognosen zum Goldpreis, welche in den Medien veröffentlicht wurden. Schauen wir uns einige der
Prognosen an, um die Absurdität der Aussagen zu erkennen: Als der Goldpreis im Dezember 2010
bei 1400 Dollar je Feinunze stand, da prognostizierte der renommierte amerikanische Ökonom James
Turk in den deutschen Medien: »Für eine Unze des gelben Edelmetalls wird man bald 3500 Dollar
zahlen.« Und der ehemalige Chefvolkswirt der HypoVereinsbank, Martin Hüfner, sagte zeitgleich:
»Der Goldpreis fällt von 1400 Dollar je Feinunze auf 500 Dollar. Es entsteht eine Panik unter den
Goldbesitzern. Sie versuchen auf Teufel komm raus ihre Bestände an dem gelben Metall zu
verkaufen.« Die Realität: Der Goldpreis stieg von Dezember 2010 bis August 2011 von 1400 auf
1800 Dollar. Nicht eine der Prognosen hatte gestimmt. Hinter den Prognosen standen vielmehr
handfeste Interessen. Mit der Wahrheit hatten sie nichts zu tun.

Aber Journalisten greifen solchen Unsinn immer wieder auf. Warum nur? Sie manipulieren uns,
lügen und betrügen. Da suchte die Programmzeitschrift Hörzu im Mai 2014 für die neue ZDFRanking-
Show Deutschlands Beste je 100 Frauen und Männer, die zur Wahl als beste lebende
Deutsche standen. Bis zum 24. Mai 2014 konnten die Leser Vorschläge an die Redaktion schicken. Da
hieß es: »Wer gewinnt, bestimmen Sie, liebe Leserinnen und Leser.« Doch die Leser hätten ihre
Briefe auch gleich in den Müll werfen können. Denn das Umfrageinstitut Forsa hatte schon längst die
Top-50-Deutschen für das ZDF ermittelt. Und zudem rief auch das ZDF zu einer großen Online-
Abstimmung auf. Weder die Hörzu – Leser noch jene, die an der ZDF-Abstimmung teilnahmen,
bestimmten das Ergebnis.483

› Hinweis
Es war eine einzige große Illusion, es war die Simulation von
Mitbestimmung der Leser und Zuschauer.484

› Hinweis
Man kommt sich da als Leser oder Zuschauer
leicht verarscht vor. Denn das öffentlich-rechtliche ZDF platzierte frech und dreist Angela Merkel auf
den ersten Rang, obwohl diese in der Gunst der Zuschauer auf den vorderen Plätzen gar nicht zu
finden war. Da standen bei den Frauen Namen wie Helene Fischer und Ina Müller.485

› Hinweis
Und
in der Realität hatten zwei Drittel der Deutschen die Nase voll von Angela Merkel, die Umfrage
wurde aber nur in Österreich groß veröffentlicht.486

› Hinweis
Was aber machten unsere
Qualitätsmedien aus der Tatsache, dass nur noch 24 Prozent der Deutschen Angela Merkel weitere
Jahre als Kanzlerin haben wollen? Sitzen Sie gut? Die Schlagzeile lautete: »Jeder Vierte wünscht
sich weitere zehn Jahre Merkel«.487

› Hinweis
Drei Viertel sind dagegen. Und unsere Medien machen
daraus eine positive Nachricht. So funktioniert Desinformation im Zeitalter der Gleichschaltung.

Es gibt Dinge, die würden deutsche Journalisten nie schreiben. Sie sind aber wichtig, wenn man die
Welt da draußen verstehen will. So hat der britische Wirtschaftsminister Lord Mandelson 2009
folgende Aussage gemacht, um die immer schlimmer werdende prekäre Krisensituation im Herzen
Europas für jeden Bürger verständlich darzustellen: »The banks are fucked, we’re fucked, the
country’s fucked!«488

› Hinweis
Diese Worte muss man nicht übersetzen. Deutlicher geht’s ja nicht
mehr, um die Lage in Hinblick auf die Ersparnisse der Bürger zu beschreiben – und das von einer
Lordschaft, einem Regierungsmitglied. Im deutschsprachigen Raum will man so etwas derzeit noch
nicht hören. In Deutschland erblickt man lieber überall Licht am Ende des Tunnels, obwohl man noch
nicht einmal in ihn eingefahren ist. In Deutschland wird von den »Qualitätsmedien« Propaganda
gemacht, bis zum Untergang. Unsere besten Journalisten lügen auf Kommando, wenn die Politik es
will. Sie halten das für eine Verschwörungstheorie? Nun, man kann das sogar belegen.
Das höhere Ziel:
Amputation der deutschen Identität
In weiten Teilen der folgenden Kapitel wird es um unsere Politiker, die Medien und den Euro gehen.
Warum? Die Idee des Euro wurde, das ist keine Verschwörungstheorie und wurde schon erwähnt, auf
einer Bilderberger-Konferenz beschlossen. Auch die ganz sicher nicht Verschwörungstheorien
verbreitende Frankfurter Rundschau berichtet inzwischen: »Und laut dem Ehrenvorsitzenden des
Zirkels, dem belgischen Unternehmer Étienne Davignon, geht auch der Euro auf Bilderberg
zurück.«489

› Hinweis
Wie wir schon gesehen haben, sind elitäre Zirkel wie die Bilderberger-
Konferenzen sicherlich keine demokratischen Einrichtungen, sondern Propaganda-und
Lobbyverbände, welche ganz bestimmte Interessen verfolgen. Und zwar die der proamerikanischen
Hochfinanz. Wie kann es da sein, dass sich Politiker – auch Angela Merkel trat bei den Bilderbergern
auf – und Journalisten vor den Karren der Bilderberger und anderer ähnlicher Organisationen spannen
lassen und Propaganda für deren Interessen machen? Wir werden auf den nachfolgenden Seiten
erkunden, welche Medien Propaganda für den Euro gemacht haben und sogar der Aufforderung von
Politikern folgten, zu lügen.

Wussten Sie, dass es ein höheres Ziel gab, welches die Politik mit der Euro-Einführung verbunden
hat? Die Nationalstaaten und das Denken in Nationalstaaten sollten zerschlagen werden, vor allem
das Denken der Deutschen. Der SPD-Politiker Olaf Schwencke erklärte uns das vor der Euro-
Einführung so: Mit der Einführung des Euro werde die EU künftig zum größten Kapital-und
Finanzmarkt der Welt werden. Das habe kulturelle Folgen. Schwencke sagte, wenn die nationalen
Währungen nicht mehr existierten, dann habe der Nationalstaat faktisch sein Ende gefunden.
Schwencke wörtlich: »Sein materiell wichtigstes Proprium, die Währungspolitik als Kernstück
staatlicher Souveränität, wird damit aufgegeben, und die europäische Rechts-und
Wirtschaftsgemeinschaft übernimmt seine Funktion.« Die Vielfalt der kulturellen Ausprägungen in
Europa könnte in einer immer mächtigeren kommerziellen World Culture – auch »Mac World«
genannt – beseitigt werden.490

› Hinweis
Im Klartext: Es ging und geht um die Zerschlagung unserer kulturellen und nationalstaatlichen
Identität. Heute wollen jene, die uns mit den immer neuen gigantischen Kosten der Euro-
Währungsunion erdrücken, behaupten, man habe das alles früher doch nicht ahnen können. Die Lügner
hoffen auf die Vergesslichkeit der Bürger. Dabei gab es viele, die sie gewarnt haben. Doch man
machte die Gegner damals lächerlich. Vergessen und aus unserem Gedächtnis getilgt sind große
bundesweite Initiativen der 1990er-Jahre wie »Ja zur DM – Nein zum Euro = Teuro!«, »Europa ja,
aber Euro nein!« und »Wer stoppt den Euro-Wahnsinn?« Vergessen sind die Klagen vor dem
Bundesverfassungsgericht der 1990er-Jahre gegen den Euro, welche von den zahlreichen Euro-
Kritikern eingereicht wurden. Medien und Politik nannten die Euro-Gegner abfällig »Wichtigtuer«
und »Angstmacher«. Und was erwiderten Euro-Skeptiker wie die Professoren Wilhelm Hankel,
Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider und Joachim Starbatty schon im Februar 1998 in
ihrem Buch Die Euro-Klage – Warum die Währungsunion scheitern muss auf solche Angriffe? Sie
schrieben: »Wer real lauernde Gefahren nicht sieht oder bagatellisiert, ist kein verantwortungsvoller
Politiker; wer auf real lauernde Gefahren hinweist, ist kein Angstmacher oder Populist, sondern
Realist.« Wissen Sie noch, wie Politik und Medien die vier Professoren in den 1990er-Jahren häufig
nannten? – »Viererbande«491 »selbst ernannte Volksvertreter« oder »Anti-EuroSenioren
«492

› Hinweis ,
. Zeit
– Herausgeber Theo Sommer, ein Bilderberger und Lobby-Netzwerker,
schrieb 1998 unter der Überschrift »Der gute Tausch – gerade Deutschland braucht den Euro« über
› Hinweis
Euro-Kritiker: »Nun poltern sie kräftig: Professoren, Politiker, Pseudo-Propheten. (…)«. Theo
Sommer schrieb weiter: »Unbewiesen und unbeweisbar ist schließlich die Behauptung, dass (…)
hohe Transferzahlungen an schwächere Länder fällig würden – deutsche Transferzahlungen,
wohlgemerkt«. Ach, wenn man Theo Sommer doch heute nur Buchstabe für Buchstabe mit seinem
Unsinn von damals füttern könnte. Euro-Kläger vom Schlage der Professoren Hankel und
Schachtschneider nannte Sommer in dem Artikel das »Fähnlein der vier Aufrechten« (alias
Viererbande), das auf juristisch schwachen Beinen nach Karlsruhe wankte, um die neue Währung zu
verhindern.«493

› Hinweis
Wie fühlt man sich, wenn man als »Pseudo-Prophet« verunglimpft wird?
Haben sich die Zeit, der inzwischen verurteilte Steuerhinterzieher Theo Sommer oder andere
Bilderberger, die den Euro unbedingt gegen den Willen der Bevölkerung wollten, jemals für den
Unsinn entschuldigt, den sie damals verzapft haben? Nein!
Merkels Märchenstunde:
So belügt die Bundesregierung die Bevölkerung
Die Bundeskanzlerin hat die deutschen Medien ganz offen dazu aufgefordert, die Bevölkerung in
Hinblick auf die Euro-Krise und über den drohenden Finanzcrash nicht wahrhaftig zu unterrichten.
Das ist unstrittig und wurde mittlerweile sogar von »Qualitätsmedien« am Rande erwähnt. Eine
nachfolgende Generation wird uns allerdings einmal fragen, warum die Bevölkerung das alles so
lange mitgemacht und geduldet hat. Nachfolgend einige Fakten, die Sie an Freunde und Bekannte
weitergeben sollten. Sie werden dann vielleicht vernünftig handeln – und ihr Geld besser rein
vorsorglich immer wieder gleich bei der Bank abheben! Oder aber sie werden zu jenen Dummen
gehören, die der Bundeskanzlerin geglaubt und vielleicht viel oder gar alles verloren haben.

Es ist unstrittig, dass die Bundeskanzlerin die deutschen Systemmedien offen zum Lügen
aufgefordert hat, um die wahre Lage zu verschleiern. Angeblich im Staatsinteresse. Um Panik zu
vermeiden. Irgendwann kommt die Wahrheit aber immer ans Licht. Mal früher, mal später.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dürfte es kaum recht sein, dass eine eher unschöne Episode
ihres Lebens als oberste Leiterin der deutschen Politik bekannt wurde: Sie hat schon vor längerer Zeit
die wichtigsten Chefredakteure Deutschlands dazu aufgefordert, nicht länger wahrheitsgemäß über die
Lage im Land zu berichten. Am 8. Oktober 2008, einem herbstlich-sonnigen Mittwoch, hatte sie die
wichtigsten Medienvertreter und Verlagsleiter zu einem abendlichen Treffen eingeladen. Drei Tage
zuvor hatte die Kanzlerin vor den Fernsehkameras dreist behauptet: »Wir sagen den Sparerinnen und
Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.« Doch in Wahrheit
war und ist die Lage für die Ersparnisse der Bundesbürger alles andere als sicher. Und deshalb
sollten Journalisten und Verlagsleiter im Auftrag unserer Kanzlerin in den deutschen Medien die
Unwahrheit verbreiten.

Merkel sagte den vor ihr aufmarschierten Journalisten der »Qualitätsmedien«, die deutschen
Medien hätten bei der Wirtschafts-und Finanzkrise eine »wichtige Rolle«. Und aus Gründen der
Staatsraison dürften die Bürger nicht die volle Wahrheit über die schlimme Lage der Staatsfinanzen
und der sich entwickelnden Wirtschaftskrise erfahren. Die Medien sollten sich zurückhalten, lieber
positive Nachrichten unters Volk bringen. Angela Merkel forderte die Journalisten dazu auf,
zurückhaltend über die tatsächliche Lage zu berichten. Sonst gerate das Land möglicherweise außer
Kontrolle. Es liege jetzt in der Macht der Journalisten, eine Panik zu vermeiden. Die Aufforderung
zur Ablenkung von der Realität war eindeutig. Die Zeit 494 › Hinweis , die Süddeutsche und die taz
haben ganz klein am Rande über dieses Treffen und über die Aufforderung zur Ablenkung der
Bevölkerung von der Realität berichtet.

Die Zeit begann den entsprechenden Artikel mit den Worten:

Am 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man möchte fast sagen: unschuldig. An jenem
Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten
Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar
nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber würden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen
bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu
ernst.495

› Hinweis
Und in einem anderen Blatt lesen wir:

Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in
diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die
bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der
Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses
Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven,
nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren
Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten,
zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.

Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später,
wunderte sich die taz über die Medien: »Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese
stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden
Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats«löhne« das sind), das steht
auch nicht in der Zeitung. Die Süddeutsche vom 15. Januar beispielsweise versteckt die
Mitteilung, dass die Hypo Real Estate zum vierten Mal in vier Monaten Milliarden Bargeld und
Bürgschaften braucht, unter der Überschrift »Wenn Steinbrück an die Tür klopft«. Die Bild-
Zeitung übrigens bekam sogar einen Preis dafür, dass sie so »verantwortungsvoll« berichtet habe.
Einen Preis, der von Journalisten verliehen wurde.496

› Hinweis
Die Journalisten gehorchen also, wenn die Politik pfeift. Einer, der das alles aus nächster Nähe kennt,
schreibt dazu:

Merkel hat zu den Journalisten geredet, als seien sie Mitarbeiter einer Abteilung im Kanzleramt.
Und wenn man es sich recht überlegt, kommt man zu dem Schluss: Ja, so sehen sich mehr und mehr
Journalisten auch selbst. Und wenn das so weitergeht, dann braucht man in der Tat keine
Journalisten mehr.497

› Hinweis
Angela Merkel, eine gelernte DDR-Sekretärin für Propaganda, hatte die Spitzen der deutschen
Medien bei diesem (8. Oktober 2008) und ähnlichen weiteren Treffen einfach gleichgeschaltet. Die
Gleichschaltung der deutschen Presse ist (siehe die Ausführungen oben) von einigen wenigen
unabhängigen Zeitzeugen bestätigt worden. Hätte es noch eine freie, unabhängige Presse gegeben,
dann wäre ein Aufschrei durch die Republik gegangen. Wie ein russischer Autokrat hatte Merkel die
Chefs des deutschen Journalismus zusammengerufen und sie auf eine gemeinsame Linie
eingeschworen. Ähnliches erlebt man sonst in Bananenrepubliken, wenn Putschisten die Radiosender
besetzen, um IHRE Wahrheit unters Volk zu bringen. Anstatt des Aufschreis deutscher Journalisten gab
es jedoch nur Stille und regierungskonforme Berichterstattung.

Der frühere ZDF-Chefredakteur (2000 bis März 2010) Nikolaus Brender ist einer von wenigen,
welche sich zur Entwicklung klar geäußert haben. Er spricht auch in den Reihen der öffentlichrechtlichen
Medien von einem Spitzelsystem wie zu Zeiten der Stasi. Kurz vor dem Ende seiner
Amtszeit sprach Brender von »Inoffiziellen Mitarbeitern« der Parteien im ZDF, »wirklich
vergleichbar mit den IM der DDR«. Da sei ein »feingesponnenes Netz von Abhängigkeiten«
entstanden, »aus dem sich Karrierechancen, aber auch Verpflichtungen ableiten lassen«. Er selbst
habe »versucht, solche Spione wenigstens von Posten mit echter Verantwortung fernzuhalten«.498

› Hinweis
Zuvor hatte eine Unionsmehrheit im Verwaltungsrat des ZDF durchgesetzt, dass Brenders
Vertrag dort nicht verlängert wurde, weil er nicht nach der Pfeife des Kanzleramtes tanzen wollte.

Peter Voß sah die Lage in Hinblick auf die Einflussnahme der Parteien auf die öffentlichrechtlichen
Sender ähnlich und trat deshalb 2009 nach 35 Jahren aus der CDU aus.499

› Hinweis
Auch
Klaus Bresser, Gründer des heute-journals und Vorgänger von Nikolaus Brender als ZDF-
Chefredakteur, hat heute Illusionen über die absolute Unabhängigkeit der Journalisten beim ZDF
verloren.

Nur wenige Journalisten haben so viel Rückgrat wie Brender – und widersetzten sich den
Umarmungen aus den Reihen der Politik. Manche »Qualitätsjournalisten« haben nicht die geringsten
Skrupel, die Seiten vom öffentlich-rechtlichen Sender zur Politik zu wechseln – und etwa
Waschmittelparolen der Politik zu verkünden. Steffen Seibert, seit 1989 beim ZDF und dort von 2003
bis 2010 Moderator der heute-Nachrichten, wurde Regierungssprecher und Chef des Presse-und
Informationsamts der Bundesregierung im Rang eines beamteten Staatssekretärs500

› Hinweis ,
im
Klartext: Seibert ist die Führungskraft im staatlichen Propagandaministerium. Man sieht daran, wie
austauschbar die Systeme sind und wie nahe sie sich stehen. Die Süddeutsche schrieb:

Für den Regierungssprecher, der zu den Öffentlich-Rechtlichen wechselt, kommt nun von den
Öffentlich-Rechtlichen ein Spitzenjournalist ins Sprecheramt. Die Systeme tauschen sich aus.501

› Hinweis

Schlacht der Lügen:
Die Propaganda von Sabine Christiansen und Ulrich Wickert
Schauen wir uns die weit verbreitete Einflussnahme doch einmal näher an. Und zwar am Beispiel des
Euro. Die Mehrheit der Deutschen wollte den Euro ganz sicher nicht. Doch was nicht passte, das
wollte die Politik mit Werbung passend machen. Neun Millionen Euro (17,6 Millionen D-Mark)
kostete die Informationskampagne, welche aus Haushaltsmitteln des Presse-und Öffentlichkeitsamtes
der Bundesregierung zur Euro-Indoktrinierung der Massen finanziert wurde. Im Klartext: Der
Steuerzahler musste für seine eigene Gehirnwäsche bezahlen. Und zwar gleich doppelt: Einmal über
die Steuern. Und ein zweites Mal über die GEZ-Zwangsgebühren. Die Werbeaktion begann bereits im
Jahr 2000. Sie sollte den Euro-Endspurt in fünf Phasen bis zur Bargeldpremiere am 1. Januar 2002
begleiten. Ziel war keineswegs eine inhaltliche Aufklärungsarbeit. Vor allem sollten »positive
Emotionen« bei den Deutschen für die neue Währung geweckt werden. Die Mittel verteilen sich wie
folgt: 7 Millionen Euro für Werbe-und PR-Aktionen (Anzeigen, TV-Spots, Plakate), 750 000 Euro
für PR-Kooperationen mit Nichtregierungsorganisationen und den Bundesländern und schließlich 1,2
Millionen Euro für fortlaufende Aktionen (Service-Zentrum, Euro-Zelt, Vertrieb). In der ersten
Werbephase wurden reine Anzeigenkampagnen durchgeführt. In Phase zwei wurden Anzeigen mit
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gestartet. Phase drei stellte Leitfiguren aus verschieden
Bereichen der Gesellschaft vor, die für den Euro eintreten. Und in Phase vier sprachen sich dann im
Sommer/Herbst 2001 neben Prominenten auch Nichtprominente in Werbeanzeigen für den Euro aus.
Es gab beispielsweise ganzseitige Anzeigen mit Berti Vogts, dem damaligen Bundestrainer der
Deutschen Fußballnationalmannschaft. In den Anzeigen hieß es dick und fett: »Der Euro ist ein
Steilpass in das nächste Jahrhundert«. Da stand dann etwa: »Deutschland muss im Team Europa
wirtschaftlich in der Spitzengruppe spielen. Mit dem Euro werden wir im globalen Wettbewerb
Erfolg haben. Die gemeinsame europäische Währung ist die beste Absicherung gegen die Risiken von
Währungsschwankungen. Die exportstarke deutsche Wirtschaft muss fit sein für die
Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts. Unsere Chancen müssen wir uns hart erarbeiten – im
Fußball wie beim Euro. Nur wer Chancen nutzt, hat auch Erfolg.« Euro-Kritiker wurden im Zuge
dieser Kampagne systematisch ins geistige Abseits gestellt; wenn man sie überhaupt zu Wort kommen
ließ. Die CDU druckte und verteilte ab Anfang 1998 eine Propagandabroschüre mit dem Titel »Euro:
Die Währung für eine sichere Zukunft«. Die Bevölkerung wurde darin extrem verschaukelt. Mit
erstunkenen und erlogenen Behauptungen sollten die Bundesbürger davon überzeugt werden, dass die
D-Mark künftig für Massenarbeitslosigkeit und Industrieabbau, der Euro aber für ein leichtes Leben
in Saus und Braus stehen werde.

Geld spielte bei der Propagandaschlacht für den Euro auf Seiten der Bundesregierung damals
offenbar keine Rolle. Wie anders soll man diese Pressemeldung vom 5. Juni 2000 interpretieren?

Publicis in Frankfurt ist von der Aktionsgemeinschaft Euro, zusammengesetzt aus
Bundespresseamt, EU-Kommission und EU-Parlament, mit der Umsetzung der Euro-
Informationskampagne in Deutschland beauftragt worden. (…) Der Auftritt für die neue Währung
ist für die Jahre 2000 und 2001 mit einem Budget von 28 Millionen Mark ausgestattet. Neben dem
Etat der Europäischen Zentralbank, der von Publicis PR in Berlin betreut wird, liegt damit ein
weiterer Etat zur Einführung des Euro-Bargelds bei der Publicis-Gruppe.502

› Hinweis
Am 18. Juni 2001 teilte die Bundesregierung dann mit: »Die Aktionsgemeinschaft Euro, in der die
Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Bundesregierung gemeinsam für die
Bargeld-Einführung der neuen europäischen Währung arbeiten, startet (…) eine erste Welle von
Fernsehspots zur Euro-Bargeldeinführung. Wie schon bisher in Zeitungs-und Zeitschriftenanzeigen
sowie auf Großflächenplakaten werden vier Persönlichkeiten unentgeltlich als Euro-Botschafter
auftreten: Sabine Christiansen, Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt und Ulrich Wickert. Für die
Fernsehspots wird die Aktionsgemeinschaft Euro in diesen beiden Monaten über drei Millionen Mark
zur Verfügung stellen. Wie bei allen PR-und Werbeaktivitäten im Rahmen der Euro-
Informationskampagne werden auch diese je zur Hälfte aus dem Etat des Presse-und
Informationsamts der Bundesregierung und aus Mitteln der Europäischen Kommission finanziert.
Ulrich Wickert wird als erster für den Euro »on air« sein. Es folgen in der Reihenfolge Christiansen,
von Weizsäcker und Schmidt.«503

› Hinweis
Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt machte damals mit ziemlich peinlichen Aussagen zum
Euro auf sich aufmerksam. Sie belegten jedenfalls, dass er möglicherweise von vielen Dingen eine
Ahnung hat, ganz sicher jedoch nicht von Währungen. Schmidt sagte: »Die Stabilität des Euro nach
außen, gegenüber anderen wichtigen Währungen, wird größer sein, als es die der Deutschen Mark
bisher war. Das ist zurückzuführen auf das größere Volumen der neuen Währung.« Darauf entgegnete
Peter Odendahl, damals Geschäftsführer der Aurecon Vermögensberatung GmbH: »Deutsche
Spitzenpolitiker vertreten die Meinung, dass der größere Währungsraum den Euro härter mache, als
es die D-Mark derzeit ist. Nun – wenn diese Politiker der Meinung sind, dass die Größe eines
Raumes ein Härtekriterium ist – Russland ist mehr als zweihundertmal größer als die Schweiz. Es
wäre also interessant zu untersuchen, ob die Herren künftig Ihre Ersparnisse lieber in Rubel als in
Schweizer Franken anlegen werden.« Damit war Helmut Schmidt öffentlich geschlagen. Helmut
Schmidt verbreitete viel Unsinn über den Euro, schrieb etwa am 29. Juni 1997 in der Welt am
Sonntag: »Der Euro wird – wohl wahr – eine harte Währung sein, und zwar eine, die in ihrem
Außenwert weder durch Spekulanten auf den Finanzmärkten noch durch politische Entscheidungen in
Washington oder Tokio leicht manipuliert werden kann«.504

› Hinweis
Doch schauen wir uns zwei andere Euro-Werber näher an: Durften Ulrich Wickert und Sabine
Christiansen sich überhaupt für den Euro in einer Werbekampagne prostituieren? Die Kampagne, mit
der die Politik auf Plakaten, in Anzeigen und via TV für den Euro warb, war zumindest anrüchig.
Wenn nicht sogar gesetzwidrig. Denn der Rundfunkstaatsvertrag untersagte damals, dass in
Fernsehspots »Personen auftreten, die regelmäßig Nachrichtensendungen oder Sendungen zum
politischen Zeitgeschehen vorstellen.« Medienrechtler Christoph Degenhart von der Universität
Leipzig hielt die Prominentenfilme deshalb auch für »problematisch«, weil die öffentliche Autorität
der ARD-Journalisten »zielgerichtet« für politische Propagandazwecke ausgenutzt wurde.505

› Hinweis

Sabine Christiansen, eine 1957 geborene Moderatorin, erklärte im August 2001, warum sie sich für
den Euro prostituierte: »Die Aussichten für den Euro sind gut. Auch wenn er derzeit schwächelt,
räumen ihm Experten großes Potenzial ein, stabiler als die Mark zu werden.«506 Und sie
sagte: »Ich werde aus Finanzkreisen immer wieder gebeten, doch mehr Sendungen zum Thema Euro
zu machen, aber als Gäste wollen bedauerlicherweise viele Vorstandsvorsitzende der Banken oder
großen Unternehmen nicht zur Verfügung stehen.« Wenn die »Finanzkreise« bitten, dann folgen
Menschen wie Frau Christiansen offenkundig gern. So richtig lange konnte sich Sabine Christiansen
allerdings nicht am Euro berauschen. Schon am 30. November 2003 lautete das Thema ihrer
Talkshow: »Deutschland bankrott? Euro in Gefahr?«. In der Sendung sagte der Staatsrechtler Hans
Herbert von Arnim zur Entwicklung des Euro: »Meines Erachtens ist das der Super-Gau. Das ist
absolut fatal, was hier passiert. Es ist das Vertrauen, das jetzt verspielt wird und innenpolitisch
genauso. Wir haben hier im Interesse der kurzfristigen Politik langfristige Ziele aufgeopfert.«

› Hinweis
Schaut man sich in den Archiven die Sendungen von Sabine Christiansen genauer um, dann fällt
auch dem Gutwilligsten auf, wie sehr diese öffentlich-rechtliche Sendung für die Euro-Propaganda
missbraucht wurde. Man braucht die einzelnen Sendungen nicht einmal in voller Länge anzuschauen.
Man muss sich nur die Fakten anschauen: Der Euro-Skeptiker (und Euro-Kläger) Professor Hankel
wurde aus der allerersten Sabine-Christiansen-Sendung vom 4. Januar 1998 zunächst ein-und dann
wieder ausgeladen. Während die Redaktion »konzeptionelle Gründe« nannte und 500 Euro
Ausfallhonorar anbot, vermutet Hankel eine Intervention von Wolfgang Schäuble. Die ARD bestreitet
das.507

› Hinweis
Bei anderen Sendungen reicht allerdings ein Blick auf die jeweils offenkundig unausgewogene
Gästeliste, um einen Eindruck zu bekommen. Behält man im Hinterkopf, dass die Moderatorin zu den
erklärten Euro-Propagandisten gehörte, dann wird das Bild noch deutlicher. Im September 2001
strahlte Christiansen ihre Talkshow unter dem Thema aus: »Deutschmark Ade! Euro tut weh?«. Euro-
Vorkämpfer Theo Waigel, der von der Regierung angeheuerte Euro-Propagandist Ulrich Wickert,
Euro-Befürworter Hans Eichel und Euro-Krimi-Autor Horst Ehmke ließen Euro-Kritikern keine
Chance. Nicht anders in der Sendung »Ende einer Epoche – Tschüß, Deutschmark!« vom Dezember
2001. Da saßen neben Sabine Christiansen Euro-Kämpfer Hans Eichel, Euro-Vorkämpfer Egon Bahr
(»… die historisch einmalige Chance, das geeinte Europa ohne Krieg zu verwirklichen«) und
stellvertretend für Euro-Kämpfer und Altkanzler Helmut Kohl dessen rechte Hand Lothar de
Maizière. Den euroskeptischen rückständigen deutschen Michel durfte der Schauspieler Heinz Schenk
verkörpern. Wie wichtig Sabine Christiansen mit ihrer Talkshow bei der Beeinflussung der
Bevölkerung war, sagte der CDU-Politiker und Unions-Fraktionschef Friedrich Merz am 29. Juni
2003 bei der 250. Sendung von Sabine Christiansen: »Ich finde, wir sollten Ihnen erstmal gratulieren
zu dieser Sendung. Diese Sendung bestimmt die politische Agenda in Deutschland mittlerweile mehr
als der Deutsche Bundestag.«508

› Hinweis
Die FAZ schrieb einmal über Sabine Christiansen: »Über die Jahre wurde dabei unverkennbar, dass
Christiansen mit ihrem Ersatzparlament die übrige Welt aus den Augen verlor. (…) An den eigenen
Worten, erst recht den Taten gemessen, mit den Folgen für andere konfrontiert zu werden – so etwas
passiert einem bei Christiansen nicht.«509

› Hinweis
Sie war eben eine, die den Großen nach dem
Mund redete. Sie war ein Werkzeug der Mächtigen. Knapp zehn Millionen Euro Gebührengelder hat
die ARD für das Panoptikum der gelernten Stewardess jährlich ausgegeben – rund 200 000 Euro pro
Sendung. Die Glamour-Zeitschrift Park Avenue schrieb einmal in einem Porträt der Sabine
Christiansen: »Mit seichten Fragen wurde Sabine Christiansen zu einer der mächtigsten Frauen
Deutschlands. Ihre Talkshow ist das Barometer für die politische Stimmung im Land.«510
Vielleicht war sie wirklich ein Barometer für die Stimmung in der Politik, ganz sicher aber nicht für
die Stimmung in der Bevölkerung. Denn Durchschnittsbürger, die sich nach der D-Mark
zurücksehnten, suchte man bei ihr fast vergeblich. Dafür kassierte sie dreist ab wie kaum ein anderer:
Nach Medienberichten nahm sie 30 000 Euro, wenn sie unter einem Firmenlogo als Rednerin
auftrat.511

› Hinweis
› Hinweis
Zum Vergleich: Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm bessert seine Rente mit 15 000
Euro pro Vortrag auf. Das ist nach Medienberichten auch der Satz von Ulrich Wickert, dem ExTagesthemen-
Moderator 512

› Hinweis ,
der zusammen mit Sabine Christiansen vor der Euro-
Einführung auf Plakatwänden für die Abkehr von der D-Mark eintrat.

Genau diese Frau sollte also den Euro-Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und den Bürgern
den unappetitlichen Euro schmackhaft machen. Am 7. Mai 2001 schrieb der Focus: »Nun soll es die
Prominenz richten. ARD-Talkmasterin Sabine Christiansen, Kollege Ulrich Wickert, Ex-
Bundespräsident Richard von Weizsäcker sowie Altkanzler Helmut Schmidt – alle vier lächeln sie
seit vergangenem Dienstag für das neue Euro-Geld. Auf 4000 Plakaten und in unzähligen Anzeigen
erklärt das Quartett den Deutschen, warum sie die ungeliebte neue Währung endlich ins Herz
schließen sollen. Ein Motto der millionenteuren Sympathie-Kampagne: Der Euro – unsere
Zukunft.«513

› Hinweis
Ob die unglaubliche Propagandaaktion Frau Christiansen und Ulrich Wickert
heute wohl peinlich ist?

Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch
nicht mit einer guten Sache. Dieser journalistische Grundsatz wurde – wie bereits erwähnt – einst
geprägt von Tagesthemen – Moderator Hanns Joachim Friedrichs. Dessen Nachfolger Ulrich Wickert
(er ist mit der Gruner + Jahr-Vorstandsvorsitzenden Julia Jäkel verheiratet) hat sich 2001 gebührlich
mit einer Sache gemein gemacht: der Einführung des Euro. Die NDR-Moderatorin und Ex-
Tagesschau-Sprecherin Eva Herman hat 2011 einen aufschlussreichen Artikel über Ulrich Wickert
und dessen Engagement für den Euro veröffentlicht, darin heißt es 514

› Hinweis :
In Fernsehspots, in Zeitungen und auf Plakaten warb der politische Journalist Ulrich Wickert zur
Euro-Einführung mit zuversichtlicher Miene, ein anderes Mal biss er in eine Euromünze, um so die
künftige »harte Währung« zu signalisieren.

Doch Millionen Menschen im Land bekamen immer heftigere Bauchschmerzen: Sie wollten ihre
stabile Deutsche Mark behalten. Wickert, neben Sabine Christiansen, Günther Jauch, Helmut
Schmidt und Richard von Weizsäcker das ausersehene Haupttestimonial, schob die Bedenken
jedoch beiseite. In der Werbung, aber auch in zahlreichen Interviews hob er unablässig die
vermeintlichen Vorteile des Euro hervor: wie großartig es sei, vor dem Urlaub kein Geld mehr
umtauschen zu müssen, wie immens der wirtschaftliche Nutzen des Euro wäre (dieser Punkt wurde
allerdings zu kaum einem Zeitpunkt hinreichend von dem TV-Journalisten erläutert oder vertieft)
und dass es nur segensreich sein könnte , dass »wir« den Gründungsmythos DM endlich
aufgegeben hätten.

Nein, spätestens an diesem Punkt konnte ein großer Teil des deutschen Volkes Herrn Wickert – bei
aller Sympathie – nicht mehr folgen. Das belegt auch eine Untersuchung der Universität Hamburg
über »Einfluss und Wirkung der Euro-Werbung auf den Betrachter« 515
Probanden kannten sechs die Anzeigen zum Euro mit Wickert, auf die Frage, was ihnen bei der
Anzeige durch den Kopf geht, stimmten die Befragten in einigen Punkten überein, wie etwa bei der
Erwähnung von Seriosität, Intelligenz, Sympathie und bei der Assoziation »Tagesthemen«. Doch
nützte das offenbar nicht viel. In der Untersuchung heißt es daher: Zum Begriff EURO fielen allen
Interviewten fast nur negative Punkte ein: Skepsis, Unsicherheit, Preiserhöhung, Schummelei bei
der Erfüllung der Kriterien der Währungseinheit. Auf die Frage, was sie von der
Währungsumstellung halten, antworteten sie ebenso negativ und wiederholten sich in ihren
Aussagen.

› Hinweis : Von acht
Bei aller Sympathie zu Tagesthemen-Profi Wickert ging der geplante Coup also schon damals nach
hinten los: Das Volk merkte, dass etwas faul an der Sache war. Die zahlreichen Pro-Euro-
Finanzpolitiker schien das jedoch von ihren Plänen nicht abzuhalten. Sie hatten eine passende
öffentliche Person gesucht und den Hauptgewinn gefunden: Wickert wirkte sympathisch, und er
diente als eine Art Brücke zwischen Politik und Bürgern, zwischen oben und unten, zwischen
Frankreich und Deutschland. Denn es war natürlich kein Pappenstiel, was man den Menschen im
Land unterjubeln wollte: Die deutsche Wirtschaft lief damals trotz der jungen
Wiedervereinigungsgeschichte relativ gut, die stabile Deutsche Mark hatte es möglich gemacht,
und diese war weltweit anerkannt. Die D-Mark war praktisch zum Sehnsuchtsziel zahlreicher
Länder weltweit geworden, was Stabilität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit anging. Diese
Deutsche Mark sollte mit dem Euro jedoch ausradiert werden, sang-und klanglos und für alle
Zeiten. Zweifel an diesem Plan waren mehr als angebracht.

Wickert hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst als Tagesthemen-Moderator und als netter, witziger
Wetteronkel etabliert. Er hatte schlaue Bücher geschrieben über Moral und Anstand, und über die
Krux des Lebens, dass all jene Menschen, die trotz materieller Verführungen echt und ehrlich
bleiben wollen, am Ende immer die Dummen sind. Wahre Worte. Auf über 270 Seiten hatte Wickert
über den Werteverlust moralphilosophiert: Nun ließ er als bundesdeutscher Euro-Anchorman
selbst gnadenlos den größten materiellen Wert Deutschlands, die D-Mark, einfach wegrasieren.

Ja, Ulrich Wickert war damals, vor zehn Jahren, genau der richtige Superpromi für den Euro. Er
war Kosmopolit, kannte sich im Ausland bestens aus, hatte die verschiedensten Mentalitäten der
Länder kennengelernt, deren Währungen und Landsleute. Hatte er doch auch als ARD-
Korrespondent jahrelang aus Washington, vor allem jedoch aus dem Euro-Initiator-Land
Frankreich berichtet.
Der geneigte Bürger erfuhr zu diesem Zeitpunkt plötzlich ausschweifend viel über Wickerts
internationale Vita: Der kleine Ulrich wurde im fernen Tokio geboren, dessen Vater Erwin, ein
angesehener Diplomat, war dort lange als Rundfunkattaché der Deutschen Botschaft tätig. Wickert
konnte ferner nachweisen, bereits als Schüler in Paris gelebt zu haben, wo die Familie einige
Jahre aufgrund der Verpflichtung des Vaters bei der Deutschen NATO-Vertretung zubrachte. In den
sechziger Jahren studierte Ulrich Wickert im damals noch politischen Bonn Politikwissenschaft
und Jura, als Stipendiat verbrachte er mehrere Jahre im amerikanischen Connecticut. Ende der
sechziger Jahre begann er seine journalistische Aufgabe dann beim WDR in Köln. Ein
Bilderbuchpromi für die Euro-Einführung.

Dienstwillig machte Wickert mit. Man kann nur darüber spekulieren, warum ihm dabei keine
ethischen und moralischen Bedenken kamen. Entweder er glaubte wirklich an den Erfolg des Euro,
ohne die politischen Ränkespiele hinter der folgenschweren Entscheidung zu erkennen, was jedoch
kaum vorstellbar ist. Denn dann müsste man ihm schlicht Naivität vorwerfen. Vielleicht war
jedoch auch sein Arbeitgeber, der öffentlich-rechtliche und politisch immer korrekte Norddeutsche
Rundfunk, Schuld an seinem Jawort, weil der Sender ebenso ergeben mitmachte und seinen
festangestellten Mitarbeiter für die umfassende Werbekampagne auslieh, was eigentlich laut
Rundfunkstaatsvertrag verboten war.

Aus heutiger Sicht fragt man sich sowieso, wie das alles möglich sein konnte, was da in der großen
Euro-Euphorie geschah? Abgesehen davon, dass nahezu alle Medien eurokonform berichteten und
Eurokritiker der ersten Stunde nicht selten diffamierten und zum Schweigen brachten, stellt sich
grundsätzlich die Frage: Musste ein von Gebühren bezahlter ARD-Sender mit derartig eindeutigen
politischen Entscheidungen nicht viel kritischer umgehen? Durfte der NDR wirklich sein bestes
Pferd im Stall für eine solch alles umfassende und lebensverändernde europäische Wirtschafts-und
Währungsaktion hergeben? Oder deckte der noch mächtigere Westdeutsche Rundfunk, wo Wickert
sich einst seine ersten journalistischen Sporen verdiente und zu dem der Journalist lange Jahre
auch als Frankreich-Korrespondent gezählt hatte, die Pläne mit? Oder steckte der WDR gar hinter
dem Werbedeal?

Überhaupt: In Frankreich war sie ja einst entstanden, diese Euro-Idee: 1988 erarbeitete ein
Ausschuss den sogenannten »Delors-Bericht« zur Gründung der Währung, benannt nach dem
damaligen französischen EG-Kommissionspräsidenten Jacques Delors, der in drei Schritten
schließlich zur Schaffung der Europäischen Wirtschafts-und Währungsunion führte. Das von
CDU-Kanzler Helmut Kohl geführte Deutschland sträubte sich zunächst: Im Zuge der
angestrebten Wiedervereinigung von Ost und West wusste man damals in Bonn, was dem Land
damit bevorstand. Doch Frankreich blieb hart: Staatspräsident François Mitterand soll seine
Unterstützung zur Wiedervereinigung von der Euro-Einführung abhängig gemacht haben.
Beobachter werden nicht müde, zu wiederholen, dass Deutschland nach der Wiedervereinigung an
alter Stärke gewonnen hatte, an der nicht nur in Europa wohl kaum jemand interessiert war. Durch
den Entzug der starken Deutschen Mark konnte dieses nicht ungefährliche Problem schnell gelöst
werden. Und Ulrich Wickert mittendrin!
Man kann nur spekulieren, wie groß die Kreise sich zogen bei dem damaligen Beschluss, Wickert
vor den Karren zu spannen. Der fließend französisch sprechende frankophile Wickert war dieeuropäische Brücke zwischen Deutschland und Frankreich. Die Öffentlichkeit erfuhr wie zufällig
nebenher, wie gut Wickert sich in der Provence auskannte, in französischen Käsesorten und
Rotweinen, nein: Niemand konnte ihm da noch etwas vormachen.

Seine Rolle als seriöser Tagesthemen-Moderator half natürlich ebenso weiter: Fast wie die
Verlautbarung der Bundesregierung mutet es bis heute an, wenn abends die Tagesschau-und
Tagesthemen-Fanfaren erklingen und die Nachrichten des Tages vorgetragen werden. Erst in
neuester Zeit wachsen Unbehagen und Zweifel an Auswahl und redaktioneller Einschätzung der
Meldungen bei den Bürgern. Doch damals erhielt die Werbung zur Einführung des Euro damit
noch einen zusätzlichen hochoffiziellen Stempel. Einer wie der Tagesthemen-Wickert, der konnte
sich doch nicht irren! Oder?

Im September 2011 erschien Wickerts neues Buch. Der Titel: Redet Geld, schweigt die Welt. Der
Verlag Hoffmann und Campe schrieb in der Vorankündigung zum Inhalt: »Ist es bloße Gier, die
Menschen dazu bringt, zu lügen, zu betrügen und irrezuführen? Kam es deshalb zur größten
Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg? Werden Banker zu Recht als Gauner verurteilt? Ulrich
Wickert nennt die Schuldigen beim Namen und fordert, endlich Verantwortung zu übernehmen und zu
handeln.« Wie aber sieht es mit Ulrich Wickert selbst aus? Mit seiner Verantwortung? Warum nennt er
sich und Sabine Christiansen nicht als Mitschuldige? Schließlich sind sie groß für den Euro-Wahn
eingetreten. Hat er das heute vergessen? Der Mann, der für jenen Euro geworben hat, welcher ganz
sicher der Wirtschaft, nicht aber dem normalen Bürger Vorteile gebracht hat, schreibt 2011 dreist ein
Buch mit dem Titel: Redet Geld, schweigt die Welt. Und für Veranstaltungen mit Wickert wurde mit
dem Satz geworben: »Wir müssen lernen, dass überall in der Welt, so auch in der Wirtschaft, nur
diejenigen langfristig Erfolg haben, die ethische Werte kennen und ihr Handeln daran ausrichten«,
mahnt Ulrich Wickert.516

› Hinweis
Geht’s noch? Haben Sie schon einmal mitbekommen, dass Wickert
den Anstand gehabt und sich für sein damaliges Verhalten demütig beim deutschen Volk entschuldigt
hätte? Nein? Ich auch nicht.

Wickert, der angeblich für Werte und für Anstand eintritt und die Gier von Banken kritisierte, fiel
2011 äußerst unanständig auf. Ulrich Wickert warb für eine Bank. Und Anlegerschützer nahmen ihn
unter Beschuss.517

› Hinweis
Die Schutzvereinigung für Anleger e. V. veröffentlichte eine für
Saubermann Wickert nicht eben angenehme Presseerklärung, in der es am 23. August 2011 hieß:

»Hiermit fordern wir den ehemaligen Tagesthemen-Moderator und Buchautor Ulrich Wickert auf,
seinen Werbevertrag mit der genossenschaftlichen Finanzgruppe zu kündigen.« Das sagte heute
Angelika Jackwerth, Geschäftsführerin der Schutzvereinigung für Anleger (SfA), in Bremen. Denn
für Anleger klinge es wie Hohn, wenn sich Wickert in den aktuellen Anzeigen der Gruppe, zu der
die DZ Bank und die Volks-und Raiffeisenbanken gehören, mit den folgenden Worten zitieren
lasse: »Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.« Da habe Wickert zwar recht, denn rund
1000 Volks-und Raiffeisenbanken hätten in den 90er-Jahren ihren Kunden DG-Fonds empfohlen.

Die 15 000 Anleger hätten dann mehr als 500 Millionen Euro in diese geschlossenen

Immobilienfonds investiert. Doch jetzt (…) stünden die Anleger vor dem Totalverlust und für
zahlreiche davon sei die Altersvorsorge nicht mehr sicher. (…) Wickert kann doch nicht ernsthaft
genossenschaftliche Banken vertreten, die ihre Kunden für dumm verkauft haben.

Doch, Wickert konnte. Wickert hatte die Deutschen ja auch beim Thema Euro für dumm verkauft. Und
dann stand er auf Seiten jener Banken, die ihre Kunden für dumm verkauft hatten. Ob er das alles
immer wieder aus Blödheit, fahrlässig oder vorsätzlich gemacht hat, ist aus Sicht eines
Durchschnittsbürgers doch völlig unerheblich. Denn schließlich hat er mitunter dafür abkassiert. Wie
heißt noch einer seiner Buchtitel: Redet Geld, schweigt die Welt. Und Wickert schuftet jetzt weiter für
die Finanzbranche. Da heißt es auf einer Bankenseite: »Am 10. Dezember 2012 startet die Kampagne
»Wickert trifft …«, für die die Agentur Heimat, Berlin, im Auftrag der Genossenschaftlichen
FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken eine Reihe von Spots in ungewöhnlichem Format
produziert hat. Ulrich Wickert, der bereits 2011 als Markenbotschafter die Werte der
genossenschaftlich organisierten Bankengruppe vertrat, trifft nun auf Bill Kaulitz, Andrea Petkovic
und Hannes Jaenicke.«518

› Hinweis
Hand aufs Herz: Würden Sie noch einem Ulrich Wickert trauen,
der damals skrupellos für den Abschied von der stabilen D-Mark geworben hat? Vielleicht ist es ja
der Vater-Sohn-Konflikt, der Wickert dazu brachte, den Deutschen den miesen Euro schönzureden.
Wickerts Vater stand auf Seiten der Euro-Gegner, versuchte diesen zu verhindern. Und Wickerts Vater
stand dabei an der Seite von Professor Karl-Albrecht Schachtschneider.

Es gibt ein inzwischen legendäres Interview zwischen dem Euro-Skeptiker der ersten Stunde,
Staatsrechtslehrer Professor Karl Albrecht Schachtschneider (einem engen Weggefährten von Nölling
und Hankel), und Tagesthemen – Moderator Ulrich Wickert vom Sommer 2001, Überschrift: »Warum
glauben Sie an den Euro, Herr Wickert?«519

› Hinweis
Der Journalist Wickert warb zu jener Zeit als
Propagandist für die Einheitswährung. Schachtschneider, der mehrfach vor dem
Bundesverfassungsgericht gegen den Stabilitätspakt klagte, hielt Wickert in dem Gespräch entgegen,
der Euro gefährde die Stabilität Deutschlands. Der Staatslehrer warnte unter anderem, die
Wirtschaftspolitik werde uns durch den Euro aus der Hand genommen. Wickert antwortete wörtlich:
»Nein, die Steuerpolitik können wir bestimmen, und wir können genauso gut auch die Lohnpolitik
bestimmen.« Diese dramatische Beurteilung war nur eine von unzähligen Fehleinschätzungen des
Journalisten Wickert in Sachen Euro. Wickert sagte in dem Interview 2001 unter anderem: »… da hat
der Euro schon einiges bewirkt. Allein der Plan, den Euro zu schaffen, führte zu einer großen
Haushaltsdisziplin in den Mitgliedstaaten.«520

› Hinweis
Man staunt nur noch. Denn die fehlende
Haushaltsdisziplin der Südstaaten hat uns schließlich an den Abgrund gebracht. Demgegenüber war
Schachtschneider in dem Interview visionär, sagte zu Wickert etwa: »Das Kapital fließt ins Ausland
ab, weil der Euro keine Stabilität verspricht. Das zeigt sich in der gegenwärtigen inflationären
Entwicklung. Wir sind keine Stabilitätsgemeinschaft mehr.«

Es ist an der Zeit, dass die Euro-Propagandisten vom Schlage einer Sabine Christiansen und eines
Ulrich Wickert öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben große Verantwortung getragen

– und Versager protegiert. In den Geschichtsbüchern müssen wir sie deshalb künftig an die Seite jener
stellen, die für das Leid verantwortlich sind.

Waschmittelreklame für eine Währung:
Die Werbeagentur Mannstein

Wie skrupellos man uns Bürgern den Euro über die Medien schmackhaft machen wollte, ist
rückblickend kaum noch zu fassen. Damals ging man auch psychologisch geschickt über die Kinder an
die Eltern heran: Mit Schulpaketen beeinflussten die Aktionsgemeinschaft Euro, die Bundesbank und
die Landesschulräte bundesweit Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen an Grund-,
Sonder-und Förderschulen. Sie sollten sich mit kleinen Geschenkpäckchen mit der neuen Währung
vertraut machen. Ein Gewinnspiel sollte die Lust am Mitmachen fördern. Das Material, das
spielerisch angelegt war, wurde auch in Altenheimen sowie Asyl-und Obdachlosenunterkünften
verteilt. Die Verteiler wurden dabei von Mitarbeitern der Trägerorganisationen unterstützt. Ziel war
es, dass die Schüler ihr »Wissen« über den Euro an die Eltern weitergaben und Alte, Obdachlose und
Asylanten einen Gesprächsstoff hatten, der ihnen politisch korrekt vorgegeben wurde. Gegen diese
geballte Propaganda und die dahinterstehenden Finanzmittel hatten die sachlich argumentierenden
Euro-Kritiker keine Chance. Über allem stand die Werbeagentur Mannstein.521

› Hinweis
Der gute
Herr Mannstein (er erfand auch die »Rote-Socken-Kampagne« gegen die SPD) verkaufte den
deutschen Bürgern den Euro zusammen mit dem Bundespropagandaministerium (
»Bundespresseamt«) wie ein hippes neues Freizeitprodukt. Mannstein sagte etwa: »Der Zeitpunkt für
eine neue Weichenstellung ist gekommen.« Der Euro müsse mehr emotionale Qualität bekommen,
indem gerade der Jugend kommuniziert werde, dass der Euro »mehr Spaß« und »mehr Freiheit«
bedeute.522

› Hinweis
Wir hatten ja schon darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung allen Ernstes
behauptete, mit dem Euro könne die Jugend künftig in »Saus und Braus« leben. Die traurige Realität
heute: Noch nie gab es in Europa mehr Massenarbeitslosigkeit unter Jugendlichen.

Die Werbeagentur Mannstein verkaufte diese Saus-und-Braus-Politik wie Waschmittelwerbung. Sie
hatte schon seit Jahren Kohl und die CDU vor Bundestagswahlen vermarktet und auch den
koreanischen Autobauer Daewoo in Deutschland bekannt gemacht. Die Agentur war für die Euro-
Kampagne der deutschen Bundesregierung verantwortlich. Mannstein hatte einen genauen Zeitplan
ausgearbeitet, nach dem Annoncen geschaltet, Journalistenseminare abgehalten, Broschüren verteilt
und Plakate – »Der Euro – stark wie die Mark« – geklebt wurden. »Bildungsträger«, das sind Lehrer,
wurden in Kursen geschult, Betriebsräte beworben. Parallel engagierte das Europäische
Währungsinstitut (die künftige EU-Zentralbank) ihre eigene Werbeagentur, streute die Europäische
Kommission 100 Millionen Mark quer über den Kontinent und hatte 130 Marketingfachleute
angeheuert, um den großen Raubzug gegen die D-Mark vorzubereiten.

Doch Bundespresseamt und die Agentur Mannstein waren mit ihrer Aufgabe offenkundig völlig
überfordert. Die Bürger konnten sie jedenfalls nicht vom Euro überzeugen, die Wochenzeitung Zeit
schrieb damals dazu:

Die Verantwortlichen haben offenbar die Bedeutung der Aufgabe bislang noch nicht erkannt.
Schließlich geht es darum, die Deutschen auf den Abschied von ihrem Nationalheiligtum, der D

Mark, vorzubereiten – ein Unterfangen, das angesichts der Sorgen und Ängste der Bevölkerung
höchste Anforderungen an die Kommunikation stellt. Stattdessen werden eingetretene
Marketingpfade beschritten: ein bisschen Werbung, ergänzt um PR-Aktionen. Sparkassenpräsident
Horst Köhler scheint seine Warnung – »Bitte keine Waschmittelreklame!« – in den Wind
gesprochen zu haben. Darauf deuten jedenfalls die Werbebotschaften hin, die die Agentur von
Mannstein für das Bundespresseamt kreiert hat: Mit platten Slogans wie »Europa – weil’s
vernünftig ist« oder »Euro – Wertvolle(r) Zukunft« dürften die Bedenken der
Bevölkerungsmehrheit wohl kaum zu zerstreuen sein. Wie wenig die Bonner Strategen selbst von
der Währungsunion überzeugt sind, zeigt auch, dass sie nicht den Euro in den Mittelpunkt der
Werbung stellen wollen, sondern eine sogenannte Sandwich-Kampagne planen: Die ökonomischen
Aussagen sollen zwischen politischen verpackt werden – der Big Mac für Europa.523

› Hinweis
Die Werber forderten von der Bundesregierung nach Darstellung einer Doktorarbeit aus dem Jahre
2007 immer mehr Geld. Sie wiesen darauf hin, dass für die Einführung eines neuen Joghurts doppelt
so viel Geld von der Industrie für Werbung ausgegeben würde wie für Euro-Werbung. Und für die
Markteinführung von Persil Megapearls habe der Henkel-Konzern sogar 160 Millionen Euro
ausgegeben, bis die gewünschte Marktsättigung erreicht gewesen sei.524

› Hinweis
Die Dreistigkeit, mit der die damalige Bundesregierung und die Agentur Mannstein die
Bevölkerung mit Euro-Propaganda manipulieren wollten, hat Jens Peter Paul 2007 in einer
Dissertation herausgearbeitet. Darin heißt es:

Die Agentur von Mannstein erhielt den Auftrag auch deshalb, weil sie der Bundesregierung eine
umfassende und äußerst kostengünstige Zusammenarbeit mit Zeitungen, Radio-und
Fernsehsendern in Aussicht gestellt hat. Das BPA (Bundespresseamt) schöpfte daraus Hoffnung,
auch mit einem geringen Etat eine Menge bewegen zu können. Erreicht werden könne die
Ansprache eines Millionenpublikums mittels »Themen-Placements durch eine lockere und
sympathische Präsentation in großen Unterhaltungssendungen wie z. B. Wetten, dass …« heißt es
in der – dann siegreichen – von-Mannstein-Präsentation. Von »neuen TV-Produktionen wie z. B.
›Das Euro-Festival – zum Geburtstag des Euro‹ oder ›Der Euro-die europäische Spielshow‹ mit
bekannten Moderatoren/Künstlern/Stars aus verschiedenen Ländern der EU« ist darin die Rede.
Boulevard Bio und Hans Meiser, Talk im Turm und Harald Schmidt – keine populäre Talkshow, die
von Mannstein nicht für seine Euro-Werbung einspannen wollte. Man versprach den
Regierungsleuten Product Placement in einem bis dahin beispiellosen Ausmaß bei minimalen
Kosten. Und auch mit Blick auf das Massenmedium Hörfunk wurde dem BPA eine angeblich
flächendeckende Zusammenarbeit mit den deutschen Radiostationen verkauft.525

› Hinweis
Diese Propaganda in Reinform hatte es zuvor wohl nur in Diktaturen wie der DDR oder bei Regimen
der Dritten Welt so gegeben. Besonders perfide: Nachwuchsjournalisten sollten »für herausragende
Berichterstattung« über den Euro mit einem feierlich und medienwirksam zu überreichenden Preis
ausgezeichnet werden.526

› Hinweis
Eine Bevölkerung, so der Eindruck über die Arbeit der Agentur
Mannstein, ist letztlich nichts anderes als ein Waschmittel; man kann sie beliebig im Sinne der
Machthaber beeinflussen.
Die Agentur Mannstein berichtete rückblickend über ihre Werbe-Arbeit für den Euro: »Wie wir
rückwirkend wissen, vollzog sich die Einführung des Euro sowohl physisch (technisch) als auch
massen-psychisch störungsfrei. Daran wird sicherlich auch (unsere bis 1998 geleistete Arbeit) …
nachhaltigen Anteil haben«.527

› Hinweis
Als Helmut Kohl 2012 für sein »Lebenswerk« mit einer Briefmarke geehrt wurde, die fünf
Millionen Mal unters Volk gebracht wurde, da stammte das Grafikdesign auch wieder von der
Agentur Mannstein. Die sagte stolz über die Kohl-Marke: »Ein Symbol, das für seine Visionen und
seine großen Leistungen steht.«528

› Hinweis
Man darf gespannt sein, ob Euro-Skeptiker vom Schlage
der Professoren Schachtschneider oder Hankel eines Tages auch einmal mit einer Briefmarke geehrt
werden. Im Gegensatz zu Kohl sind ihre Visionen nicht Illusionen, sondern Realität geworden.

Wir haben jetzt die Propagandamaßnahmen für den Euro kennengelernt. Es war eine gewaltige
Maschinerie. Auf der anderen Seite standen vereinzelte Köpfe, die gegen diese Maschinerie und den
staatlichen Propagandaapparat und seine Erfüllungsgehilfen anzukämpfen versuchten. Sie wurden
fertiggemacht, bespitzelt und verhöhnt. Und manche von ihnen behandelte man wie Regimegegner in
einer Diktatur der Dritten Welt.
Das Versagen der Demokratie

Die SPD-Politikerin Liesel Hartenstein war unverdächtig, rechtsradikal oder populistisch zu sein.
Die 1928 geborene Frau hatte in ihrem Leben viel erlebt. Ihr großes Verdienst war es, keine
angepasste Politikerin zu sein. Sie macht den Mund auf, wenn andere Fraktionsdisziplin üben und nur
noch auf die Interessen ihrer Partei achten. Aus der Sicht des Deutschen Bundestags war Liesel
Hartenstein eine ziemlich unbequeme Frau. Sie hat es 1998 gewagt, den Bundestag und die darin
vertretenden Politiker öffentlich anzuklagen. Frau Hartenstein sagte, eine offene und öffentliche
Diskussion über die Aufgabe der D-Mark habe es im Bundestag nie gegeben. Euro-Kritiker seien
durch eine »Schweigespirale« mundtot gemacht worden. Die Einführung des Euro durch die Politik
sei »kein Bravourstück der Demokratie« gewesen.529

› Hinweis
Das sah auch die frühere Chefin des Umfrageinstituts Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, so.
Sie wies 1997 darauf hin, dass nur 21 Prozent der befragten Bundesbürger unbedingt den Euro
wollten – bei Befragungen in der Durchschnittsbevölkerung. Veröffentlicht werden sollten aber nur
die Ergebnisse der Befragung von sogenannten Eliten des Landes. Das waren Führungskräfte aus
Politik, Wirtschaft und Medien. Im Jahr 1995 sprachen sich 61 Prozent dieser Eliten für den Euro aus.
1997 waren es sogar 87 Prozent. Die schweigende – kaltgestellte – Mehrheit in der Bevölkerung hatte
in Politik und Medien eben keine repräsentative Stimme. Vor allem: Die deutschsprachigen Medien
haben die Entwicklung bei der Euro-Einführung so lange verschlafen, bis Fakten geschaffen waren.
Erst als es völkerrechtlich gesehen kein Zurück mehr gab, da wurde zumindest einigen von ihnen klar,
was da überhaupt passierte. Der Brüsseler WDR-Korrespondent Rolf-Dieter Krause sagte, die
Journalisten hätten vor dem Maastricht-Gipfel »lange geschlafen«. Die deutschen Medien seien mit
der Wiedervereinigung und deren Folgen beschäftigt gewesen. Krause sagt zum damaligen Verhalten
seiner Journalistenkollegen: »Wir gehen so damit um, dass wir jeden, der Zweifel am Sinn des Euro
geäußert hat, in die nationalistische Ecke drängen (…). Manfred Brunner galt einst als Liberaler,
inzwischen wird er dem rechten Lager zugeordnet. Er ist aber dahin geschoben worden, weil er es
gewagt hat, Zweifel am Euro zu äußern«.530

› Hinweis
Und nach Angaben von Axel Bunz, damals Leiter der deutschen Vertretung bei der EU-
Kommission, wollte die Politik in den 1990er-Jahren auch nicht, dass sich Medien oder gar die
Bevölkerung mit dem Euro auseinandersetzte – es war ein Tabuthema. Bunz sagte: »Die Bevölkerung
wurde absichtlich außen vor gelassen, weil es nicht auf sie ankam.« Und der bayerische Grünen-
Abgeordnete Gerald Hefner berichtet, die Wirkung einer Schweigespirale in seinem politischen
Umfeld zum Thema Euro sei extrem groß gewesen. Er sagt: »Menschen, auch Abgeordnete, hatten
Angst, ihre Bedenken deutlich zu äußern. Kritische Haltung zum Euro, oft sogar schon Nachfragen,
galten weiterhin als nationalistisch, chauvinistisch, dumpf, unmodern, uneuropäisch, antieuropäisch.«
Kann man da noch von Demokratie sprechen? Wenn Politiker Angst haben, sich beim wichtigsten
Thema für Jahrzehnte zu informieren? Wenn sie nicht nachfragen dürfen, weil das als
»nationalistisch« gilt?

Jens Peter Paul hat 2007 eine Doktorarbeit zu diesem Thema an der Frankfurter Goethe-Universität
geschrieben, Titel »Bilanz einer gescheiterten Kommunikation«. Er hat an 1086 Bundestags-, Europaund
Landtagsabgeordnete einen Fragebogen geschickt, in dem unter anderem gefragt wurde, ob der
Euro »von oben« durchgesetzt, also den Bürgern aufgezwungen worden sei. 78 Prozent der
Abgeordneten stimmten dieser Aussage ganz oder teilweise zu.531

› Hinweis
Jens Peter Paul zitiert auch den damaligen Präsidenten einer Landesbank, der vor der
Währungsunion in einem Hintergrundgespräch gefragt wurde, welche Geldentwertung auf die
Deutschen mit dem Euro zukomme. In der Doktorarbeit heißt es: »Er sagte, dass er davon ausgeht,
dass es zwischen 15 und 20 Prozent sind, dass er jedoch, würde man ihn zitieren, das abstreiten
würde«.532

› Hinweis
So war die Desinformation über den angeblich so wundervollen Euro
vorprogrammiert. Ist das noch Demokratie?

In der Doktorarbeit schreibt Paul, dass Journalisten, die nicht auf Linie waren, Probleme bekamen:
»Unter den Brüsseler Journalisten, die naturgemäß am frühesten und am besten über die Pläne auf
EU-Ebene Bescheid wussten, gab es seit den 80er-Jahren einen Comment, der eine kritische Haltung
gegenüber einer europäischen Währungsunion nur innerhalb enger Grenzen erlaubte. Wer diese
Grenzen überschritt, bekam zu verstehen, dass man ihn für fehl am Platze hielt, zumindest für
desorientiert«.533

› Hinweis
Einer, der das deutlich zu spüren bekam, war Winfried Münster,
Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Brüssel. Er beschreibt den Druck auf ihn so: »Ein paar
Wochen vor dem Gipfel von Maastricht hat mich (der deutsche Botschafter in Brüssel) Dietrich von
Kyaw als ›Ratte‹ beschimpft. Er stand vor mir: ›Wenn Sie so weiterschreiben, dann machen Sie die
deutsche Wirtschaft kaputt, denn dann kommt die Währungsunion nicht!‹ Und so ein Quatsch. Der
Druck war sofort enorm. Es gab dann Beamte in der Vertretung in Brüssel, die haben nicht mehr mit
mir gesprochen. Aber auch einige Kollegen nicht. Was besonders schlimm war. Daran, dass ich
Europäer war, konnte gar kein Zweifel bestehen. Für mich war die ganze Sache deshalb so
enttäuschend, weil die Währungsunion die Integration nicht weitergebracht hat. Trotzdem wurde ich
(…) binnen Wochen in die rechte Ecke gestellt«.534

› Hinweis
Der damalige Bundeskanzler Kohl
nahm den Journalisten Münster bei einem Journalistengespräch zur Seite und wies ihn an, seine Euro-
Kritik nicht in die Redaktion zu bringen. Kohl warf ihm persönlich vor, er könne das Klima
»vergiften«. Auch der damalige Außenminister Kinkel sagte bei anderer Gelegenheit zu Münster,
dieser solle nicht mehr so »destruktiv« über den Euro schreiben.535

› Hinweis
Jens Peter Paul zieht in seiner Doktorarbeit folgendes Fazit im Hinblick auf die deutschen Medien:
»Die Journalisten folgten den übrigen Angehörigen der deutschen Eliten, die (…) auf Pro-Euro-Kurs
eingeschwenkt waren. (…) Der Euro blieb ein Projekt der Eliten. (…) Am Ende sind beiderseits
gescheiterte Kommunikationsversuche zu erkennen. Selten standen sich Regierende und Regierte so
verständnislos gegenüber«.536

› Hinweis
Mit den Grundzügen von Demokratie hat das alles ganz sicher nichts mehr zu tun. Was Sie in
diesem Kapitel gelesen haben, erinnert vielmehr an dunkle Diktaturen und vergangene Regime. Aber
es ist erst ein winziger Einblick in das, was hinter den Kulissen passiert.

ARD und ZDF bekommen jährlich vom Zwangsgebührenzahler mehr als 7,5 Milliarden Euro.
Unglaublich viel Geld, das sie in erster Linie deshalb erhalten, weil sie einen öffentlichen Auftrag
erfüllen, nämlich die Informationen zu liefern, die eine Demokratie für den politischen und
gesellschaftlichen Diskurs braucht. Wenn immer mehr Zeitungen Newsroom-Einheitsbrei servieren,
wenn die Meinungsvielfalt dramatisch schwindet, wenn immer mehr Redaktionen zusammengelegt
und Journalisten entlassen werden, sodass kaum noch Zeit zur Recherche bleibt, dann wird der
Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender umso wichtiger. Und genau den nehmen sie nicht mehr wahr.
Im Gegenteil: Sie lassen sich kaufen. Und sie machen Propaganda.

Wer den Fernseher einschaltet und bei öffentlich-rechtlichen Sendern eine Seifenoper verfolgt, der
ahnt wohl kaum, dass selbst die Dialoge dort gekauft werden können. Die beliebten Vorabendfolgen
mit Millionenpublikum zahlt der Bürger einerseits über Zwangsgebühren. Und andererseits gibt es
bezahlte Schleichwerbung, um die Meinung des Millionenpublikums zu beeinflussen. Der
Lobbyverein der Arbeitgeber »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) machte etwa in der
Vergangenheit in der ARD-Vorabendserie Marienhof
verdeckte PR über gekaufte Dialoge.537

› Hinweis
Die Botschaft, die über solche Dialoge in den Köpfen der Zuschauer verankert werden
sollte, lautete: »Arbeitszeiten rauf«. Der Preis für die verdeckte Schleichwerbung der Arbeitgeber in
sieben Folgen: 58 000 Euro.538

› Hinweis
Selbst wenn wir Bürger zur Entspannung eine seichte
Seifenoper im Fernsehen anschauen, werden wir psychologisch geschickt manipuliert. So war das
beim Abschied von der D-Mark. Und so ist es jeden Tag. Wir werden rund um die Uhr desinformiert.
Tatort Redaktion:
Die Schattenseite der Medienwelt
Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, dann wird Ihr Eindruck von unseren Medien wohl nicht der
allerbeste sein. Ich bin mir allerdings sicher, dass die hier geschilderten Episoden und
Zusammenhänge nur ein Ausschnitt aus der bunten Realität sind. Aber zur Realität gehören nun einmal
auch persönliche Eindrücke. Ich habe dieses Buch mit sehr persönlichen Schilderungen begonnen,
habe aufgezeigt, dass ich wie selbstverständlich Presserabatte genutzt, kostenlose Einladungen in 5Sterne-
Hotels oder zu kumpelhaften Reisen mit Spitzenpolitikern angenommen und Posten in
Stiftungen, Verbänden oder geheimdienstnahen Organisationen besetzt habe. Und rückblickend habe
ich dafür wohl gekaufte Berichterstattung, vor allem in der FAZ, produziert. Mit Rückendeckung
meiner Chefs. Am Ende dieses Buches will ich Ihnen aber auch den Preis nennen, den ich dafür
bezahlt habe. Der war extrem hoch und ganz sicher nicht erstrebenswert.

Der Beruf des Journalisten gilt vielen jüngeren Menschen als Traumberuf. So habe ich das damals
vor meinem ersten Arbeitstag auch gesehen. Als ich nach dem Studium von der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung ein auf den ersten Blick großzügiges Jobangebot als Redakteur in der
Außenpolitik der FAZ bekam, da war ich überglücklich. Doch schon mein erster Arbeitstag war
völlig anders, als ich es erwartet hatte. Es war der 1. Oktober 1986, ein Mittwoch. An jenem Tag
wurde der frühere US-Präsident Jimmy Carter damals 62 Jahre alt. Der Geiger André Rieu wurde an
jenem Tag 37 Jahre alt. Und der spätere Berliner SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit feierte seinen

33. Geburtstag. An jenem Tag war ich aufgeregt, kam schon eine Stunde vor dem Arbeitsbeginn an
meinen neuen Arbeitsplatz in der FAZ. Und dann kam mein erster Arbeitseinsatz. Es war noch nicht
einmal 10 Uhr morgens und der Nachrichtenchef der Politikredaktion schickte mich mit einem 10DM-
Schein in einen Laden im Frankfurter Gallusviertel, um eine Flasche Schnaps (»Obstler«) und
Zigaretten zu holen.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehörte damals noch zu den Top-Adressen im
deutschsprachigen Mediengeschäft. Mit Ehrfurcht hatte ich die vermeintlich heiligen Hallen betreten.
Und brutal schnell musste ich lernen, dass mein direkter Vorgesetzter Alkoholiker war. Er war und ist
ganz sicher ein wunderbarer Mensch. Ich erwähne das eben nur, weil der Aufprall in der Realität
ziemlich brutal war. Als nächstes lernte ich, dass jeder Korrespondent beim Redaktionsbesuch für die
Kollegen Schnaps mitbringen oder eine Kiste Bier spendieren musste. Auch wer von einer
Dienstreise zurückkam, wurde so in die Pflicht genommen. »Eine Molle geben« nannte man das. Das
Korrespondentennetz der FAZ war ziemlich groß. Und es gab viele Dienstreisen. Also auch viel
Alkohol. Wenn die Leser gewusst hätten, wieviel Alkohol damals in der Politikredaktion der FAZ
getrunken wurde, es hätte wohl mehr als nur ein Raunen gegeben.

Nach außen hin warb die FAZ damals mit dem markigen Spruch »Dahinter steckt immer ein kluger
Kopf«. Mitunter waren die angeblich so klugen Köpfe so mit sich selbst beschäftigt, dass sie wichtige
Dinge nicht sahen. Bei einer meiner ersten Afrikareisen bekam ich die gefährliche Malaria Tropica.
Sie gilt jedenfalls als die gefährlichste der bekannten Malariaarten und endet nicht selten tödlich. Ich
erwähne das nur, weil mein damaliger Arbeitgeber die berufsbedingte Erkrankung nicht bei der
Berufsgenossenschaft gemeldet hat. Diese Verletzung der Fürsorgepflicht habe ich in den 17 Jahren
Tätigkeit für die renommierte FAZ immer wieder erlebt. So erlitt ich bei einem Einsatz im
südiranischen Kriegsgebiet eine Lungenquetschung. Und die FAZ meldete der für berufsbedingte
Erkrankungen zuständigen Berufsgenossenschaft – nichts. Genau das war der Regelfall.

Kaum zu glauben und unfassbar: Ich hatte ja schon aufgeschrieben, dass ich wahrscheinlich der einzig
noch lebende westliche Beobachter einer Vergasung von Iranern bin, die im Juli 1988 im Süden des
Landes mit deutschem Giftgas (Senfgas) vergast wurden. Die FAZ hatte mich dorthin geschickt,
veröffentlichte einen Bericht von mir in der Zeitung und ein von mir aufgenommenes Foto von einem
Giftgasopfer. Auf die Idee, dass ich auf dem Giftgasschlachtfeld Gesundheitsschäden erlitten haben
könnte, kam mein damaliger Arbeitgeber (wie so oft in anderen Fällen) nicht. Im Klartext: Die FAZ
meldete auch das der Berufsgenossenschaft nicht. Jene Professoren, welche mich damals wegen der
langfristigen Folgeschäden in der Klinik behandelten (ich bekam u. a. Krebs) und sich sicher waren,
dass ich wegen der Giftgasfolgen nur noch wenige Tage zu leben hatte, rieten mir wegen der
Kriegsfolgeschäden zu einer Nottrauung. Ich verdanke also aus Sicht der mich damals behandelnden
Professoren der FAZ eine Hochzeit ohne Trauzeugen, ohne Eheringe und ohne Aufgebot. Ich habe die
Senfgasfolgen, zum Erstaunen der Mediziner, wie so viele Kriegsfolgen überlebt. Nach 25 Jahren
habe ich inzwischen für eine ganze Reihe von berufsbedingten schwersten Erkrankungen oder
Arbeitsunfällen während meiner FAZ-Zeit eine Anerkennung der Berufsgenossenschaft vorliegen. Und
danach bin ich von einem Einsatz als Kriegsberichterstatter für die FAZ aus dem Südirak mit der
»Berufserkrankung BK 1311 (Senfgas)« zurückgekommen. Es hat mehr als 25 Jahre gedauert und die
FAZ hat mir nicht sonderlich dabei geholfen, die Arbeitsunfälle für die Berufsgenossenschaft
aufzuarbeiten. Im Gegenteil. Sie können sich als Leser wahrscheinlich kaum vorstellen, wie hoch die
Hürden sind, um als deutscher Journalist von der Berufsgenossenschaft (BG) offiziell als
Giftgasopfer anerkannt zu werden. Bei der BG hat es einen solchen Fall jedenfalls seit Jahrzehnten
nicht gegeben. Ich hatte dem damals für mich zuständigen FAZ-Herausgeber im Dezember 2013 einen
Brief mit folgender Frage geschickt: »Wollen Sie mir bitte noch einmal rückblickend erklären, warum
Sie mich beispielsweise trotz positiver Kenntnis der Giftgaseinsätze in diesen Kriegseinsatz
geschickt und das (wie so viele andere gesundheitlich folgenreiche Einsätze) nicht der BGHW
gemeldet haben? Schließlich war klar, dass eine Senfgasexposition gesundheitliche Folgen haben
würde.« Zwei Monate später bekam ich von einer Frankfurter Anwaltskanzlei ein Schreiben, in dem
es sinngemäß hieß, man betrachte die Angelegenheit als erledigt.

Ich schreibe das nicht auf, um die FAZ zu ärgern. Ich schreibe es auf, um jungen Menschen zu sagen,
dass es sich nicht lohnt, als Reporter sein Leben aufs Spiel zu setzen. Für den Arbeitgeber, das hat
nichts mit der FAZ zu tun, kommt bei solchen lebensgefährlichen Reisen mitunter eine spannende
Geschichte heraus, welche kurzfristig die Auflagenhöhe sichert. Und der, der sein Leben riskiert, zahlt
irgendwann die Rechnung. Ein Kollege der Süddeutschen Zeitung hat einmal aus nächster Nähe
mitbekommen, wie mir ein offenkundig unter Drogen stehender Soldat im tiefsten afrikanischen Busch
eine Maschinenpistole an den Kopf hielt und mit glasigen Augen abdrücken wollte. Der Kollege hat
das dann ganz gut in einem Artikel beschrieben. Wenn ich mit solchen Erlebnissen in die Redaktion
der FAZ zurückkam, dann gab es nicht etwa Verständnis oder Mitgefühl. Nein, das erste, was einem
aufgebrummt wurde, waren bis 23 Uhr dauernde »Spätdienste«, weil man schließlich eine
Auslandsreise hatte machen dürfen und etwas »erlebt« hatte.

Einmal erlitt ich auf dem Weg in mein FAZ-Büro einen Schädelbasisbruch. Die Folgen waren
grauenvoll. Und ich brauchte einige Monate, ehe ich wieder ohne fremde Hilfe gehen konnte. Glauben
Sie nicht, dass die FAZ mich besucht hätte. Einige Monate nach dem geschilderten Giftgaseinsatz
bekam ich Krebs und lag viele Monate in Kliniken. Besuch von der FAZ bekam ich auch da nicht.
Nach sechs Wochen auch kein Gehalt mehr. Das war brutal. Und bei der FAZ wurde mein
Arbeitsplatz schon mal neu ausgeschrieben, während ich noch lebte. Ich habe überlebt und kam als
Schwerbehinderter in die Redaktion zurück. Ich wurde als Schwerbehinderter wie selbstverständlich
immer wieder in Kriegsgebiete geschickt. 2003 dann hatte ich einen schweren Unfall, bei dem die
Nerven meines rechten Beins durchtrennt wurden. Die Folge: Mir wurde dann bei der FAZ ein
Aufhebungsvertrag vorgelegt. Ich habe das subjektiv als, höflich formuliert, unerfreulich empfunden.
Ich will das hier nicht weiter kommentieren.

Ich weiß nicht, warum der FAZ der Geruch des Edlen, Wahrhaftigen und Aufrichtigen anhaftet.
Wahrscheinlich liegt es am guten Marketing. Aber der drastische Verfall der Auflage zeigt, dass die
so schön polierte Marke FAZ bei immer weniger Menschen verfängt. Ich habe in diesem Buch einige
unschöne Dinge über die FAZ aufgeschrieben. Andere werden folgen. Es ist die Wahrheit. Auch wenn
man sie bei der FAZ nicht gerne hört oder lieber nicht mehr daran erinnert werden möchte.
Was zu tun ist

Wir haben in diesem Buch gesehen, wie auffällig die Eingebundenheit prominenter Alpha-
Journalisten in elitäre Machtzirkel ist. Ihre Nähe zu spezifischen Milieus aus Politik und Wirtschaft
hat offenbar Einfluss darauf, inwiefern sich die Themenwünsche der Eliten auf die Berichterstattung
in den Medien auswirken. Dabei dürfte es selbst für unvoreingenommene und bemüht neutral
wirkende Journalisten schwierig sein, sich der Beeinflussung zu entziehen. Sie sind längst Teil eines
komplexen Kommunikationssystems gegenseitiger Gesinnungsnähe geworden, in dem die Themen
gesetzt und akzentuiert werden. Die höchst problematischen Vernetzungen einflussreicher Journalisten
mit internationalen Organisationen und Regierungsinstitutionen bleiben dem Zeitungsleser,
Fernsehzuschauer oder Radiohörer meist verborgen. Immerhin wurden die Verflechtungen von Josef
Joffe (Die Zeit), Stefan Kornelius (Süddeutsche), Michael Stürmer (Welt), Günther Nonnenmacher
und Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ) sowie Kai Diekmann (Bild) für die Vergangenheit schon
einmal in einer wissenschaftlichen Studie von Uwe Krüger herausgearbeitet. Die einst so
renommierten Zeitungen FAZ, Süddeutsche, Welt und Zeit, aber auch die Bild haben durch diese
Enthüllung ganz sicher nicht an Ansehen gewonnen.

Die taz schrieb einmal unter der Überschrift »Journalisten unter Einfluss« dazu:

Von den untersuchten Medienvertretern wählte Krüger vier Journalisten aus, die über enge
Verflechtungen »im US-und Nato-affinen Milieu« verfügten: Stefan Kornelius (Süddeutsche
Zeitung), Klaus-Dieter Frankenberger (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Michael Stürmer (Die
Welt) und Josef Joffe (Die Zeit). Alle vier nahmen regelmäßig an der Münchner
Sicherheitskonferenz teil. Zudem engagierten sie sich in der Atlantik-Brücke und in der »geheimen
Bilderberg-Konferenz, bei der sich nordamerikanische und europäische Eliten austauschen«.(…)
Schreiben die vier Alpha-Journalisten also einseitig? (…) Von den Journalisten Joffe,
Frankenberger, Kornelius und Stürmer fand Krüger 83 relevante Artikel. Darin habe er eine
Korrelation zwischen ihren Nato-und US-nahen Netzwerken und der Argumentation entdeckt: »Sie
verwendeten unkritisch den ›erweiterten Sicherheitsbegriff‹ und argumentierten für ein stärkeres
militärisches Engagement Deutschlands vor allem in Afghanistan, das von der Nato und den USA
gewünscht, von der deutschen Bevölkerung jedoch mehrheitlich abgelehnt wird.« 2008 etwa seien
53 Prozent der Bürger der Ansicht gewesen, Deutschland solle sich aus den Konflikten
heraushalten. Diese Haltung der Bürger sei teils diffamiert und der Bundesregierung eine bessereÜberzeugungsarbeit empfohlen worden. »Eine Auseinandersetzung mit Einwänden und Kritik fand
nicht statt.«539

› Hinweis
Im Klartext: Journalisten renommierter Medien waren zumindest in der Vergangenheit »ganz auf Linie
mit den Eliten«540 › Hinweis . Und wenn sie sich bei jenen vielen abgeschotteten Zirkeln treffen, bei
denen Normalbürger keinen Zutritt haben, dann werden sie wohl mitunter von den Mächtigen aus
Politik und Hochfinanz geistig vereinnahmt. So ist es kein Wunder, wenn wissenschaftliche Arbeiten,
die sich mit solchen Journalisten befassen, zum Schluss kommen, dass Autoren von Leitmedien
tendenziös berichten und Leser in ihrer »psychischen Einstellung« beeinflussen wollen.541

› Hinweis

Wenn Journalisten also »tendenziös« berichten, sich in abgeschotteten Machtzirkeln bewegen, eine
klebrige Nähe zu Eliten suchen, das alles bei ihrer Berichterstattung ausblenden und dem Leser
suggerieren, unbeeinflusst zu berichten, dann haben wir nur noch die Simulation von wahrhaftiger
Berichterstattung vor uns: Das, was wir dann lesen, hören oder sehen, ist eine Illusion, eine
Sinnestäuschung, aber nicht ein wahrhaftiges Abbild von der Realität.

Wenn Journalisten deutscher Leitmedien in Lobby-Organisationen wie Atlantik-Brücke,
Trilateraler Kommission, Münchner Sicherheitskonferenz, den Bilderbergern, dem Aspen Institute
oder der Bundesakademie für Sicherheitspolitik ein-und ausgehen oder gar als »media leaders« dort
Mitglieder sind, dann ist eine rote Linie überschritten. Denn manche solcher Journalisten sind
käuflich, lassen sich zu 5-Sterne-Reisen einladen, über die sie anschließend unkritisch berichten. Was
wir dann in den Medien vorfinden, ist nichts anderes als geschmierte Berichterstattung, die übelste
Sorte des Journalismus. Ich habe eingangs aufgeschrieben, dass ich selbst früher genauso gearbeitet
habe und mit Rückendeckung meines Arbeitgebers korrumpiert wurde. Dieses Eingeständnis macht es
nicht besser. Aber es kann und soll helfen, solche Zustände abzustellen.

Die Berichterstattung unserer Leitmedien ist heute, höflich formuliert, unehrlich. Wer aber nicht
ehrlich ist, der darf auch kein Vertrauen mehr genießen. Heißt: Wer die großen Zeitungen kauft, der
betrügt sich selbst und finanziert einen Propagandaapparat. Solange dort die Lobbyisten wie
selbstverständlich weiter beschäftigt werden, wird sich daran wohl auch nichts ändern. Leitende
Journalisten sollten allein schon aus ethischen Gründen keine Aufgaben in Beiräten, Kuratorien und
Politikplanungskörperschaften wahrnehmen dürfen. Und außenpolitische Ressortleiter haben nichts in
einem Verein zur Förderung der transatlantischen Beziehungen zu suchen. Die Realität aber sieht
völlig anders aus.

Die Empfehlung lautet also: Verweigert denen, die uns manipulieren und desinformieren, einfach
Quote, Auflage und Gehör. Schaltet ab und gebt ab sofort keinen Cent mehr dafür aus. Je mehr
Menschen das machen, umso größer wird der Druck. Vor allem: Schreiben Sie den Zeitungsverlagen,
den Redaktionen und Medienhäusern, warum Sie keinen Cent mehr für die Lobbyartikel der uns
desinformierenden »Leitmedien« ausgeben werden. Kündigen Sie ihre Abos und empfehlen Sie das
auch Freunden, Verwandten und Bekannten. Sie werden so schnell zum Teil einer rasant wachsenden
neuen Bewegung, welche der skrupellosen Propaganda so einfach den Boden entzieht.

Informieren wir uns stattdessen kostenlos im Internet auf den vielen alternativen freien
Nachrichtenportalen.542

› Hinweis
Das neue Leitmedium heißt zweifelsohne Internet. So wie die
Kinos in ihrer früheren Form wegen der digitalen Medien ausgestorben sind und die Plattenläden, so
werden auch die klassischen Leitmedien aussterben. Und das bedeutet keineswegs den Untergang
unserer Kultur. Der Entwicklung wohnt vielmehr etwas Positives inne.

Das Unrechtsbewusstsein jener Eliten, die uns manipulieren wollen, liegt in diesen Tagen bereits
nahe dem absoluten Nullpunkt. Jeder Leser dieses Buches kann über die hier beschriebene Art des
Journalismus ganz einfach mit der Geldbörse und der »Quote« abstimmen und den so arbeitenden
»Leitmedien« künftig die Gefolgschaft verweigern. Wer die Produkte solcher Medienhäuser nicht
mehr kauft, ihre Artikel im Internet nicht mehr anklickt und sie im Fernsehen oder Radio einfach
wegdrückt – der macht die dahinterstehenden Journalisten irgendwann arbeitslos. So einfach ist das.
Und wenn Sie ganz genau hinschauen, dann hat dieser Prozess längst eingesetzt: Tag für Tag werden
irgendwo im deutschsprachigen Raum Journalisten entlassen, weil die Kunden deren Art der
Berichterstattung nicht mehr haben wollen.

Im Juli 2014 fand im Deutschen Bundestag eine Expertenanhörung zur Zukunft des deutschen
»Qualitätsjournalismus« statt.543

› Hinweis
Allen Beteiligten ist klar, dass »Qualitätsjournalisten«,
wie wir sie in diesem Buch in großer Zahl beschrieben haben, das Wasser finanziell bis zum Hals
steht. Eine Zukunft haben, das ist absehbar, künftig nur noch alternative Formen des Journalismus,
etwa »Personal Brands«, also Journalisten als Marken. Die Konsumenten werden nur noch für
Informationen bezahlen, welche sie direkt von jenen Journalisten beziehen, denen sie absolut
vertrauen können. Von fremden Interessen beeinflusste Alpha-Journalisten, wie ich sie in diesem Buch
reichlich beschrieben habe, sind ein Auslaufmodell, ein Relikt vergangener Tage. Immer mehr
aufgeklärte Menschen werden erkennen, dass man Alpha-Journalisten nicht vertrauen kann.
Journalisten als Eigenmarken, die auch ohne Verlage Geld verdienen können, weil man ihnen vertraut

– die haben eine Zukunft. So wie im Medienbereich etwa Stefan Niggemeier.544
› Hinweis
Oder
Thomas Knüwer.545

› Hinweis
So wie im Wirtschaftsbereich Markus Gärtner.546

› Hinweis
So wie
Matt Drudge im Bereich der englischsprachigen Nachrichten.547

› Hinweis
Oder die Sammelseite
mehrerer »Branded Journalists« bei der deutschsprachigen Kopp-Nachrichtenseite: http://info.koppverlag.
de
Dort gibt es jedenfalls ganz sicher keine Bilderberger, Transatlantiker, Milliardäre, Politiker und
andere obskure Gestalten, die Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen suchen.

Dennoch ist dieses Buch nur eine Momentaufnahme. So wie in den 1950er-Jahren das Fernsehen von
den Bürgern als Propagandaapparat »Adenauer-Fernsehen« gesehen und bald gegen eine Fülle von
anderen Medien bestehen musste, so haben auch die Propagandajournalisten der Leitmedien heute das
Problem, das ihnen die Menschen einfach weglaufen und sich woanders informieren. Der Blick in die
(absehbare) Zukunft lässt allerdings noch Gravierenderes erahnen: In wenigen Jahren schon wird sich
das Leben für uns Europäer auf dem Gebiet der Informationsbeschaffung angeblich grundlegend
verändern. Jedenfalls hat das Londoner Verteidigungsministerium den Briten schon 2007 ganz offen
mitgeteilt, was da angeblich auf uns alle zurollt: Für unsere Kinder werde es um das Jahr 2035 herum
völlig »normal« sein, einen implantierten Chip für die Informationsübertragung im Kopf zu haben.
Nein, das ist kein wirres Zukunftsszenario durchgeknallter Utopisten. Das ist eine offizielle
Mitteilung des Londoner Verteidigungsministeriums, basierend auf den bisherigen tatsächlichen
technischen Entwicklungen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen der vom Militär finanzierten
Wissenschaftler.548

› Hinweis
Der renommierte Londoner Guardian
berichtete darüber 2007 unter der
Überschrift »revolution, flashmobs and brain chips«.549

› Hinweis
Das Londoner
Verteidigungsministerium teilte den Briten auf 90 Seiten auch mit, auf welche absehbare und
angeblich realistische Entwicklung sich die britische Armee im Sicherheitsbereich einstellen werde.
Man kann das nun versponnen, gut oder schlecht finden, aber man sollte es wissen. Diese
Entwicklung ist tatsächlich bei nüchterner Betrachtung, auch wenn wir sie derzeit noch nicht
wahrhaben wollen, schon jetzt leicht nachvollziehbar, aber eben eher unschön: Die Migration, also
die Wanderungsbewegungen nach Europa, werden demnach anstelle von klassischen Kriegen
zwischen Staaten hier in Europa immer mehr innerstaatliche Kriege zwischen den verschiedenen
neuen Bevölkerungsgruppen entstehen lassen. Menschengruppen, die miteinander verfeindet sind,
werden sich hier in Europa vor unseren Haustüren in immer größerer Zahl immer öfter auf engstem
Raum gegenüberstehen. So, wie wir das immer wieder aus der Geschichte vor einem großen Knall
kennen: von Alexander dem Großen über die Völkerwanderung und den Zusammenbruch des
Römischen Reiches durch den Ansturm der Barbaren bis hin zum gescheiterten Experiment mit dem
Vielvölkerstaat Jugoslawien. Am Ende stehen immer grauenvolle Kriege, weil völlig
unterschiedliche Menschengruppen noch nie auf Dauer friedlich nebeneinander in einem Staatsgebiet
existiert haben, nicht einmal unter diktatorischem Zwang. Das ist die eine Seite.

Und in genau diesem Zusammenhang wird vom Londoner Verteidigungsministerium auch die
Informationsbeschaffung der Menschen in der Zukunft beleuchtet. Man erwartet jedenfalls, dass die
Qualität von Nachrichten von jetzt an ständig abnehmen wird. Journalisten werden demnächst
angeblich fast nur noch aus bloggenden Bürgern ( »citizen-journalists«) bestehen. Und die
Kombination von Informationsniedergang und den schon erwähnten Gehirnchips werde es
Regierungen, Kriminellen oder Terroristen dann leicht machen, Menschenmassen jederzeit über diese
implantierten Schnittstellen im Gehirn für ihre jeweiligen Interessen zu mobilisieren. Etwa als
»Flashmobs«, die man dann beliebig ganz nach der eigenen Interessenlage bei diesem erwarteten
extremen Aufeinanderprall feindlich gesinnter Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzen könnte.

Im Klartext: Wer künftig die Schnittstellen zu diesen vernetzten Chips in den Gehirnen der Menschen
beherrscht oder sich in diese einhacken könnte, der wird, so die Prognose der Militärs, auch die
wegen der Migrationsbewegungen immer uneinheitlicher werdenden Menschenmassen beherrschen
können. Das klingt auf den ersten Blick für einen Normalbürger vielleicht so absurd, wie es vor
dreißig Jahren für ihn geklungen haben mag, wenn man ihm da sagte, dass heute ein großer Teil der
Menschen beim Radfahren, im Auto, beim Spazierengehen oder Einkaufen wie selbstverständlich
ständig über einen Knopf im Ohr und ein winziges Gerät mit den Datennetzen der Welt verbunden sein
werde. Wenn man ihm damals gesagt haben würde, dass wir heute jederzeit mobil mit Freunden in
anderen Kontinenten telefonieren, aber auch unseren örtlichen Standpunkt etwa in einem riesigen
Wald auf den Meter genau bestimmen könnten und unsere Kommunikation zugleich von den
Amerikanern rund um die Uhr komplett aufgezeichnet, ausgewertet und permanent gespeichert
würde550

› Hinweis
– man hätte den Überbringer der Nachricht damals wohl für verrückt gehalten.
Doch heute ist das alles selbstverständlich. Jedes Telefonat, das wir führen, wird Wort für Wort in
fernen Ländern wie den USA vollautomatisch inhaltlich aufgezeichnet und dauerhaft gespeichert.
Unsere Freiheit wird so, unmerklich, immer mehr eingeschränkt. Auch das hätte man vor einer
Generation für irreale Utopie gehalten. Und heute gibt es diesen Haufen von Alpha-Journalisten, die
in den vielen proamerikanischen Stiftungen und Verbänden sitzen und uns die absurdesten Dinge vom
angeblichen »Zukunftsprojekt Euro« über »Zuwanderung als Bereicherung« bis hin zum Thema
»Überwachung dient unserer Sicherheit« als angeblich positiv unterjubeln wollen. In wessen
Interesse sie das tun, das verschweigen die Nato-und US-Versteher.
Die Frankenstein-Monster, welche diese Entwicklung kennen, haben also ein ganz natürliches
Interesse daran, an die Schaltstellen unserer Gehirne zu kommen, um die absehbare Entwicklung
beeinflussen zu können. Und was heute noch in Hinblick auf den Bericht des Londoner
Verteidigungsministeriums oder amerikanischer Militärs für unsere Zukunft reichlich nach
Frankenstein und Utopie klingt, das ist bei näherer Betrachtung offenbar keineswegs so absurd, wie es
zunächst erscheinen mag. Denn: Auch heute schon bestimmen schließlich einige wenige darüber,
welche Informationen sich ganz tief in unseren Gehirnen festsetzen und wie wir denken. Es gibt eine
kleine Clique von rüstungs-und US-nahen Alpha-Journalisten aus einem elitären Zirkel, welcher sich
bei näherer Betrachtung schon jetzt nicht anders verhält als die Frankensteins des gerade
geschilderten Londoner Horror-Zukunftsszenarios. Aber noch sind es menschliche Helfershelfer im
Umfeld der Machtelite, welche unsere Gehirne zu manipulieren suchen. Noch kann man ihr Vorgehen
beschreiben. Noch kann man sie anprangern und die Entwicklung vielleicht auch noch aufhalten. Und
noch gibt es Aufrichtige unter ihnen, die sich nicht kaufen lassen und Missstände anprangern.
Menschen mit Rückgrat.

Wie Ulrich Tilgner. Der Mann berichtet seit 1982 über den Nahen und Mittleren Osten. Seit 2002
leitete der gebürtige Bremer das ZDF-Büro in Teheran. Für seine Berichterstattung über den Irakkrieg
erhielt der Reporter 2003 den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus. Er habe
»unter den extremen Bedingungen der Kriegsberichterstattung seine professionelle Qualität und seine
journalistische Unabhängigkeit bewahrt und bewiesen«. Dann kam der Knall: Auslandskorrespondent
Tilgner, der allen ZDF-Zuschauern ein vertrautes Gesicht war, berichtet nur noch für das Schweizer
Fernsehen. Den Vertrag als Leiter des ZDF-Büros in Teheran und als Sonderkorrespondent für den
Mittleren und Nahen Osten hat er nicht verlängert. Seinen Schritt begründet er damit, dass er sich in
Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt fühle, »gerade auch was die Berichterstattung
aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben«. Es gebe Bündnisrücksichten, die
sich in der redaktionellen Unabhängigkeit der Sender widerspiegelten. Gleichzeitig werde Politik
immer mehr in Nischen verdrängt. »In der Schweiz hingegen sind Sendungen wie die Tagesschau
oder 10vor10
Institutionen.« Dort habe er noch keine Eingriffe in seine Arbeit erlebt. Das ZDF hat
seinen Zuschauern natürlich nicht mitgeteilt, warum der Auslandskorrespondent Ulrich Tilgner
plötzlich nicht mehr zu sehen war. Es gibt sie also, die Journalisten mit Rückgrat.

Bleibt die Erkenntnis: Unsere Alpha-Journalisten berichten am Volk vorbei. Sie schauen dem Volk
nicht aufs Maul, nein, sie versuchen, dem Volk sein Schandmaul zuzuhalten oder es politisch korrekt
zu ignorieren. Man sieht das an der fortwährenden tendenziösen Berichterstattung. Immer mehr
Menschen haben den Eindruck, da werde an ihrem Leben, ihren Eindrücken, ihren Haltungen vorbei
berichtet. Da bastle sich eine abgehobene klebrige Elite die Welt, wie sie ihr und nur ihr gefällt. Da
herrscht nur noch der Nörgelton der Weggucker und Besserwisser. Aber der Zeitgeist ist jetzt in der
Bevölkerung umgekippt wie ein zu lange stehendes Gewässer.

Am Ende danke ich den in diesem Buch namentlich genannten Alpha-Journalisten. Denn sie haben
schließlich eine wichtige Funktion: Sie werden in den Journalistenschulen künftig wohl einer neuen
Generation aufstrebender Berichterstatter als mahnendes abschreckendes Beispiel dafür dienen, wie
man es nicht machen sollte.
Alle in diesem Buch namentlich genannten Personen bestreiten eine klebrig-filzige Nähe zu
Eliteorganisationen. Sie bestreiten zudem, Lobbyisten zu sein. Sie bestreiten auch, sich durch die
Nähe zur Elite »korrumpieren« zu lassen. Und sie bestreiten, als Journalisten mit Nähe zu
vorgenannten Gruppen den journalistischen Biss verloren zu haben. Sie bestreiten, dass sich die
dargelegte Nähe auf ihre Berichterstattung auswirkt.
Nachwort
Der Amerikaner Carl Bernstein ist jener Reporter, der einst die Watergate-Affäre enthüllte und damit
1974 US-Präsident Nixon zu Fall brachte. Bernstein ist Pulitzerpreisträger. Er ist ein Schwergewicht
im Journalismus. Nachdem er 1977 die amerikanische Zeitung Washington Post verließ, arbeitete er
sechs Monate lang an einem einzigen Text: einem Artikel über die Zusammenarbeit von Journalisten
mit der CIA. Veröffentlicht wurde sein Bericht im Magazin Rolling Stone.551 Bernstein
enthüllte darin, dass rund 400 amerikanische Journalisten für die CIA tätig waren. Die New York
Times hatte damals sogar einen Vertrag mit der CIA, wonach ihre Journalisten jederzeit von der CIA
»ausgeliehen« werden konnten. Die bekanntesten Leitartikler und Kommentatoren der USA standen
demnach auf der Gehaltsliste der CIA, auch Herausgeber und Chefredakteure – und ausländische
Journalisten. Spätestens seit dieser Enthüllung aus dem Jahr 1977 ist klar, dass die CIA weltweit
Journalisten und führende Mitarbeiter in Medienunternehmen rekrutiert oder aber als Informanten
führt.552

› Hinweis
› Hinweis
Was bedeutet das für uns in Deutschland? Ein Beispiel: Der SPD-Politiker Manfred Lahnstein war
1982 Bundesfinanzminister und von 1983 bis 2004 für den Medienkonzern Bertelsmann tätig, zuletzt
als »Sonderbeauftragter des Vorstandes“. Lahnstein war Mitglied der in diesem Buch ausführlich
vorgestellten Trilateralen Kommission. Und seit Mitte der 1990er-Jahre ist er Vorsitzender des
Kuratoriums der Stiftung der Wochenzeitung Die Zeit (Zeit-Stiftung). Lahnsteins Name taucht im
Nachlass des früheren CIA-Offiziers Robert Trumbull Crowley als Informant der CIA auf. Lahnstein
ist dort einer von 2619 Namen von angeblichen CIA-Informanten. Robert Trumbull Crowley verstarb
am 8. Oktober 2000 in einem Washingtoner Krankenhaus.553

› Hinweis
Er war stellvertretender
Operationschef der CIA und Leiter der Abteilung für verdeckte Operationen. Es ist möglich, dass die
in seiner Liste aufgeführten Personen gar nicht wussten, dass sie als CIA-Informanten geführt
wurden.554

› Hinweis
Ich habe Manfred Lahnstein im August 2014 bei der Wochenzeitung Die Zeit
schriftlich angefragt, ob er Kenntnis davon habe, dass er – wie auch andere Deutsche – auf der Liste
der CIA-Informanten geführt wurde. Und zwar offenkundig zu jener Zeit, als er bei Bertelsmann für
Medien zuständig war. Denn auf der Liste wird seine damalige Adresse in Gütersloh genannt.
Lahnstein antwortete mir sichtlich überrascht: »Danke für den Hinweis. Ich hatte und habe keine
Ahnung.«

Ich bin überzeugt davon, dass Lahnstein die Wahrheit sagt. Denn nach meinen Recherchen kamen
Mitglieder der Trilateralen Kommission in der Vergangenheit fast automatisch und ohne ihr Wissen
auf die CIA-Liste jener, welche US-Geheimdiensten nahestehen oder diese sogar aktiv unterstützen.
Lahnstein könnte also als früheres Mitglied der Trilateralen Kommission auf die CIA-
Informantenliste gekommen sein. Im Klartext: Man tut gut daran, sich von transatlantischen
Organisationen fernzuhalten.
Es ist unerklärlich, warum unsere Journalisten dennoch an solchen Netzwerken kleben. Denn
spätestens seit 2006 müssten sie wissen, was da passiert. In jenem Jahr strahlte der Sender Arte die
Dokumentation »Benutzt und gesteuert« aus. Darin erfuhr ein staunendes Publikum, wie die CIA die
Redaktionen deutscher Verlage und Sender über getarnte Organisationen gezielt zu beeinflussen
sucht.555

› Hinweis
Klar wurde: Literaten, Musiker, Mitarbeiter von Verlagen oder des öffentlichrechtlichen
Rundfunks – viele wurden aus Washington ferngesteuert.556

› Hinweis
Und Zeitschriften,
etwa die Literaturzeitschrift Der Monat, wurden von der CIA mitfinanziert. Als das durch einen
Artikel in der New York Times bekannt wurde, da kaufte Die Zeit den Monat einfach auf.557

› Hinweis
Das alles war nie ein Geheimnis. Es wollte nur keiner sehen. Schon 1996 hatte die CIA öffentlich
bekannt gegeben, dass sie verstärkt Journalisten rekrutieren werde.558

› Hinweis
Und wo knüpft man
am besten solche Kontakte? Wo wird ein Alpha-Journalist dann zum »IM Frankenstein«? Natürlich in
den vielen transatlantischen Organisationen. Denn da sitzt die CIA regelmäßig mit am Tisch.

Heute werden viele, die ich in diesem Buch namentlich genannt habe, möglicherweise behaupten, bis
jetzt nicht mitbekommen zu haben, was da um sie herum passiert. Sie werden behaupten, zu dumm, zu
naiv oder zu unfähig gewesen zu sein. Dabei ist es so durchschaubar: Denn die führenden Köpfe für
die transatlantischen Aktionen sitzen im Council on Foreign Relations (CFR). Das CFR hat engste
Verflechtungen mit der CIA.559

› Hinweis
Und das CFR hat viele Kaktusableger wie etwa das German
Council on Foreign Relations – den Deutschen besser bekannt als Deutsche Gesellschaft für
Auswärtige Politik (DGAP), bei dessen Gründung das CFR als Pate zur Seite stand.560
Verbunden sind fast alle proamerikanischen Lobbyorganisationen im Transatlantic Policy Network
(TPN). Und das versteht sich als Lobbyorganisation europäischer und amerikanischer Großkonzerne,
Medien und Denkfabriken und listet dazu namentlich Mitgliedsfirmen auf wie etwa:561
Allianz, AT&T, BASF, Bertelsmann AG, Boeing, BP, Caterpillar Inc., Citigroup, Coca-Cola, Daimler
AG, Dell, Deutsche Bank, Dow Chemical, Ericsson, Facebook, GE, Hewlett Packard, HSBC, IBM,
JP Morgan, The McGraw-Hill Companies, Michelin, Microsoft, Nestlé, Oracle, Pfizer International,
SAP AG, Siemens AG, S.W.I.F.T., Syngenta und UPS. Und jetzt noch nachfolgend die Namen der
Denkfabriken, welche da ebenfalls zusammen mit den vorgenannten Großkonzernen unter dem Dach
des Transatlantic Policy Network vereint sind 562 › Hinweis : AmCham EU (The American Chamber
of Commerce to the EU), Aspen Institute – Berlin, Aspen Institute – Italy, Atlantic Council of the
United States, Brookings Institution, BRUEGEL, Carnegie Endowment for International Peace,
Centre for European Policy Studies (CEPS), Chamber of Commerce of the United States, Chatham
House, Council on Foreign Relations, Center for Strategic and International Studies (CSIS),
Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP), European Policy Centre (EPC),
European Round Table of Industrialists (ERT), European-American Business Council, European
Institute, German Marshall Fund of the United States, Institut Français des Relations
Internationales (IFRI), TransEuropean Policy Studies Association (TEPSA), UNICE und US
Council on Competitiveness. Fehlen nur noch die Atlantik-Brücke und ihre Partnerorganisation
American Council on Germany sowie die Trilaterale Kommission des Herrn Rockefeller.563

› Hinweis
› Hinweis
› Hinweis
In fast jeder der vorgenannten Organisationen sitzen auch hochkarätige Politiker. Da haben
wir es also, das Netzwerk der Großkonzerne, Medien und Denkfabriken, in dem sich viele

Journalisten der Leitmedien, Wirtschaftsbosse, Politiker und Wissenschaftler verfangen haben.
Wollen die alle wirklich nur spielen?

Ist es also eine Verschwörungstheorie, wenn ich persönlich davon überzeugt bin, dass von den vielen
Einzelzellen des Transatlantic Policy Network und der Umfeldorganisationen Hirnmassagen auf
höchstem Niveau für uns vorbereitet werden? Dass der Blickwinkel der Mitglieder und Freunde
dieser vielen Lobbyorganisationen, ihrer Stipendiaten und der dort Forschenden so kunstvoll geformt
und eingeengt wird, bis er zu perfekten Transformatoren der Ideen der Großkonzerne, Geheimdienste
und US-Interessen wird und ihnen deren Gedanken und Strategien als ihre eigenen erscheinen? Die so
geformten Ideen werden dann in einer unübersehbaren Zahl von Publikationen und anderen
Kommunikationsmedien in Leitmedien abgelaicht und als die jeweils eigenen Denkprodukte verkauft.

Es ist vor diesem Hintergrund absolut irre, wenn die so arbeitenden deutschsprachigen Leitmedien
Berichte veröffentlichen, nach denen es im Irak oder sonstwo in weit entfernten Ländern kaum
Pressefreiheit gibt. Und zwar, weil die überwiegende Mehrheit der dortigen Medien nicht unabhängig
sei und als Sprachrohr politischer Gruppierungen fungiere. Auch die vom US-Milliardär Soros
finanzierten Reporter ohne Grenzen entdecken solche Missstände gern in fernen Ländern – nicht
jedoch bei uns in Europa.564

› Hinweis
Dabei sind doch auch unsere deutschsprachigen Medien vor
allem Sprachrohre politischer Gruppen und, wie wir in Zusammenhang mit den transatlantischen
Verflechtungen gesehen haben, keineswegs unabhängig. Beim ZDF haben zudem fast alle
einflussreichen Redakteure und Sendeleiter ein Parteibuch. Und das ZDF darf inzwischen sogar ganz
legal als der abhängigste Sender der Republik bezeichnet werden. Denn im März 2014 hat das
Bundesverfassungsgericht den Einfluss der Politik auf die Sendergremien gerügt – und den
ZDF-»Staatsvertrag« für verfassungswidrig erklärt.565

› Hinweis
Das heißt: Die Beeinflussung des
ZDF durch politische Gruppen ist so extrem, dass es verfassungswidrig ist! Das sind Zustände wie in
einer Bananenrepublik.

Was wir in diesem Buch erkundet haben, sind die machtpolitischen Kerne des Einflusssystems von
Eliten. Und so ist es kein Wunder, dass jene Schlagworte, welche wir heute wie selbstverständlich
gebrauchen, genau dort ihren Ursprung haben: Von »Globalisierung« über »Liberalisierung der
Weltmärkte«, den »Kampf gegen den internationalen Terrorismus« bis hin zum »Arabischen Frühling«
oder harmlosen Worten wie »Luftschlägen«, wenn brutalste Bombenangriffe gemeint sind. Vor allem
aber entwickeln die transatlantischen Einflusssysteme der proamerikanischen Eliten Kriegspläne.
Vom irakisch-iranischen Krieg 1980 bis 1988 über die vielen Rohstoffkriege in Afrika, den
Kuwaitkrieg 1990, die Balkankriege, den Irakkrieg 2003, den Afghanistankrieg, die Bürgerkriege in
den arabischen Staaten bis hin in die Ukraine und wieder in den Nahen Osten, wo es immer nur um
Rohstoffe und Macht geht. Und unsere Leitmedien haben das alles bereitwillig propagandistisch
begleitet. Wie nennt der österreichische Konfliktforscher Dr. Kurt Gritsch unsere bürgerlichen
Qualitätsmedien nach ausgiebigen Studien: »Kriegstreiber«.566

› Hinweis
Und selbst Gabor Steingart,
Herausgeber der renommierten Wirtschaftszeitung Handelsblatt, wirft seinen Kollegen aus den
Leitmedien (etwa Alpha-Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) inzwischen
Kriegstreiberei vor und nennt FAZ-Artikel »geistige Einberufungsbescheide«. Er bezichtigte die FAZ
› Hinweis
Ganz anders Bundespräsident
im Spätsommer 2014 sogar, mit Falschmeldungen die Kriegstreiberei gegen Russland noch zu
verstärken.567 › Hinweis Eines Tages werden auch Sie, liebe Leser, von einer nachfolgenden
Generation gefragt werden, wie lange Sie diese Kriegstreiber unterstützt haben. Vier Fünftel der
Deutschen lehnen deutsche Militäreinsätze im Ausland ab.568 › Hinweis
Joachim Gauck.569 › Hinweis Der ist Mitglied des elitären transatlantischen Vereins Atlantik-
Brücke.570 › Hinweis Und er steht, wie weite Teile unserer Leitmedien, den Scharfmachern in den
USA nahe.571 › Hinweis
Ich schäme mich heute dafür, weite Teile meines früheren Journalistenlebens für Kriegstreiber
gearbeitet zu haben. Andere schämen sich nicht. Im Gegenteil: Mehrere Alpha-Journalisten stehen in
Kontakt mit dem Amerikaner Ralph F. Goff. Der Mann war im Hintergrund in vielen amerikanischen
Organisationen aktiv. Ralph F. Goff soll nach russischen Angaben bis Sommer 2014 Stationsleiter der

CIA in Deutschland gewesen sein.572 Offiziell firmierte er als »Foreign Service Officer at

U. S. Department of State«573 › Hinweis , tarnte sich demnach als harmloser Diplomat. Ebenso wie
seine Frau, Jennifer Goff, soll er darauf spezialisiert sein, Ausländer bei transatlantischen
Gesprächen für die CIA anzuwerben. Seine Frau Jennifer soll deshalb schon 2004 aus einem anderen
Land ausgewiesen worden sein.574

› Hinweis
Das alles ist vollkommen normal bei amerikanischen
Diensten. Auch der weltbekannte Whistleblower Edward Snowden arbeitete ja lange Zeit getarnt als
Diplomat für die CIA in Genf.575

› Hinweis
Erinnern Sie sich noch an die Ausführungen in diesem Buch, wie US-Geheimdienste im Kalten Krieg
bei der Gründung von transatlantischen Organisationen halfen, über die sie die öffentliche Meinung in
Deutschland beeinflussen wollten? Und erinnern Sie sich noch daran, welche Preise dieser
Organisationen nach US-Geheimdienstlern benannt wurden und auf welchen Posten die US-Dienste in
Deutschland in transatlantischen Stiftungen gesessen haben? Offenkundig hat sich daran bis heute
nichts geändert. Denn dieser Ralph F. Goff, der vor Berlin auch in Wien (getarnt als Diplomat) für die
CIA tätig gewesen sein soll und dort ebenfalls viele Alpha-Journalisten zu seinen Freunden zählte,
musste Deutschland im Sommer 2014 wegen seiner exzessiven Geheimdiensttätigkeit verlassen. Über
seine Profile in den unterschiedlichen sozialen Netzwerken konnte man im Sommer 2014 seine
einschlägigen Kontakte schnell herausfinden. Wahrscheinlich werden sie jetzt schnell gelöscht
werden. Warum unsere Alpha-Journalisten zuvor nicht darüber berichtet haben?

Wenn Sie sich diese Frage jetzt tatsächlich noch immer stellen, gehen Sie bitte zurück auf »Start«.
Denn dann sollten Sie dieses Buch nochmals aufmerksam von vorne lesen …

Erinnern Sie sich noch an die Buchseiten 74 bis 76? Dann holen Sie jetzt ein letztes Mal tief Luft:

Am 31. Januar 2000 verstarb der damals 23 Jahre alte Bundeswehr-Hauptgefreite André Horn im
Feldlazarett Prizren (Kosovo). Er war seit Ende November 1999 als Angehöriger der Kosovo Force
(KFOR) im Kosovo eingesetzt. Als offizielle Todesursache gibt die Bundeswehr eine
Meningokokken-Sepsis an. Die Wahrheit scheint das nicht zu sein. Denn die Wissenschaftler Prof.
Peter Horn, Biotechnologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Experte für
Isotopengeochemie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), und der Arzt und
Medizinwissenschaftler Horst Günther Siegwart kommen zum Schluss, dass der Hauptgefreite Horn
an den Folgen einer schweren Vergiftung durch Uranmunition (Depleted uranium, DU, also
abgereichertes Uran) verstorben sein könnte, die er sich im Kosovo zugezogen hat. Der Nachweis
einer radiologischen Vergiftung durch Uranmunition wäre auch heute noch möglich, wenn der
Leichnam von André Horn exhumiert und Gewebe daraus wissenschaftlich analysiert würde.
Mehrfach von der Familie des toten Bundeswehrsoldaten geäußerte Bitten, eine solche Exhumierung
durchführen und die sterblichen Reste von international anerkannten Experten untersuchen zu lassen
oder einen entsprechenden Antrag der Familie bei der Staatsanwaltschaft zu unterstützen, hat das
Bundesverteidigungsministerium immer abgelehnt. Das Ministerium behauptet auch weiterhin in der
Öffentlichkeit, dass Uranmunition nicht gefährlich sei. Und unsere Alpha-Journalisten unterstützen das
Ministerium bei dieser Aussage. Schauen Sie sich die Dokumente auf den Seiten 75 und 76 dieses
Buches jetzt noch einmal ganz genau an. Sie ahnen dann, wie skrupellos die im Hintergrund
arbeitenden Netzwerke sein können. Gehen Sie also auch über Leichen?

Zum Schluss noch eine Bitte an Sie: Dieses Buch ist ja der erste Teil von drei brisanten
Veröffentlichungen über die Medienbranche. Sie haben erfahren, welche geheimen Netzwerke unsere
Informationsflut steuern. Sie haben auch die Nähe unserer Medien zu Eliten und die Folgen
kennengelernt. Jede Aussage wurde Schritt für Schritt belegt. Aus einer »Verschwörungstheorie«
wurde Realität. In einem weiteren Band werden wir erfahren, mit welchen Tricks die großen
Medienverlage ihre Anzeigenkunden betrügen. Einen kleinen Vorgeschmack darauf hatte ich Ihnen ja
auch schon in diesem Buch gegeben. Wenn Sie dazu noch (belegbare!) Hinweise direkt aus der
Branche haben, dann freue ich mich auf Ihre Zuschrift oder über einen Kontakt. Und in einem dritten
Band werde ich ganz konkret mit Namensnennung darüber berichten, welche Journalisten auf welchen
internen Listen der PR-Industrie stehen. Der Großteil unserer Berichterstattung ist ja inzwischen
gekauft. Einige der Namen habe ich ja schon in diesem Buch enthüllt. Wenn Sie als Inhaber oder
Mitarbeiter einer PR-Agentur prägende Erlebnisse mit Forderungen von Medienhäusern oder
Journalisten gemacht haben oder in einer Firmenabteilung für Presserabatte zuständig sind und
belegbare Hinweise geben möchten, dann bin ich jederzeit dafür dankbar: info@ulfkotte.de oder
Direktnachricht über Twitter: @UdoUlfkotte. Die Menschen da draußen sollen endlich die Wahrheit
erfahren, damit sie sich wehren können. Verfolgen Sie auch meine Beiträge im Internet unter
http://info.kopp-verlag.de/ und abonnieren Sie den Hintergrund-Informationsdienst unter
http://www.kopp-exklusiv.de, für den ich ebenfalls schreibe.
Anmerkungen

Hinweis für die Quellenrecherche: Alle nachfolgenden Links finden Sie auch im Internet auf der Seite
http://www.gekaufte-journalisten.de
unter der Rubrik »Quellen«. Internetlinks werden mitunter gelöscht
oder geändert. Dennoch können Sie Links mitsamt Originalinhalten im Internetarchiv jederzeit
rückwirkend wiederfinden unter https://
archive.org/web/, wenn Sie dort den gesuchten Link eingeben.

Anmerkungen zum Vorwort
zurück zum Inhalt
1 Siehe etwa http://www.independent.co.uk/voices/ comment/ israelgaza-conflict-the-secret-report-that-helps-israelis-
to-hide-facts-9630765. html

zurück zum Inhalt
2 Siehe http://meedia.de/2014/07/29/einstweilige-verfuegung-gegen-die-anstalt-zdf-wehrt-sich-gegen-zeit-
journalisten-joffe-und-bittner/

zurück zum Inhalt
3 Siehe http://www.focus.de/politik/experten/ wolffsohn/ steuerhinterzieher-theo-sommer-von-wegen-vorbild-wieder-
ein-unmoralischer-moralist_ id_ 3572472. html

zurück zum Inhalt
4 Siehe http://www.internet-law.de/2014/07/ zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-vor.
html

zurück zum Inhalt
5 Zitiert nach http://www.internet-law.de/2014/07/ zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-
vor. html

zurück zum Inhalt
6 Zu Joffes Nerzwerkverbindungen siehe https://dl.dropboxusercontent.com/ u/ 64910762/ Manuskripte/ Kr% C3% BCger-
Meinungsmacht_ 356-362. pdf

zurück zum Inhalt
7 Siehe Hans-Jürgen Bucher, Mediensprache, Medienkommunikation, Medienkritik, Tübingen 1991

zurück zum Inhalt
8 Siehe etwa http://www.internet-law.de/2014/07/ zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-anstalt-
vor. html

zurück zum Inhalt
9 Siehe etwa http://www.cicero.de/berliner-republik/ die-liste-der-500/ 38015 und http://www.cicero.de/bilder/die-liste-
der-500-wichtigsten-intellektuellen

zurück zum Inhalt
10 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

zurück zum Inhalt
11 Siehe https://lobbypedia.de/wiki/Hauptseite

zurück zum Inhalt
12 Siehe https://cablegatesearch.wikileaks. org/ search. php? q= &qo=0&qc=0&qto=2010-02-28

zurück zum Inhalt
13 Siehe etwa https://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/ wie-man-den-neuen-kalten-krieg-gewinnen-kann

zurück zum Inhalt
14 Siehe http://www.huffingtonpost.com/2009/ 02/ 06/ ap-ceo-bush-turned-milita_ n_ 164812. html

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15 Siehe die Doktorarbeit »Meinungsmacht« von Uwe Krüger, Köln 2013

zurück zum Inhalt
16 Siehe https://cablegatesearch.wikileaks. org/ search. php? q= &qo=0&qc=0&qto=2010-02-28

zurück zum Inhalt
17 Das CIA-Dokument findet sich hier: http://file.wikileaks.org/file/cia-afghanistan. pdf

zurück zum Inhalt
18 Siehe http://file.wikileaks.org/file/cia-afghanistan. pdf und http://www.globalresearch.ca/the-cia-s-strategy-to-
manipulate-european-public-opinion-on-the-afghanistan-war/ 18376

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19 Siehe http://www.coffeeandtv.de/2014/07/ 07/ sack-reis-in-china/

zurück zum Inhalt
20 Zitiert nach http://kress.de/tagesdienst/detail/ beitrag/ 126900-zeitungsforscher-vogel-zur-talfahrt-der-tagespresse-
produktdifferenzierung-ist-die-letzte-chance. html

zurück zum Inhalt
21 Siehe http://library.fes.de/pdf-files/akademie/ 10790. pdf und http://katharinabrunner. de/2014/07/studie-andreas-vogel-
fes-auflagenrueckgang-tagespresse/

zurück zum Inhalt
22 Siehe etwa http://kreuzer-leipzig.de/2014/07/ 22/ ab-und-zu-kommt-mal-ein-praktikant/

zurück zum Inhalt
23 Zitiert nach http://uni.de/redaktion/wie-medien-uns-sprachlich-manipulieren

zurück zum Inhalt
24 Siehe http://meedia.de/2014/07/25/warum-das-zdf-schuld-daran-ist-dass-die-fdp-aus-dem-bundestag-flog/

zurück zum Inhalt
25 Siehe http://www.newsroom.de/news/detail/ $ IWCOHRFNMSFJ/ kommentar_ stefan_ laurin_ ber_ den_ derzeit_ wohl_
gefhrlichsten_ mediepolitiker_ und_ seinen_ griff_ in_ die_ kasse

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26 Neben den Ausführungen in diesem Buch empfehle ich als weiterführende wissenschaftliche Studien dazu vor allem die
Dissertation »Meinungsmacht« von Uwe Krüger, Köln 2103; sowie Stephan Weichert und Christian Zabel: Die Alpha-
Journalisten, Köln 2007, sowie Philip Baugut: Politische (Nicht) Öffentlichkeit in der Mediendemokratie – Eine Analyse der
Beziehungen zwischen Politik und Journalisten in Berlin, Baden-Baden 2009

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27 Financial Times, 23. April 2009, Die Blindheit der Journalisten, http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Kommentar-Die-
Blindheit-der-Journalisten/504082.html?p=1, im Webarchiv unter http://web.archive.org/web/20111129183355/
http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:kommentar-die-blindheit-der-journalisten/504082.html

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28 Zu den Kommentaren, welche die FAZ bekommt, siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ medien/ troll-kommentare-
meine-tage-im-hass-13038925. html? printPagedArticle= true# pageIndex_ 2

zurück zum Inhalt
29 Siehe http://derstandard.at/1331207267450/ Kurt-Gritsch-Gut-inszeniert-die-Mainstream-Meinung, siehe auch den
Bericht »Medien als Weichensteller zum Krieg«, im Internet unter http://www.ag-friedensforschung.de/ rat/ 2003/ loquai. html

zurück zum Inhalt
30 Siehe http://www.bild.de/politik/ausland/ europaeische-union/ eu-chefs-kuschen-vor-putin-36938114. bild. html

zurück zum Inhalt
31 Siehe http://diepresse.com/home/3842902/ USA_ Keine-Beweise-fur-russische-Mitwirkung-an-MH17Absturz? _ vl_
backlink= / home/ 3840315/ index. do&direct=3840315

zurück zum Inhalt
32 Siehe http://deutsche-wirtschafts-nachrichten. de/ 2014/ 07/ 25/ amerikaner-werden-nervoes-hat-die-ukraine-den-
abschuss-von-mh17-ausgeloest/

zurück zum Inhalt
33 Siehe die Dissertation »Meinungsmacht« von Uwe Krüger, Köln 2013

zurück zum Inhalt
34 Siehe http://www.faz.net/aktuell/politik/ bundeswehr-in-afghanistan-feigheit-vor-dem-buerger-1510966. html

zurück zum Inhalt
35 Siehe dazu den Bericht »Der Medien-GAU von Odessa« unter https://www.freitag.de/autoren/maennlicherlinker/ der-
medien-gau-von-odessa

zurück zum Inhalt
36 Siehe http://washington.cbslocal.com/2014/ 07/ 23/ kerry-defies-faa-ban-flies-into-tel-aviv/

zurück zum Inhalt
37 Zitiert nach http://www.newsroom.de/news/detail/ $ IWCOISLTIOKO/

zurück zum Inhalt
38 Siehe http://derstandard.at/1259281033038/ Pressestimmen-Obama-versucht-woran-Alexander-der-Grosse-scheiterte

zurück zum Inhalt
39 Siehe http://www.hrw.org/sites/default/ files/ reports/ usnsa0714_ ForUPload_ 0. pdf und
http://www.hrw.org/news/2014/07/28/ us-surveillance-harming-journalism-law-democracy und
http://www.asiantribune.com/node/ 83887

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40 Jene, die zwar erwähnt werden, aber nicht angeschrieben oder befragt wurden, bitte ich um Verständnis. Bei vielen hundert
namentlich genannten Personen war es mir unmöglich, jeden Einzelnen um eine Stellungnahme zu bitten. Ich habe versucht, jede
Aussage mit einer seriösen Quelle zu belegen. Sollten Quellen nicht oder nicht mehr stimmen oder Aussagen nicht der Wahrheit
entsprechen, so bin ich gern jederzeit dazu bereit, diese zu ändern. Hinweise bitte an info@ulfkotte.deIch bitte zugleich höflichst
um Verständnis dafür, dass ich nach mehr als dreißig Sachbüchern und Millionen Lesern nicht jede andere private Anfrage zu
anderen Themen beantworten kann.

zurück zum Inhalt
41 Zitiert nach http://www.newsroom.de/news/detail/ $ IWCOISLTIOKO/

zurück zum Inhalt
42 Internetlinks werden mitunter gelöscht oder geändert. Dennoch können Sie die mehr als 500 in den Fußnoten dieses Buches
aufgelisteten Links mitsamt Originalinhalten nach einem möglichen Löschen durch Dritte im Internetarchiv jederzeit rückwirkend
wiederfinden unter https://archive.org/web/,wenn Sie dort den gesuchten Link in die Suchmaschine eingeben.

zurück zum Inhalt
43 Siehe http://www.sprengsatz.de/?p=2986

zurück zum Inhalt
44 Siehe http://www.stern.de/gesundheit/naegelkauen-knabbern-bis-das-blut-kommt-647394. html

zurück zum Inhalt
45 http://www.sprengsatz.de/?p=3025

zurück zum Inhalt
46 Siehe http://www.hildegardknef.de/filmografie% 20TV% 201997% 20B. htm

zurück zum Inhalt
47 Siehe etwa http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/kein-bedarf-diese-jobs-sind-vom-aussterben-bedroht/ 10208452. html?
slp= false&p=7&a=false#image

Anmerkungen zu Kapitel 1
Simulierte Pressefreiheit: Erlebnisse bei Verlagen
zurück zum Inhalt
48 Zitiert nach http://www.tt.com/home/8573752-91/ zitate-von-jean-claude-juncker. csp

zurück zum Inhalt
49 Siehe http://www.fr-online.de/politik/bilderberg-konferenz-geheimes-treffen-der-elite, 1472596, 4471506. html

zurück zum Inhalt
50 Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012; S. 62ff.

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51 Siehe http://programm.ard.de/TV/bralpha/ strippenzieher-und-hinterzimmer/ eid_ 284876038998330

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52 Siehe etwa http://www.youtube.com/watch?v=vo_ ApLgdlSM

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53 Siehe John R. MacArthur: Die Schlacht der Lügen Wie die USA den Golfkrieg verkauften DTV, München 1993

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54 Zur Klarstellung: Gemeint ist hier nicht der Giftgaseinsatz des Irak gegen Kurden in Halabscha im März 1988, sondern
tatsächlich ein davon völlig separater späterer Giftgaseinsatz im Juli 1988, den heute kaum jemand kennt, weil er von unseren
Medien heruntergespielt oder erst gar nicht erwähnt wurde. Ich habe noch Massen von Farbfotos der vergasten Iraner, die ich
selbst auf dem Schlachtfeld angefertigt habe.

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55 Siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ kino/ gekaufte-berichte-die-eu-bezahlt-journalisten-um-ihr-image-zu-
pflegen-1330793. html

zurück zum Inhalt
56 Siehe http://www.deutschlandfunk.de/gekaufte-stimmen. 795. de. html? dram:article_id=119300

zurück zum Inhalt
57 Siehe http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/ medien/ 2484/

zurück zum Inhalt
58 Siehe http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/ kanton-aargau/ artikel-125129229

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59 Zitiert nach http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/ d-9157545. html siehe auch
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ werbung-klammheimliche-verfuehrer-1. 474417-2 und den Werbefilm unter
http://www.youtube.com/watch?v=l005GEY10Uw

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60Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012;

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61Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012; dort S. 40

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62 Siehe Wolfgang Donsbach: »Wahrheit in den Medien«, in: Die politische Meinung, August 2001, S. 72

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63 Zitiert nach http://www.ag-friedensforschung.de/ rat/ 2003/ loquai. html

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64 Siehe http://archive.today/RPOF#selection-255.0-255.306

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65 Zitiert nach http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/ ein-plaedoyer-dafuer-interviews-autorisieren-zu-lassen-a-
859433. html

zurück zum Inhalt
66 Siehe beispielsweise http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/ Niedersachsen/ Wirbel-um-McAllisters-Sommerinterview und
http://www.taz.de/!39718/ und http://www.vergabeblog.de/2011-01-20/ kurioses-ramsauer-nennt-interview-uber-
zusatzliche-mittel-fur-erhaltung-der-bundesfernstrasen-nicht-autorisiert/ und http://www.abendblatt.de/politik/
article119858929/ Philipp-Roesler-gibt-Interview-mit-der-taz-nicht-frei. html

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67 Siehe http://www.sueddeutsche.de/medien/ heute-journal-moderator-claus-kleber-zu-kopf-gestiegen-1. 1691417 und
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/ kritik-an-ard-sendung-zdf-mann-kleber-vergleicht-tagesschau-mit-nordkorea_
aid_ 1007092. html und http://www.bild.de/politik/inland/ claus-kleber/ claus-kleber-vergleicht-tagesschau-mit-korea-
30728574. bild. html, dort heißt es als Zitat von Claus Kleber: »Das trockene Nachrichtenablesen gibt es heutzutage nur
noch um 20 Uhr und im koreanischen Fernsehen.«

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68 So Heise in »Grüne und Linke auf der Atlantik-Brücke«, http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html sowie
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/ printressorts/digi-artikel/?ressort=me&
dig=2003%2F05%2F06%2Fa0139&cHash=30ef25c225

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69 Zitiert nach Stefan Weichert: Die Alpha-Journalisten, S. 191;

zurück zum Inhalt
70 Siehe etwa http://meedia.de/2014/07/29/einstweilige-verfuegung-gegen-die-anstalt-zdf-wehrt-sich-gegen-zeit-
journalisten-joffe-und-bittner/

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71 Siehe etwa Friederike Beck: Das Guttenberg-Dossier, S. 132ff.

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72 Zitiert nach Friederike Beck: Das Guttenberg-Dossier, Das Wirken transatlantischer Netzwerke, S. 132.; siehe auch
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/ printressorts/ digi-artikel/ ? ressort=
me&dig=2003%2F05%2F06%2Fa0139&cHash=30ef25c225 und das Buch Transatlantische Kulturkriege: Shephard
Stone von Volker Rolf Berghahn, in dem die Geheimdienstverwicklungen von Stone ausführlich beschrieben sind

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73 Siehe http://www.taz.de/Pressekonferenz-mit-Angela-Merkel/!142597/

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74 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/medien/ zdf-mann-singt-fuer-merkel-zwischen-naehe-und-distanz-1.
2050806

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75 Zitiert nach https://www.wsws.org/de/articles/ 2014/ 07/ 15/ korn-j15. html

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76 Siehe http://www.ludwig-erhard-stiftung. de/ index. php? seite= 8

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77 Siehe http://www.johanna-quandt-stiftung. de/ index2. html# kuratorium

zurück zum Inhalt
78 Siehe http://www.hayek-stiftung.de/115. html

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79 Siehe http://www.hayek-stiftung.de/115. html, abgerufen am 11. Juli 2014

zurück zum Inhalt
80 Siehe http://www.faz.net/redaktion/holger-steltzner-11104375. html

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81 Zitiert nach http://www.cicero.de/kapital/warum-man-die-marktradikalen-zum-teufel-jagen-muss/ 54265/ seite/ 3

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82 Zitiert nach http://www.cicero.de/kapital/warum-man-die-marktradikalen-zum-teufel-jagen-muss/ 54265/ seite/ 3

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83 Siehe http://www.washingtonpost.com/blogs/ in-the-loop/ wp/ 2014/ 06/ 17/ support-u-s-eu-free-trade-the-embassy-
in-berlin-wants-you

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84 Siehe https://docs.google.com/document/ d/1oLBKsA_ 4pmdzSrVlebl6buH6CFvES 4JqKqfRwliANlE/ edit? pli= 1 Dort
hieß es bei meinem Abruf der Seite am 11. Juli 2014 dort, wo man die Gelder beantragen konnte: »we’ve received many excellent
proposals. Thank you«

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85 Siehe etwahttps://es-la.facebook.com/kas.jona

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86 Siehe https://de-de.facebook.com/pages/ FES-Journalistenakademie/ 173356906150424

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87 Siehe dazu auch den Untersuchungsbericht des Bundestages mit einigen Namen unter http://webarchiv.bundestag.de/archive/
2010/ 0304/ bundestag/ ausschuesse/ gremien/ pkg/ bnd_ bericht. pdf

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88 Siehe https://www.wiltonpark.org.uk/

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89 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wilton_ Park

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90 Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012

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91 Zitiert nach http://www.presseportal.de/pm/65649/ 2112879/ studie-faz-steht-bei-lobbyisten-ganz-oben-auf-der-
lektuereliste

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92 Siehe http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/ nuernberg/ pilot-als-risiko-1. 1172849 und
http://www.heise.de/tp/artikel/34/ 34655/ 1. html

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93 Siehe etwa http://www.gmfus.org/?s=frankenberger, danach schreibt Frankenberger für den GMF
http://www.gmfus.org/archives/the-atlantic-imperative-in-an-era-of-a-global-power-shift/ , hält Vorträge vor GMF-
Fellows und nimmt an Veranstaltungen des GMF teil – siehe etwa http://www.bu.edu/european/tag/klaus-dieter-
frankenberger/

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94 Siehe dazu taz vom 23. Mai 1997: »Die Folgen einer Dienstreise« und taz vom 3. Juli 1997: »Zuhälter und Prostituierte«

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95 Siehe http://www.faz.net/redaktion/werner-sturbeck-11104391. html

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96 Siehe dazu http://www.welt.de/wirtschaft/article110891981/ Luxusreisen-des-Thyssen-Managers-auf-Firmenkosten.
html

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97 Über das Journalistenbüro von Renate Komes, welches vom Sultanat Oman finanziert wurde

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98 Siehe etwa http://www.cbsnews.com/news/the-worlds-enduring-dictators-qaboos-bin-said-oman-19-06-2011/

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99 Siehe http://www.theguardian.com/commentisfree/ 2011/ jun/ 15/ oman-middle-east-uprising

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100 Siehe http://theweek.com/article/index/ 211722/ 5-dictators-the-us-still-supports

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101 Siehe http://www.middle-east-online.com/ english/ ? id= 67681

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102 Siehe etwa die Dissertation von Uwe Krüger: »Meinungsmacht«, Köln 2013

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103 Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012, etwa auf S. 37: Dort heißt es anhand eines Beispieles, dass er den Leser »in seiner psychischen
Einstellung zu beeinflussen« versuche.

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104 Das Urteil vom Juli 1997 betraf in vergleichbarer Lage mich selbst und die FAZ; es wurde in den Medien viel beachtet, findet
sich auch in Publikationen wie etwa Christian Krüger, Matthias Müller-Hennig: Greenpeace auf dem Wahrnehmungsmarkt, Lit-
Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2000, S. 224 f.; siehe auch nachfolgenden Auszug vom Rheinischen JournalistInnen Büro unter
http://www.rjb-koeln.de/zensur.html# schmiere, Zitat:

Ende 1996 behauptete Karl Rössel auf einer Veranstaltung im Rahmen der »Ken-Saro-Wiwa-
Woche« in Köln, der FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte sei für eine firmenfreundliche Berichterstattungvom Ölkonzern Shell »geschmiert« worden und die FAZ habe sich durch den Abdruck seiner Artikel
»für Shell prostituiert«. Der Hintergrund: Ulfkotte hatte wie andere Kollegen von WAZ, FR, Welt
und SZ an einer von Shell gesponserten Reise nach Nigeria teilgenommen. Nach einem Rundflug in
einem Shell-Hubschrauber über das Ogoni-Land hatte er berichtet, von Umweltverschmutzungendurch die Ölförderung sei kaum etwas zu sehen. Während seine Kollegen immerhin den Sponsor
Shell in ihren Berichten nannten, verschwieg FAZ-Redakteur Ulfkotte diesen Umstand, und Shell
druckte seine Artikel als »objektive Berichterstattung« in seinen Werbebroschüren nach.
Im Januar 1997 verklagten die FAZ und Udo Ulfkotte Karl Rössel wegen angeblicher
»Schmähkritik« auf Unterlassung. Der Streitwert wurde auf 100 000 Mark festgelegt.
Im Gegenzug stellte das RJB zusammen mit Mediawatch, einer Initiative zur kritischen
Beobachtung der Berichterstattung über die »Dritte Welt«, einen umfangreichen Reader zusammen
»über die Versuche des Shell Konzerns, die öffentliche Meinung zu seinen Gunsten zu
manipulieren«. Gerade in der Phase, in der Shell wegen der Proteste der Ogoni gegen
Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen und wegen der Hinrichtung des Schriftstellers
und Bürgerrechtlers Ken Saro Wiwa durch das Militärregime im November 1995 in die Schussliniegeraten war, hatte der Ölkonzern Kritiker abgeworben und Gegenpropaganda in den Medien
lanciert.
Im Juli 1997 entschied das Landgericht Köln, dass Rössels Charakterisierung der FAZ und ihres
Korrespondenten keine »Schmähkritik« gewesen sei, sondern eine »Meinungsäußerung«, die
aufgrund des Sachverhaltes zulässig sei. Die Entscheidung fand ein breites Echo in den Medien,
ging es doch einmal mehr um die Grenzen zwischen journalistischer Berichterstattung und PR-
Arbeit für Unternehmen
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105 Siehe http://www.oman.de/oman-landeskunde/ kultur-oman-handwerk-architektur/ musiktanz/ royal-oman-
symphony-orchestra/ und http://www.spiegel.de/spiegel/print/ d-81303008. html

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106 Es gibt dazu viele Internetdiskussionen: https://uk.answers.yahoo.com/question/ index? qid= 20101221162251AAjFPPg

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107 Zu Anthony Ashworth siehe John Beasant: Oman – The True-Life Drama, Edinburgh 2002; und Marc Valeri: Oman: Politics
and Society, London 2009, S. 178; und Christopher Ling: Sultan in Arabia, Edinburgh 2004

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108 Siehe http://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/

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109 Siehe http://en.rsf.org/oman-two-omani-bloggers-freed-after-18-08-2014, 46810. html und
http://muawiya1983.blogspot.fr/ und http://fr.rsf.org/oman-deux-blogueurs-dans-le-collimateur-17-07-2014, 46648. html
und http://en.rsf.org/oman-two-bloggers-detained-in-oman-for-18-07-2014, 46652. html

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110 Siehe http://www.hrw.org/world-report/2013/ country-chapters/ oman und http://www.amnestyusa.org/our-work/
countries/ middle-east-and-north-africa/ oman

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111 Hinweis: Renate Komes macht für Oman ganz normale (gute) PR-Arbeit, sie hat mit der Korruption, der man als Journalist in
Oman begegnet, nach meinem Wissen nichts zu tun. Sie wird davon im Laufe der Jahre vieles mitbekommen haben, aber sie ist
ganz sicher weder dafür verantwortlich noch die treibende Kraft.

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112 FAZ, Juni 1995, von Oman finanzierter PR-Artikel im Politikteil des Blattes

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113 FAZ, April 1997, von Oman finanzierter PR-Artikel im Politikteil des Blattes

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114 FAZ, Oktober 1998, von Oman finanzierter PR-Artikel im Politikteil des Blattes

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115 FAZ, November 2000, von Oman finanzierter PR-Artikel im Politikteil des Blattes

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116 Siehe http://www.mediummagazin.de/aktuelles/ pressereisen-affare-faz-schafft-fortan-transparenz/

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117 Zitiert nach http://www.mediummagazin.de/aktuelles/ pressereisen-affare-faz-schafft-fortan-transparenz/

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118 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=3523

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119 Die von mir eingesehene vollständige Mitteilung zur Betriebsversammlung der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH vom 26.
Juni 2014 an die FAZ-Kollegen weist insgesamt 280 Millionen Euro Kosten für das ums Überleben kämpfende Unternehmen aus.
Viele Kosten können nicht gesenkt werden, da heißt es beispielsweise: »Ebenso stiegen die Kosten für die betriebliche
Altersversorgung gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Millionen Euro auf 13,6 Mio. Euro im Jahre 2013. Durch die rückläufige
Verzinsung auf den Kapitalmärkten ergab sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben die Notwendigkeit, die Pensionsrückstellungen
entsprechend aufzustocken.« An anderer Stelle heißt es: »… leider aber ist unser Ergebnis insgesamt noch immer ziemlich rot. Vor
diesem Hintergrund haben Geschäftsführung und Herausgeber beschlossen, dieses Jahr keine Gehaltserhöhungen vorzunehmen.
Das ist ärgerlich für alle, aber unvermeidbar. Eine solche Gehaltsteigerung würde eine weitere Belastung in Millionenhöhe
zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen Verlusten bedeuten.«

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120 Siehe http://www.dlg.org/fileadmin/downloads/ food/ DLG_ Pruefbestimmungen_ 2012.pdf und http://www.dlg-
verbraucher.info/

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121 Siehe etwa http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/ Uebersicht/ Diesen-Guetesiegeln-koennen-Sie-trauen

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122 Siehe etwa http://www.augsburger-allgemeine. de/ bayern/ Mueller-Brot-Die-Ermittlungen-werden-langwierig-
id18938661. html

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123 Siehe http://www.augsburger-allgemeine. de/ wirtschaft/ Das-sind-Guetesiegel-wert-id19071936. html

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124 Zitiert nach http://www.ndr.de/markt,Sendung vom 2. 4. 2012

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125 Zitiert nach http://spiegelkabinett-blog.blogspot. de/ 2014/ 08/ ihr-geschaft-manipulation-und. html? m= 1

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126 Siehe http://www.liberty-award.de/index. php/ liberty-award/ 43-jury/ 372-theo-sommer

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127 Siehe http://www.focus.de/politik/experten/ wolffsohn/ steuerhinterzieher-theo-sommer-von-wegen-vorbild-wieder-
ein-unmoralischer-moralist_ id_ 3572472. html und http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ ex-zeit-chef-theo-sommer-
wegen-steuerhinterziehung-verurteilt-a-944935. html

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128 Siehe http://www.zeit.de/2001/26/Uransyndrom_ Die_ Blamage_ der_ Alarmisten

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129 Siehe Uwe Krüger: Meinungsmacht,S. 21

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130 Siehe http://www.theosommer.de/index.php? seite= 7&lang=d

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131 Siehe dazu http://www.derblindefleck.de/top-themen/ top-themen-2008-2/ top-6/

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132 Die Literatur zu den möglichen Folgeschäden von abgereichertem Uran ist uneinheitlich. Über das tatsächliche Ausmaß derBedrohung herrscht Uneinigkeit. Von Gegnern dieser Waffen, wie der Organisation Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, wird
Uranmunition für Krebserkrankungen, Missbildungen und Folgeschäden wie das Golfkriegssyndrom verantwortlich gemacht. Sie
führen an, dass Statistiken einen nicht zu übersehenden Anstieg gerade von Haut-und Lungenkrebserkrankungen in betroffenen
Kriegsgebieten zeigen. Nach Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Atomenergieorganisation
(IAEO) liegt keine besondere Gefährdung vor. Kritiker bemängeln die Methodik und angeblich mangelnde Unabhängigkeit der
Studien. Der sogenannte Lloyd-Bericht über Gesundheitsschäden bei britischen Golfkriegsveteranen zeigte die Existenz des
Golfkriegssyndroms auf und untersuchte eine Reihe von potenziellen Auslösern dafür. Uranmunition wurde dabei als ein potenzieller
Auslöser bezeichnet, allerdings verwies die Studie auch klar auf den Mangel an gesicherten Fakten über die Risiken. Besonders
hervorgehoben wurde ein früherer Bericht der Royal Society, der die Gefahr von Uranmunition für Soldaten als nach heutigem
Wissensstand eher gering einschätzte, allerdings ebenfalls Langzeitstudien und weitergehende Untersuchungen forderte. Die Studie
Krebs, Kindersterblichkeit und Geburtenänderung im Geschlechterverhältnis von Chris Busby, Malak Hamdan und Entesar Ariabi
von 2010 zeigt einen Anstieg bei Krebs und Missbildungen in Falludscha/Irak.

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133 Siehe http://www.liberty-award.de/index. php/ liberty-award/ 43-jury/ 372-theo-sommer

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134 Siehe dazu etwa http://deutsche-wirtschafts-nachrichten. de/ 2014/ 07/ 24/ tabak-konzern-phillip-morris-spuelt-geld-
in-die-parteikassen/

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135 Siehe http://www.focus.de/politik/deutschland/ wende-in-der-teppich-affaere-niebel-muss-seinen-teppich-
verzollen_ aid_ 769237. html und http://www.tagesschau.de/inland/niebel212. html und
http://www.zeit.de/politik/deutschland/ 2012-06/niebel-teppich-affaere

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136 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=3512

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137 Siehe http://www.sprengsatz.de/?cat=3&paged=5

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138 Siehe http://www.kas.de/villalacollina/

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139 Siehe http://www.kas.de/villalacollina/ de/ about/

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140 Siehe http://www.rockefellerfoundation. org/ bellagio-center

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141 Auch der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat inzwischen auf seiner offiziellen Webseite einen Bericht, in dem der
damalige C-Waffen-Einsatz (wo ich von der FAZ hingeschickt wurde) mit Senfgas (engl. mustard gas) im Juli 1988 aufgelistet ist,
Quelle: https://www.cia.gov/library/reports/ general-reports-1/ iraq_ wmd_ 2004/ chap5. html Der Bericht trägt dieÜberschrift: »Iraq’s Chemical Warfare Program« und listet für Juli 1988 auf, Zitat: »July 1988 South-central border – Mustard &
nerve agent, 100s or 1,000s Iranian casualties«. Das im Juli 1988 (und da gab es nur die Schlacht von Zubaidat, von der ich
berichtete) erwähnte eingesetzte Gift ist also »Mustard & nerve agent«, also auf Deutsch Senfgas. Auch die Los Angeles Times
erwähnte Ende August 1988 in einem Nebensatz den Giftgaseinsatz gegen Iraner bei Zubaidat, siehe
http://articles.latimes.com/1988-08-28/ news/ mn-1725_ 1_ poison-gas

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142 FAZ vom 19. Juli 1988

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143 Dort heißt es: »July 1988 South-central border – Mustard & nerve agent, 100s or 1,000s Iranian casualties«, Quelle:
https://www.cia.gov/library/reports/ general-reports-1/ iraq_ wmd_ 2004/ chap5. html

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144 Siehe dazu Hans Leyendecker: »Die Giftgaslieferungen an den Irak waren kein Zufall«, unter library.fes.de/gmh/main/pdf-
files/ gmh/ 1991/ 1991-03-a-200. pdf

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145 Siehe http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/ steffen-jacob-der-leise-tod-des-puff-prinzen-vom-stutti, 7169128,
28124090. html

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146 Siehe http://www.alikepenek.com/

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147 Siehe etwa http://www.liveleak.com/view?i=01e_ 1175818014

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148 Siehe http://www.theguardian.com/world/ 2014/ mar/ 11/ journalist-shot-dead-afghanistan-kabul

zurück zum Inhalt
149 Siehe http://www.aljazeera.com/news/africa/ 2013/ 11/ two-french-journalists-executed-mali-
2013112174124558898. html

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150 Siehe http://edition.cnn.com/2014/04/04/ world/ asia/ afghanistan-journalists-shot/

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151 Siehe etwa http://www.spiegel.de/panorama/verdacht-auf-geheimnisverrat-razzia-beim-terrorexperten-ulfkotte-a-
293459. html

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152 Zitiert nach http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ faz-was-wissen-professoren-schon-vom-geldverdienen/

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153 Siehe http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ faz-was-wissen-professoren-schon-vom-geldverdienen/

Anmerkungen zu Kapitel 2
Unsere Medien: Gleichgeschaltet, obrigkeitshörig und rechercheunwillig
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154 Siehe etwa http://www.n-tv.de/politik/21-Prozent-fuer-die-Gruenen-article1440946. html

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155 Siehe http://www.taz.de/!57865/

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156 Siehe http://www.ksta.de/debatte/kommentar-zu-sarrazin-der-zwanghafte-demagoge, 15188012, 12644874. html

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157 Siehe http://www.deutschlandradiokultur. de/ rechtspopulismus-sarrazin-will-an-tabus-ruehren-die-in. 954. de.
html? dram:article_id=278802

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158 Siehe http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ verstoss-gegen-persoenlichkeitsrechte-thilo-sarrazin-gegen-die-taz/
8653894. html

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159 Zitiert nach http://www.zeit.de/2010/36/01-Sarrazin

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160 Zitiert nach http://www.heute.de/diskussion-um-armutszuwanderung-viele-bulgaren-fuehlen-sich-von-der-csu-
offen-angegriffen-31602446. html

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161 Zitiert nach http://www.heute.de/diskussion-um-armutszuwanderung-viele-bulgaren-fuehlen-sich-von-der-csu-
offen-angegriffen-31602446. html

zurück zum Inhalt
162 Siehe http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ video/ 2060066/ Rumaenen-und-Bulgaren-in-Deutschland# / beitrag/
video/ 2060066/ Rumaenen-und-Bulgaren-in-Deutschland

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163 Siehe http://www.handelsblatt.com/politik/ international/ bulgaren-und-rumaenen-die-voelkerwanderung-faellt-aus/
9272340. html

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164 Siehe http://www.fnp.de/rhein-main/Begriff-Armutszuwanderung-als-Unwort-des-Jahres-
vorgeschlagen;art1491,726636

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165 Siehe http://www.sueddeutsche.de/kultur/ sprache-sozialtourismus-ist-das-unwort-des-jahres-1. 1862368

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166 Siehe http://www.tagesschau.de/inland/unwortdesjahres114. html

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167 Zitiert nach http://www.bild.de/politik/inland/ hartz-4/ bezieher-aus-rumaenien-bulgarien-36201208. bild. html

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168 Siehe etwa http://www.derwesten.de/politik/zahl-bulgarischer-und-rumaenischer-hartz-iv-bezieher-steigt-
id9457712. html

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169 Zitiert nach http://www.deutschlandfunk.de/es-entwickelt-sich-eine-zivilgesellschaft. 694. de. html?
dram:article_id=255262

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170 Siehe etwa http://meedia.de/2013/08/20/berufe-ranking-journalisten-weit-hinten/

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171 Siehe http://www.kontextwochenzeitung.de/ macht-markt/ 152/ streiken-im-keller-2051.html und
http://www.derwesten.de/panorama/ politiker-sind-die-berufsgruppe-mit-dem-niedrigsten-ansehen-id3445294. html

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172 Siehe http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ reden-wir-ueber-geld-michel-friedman-ich-habe-mich-zu-wenig-
selbst-geliebt-1. 1079939-3

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173 Siehe http://medien-news.blog.de/2005/06/ 09/ journalisten_ haben_ einen_ schlechten_ ruf/

zurück zum Inhalt
174 Siehe http://medien-news.blog.de/2005/06/ 09/ journalisten_ haben_ einen_ schlechten_ ruf/

zurück zum Inhalt
175 Zitiert nach http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=36
&cad=rja&uact=8&ved=0CEYQFjAFOB4&url=http%3A%2F%2Fdenkreiz. de%2Fwp-
content%2Fuploads%2FKrise_des_Journalismus.pdf&ei=n0mEUyALMa0O6jggNAK& usg=AFQjCNFjCoY-pOLO-
wwhsUEGcUGr85ruNA&bvm=bv.67 720277,d.d2k

Anmerkungen zu Kapitel 3:
Undercover Wahrheit: Alpha-Journalisten auf Linie mit den Eliten

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176 Siehe http://www.zeit.de/2014/07/deutsche-aussenpolitik-sicherheitskonferenz/ komplettansicht

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177 Siehe http://www.swp-berlin.org/de/projekte/ neue-macht-neue-verantwortung/ mitwirkende. html

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178 Siehe http://m.heise.de/tp/artikel/42/42401/

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179 Zitiert nach http://m.heise.de/tp/artikel/42/42401/

zurück zum Inhalt
180 Zitiert nach http://www.internet-law.de/2014/07/ zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-
anstalt-vor. html

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181 Siehe http://www.zeit.de/2014/07/deutsche-aussenpolitik-sicherheitskonferenz/ komplettansicht

zurück zum Inhalt
182 Siehe http://www.youtube.com/watch?v=-NABdIPFvls

zurück zum Inhalt
183 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41841/ 1. html

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184 Siehe etwa diesen Ausschnitt aus einem Brief Joffes, welchen er seinen Kritikern zukommen ließ unter
http://www.heise.de/tp/bild/41/41841/ 41841_ 1. html

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185 Siehe http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ 17162/ die-zeit-erinnert-anti-lanz-petition-an-anti-juden-kampagne-
der-nazis/

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186 Zitiert nach http://www.internet-law.de/2014/07/ zeit-journalisten-gehen-gerichtlich-gegen-das-zdf-und-die-
anstalt-vor. html

zurück zum Inhalt
187 Abgerufen am 2. August 2014 und zitiert nach http://europe.stanford.edu/people/ josef_ joffe/

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188 Zitiert nach http://www.handelsblatt.com/meinung/ presseschau/ presseschau-goldman-gottes-werk-und-bankers-
beitrag/ 3302952. html , siehe auch die Originalquelle unter http://blogs.reuters.com/felix-salmon/ 2009/ 11/ 12/ goldman-
sachss-not-very-charitable-foundation/

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189 Siehe http://www.bild.de/politik/inland/ angela-merkel/ zum-geburtstag-von-angela-merkel-leser-malen-die-
kanzlerin-36838114. bild. html

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190 Siehe http://www.kn-online.de/Freizeit/ KN-Forum-Wissen-2014/ Prof. -Dr. -Brigitte-Witzer-Die-Diktatur-der-
Dummen

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191 Zitiert nach http://wirbt-fuer-bild.de/wer.html

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192 Zitiert nach http://www.boeckler.de/32365_35234. htm

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193 Siehe etwa http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ a-921253. html

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194 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=3644

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195 Zitiert nach http://link.springer.com/chapter/ 10. 1007% 2F978-3-531-90536-5_ 7

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196 Siehe etwa Bettina Wagner: »Bild – unabhängig • überparteilich«. In: Oskar Niedermayer et al.: Die Bundestagswahl 2005:
Analysen des Wahlkampfes und der Wahlergebnisse, 2005, S. 145–170

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197 Siehe http://www.welt.de/print-wams/article129161/ Angela-Merkels-zweierlei-Welten. html

zurück zum Inhalt
198 Siehe http://www.carta.info/73163/bild-studientrilogie-nicht-die-ereignisse-bestimmen-die-berichterstattung-
sondern-die-eigene-vorhersage/

zurück zum Inhalt
199 Siehe http://www.stern.de/lifestyle/leute/ kohl-hochzeit-mit-dem-bild-chef-als-trauzeugen-620216. html

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200 Siehe http://www.rp-online.de/panorama/ bild-chefredakteur-diekmann-und-kolumnistin-kessler-verheiratet-aid-1.
2048046

zurück zum Inhalt
201 Siehe http://www.sueddeutsche.de/medien/ bild-chef-kai-diekmann-bild-dir-deine-macht-1. 998172-11

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202 Zitiert nach http://www.eurotopics.net/de/home/ presseschau/ archiv/ magazin/ politik-verteilerseite/ frankreich-2008-
07/ artikel_ scalbert/

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203 Zitiert nach SZ vom 17. Mai 2010, Michael Kläsgen: Ein Netz von Freunden, im Internet unter
http://www.sueddeutsche.de/kultur/ sarkozy-und-die-medien-ein-netz-von-freunden-1. 805499

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204 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=2580

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205 Siehe http://www.bild.de/politik/inland/ wolfgang-bosbach/ wolfgang-bosbach-bei-wer-wird-millionaer-wer-hat-
eigentlich-merkels-handy-nummer-36244074. bild. html

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206 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/medien/ bild-chef-kai-diekmann-bild-dir-deine-macht-1. 998172-2

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207 Zitiert nach https://www.djv.de/startseite/profil/ der-djv/ pressebereich-download/ pressemitteilungen/ detail/ article/
unabhaengig-bleiben. html, siehe auch http://www.heise.de/tp/artikel/42/ 42430/ 1. html

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208 Siehe dazu http://www.sprengsatz.de/?p=2986

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209 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=3437

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210 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=3437

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211 Siehe http://www.fr-online.de/politik/eigenwerbung-der-bundeswehr-vertraege-vorerst-nur-mit-springer, 1472596,
7504662. html

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212 Zitiert nach http://www.sprengsatz.de/?p=4016

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213 Zitiert nach http://www.fr-online.de/politik/nach-dem-ruecktritt-guttenberg-und-die-bild-zeitung, 1472596,
7504534. html

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214 Zur Burschenschaft: http://www.franconia-muenster.de/

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215 Siehe http://www.taz.de/1/archiv/archiv/ ? dig= 2006/ 10/ 28/ a0203

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216 Siehe http://www.spiegel.de/unispiegel/ studium/ parteivorstand-hat-gesprochen-entweder-sozialdemokrat-oder-
burschenschafter-a-408440. html

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217 Siehe http://www.politik-kommunikation. de/ ressorts/ artikel/ niemand-geht-damit-hausieren

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218 Siehe http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/ a-327652. html

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219 Zitiert nach http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten. de/ 2014/ 05/ 502462/ kai-diekmann-erdogans-politik-fuehrt-
tuerkei-in-eine-instabile-lage/

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220 Siehe http://www.faz.net/aktuell/politik/ der-aufruf-zum-anruf-zu-guttenberg-bild-und-die-atlantik-bruecke-
1593253. html

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221 Siehe https://www.atlantik-bruecke.org/ willkommen/ analysen-und-kommentare/ Dort heißt es über dem Foto und
Artikeln von Frankenberger: »Hier finden Sie aktuelle Publikationen und Interviews aus dem Umfeld der Atlantik-Brücke zu
transatlantischen Themen.« Ich habe Screenshots dazu gesichert.

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222 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/service/ dokumente/ overtures-and-finales-germany-and-the-united-states.
pdf

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223 Siehe etwa http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html

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224 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html

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225 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html

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226 Siehe http://www.dwdl.de/nachrichten/45406/ tina_ hassel_ loest_ deppendorf_ im_ hauptstadtstudio_ ab/

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227 Ebenda

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228 Siehe S. 46 http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ 120628_ jahresbericht_ 2012. pdf

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229 Siehe etwa http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html

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230 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/stiftung/

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231 Siehe http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ zapp/ zapp7506. html und etwa http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/
dokumente/ 120628_ jahresbericht_ 2012. pdf

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232 Siehe http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ zapp/ zapp7506. html

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233 Die Originalseite http://www.atlantik-bruecke.org/programme/mitgliederreisen-in-die-usa/ist inzwischen gelöscht, aber im
Internetarchiv noch mit den Daten bei der Diashow abrufbar unter https://web.archive.org/web/20140103013945/
http://www.atlantik-bruecke.org/programme/mitgliederreisen-in-die-usa/

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234 Ebenda

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235 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Constanze_ Stelzenm% C3% BCller

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236 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ 120628_ jahresbericht_ 2012.pdf

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237 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/service/ dokumente/ where-thirst-for-knowledge-meets-food-for-thought. pdf

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238 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/

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239 Stiftung für Zukunftsfragen: Immer mehr Vereine – immer weniger Mitglieder: Das Vereinswesen in Deutschland verändert
sich, Forschung Aktuell, 254, 35. Jg., 16. April 2014.

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240 Siehe etwa http://www.google.de/url?sa=t &rct=j&q=&esrc=s& source=web&cd=3& cad=rja&uact=8&
ved=0CDsQFjAC&url=http%3A%2F%2F http://www.trilateral.org%2 Fdownload%2Ffile%2FEU_ list_10-11.pdf&ei=Rk-
RU7DQNeyr0gWjuIDICA& usg=AFQjCNGRSo Yc4od9QAcHDZ WuE3DSx-4AoA& bvm=bv.68445247,d.d2k

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241 Siehe etwa http://www.atlantik-bruecke.org/ueber-uns/ gremien/

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242 Screenshot der Seite vom 6. Mai 2014 unter http://www.atlantik-bruecke.org/ueber-uns/ gremien/

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243 Siehe dazu Ludger Kühnhardt: Atlantik-Brücke: Fünfzig Jahre deutsch-amerikanische Partnerschaft, S. 11 und S. 37 und
S. 71; 1981 widmete die FAZ der Atlantik-Brücke ausführlichen publizistischen Raum. In Anspielung auf das in den USA
verbreitete System privater Gesellschaften, »die nicht zu entscheiden haben, aber dennoch zum Entscheidungshintergrund gehören«
und von daher in Deutschland eine unerhört neue Erfahrung bilden, hieß es, »ein Purist der Demokratie könnte Bedenken gegen
derartige elitäre Mitbestimmungsgruppen haben«.

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244 Zitiert nach S. 129 http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ jb-0910-final. pdf

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245 Gemeinsame Veranstaltung mit der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, siehe S. 98 unter http://www.atlantik-
bruecke.org/service/ dokumente/ jahresbericht-der-atlantik-bruecke-2006-2007. pdf

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246 Siehe https://www.atlantik-bruecke.org/ willkommen/ analysen-und-kommentare/ Dort heißt es über dem Foto und
Artikeln von Frankenberger »Hier finden Sie aktuelle Publikationen und Interviews aus dem Umfeld der Atlantik-Brücke zu
transatlantischen Themen.« Ich habe Screenshots dazu gesichert. Siehe auch die Selbstdarstellung Frankenbergers bei der FAZ
unter http://www.faz.net/redaktion/klaus-dieter-frankenberger-11104551. html Dort wird dieser Zusammenhang für den
Leser nicht erwähnt.

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247 Siehe dazu http://www.phoenix.de/content/phoenix/ bibliothek/ 442028

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248 Siehe http://www.bild.de/politik/2010/schmidt/ diskutierte-in-hamburg-mit-altkanzler-schmidt-11791926. bild. html

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249 Siehe dieses Interview von Eveline Y. Metzen ab Minute 6.35 unter http://www.tvbvideo.de/video/iLyROoafzSjA. html

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250 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ ein-whos-who-der-politik-und-wirtschaft, 10810590, 9990036.
html

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251 Zitiert nach https://www.atlantik-bruecke.org/ programme/ preisverleihungen/ vernon-a-walters-award/

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252 Zitiert nach Friederike Beck, Das Guttenberg-Dossier, S. 76

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253 Siehe das Buch von Ernst Langrock: »Der Drahtzieher. Vernon Walters – Ein Geheimdienstgeneral des Kalten Krieges«

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254 Zitiert nach http://deutsche-wirtschafts-nachrichten. de/ 2014/ 07/ 14/ nato-experte-aus-sicht-der-usa-ist-
deutschland-ein-besetztes-land/

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255 Siehe http://archive-org.com/page/1259165/ 2013-01-29/ http://www.atlantik-bruecke.org/programme/ konferenzen-
und-expertengespraeche/ expertengespraeche-mit-dem-us-european-command/ 20-expertengespraech-mit-dem-us-
european-command/

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256 Zitiert nach http://www.atlantik-bruecke.org/programme/ konferenzen/ expertengespraeche-mit-dem-us-european-
command/ 21-expertengespraech-mit-dem-useucom/

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257 Siehe http://www.neues-deutschland.de/artikel/ 940649. nato-bereitet-manoever-in-ukraine-vor. html

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258 Zitiert nach Beckmann, Der geheime Krieg, ARD vom 28.11.2013, 00:51:10-00: 52:10 unter
http://mediathek.daserste.de/sendungen_ a-z/ 443668_ beckmann/ 18361194_der-geheime-krieg

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259 Siehe http://www.srf.ch/news/international/ stelldichein-von-einstigen-widersachern und
http://www.srf.ch/player/radio/echo-der-zeit/ audio/ geheime-liaison-zwischen-israel-und-saudi-arabien? id=
944e8419-117f-471a-8030-fb51130ccf5a

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260 Siehe http://www.rp-online.de/politik/deutschland/ telefonierte-cia-chef-mit-kanzleramt-aid-1. 4374517

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261 Siehe etwa http://www.voltairenet.org/article30085. html

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262 Sie wird als »Board Member« genannt, siehe etwa http://www.gmfus.org/?s= suzanne+woolsey

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263 Ein Screenshot der Buchseite findet sich auch hier: http://1.bp.blogspot.com/– gGV7k8rOgxo/ UUh-
vBZO39I/AAAAAAAAAPA/ hlohWIT48kk/s1600/ Jutta+Ditfurth+USA.jpg

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264 Zitiert nach http://www.gruene.de/partei/urwahl/ frage-5-atlantikbruecke. html

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265 Siehe etwa http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41551/ 1. html

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266 Siehe http://www.gruene.de/partei/urwahl/ frage-5-atlantikbruecke. html

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267 Siehe http://www.youtube.com/watch?v=4wBK7mjBcqg

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268 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ yl-history-2011. pdf

zurück zum Inhalt
269 Siehe http://www.youtube.com/watch?v=4wBK7mjBcqg

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270 Siehe http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ yl-history-2011. pdf

zurück zum Inhalt
271 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ ein-whos-who-der-politik-und-wirtschaft, 10810590, 9990036.
html

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272 Siehe dazu die Jahresberichte http://www.atlantik-bruecke.org/service/ dokumente/ jahresbericht-der-atlantik-bruecke-
2006-2007. pdf und http://www.atlantik-bruecke.org/service/ dokumente/ jahresbericht-2008-2009. pdf und
http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ jb-0910-final. pdf und http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/
dokumente/ jahresbericht-2010_ 2011-final. pdf und http://www.atlantik-bruecke.org/w/ files/ dokumente/ 120628_
jahresbericht_ 2012. pdf und https://www.atlantik-bruecke.org/ service/ dokumente/ a-message-to-the-people-of-the-
united-states-of-america. pdf und https://www.atlantik-bruecke.org/ w/ files/ dokumente/ conference-report-daylk-2007.
pdf und https://www.atlantik-bruecke.org/ w/ files/ dokumente/ yl-history-2011. pdf und https://www.atlantik-bruecke.org/
programme/ konferenzen/ deutsch-amerikanische-konferenzen/ konferenz-ab-acg/ ? pic= 15&gal= gal_0

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273 Zitiert nach http://www.faz.net/redaktion/nikolas-busse-11104508. html

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274 Siehe https://www.atlantik-bruecke.org/ service/ dokumente/ a-message-to-the-people-of-the-united-states-of-
america. pdf

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275 Siehe dazu https://www.atlantik-bruecke.org/ veroeffentlichungen/ weitere-veroeffentlichungen/ a-message-from-
germany/

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276 Siehe http://www.swp-berlin.org/de/projekte/ neue-macht-neue-verantwortung/ mitwirkende. html

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277 Siehe etwa https://www.wsws.org/de/articles/ 2014/ 05/ 08/ mili-m08. html

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278 Siehe http://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung/ publikationen/ beitrag. php? id= 363

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279 Siehe etwa http://programm.ard.de/TV/Programm/ Alle-Sender/ ? sendung= 287216448290044 und
http://www.nationalstiftung.de/tagungen

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280 Siehe https://www.youtube.com/watch?v=A9Qi0R-6bFQ

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281 Nachrichtenagenturen gelten doch gemeinhin als Inbegriff der Seriosität. Was aber soll man von einer Agentur halten, wenn ihr
Eigentümer die nach der Weltherrschaft strebende »Moon-Sekte« ist? Die 1907 gegründete und 1958 mit William Randolph Hearsts
»New Service« fusionierte Nachrichtenagentur United Press International (UPI) war – früher zumindest – ein starker
Konkurrent für die Nachrichtenagentur Associated Press (AP). 159 Angestellte in Washington, London, Lateinamerika und Asien
berichten über politische und wirtschaftliche Entwicklungen in aller Welt. Im Mai 2000 wurde UPI von dem Unternehmen News
World Communications Inc gekauft. Das aber ist im Besitz der »Unification Church« – in Deutschland besser bekannt als
Vereinigungskirche oder »Moon-Sekte«. Und dieser gehören inzwischen nicht nur UPI, sondern auch eine ganze Reihe
renommierter Zeitungen. UPI ist ein traditionsreicher Name im Nachrichtengeschäft. Auch in Deutschland hat UPI viele Kunden.
So gesehen ist es erschreckend, dass auch in deutschen Nachrichten Berichte einer Agentur einfließen können, deren Eigentümer
nach journalistischen Maßstäben eher wie die Pest gemieden werden sollten. Viele Journalisten übernehmen aber
Agenturmeldungen in »eigene« Berichte, ohne sie als solche kenntlich zu machen. Wie soll man da noch herausfinden, ob die
Erleuchtung des Berichterstatters nicht über den UPI-Ticker erfolgte? Im Jahre 2011 wurde der offizielle Name der von einem
Koreaner gegründeten Moon-Sekte in Deutschland zu »Tongil-Gyo Vereinigungsbewegung« umbenannt. 99 von 100
deutschsprachigen Journalisten kennen weder die Hintergründe der Nachrichtenagentur UPI noch können sie mit dem Namen
Tongil-Gyo etwas anfangen. Das freut die Hintermänner, die so ihre seltsame Weltsicht unters Volk bringen.

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282 Zitiert nach http://www.taz.de/!114755/

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283 Die Fotos findet man noch im Web unter http://www.bildblog.de/20427/kleine-bruecken-unter-freunden-2/

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284 Siehe http://www.mediummagazin.de/archiv/ 2012-2/ ausgabe-092012/ bela-anda-bild-mann-und-sonne-fan/

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285 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ beate-lindemann-setzt-sich-mit-der-atlantik-bruecke-seit-
jahrzehnten-fuer-die-deutsch-amerikanische-freundschaft-ein-die-kontakte-reichen-bis-ins-weisse-haus,
10810590, 10058202. html

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286 Siehe https://www.atlantik-bruecke.org/ ueber-uns/ gremien/ vorstand/ weitere-vorstandsmitglieder/

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287 Siehe http://meedia.de/2014/05/02/qualitaetsjournalismus-fehlanzeige-journalisten-als-lobbyisten/

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288 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/?p=17471

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299 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/?p=17471

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290 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/?p=17471

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291 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/?p=17471

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292 Siehe dazu http://www.nachdenkseiten.de/wp-print. php? p= 21155

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293 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/wp-print. php? p= 21155

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294 Uwe Krüger, Meinungsmacht, S. 126f.

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295 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

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296 Siehe https://lobbypedia.de/wiki/Deutsche_ Gesellschaft_ f% C3% BCr_ Ausw% C3% A4rtige_ Politik und
http://www.tpnonline.org/organisation/ cooperating-institutions/

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297 Zitiert nach https://lobbypedia.de/wiki/Transatlantic_ Policy_ Network

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298 Die DGAP will nach eigenen Angaben aktiv die außenpolitische Meinungsbildung auf allen Ebenen beeinflussen. Es ist also eine
Lobbyorganisation. Denn die DGAP schreibt über sich selbst: »Als privater, unabhängiger, überparteilicher und gemeinnütziger
Verein begleitet die DGAP aktiv und auf allen Ebenen die außenpolitische Meinungsbildung in Deutschland und leistet
Politikberatung.«, zitiert nach »DGAP berichtet«, Markus Lux und Gereon Schuch, Das Carl Friedrich Goerdeler-Kolleg der Robert
Bosch Stiftung, Berlin 2008, dort Titelinnenseite; Screenshot liegt dem Autor vor; wer »aktiv« und eben nicht passiv die
Meinungsbildung auf allen Ebenen begleitet, der nimmt aus meiner Sicht Einfluss und ist ein Lobbyist.

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299 Siehe https://dgap.org/de/gesellschaft/ dgap_ regional/ dgapforum_ frankfurt

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300 Siehe http://www.steuben-schurz.org/projekte/ medienpreis/ medienpreis1. htm

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301 Siehe http://atlantische-initiative.org/ ueber-uns/ verein/

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302 Siehe dazu auch die Ausführungen unter http://www.heise.de/tp/artikel/ 42/42430/1.html

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303 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

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304 Siehe http://verlag.faz.net/unternehmen/ ueber-uns/ portraet/ wissen-fuer-kluge-koepfe-portraet-der-f-a-z-
11090906. html

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305 Die FAZ selbst wirbt neben »Unabhängigkeit« auch mit »journalistischer Qualität«, siehe http://verlag.faz.net/unternehmen/
ueber-uns/ portraet/ wissen-fuer-kluge-koepfe-portraet-der-f-a-z-11090906. html

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306 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/38/ 38515/ 1. html

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307 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/38/ 38515/ 1. html

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308 Siehe Uwe Krüger, Meinungsmacht, Seite 133

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309 Zitiert nach http://www.message-online.com/archiv/ message-1-2013/ leseproben/ die-naehe-zur-macht/

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310 Siehe http://archive.today/gysXX

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311 Siehe Uwe Krüger, Meinungsmacht, Seite 131

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312 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

zurück zum Inhalt
313 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

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314 Siehe http://archive.today/gysXX

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315 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ lobbyliste/

zurück zum Inhalt
316 Siehe http://atlantische-initiative.org/ ueber-uns/ verein/

zurück zum Inhalt
317 Siehe http://www.iep-berlin.de/

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318 Siehe http://www.iep-berlin.de/erweiterungundnachbarschaft. html

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319 Siehe etwa http://spiegelkabinett-blog.blogspot. de/ 2012/ 10/ ein-blick-in-den-berliner-lobbysumpf. html

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320 Siehe http://atlantische-initiative.org/ team/ Und siehe auch http://spiegelkabinett-blog.blogspot. de/ 2012/ 10/ ein-blick-
in-den-berliner-lobbysumpf. html Dort heißt es u. a.: »Die Agentur Bohnen Kallmorgen & Partner und die Atlantische Initiative
befinden sich im Centrum des riesigen Netzwerkes zur Erhaltung der Macht unserer Eliten. Bertelsmannstiftung, Atlantikbrücke,
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Goldman Sachs, CDU-Wirtschaftsrat, ZDF, Bildzeitung, Springerkonzern,
Energiewirtschaft, Rüstungsindustrie, das ist die Mischung aus der Macht und persönlicher Reichtum gestrickt sind.«

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321 Zitiert nach http://atlantische-initiative.org/ team/

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322 Siehe die Studie von LobbyControl zur Schöpfung einer Lobbyagentur NTSA, S. 12, unter
https://www.lobbycontrol.de/download/ NTSA-Dossier. pdf

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323 Siehe http://atlantische-initiative.org/ team/

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324 Zitiert nach »Die Non Toxic Solar Alliance – die Schöpfung einer Lobbyagentur, LobbyControl«, Seite 4, unter
https://www.lobbycontrol.de/download/ NTSA-Dossier. pdf

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325 Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass hier die Zeitungsredaktionen und nicht die zuvor genannten Journalisten in Personen
gemeint sind, der Artikel aus Saldo findet sich unter https://www.saldo.ch/artikel/d/journalisten-im-dienst-von-pr-agenturen/

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326 Siehe https://www.lobbycontrol.de/2011/ 07/ pr-rat-mahnt-lobbyagentur-hinter-der-non-toxic-solar-alliance/

zurück zum Inhalt
327 Siehe https://www.lobbycontrol.de/2011/ 07/ pr-rat-mahnt-lobbyagentur-hinter-der-non-toxic-solar-alliance/ und
http://www.google.de/url? sa=t&rct=j&q=&esrc= s&source=web& cd=3&cad=rja&uact=8& ved=0CDEQFjAC&
url=http%3A%2F%2Fdrpr-online.de %2Fwp-content%2Fuploads%2 F2013%2F08%2FNTSA_BKP_
Ratsbeschluss_110728.pdf& ei=PHbKU4yZO8v07AbJwICYBA& usg=AFQjCNEV7HubdE1 W9bEH8jBsOf_vCBr-wg&
bvm=bv.71198958,d.bGE

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328 Siehe http://atlantische-initiative.org/ ueber-uns/ verein/

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329 Zitiert nach http://www.nachdenkseiten.de/wp-print. php? p= 21155

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330 Siehe dazu http://www.nachdenkseiten.de/wp-print. php? p= 21155

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331 Zitiert nach http://medienblog.blog.nzz.ch/2014/ 05/ 02/ rebellion-unter-den-lesern/

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332 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/politik/ propaganda-aus-russland-putins-trolle-1. 1997470

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333 Siehe dazu neben Uwe Krüger: Meinungsmachtauch: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama
– eine linguistische Analyse«, Bachelor-Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen,
Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher Instituts München, 2012

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334 Siehe etwa http://www.heise.de/tp/artikel/20/ 20052/ 1. html

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335 Siehe http://www.hintergrund.de/2007080165/ hintergrund/ medien/ mission-desinformation. html

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336 Siehe http://www.zerohedge.com/news/2014-07-14/ new-snowden-docs-british-spies-manpulate-polls-and-
pageview-counts-censor-videos-the und https://firstlook.org/theintercept/ 2014/ 07/ 14/ manipulating-online-polls-
ways-british-spies-seek-control-internet/

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337 Siehe http://bazonline.ch/digital/internet/ Der-Servicekatalog-des-britischen-Geheimdienstes/ story/ 29902489

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338 Siehe http://www.washingtonsblog.com/2014/ 07/ pentagon-admits-spending-millions-study-manipulate-social-
media-users. html

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349 Siehe http://www.washingtonsblog.com/2014/ 02/ secret-playbook-social-media-censors. html

zurück zum Inhalt
340 Siehe http://www.washingtonsblog.com/2014/ 06/ spying-different-time. html

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341 Zitiert nach http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/ deutschland/ andreas-von-r-tyi/ trilaterale-kommission-
hauptversammlung-dieses-jahr-in-deutschland. html

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342 Zitiert nach http://juergenelsaesser.wordpress. com/ 2009/ 05/ 21/ bilderberger-und-trilaterale-kommission/

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343 Siehe http://rt.com/news/europe-debt-crisis-takeover-215/

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344 Siehe Uwe Krüger, Meinungsmacht, S. 148f.

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345 Zitiert nach http://juergenelsaesser.wordpress. com/ 2009/ 05/ 21/ bilderberger-und-trilaterale-kommission/

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346 Siehe http://www.zeit.de/1977/45/heimliche-herrscher-des-westens

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347 Siehe Foto unter https://compact-online.de/bilderberger-und-trilaterale/

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348 Siehe http://www.reuters.com/article/2010/ 05/ 17/ us-eurozone-budgets-analysis-idUSTRE64G12W20100517

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349 Zitiert nach https://lobbypedia.de/wiki/Trilaterale_ Kommission

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350 Siehe http://www.trilateral.org/download/ file/ TC_ list_ 12-13(3).pdf

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351 Zitiert nach http://www.faz.net/redaktion/klaus-dieter-frankenberger-11104551. html

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352 Siehe Siehe http://www.trilateral.org/download/ file/ TC_ list_ 12-13(3).pdf

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353 Siehe FAZ-Artikel »Welt in Unruhe« unter http://fazarchiv.faz.net/ ?q=frankenberger+trilaterale+ kommission+2013&
search_in=q&timePeriod= timeFilter&timeFilter=& DT_from=&DT_to=& KO=&crxdefs=& NN=&CO=&CN=&BC=&
submitSearch=Suchen&sext=0& maxHits=&sorting=& toggleFilter=& dosearch=new#hitlist

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354 Siehe http://www.newstatesman.com/economics/ economics/ 2014/ 04/ ns-profile-george-soros

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355 Siehe http://www.newstatesman.com/economics/ economics/ 2014/ 04/ ns-profile-george-soros

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356 Siehe https://www.freitag.de/autoren/soenke-paulsen/ die-soros-maschine

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357 Siehe http://www.berliner-zeitung.de/politik/ bulgarien–uns-geht-es-um-echte-demokratie-, 10808018, 23826154.
html und http://www.fr-online.de/politik/bulgarien-proteste-bulgarische-mutbuerger, 1472596, 23816396. html

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358 Siehe http://www.ecfr.eu/content/experts und http://ecfr.eu/content/staff/dimitar_ bechev/ ; das ECFR nennt ihn auf der
Homepage: »Head of Sofia Office, Senior Policy Fellow«

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359 Siehe dazu etwa http://nsnbc.me/2013/10/29/atlantic-council-energy-summit-in-istanbul-and-regional-
balkanization/

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360 Siehe http://www.zeit.de/politik/2011-04/ gericht-kanzleramt-essen-ackermann; Schirrmacher sagt »Ich war dabei«.

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361 Zitiert nach http://www.spiegel.de/spiegel/print/ d-8924245. html

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362 Zitiert nach http://www.spiegel.de/spiegel/print/ d-8924245. html

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363 Zitiert nach http://www.spiegel.de/spiegel/print/ d-8924245. html

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364 Siehe etwa Seite 11 der Sinclair-Haus-Gespräche, hrsg. Von der Herbert-Quandt-Stiftung, Thema: Gesellschaft ohne Zukunft?,
Bad Homburg, November 2004

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365 Zitiert nach http://www.merkur-blog.de/2013/02/ sorgfaltspflichten-wenn-frank-schirrmacher-einen-bestseller-
schreibt/

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366 Siehe http://www.wiwo.de/politik/deutschland/ bettina-roehl-direkt-schirrmacher-zwischen-infantilitaet-und-
groessenwahn/ 7840200. html

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367 Zitiert nach http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2006/ 06/ 24/ a0014

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368 Siehe https://www.elitenetzwerk.bayern. de/ elitenetzwerk-home/ aktuelles/ meldungen/ 2013/ november-2013/
enbforum5/

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369 Zitiert nach https://www.business-rhein-neckar. de/ portal/ fep/ de/ dt. jsp? setCursor= 1_
434427&cursorPath=%7C434427%7C444798

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370 Siehe http://www.mittelbayerische.de/region/ regensburg/ regensburg/ artikel/ 45-minuten-bei-den-thurn-und-
taxis/983218/45-minuten-bei-den-thurn-und-taxis. html

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371 Siehe http://www.welt.de/print-welt/article663344/ 20-Millionen-Mark-sind-nur-relativ-viel. html

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372 Originalquelle http://kress.de/ und auch hier zu finden: http://www.indiskretionehrensache.de/2005/09/armer-alexander-
von-schoenburg/

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373 Zitiert nach Stephan Weichert, Christian Zabel, Die Alpha-Journalisten, S. 25

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374 Zitiert nach http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ 11657/ armer-thomas-knuwer/

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375 Siehe http://www.bildblog.de/2525/alexander-von-tuten-und-blasen/

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376 Zitiert nach http://www.bild.de/leute/star-news/ leute/ royal-kolumne-schoenburg-3347564. bild. html

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377 Siehe etwa http://diepresse.com/home/techscience/ internet/ 350508/ Queen-veroffentlicht-Weihnachtsansprache-auf-
YouTube und http://www.manager-magazin.de/unternehmen/ it/ a-525227. html

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378 Siehe http://www.bild.de/leute/2007/leute/ otto-adel-kaiser-2059128. bild. html

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379 Siehe http://www.bild.de/unterhaltung/kultur/ frank-schirrmacher/ von-diesem-buch-bekommt-man-muskelkater-im-
gehirn-29221524. bild. html

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380 Siehe etwa http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2005/ 04/ 11/ a0162

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381 Siehe http://www.bild.de/unterhaltung/royals/ letizia-von-spanien/ kann-letizia-koenigin-36248272. bild. html

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382 Zitiert nach http://www.bild.de/news/inland/arjen-robben/ warum-polen-und-hollaender-besser-fluchen-36523934.
bild. html

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383 Zitiert nach http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2005/ 04/ 11/ a0162

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384 Siehe http://meedia.de/2013/04/12/spiegel-wohin-segelt-muller-v-blumencron/

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385 Zitiert nach http://www.bild.de/geld/wirtschaft/ gruner-jahr/ steife-brise-in-hamburgs-blaetterwald-29951972. bild.
html

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386 Zitiert nach http://www.pop-zeitschrift.de/2014/ 05/ 09/ ironie-und-product-placement-in-tristesse-royalevon-sonja-
lesniak9-5-2014/ und http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/ archiv/ 66005_ Ein-Dandy-sucht-sich-vergebens-selbst.
html

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387 Siehe http://diepresse.com/home/leben/mensch/ royal/ 3848885/ Juan-Carlos-Aerger-mit-der-Justiz? _ vl_ backlink=
/ home/ index. do

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388 Siehe http://www.bild.de/news/inland/interview/ mit-dem-preussen-koenig-friedrich-dem-grossen-22221908. bild.
html

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389 Siehe http://search.wikileaks.org/?q=bilderberg

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390 Siehe http://www.atimes.com/atimes/Middle_ East/ EE22Ak03. html

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391 Zitiert nach https://www.lobbycontrol.de/2014/ 06/ bilderberg-2014-eliten-unter-sich/

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392 Siehe etwa http://meedia.de/2014/07/29/einstweilige-verfuegung-gegen-die-anstalt-zdf-wehrt-sich-gegen-zeit-
journalisten-joffe-und-bittner/

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393 Siehe http://www.fr-online.de/politik/bilderberg-konferenz-geheimes-treffen-der-elite, 1472596, 4471506. html

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394 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/34/ 34928/ 1. html

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395 Siehe http://www.voltairenet.org/article171339. html

Anmerkungen zu Kapitel 4:
Kauf Dir einen Journalisten – geschmierte Berichterstattung

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396 Zitiert nach http://www.hassomansfeld.com/site/, Screenshot vom 8. Juli 2014, unter »Dienstleistungen«, dort Punkt C.
Operative Medienarbeit.

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397 Siehe http://kress.de/kresskoepfe/kopf/ profil/ 9063-hasso-mansfeld. html

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398 Ich meine das Wort »einfacher« nicht abwertend, sondern will damit ausdrücken, dass er kein »Alpha-Journalist« ist.

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399 Siehe http://druckstellen.info/organisation/ jury/ stefan-laurin. html? PHPSESSID= r0gf8paji12q6kuc957knppv16

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400 Siehe http://www.ruhrbarone.de/oeffentlich-rechtliche-schonkost-fuer-die-massen/ 82986# more-82986

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401 Siehe http://juris.bundesgerichtshof.de/ cgi-bin/ rechtsprechung/ document. py? Gericht= bgh&Art=pm&
Datum=2014&Sort=3& nr=66713&pos=1&anz=24& Blank=1

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402 Siehe http://www.brandeins.de/archiv/2014/ werbung. html

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403 Siehe etwa http://www.journalist.de/ratgeber/ handwerk-beruf/ menschen-und-meinungen/ umfrage-zu-native-
advertising-darf-werbung-inhalt-sein. html

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404 Siehe http://www.weimermediagroup.de/Weimer_ Media_ Group/ Weimer_ Media_ Group. html

zurück zum Inhalt
405 Siehe http://www.boerse-am-sonntag.de/leben/ refugium-der-woche/ artikel/ hotel-buelow-palais-dresden. html

zurück zum Inhalt
406 Siehe http://www.boerse-am-sonntag.de/aktien/ gastbeitraege/ artikel/ ein-neuer-typ-von-anleger. html

zurück zum Inhalt
407 Zitiert nach http://www.newsroom.de/news/detail/ $ IWCOISLTIOKO/

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408 Siehe http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2012/ 02/ 20/ die-anfalligkeiten-von-journalisten-fur-kleine-geschenke/

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409 Abgerufen am 27. Mai 2014 unter http://www.journalismus.com/

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410 Dominik Stawski, »Die Prozente der Presse. Bewertung von Journalistenrabatten aus Anbieter-und Nutzerperspektive«, VS
Verlag 2010

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411 Zitiert nach http://www.mediummagazin.de/archiv/ 2012-2/ ausgabe-032012/ journalisten-drohen-mit-negativen-
berichten/

zurück zum Inhalt
412 Siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ kino/ gekaufte-berichte-die-eu-bezahlt-journalisten-um-ihr-image-zu-
pflegen-1330793. html

zurück zum Inhalt
413 Siehe http://www.stern.de/wirtschaft/news/ unternehmen/ journalisten-lustreise-prassen-in-peking-652145. html und
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/ management/ strategie/ gekaufte-berichterstattung-wenn-journalisten-
verfuehrt-werden/ 8864088. html

zurück zum Inhalt
414 Siehe http://www.focus.de/finanzen/news/ unternehmen/ stahlkonzern-laedt-journalisten-ein-faz-liess-sich-von-
thyssenkrupp-zu-teurer-reise-einladen_ aid_ 858010. html

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415 Zitiert nach http://www.deutschlandfunk.de/thyssenkrupp-bezahlt-luxusreisen-fuer-journalisten. 761. de. html?
dram:article_id=227635

zurück zum Inhalt
416 Siehe etwa http://meedia.de/2012/11/12/thyssenkrupp-bezahlte-luxusreisen-fur-journalisten/

zurück zum Inhalt
417 Siehe http://www.welt.de/print-welt/article243562/ Rabattjaeger-mit-Presseausweis. html

zurück zum Inhalt
418 Zitiert nach https://www.lobbycontrol.de/2013/ 08/ gefallen-an-gefalligkeiten-wie-journalisten-umgarnt-werden/

zurück zum Inhalt
419 Siehe dazu http://www.ksta.de/stadt-leverkusen/ untreue-danner-nimmt-sein-urteil-dankbar-an, 15189132,
23520970. html

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420 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
421 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
422 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
423 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
424 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
425 Zitiert nach http://www.berliner-zeitung.de/medien/ beeinflussung-der-presse-champagner-bis-zum-abwinken-,
10809188, 22395994. html

zurück zum Inhalt
426 Zitiert nach http://www.handelsblatt.com/unternehmen/ management/ strategie/ gekaufte-berichterstattung-wenn-
journalisten-verfuehrt-werden/ 8864088. html

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427 Siehe http://spot.us/stories

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428 Zitiert nach Peter Szyszka, Produkt-PR und Journalismus

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429 Siehe http://www.sueddeutsche.de/medien/ studie-zur-medienselbstkontrolle-deutsche-journalisten-sind-wenig-
selbstkritisch-1. 1651105

zurück zum Inhalt
430 Zitiert nach http://blog.wiwo.de/ungedruckt/2012/ 02/ 20/ die-anfalligkeiten-von-journalisten-fur-kleine-geschenke/

zurück zum Inhalt
431 Siehe etwa http://www.message-online.com/archiv/ message-1-2013/ leseproben/ die-naehe-zur-macht/

zurück zum Inhalt
432 Siehe etwa http://www.taz.de/!68411/

zurück zum Inhalt
433 Zitiert nach http://meedia.de/2011/04/07/schleichwerbung-in-allen-bereichen/

zurück zum Inhalt
434 Zitiert nach http://www.medienforum-archiv.de/ nc/ blog/ liste/ blog-post////pr-und-journalismus-problematische-
beziehungspflege. html

zurück zum Inhalt
435 Zitiert nach http://meedia.de/2012/11/12/thyssenkrupp-bezahlte-luxusreisen-fur-journalisten/

zurück zum Inhalt
436 Siehe etwa http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/ article108949078/ Wie-Samsung-auf-der-Ifa-Tech-Blogger-
erpresst. html

zurück zum Inhalt
437 Siehe http://www.fr-online.de/medien/nebenjobs-nachrichtensprecher-in-der-kritik, 1473342, 3117896. html

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438 Zitiert nach http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ zapp/ nebenerwerb100. html

zurück zum Inhalt
439 Zitiert nach http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ zapp/ nebenerwerb100. html

zurück zum Inhalt
440 Zitiert nach http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ zapp/ nebenerwerb100. html

zurück zum Inhalt
441 Siehe http://www.mopo.de/politik—wirtschaft/ tom-buhrow—co–das-verdienen-die-oeffentlich-rechtlichen-
senderchefs, 5066858, 23911640. html

zurück zum Inhalt
442 Siehe http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/ aktuellste/ 228# / beitrag/ video/ 1971936/ ZDF-heute-
journal-vom-2608-2013

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443 Siehe http://www.faz.net/aktuell/politik/ inland/ allensbach-analyse-tatsaechliche-und-gefuehlte-intoleranz-
12120753. html

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444 Der Originaltext findet sich unter http://www.nachtkritik.de/index.php? option= com_content& view=article&
id=9572:theater-der-welt-2014-jacob-appelbaums-opening-speech-&catid=53:portraet -a-profil&Itemid=83

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445 Siehe http://www.stern.de/lifestyle/leute/ tv-kommissar-derrick-horst-tappert-war-mitglied-der-waffen-ss-2002874.
html

zurück zum Inhalt
446 Siehe http://www.dnv-online.net/medien/ detail. php? rubric= Medien&nr=91387

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447 Siehe http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ medienkrise-nie-zuvor-gab-es-so-viele-entlassungen-in-der-
presse-a-870402. html

zurück zum Inhalt
448 Siehe etwa http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/kein-bedarf-diese-jobs-sind-vom-aussterben-bedroht/ 10208452. html?
slp= false&p=7&a=false#image

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449 Siehe http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ unternehmen/ zeitungen-in-der-krise-den-wirtschaftsmedien-von-
gruner-jahr-droht-das-aus-11957636. html

zurück zum Inhalt
450 Siehe http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ unternehmen/ zeitungen-in-der-krise-den-wirtschaftsmedien-von-
gruner-jahr-droht-das-aus-11957636. html und http://www.tagesspiegel.de/medien-news/ ;art15532,2370490

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451 Siehe zum Hintergrund der FR als SPD-naher Zeitung Ute Volkmann: »Legitime Ungleichheiten. Journalistische Deutungen
vom ›sozialdemokratischen Konsensus‹ zum ›Neoliberalismus‹«, VS Verlag, Wiesbaden 2006

zurück zum Inhalt
452 Siehe http://www.handelsblatt.com/unternehmen/ it-medien/ stellenabbau-frankfurter-rundschau-schrumpft-zur-
lokalzeitung/ 4015702. html

zurück zum Inhalt
453 Siehe http://www.taz.de/!111694/

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454 Siehe Spiegelvom 14. Juli 2014, S. 128–130

zurück zum Inhalt
455 Siehe http://www.merkur-online.de/aktuelles/ bayern/ nuernberg-abendzeitung-nuernberg-2523059. html

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456 Siehe http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ muenchner-abendzeitung-ist-insolvent-a-957098. html

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457 Siehe http://mmm.verdi.de/medien-wirtschaft/ 02-2014/ muenchener-abendzeitung-geht-in-die-insolvenz

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458 Siehe http://kress.de/tweet/tagesdienst/ detail/ beitrag/ 118847-zum-31-dezember-2013-bonner-general-anzeiger-
schliesst-berliner-buero. html

zurück zum Inhalt
459 Siehe http://mmm.verdi.de/medien-wirtschaft/ 03-2014/ 50-entlassungen-bei-der-wz

zurück zum Inhalt
460 Siehe http://www.labournet.de/branchen/ medien/ medien-presse/ medien-verschiedenes/ entlassungen-bei-der-
leipziger-volkszeitung-madsack-konzern-vernichtet-weiter-arbeitsplatze/

zurück zum Inhalt
461 Siehe etwa Vorschläge gegen Zeitungssterben: journalist6/2009, S.53ff., 1/2010

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462 Zitiert nach http://www.faz.net/aktuell/politik/ kommentar-die-rundschau-am-ende-11959447. html

zurück zum Inhalt
463 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/41/ 41878/ 1. html

zurück zum Inhalt
464 Zitiert nach http://meedia.de/2014/04/08/robotertexte-stuttgarter-agentur-plant-vollautomatisiertes-sportportal/

zurück zum Inhalt
465 Zitiert nach http://meedia.de/2014/04/08/robotertexte-stuttgarter-agentur-plant-vollautomatisiertes-sportportal/

zurück zum Inhalt
466 Siehe etwa http://www.sueddeutsche.de/medien/ nach-insolvenz-faz-darf-frankfurter-rundschau-uebernehmen-1.
1611595

zurück zum Inhalt
467 Siehe etwa http://www.stuttgarter-zeitung.de/ inhalt. ms-princess-daphne-spd-legt-sich-traumschiff-zu. 27289134-
7683-4cd4-ae6b-03e6441f1665. html und http://www.sueddeutsche.de/politik/ sozialdemokraten-reisen-statt-presse-
traumschiff-spd-1. 1122795 und http://www.abendblatt.de/reise/article1963482/ Kurswechsel-Die-SPD-wird-
Kreuzfahrtunternehmen. html

zurück zum Inhalt
468 Siehe http://kress.de/kressreport/heftarchiv/ details-des-kressreports/ beitrag/ 62132. html? tx_ ttnews% 5Bedition%
5D= 10% 2F2006&cHash=5a68913dbe2874ae83858eab8ab4b357 und http://www.spiegel.de/wirtschaft/ fliegender-
wechsel-vorkoetter-geht-zur-frankfurter-rundschau-a-416426. html

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469 Sieh http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/ spd-medienholding-haelt-sich-nicht-an-geplanten-mindestlohn-a-
941082. html

zurück zum Inhalt
470 Siehe dazu http://www.zeit.de/2004/13/FR_2fSPD

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471 Zitiert nach http://blogs.faz.net/medienwirtschaft/ 2014/ 02/ 03/ die-medienmacht-der-spd-broeckelt-die-ddvg-ihre-
zeitungen-und-dietmar-nietan-402/

Anmerkungen zu Kapitel 5:
Fallbeispiele von der Propagandafront
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472 Zitiert nach http://german.ruvr.ru/2014_07_03/ Wenn-ich-mit-der-Hisbollah-reden-will-kann-ich-mit-der-
Hisbollah-reden-5595/

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473 Siehe dazu seinen Brief unter http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1975_ 1_ 4_ soell. pdf

zurück zum Inhalt
474 Siehe dazu http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2003/ 05/ 17/ a0288

zurück zum Inhalt
475 Siehe dipbt.bundestag.de/doc/btp/02/02116. pdf

zurück zum Inhalt
476 Siehe http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-04/ griechenland-staatsanleihe-emission-kapitalmarkt

zurück zum Inhalt
477 Zitiert nach http://www.welt.de/wirtschaft/article126785396/ Anleger-reissen-sich-um-griechische-Staatsanleihen.
html

zurück zum Inhalt
478 Siehe http://www.faz.net/aktuell/finanzen/ anleihen-zinsen/ comeback-am-finanzmarkt-riesiges-interesse-an-
griechen-anleihe-12887760. html

zurück zum Inhalt
479 Siehe http://www.handelsblatt.com/finanzen/ boerse-maerkte/ anleihen/ staatsanleihen-griechenland-holt-sich-
weniger-geld-als-erwartet/ 10181086. html

zurück zum Inhalt
480 Siehe http://www.tagesspiegel.de/medien/ kurzmeldungen/ 508682. html und http://f3.webmart.de/f.cfm?
id=1378521&r=threadview&t=1979924&pg=1

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481 Siehe http://www.tagesspiegel.de/politik/ von-der-rolle/ 509240. html und siehe auch
http://www.dasgelbeforum.net/30434/ messages/ 267806. htm

zurück zum Inhalt
482 Siehe http://diepresse.com/home/wirtschaft/ economist/ 3829231/ Okonomen_ Zielsicher-daneben? _ vl_ backlink= /
home/ index. do

zurück zum Inhalt
483 Siehe http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ 18300/ die-schein-abstimmungen-des-zdf-fuer-deutschlands-beste/

zurück zum Inhalt
484 Siehe http://meedia.de/2014/07/08/das-zdf-als-adac-unter-den-sendern-umfrage-bluff-bei-den-besten-deutschen/

zurück zum Inhalt
485 Siehe http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/ boehse-onkelz-wohl-zu-boese-zdf-manipulierte-weitere-show-
id9601359. html

zurück zum Inhalt
486 Siehe http://diepresse.com/home/politik/ aussenpolitik/ 3839315/ Noch-zehn-Jahre-Merkel-Zwei-Drittel-der-
Deutschen-dagegen? from= gl. home_ politik

zurück zum Inhalt
487 Siehe http://www.focus.de/politik/deutschland/ umfrage-zur-kanzlerin-jeder-vierte-wuenscht-sich-weitere-zehn-
jahre-merkel_ id_ 3994455. html

zurück zum Inhalt
488 Siehe Guardian vom 19. Januar 2009, http://www.guardian.co.uk/politics/ 2009/ jan/ 19/ economy-banking

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489 Siehe http://www.fr-online.de/politik/bilderberg-konferenz-geheimes-treffen-der-elite, 1472596, 4471506. html

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490 Siehe dazu Schwencke, Olaf: Der Euro als Kulturfaktor: die neue Währung und die alte Welt, in: Zeitschrift für
Kulturaustausch, Jg. 48/1998, H. 4, S. 102-106;

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491 Siehe http://www.spiegel.de/spiegel/print/ d-8798815. html

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492 Siehe etwa http://www.freitag.de/autoren/tom-strohschneider/ selbst-ernannter-volksvertreter und
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ soziales/ kampf-um-stabile-waehrung-die-euro-fighter-a-692289. html

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493 Zitiert nach http://pdf.zeit.de/1998/09/euro.txt. 19980219. xml. pdf

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494 Siehe http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit/ komplettansicht

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495 Zitiert nach http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit/ komplettansicht

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496 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/medien/ serie-wozu-noch-journalismus-das-ist-nicht-ihr-kanzleramt-1.
63398-2 und http://www.freitag.de/autoren/jaugstein/ wozu-noch-journalismus-beitrag-zu-einer-serie

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497 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/medien/ serie-wozu-noch-journalismus-das-ist-nicht-ihr-kanzleramt-1.
63398-2

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498 Zitiert nach http://www.spiegel.de/kultur/tv/einflussnahme-der-parteien-brender-prangert-spitzelsystem-bei-
oeffentlich-rechtlichen-an-a-679247. html

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499 Siehe http://content.stuttgarter-nachrichten. de/ stn/ page/ detail. php/ 2318415

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500 Siehe http://www.spiegel.de/kultur/tv/steffen-seibert-zdf-moderator-wird-merkels-neuer-sprecher-a-705773. html

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501 Zitiert nach http://www.sueddeutsche.de/medien/ seibert-wird-neuer-regierungssprecher-ein-wechselwaehler-spricht-
fuer-angie-merkel-1. 973028

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502 Siehe http://www.horizont.net/aktuell/agenturen/ pages/ protected/ Publicis-holt-Etat-der-Aktionsgemeinschaft-Euro_
22704. html

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503 Zitiert nach http://www.pressrelations.de/new/ standard/ result_ main. cfm? pfach= 1&n_firmanr_=103124&
sektor=pm&detail=1&r=66184& sid=&aktion=jour_pm& quelle=0

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504 Siehe Welt am Sonntag vom 29. Juni 1997, Artikel von Helmut Schmidt, »Die Stabilität des Euro wird größer sein als die der
deutschen Mark«

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505 Siehe dazu http://www.focus.de/magazin/archiv/ euro-kampagne-ein-biss-zu-viel_ aid_ 189848. html

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506 Zitiert nach http://www.spiegel.de/wirtschaft/ sabine-christiansen-ich-bin-ein-d-mark-kind-a-149299. html

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507 Jens Peter Paul: »Bilanz einer gescheiterten Kommunikation«, Dissertation 2007, S. 266

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508 Zitiert nach http://www.rp-online.de/gesellschaft/ fernsehen/ sabine-christiansen-ein-rueckblick-in-zitaten-1. 566907

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509 Zitiert nach http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ medien/ sabine-christiansen-wie-eine-unpolitische-politik-machte-
1410151-p2. html

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510 Siehe http://www.parkavenue.de/persoenlichkeiten/ stories/ 528

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511 Siehe http://www.rp-online.de/panorama/ was-promis-als-redner-verdienen-1.1838551

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512 Siehe http://www.rp-online.de/panorama/ was-promis-als-redner-verdienen-1.1838551

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513 Zitiert nach http://www.focus.de/finanzen/news/ wirtschaft-vorsicht-teuro_ aid_ 189022. html

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514 8. August 2011, Eva Herman: »Ulrich Wickert und die Einführung des Euro: Eine überfällige Betrachtung«, im Internet unter
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/ deutschland/eva-herman/ulrich-wickert-und-die-einfuehrung-des-euro-eine-
ueberfaellige-betrachtung. html

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515 Im Internet unter http://www.kultur.uni-hamburg.de/ volkskunde/ Texte/ Vokus/ 2002-2/hell.html

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516 Zitiert nach http://www.heymann-buecher.de/ulrich_ wickert_ und_ dr_ michael_ otto_ im_ gesprach

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517 Siehe etwa http://www.dasinvestment.com/berater/ news/ datum/ 2011/ 08/ 23/ anlegerschuetzer-nehmen-
bankwerbung-mit-ulrich-wickert-unter-beschuss/

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518 Siehe http://www.bvr.de/p.nsf/index.html? ReadForm&main=6 &sub=1& ParentUNID=098E76 7340F7F77DC1257A
CB002F910A

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519 Siehe http://www.welt.de/print-wams/article612939/ Warum-glauben-Sie-an-den-Euro-Herr-Wickert. html

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520 Zitiert nach http://www.welt.de/print-wams/article612939/ Warum-glauben-Sie-an-den-Euro-Herr-Wickert. html

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521 Siehe etwa http://www.welt.de/print-welt/article665221/ 15-Millionen-D-Mark-fuer-den-Euro. html

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522 Zitiert nach http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ dem-euro-fehlt-noch-die-emotionale-qualitaet/ 67660. html

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523 Zitiert nach http://www.zeit.de/1996/08/Bitte_ keine_ Waschmittelreklame_

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524 Jens Peter Paul: Bilanz einer gescheiterten Kommunikation, Dissertation, Frankfurt 2007, S. 111f.

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525 Zitiert nach Jens Peter Paul, Bilanz einer gescheiterten Kommunikation, Dissertation, Frankfurt 2007, S. 114f.

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526 A.a.O., S. 115

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527 Zitiert nach a.a.O, S. 130

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528 Zitiert nach http://nachrichten.rp-online.de/politik/ verbeugung-vor-kohls-lebenswerk-1. 3011952

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529 Siehe Liesel Hartenstein: »Das Wagnis Euro«, in: Festschrift für Wilhelm Hankel, 1999, Seite 45ff.

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530 Aussage von Rolf-Dieter Krause am 6. Februar 1998 auf einem Symposium der EU-Kommission in Bonn zum Thema »Das
Europäische Meinungsbild«, Dokumentation dazu, Seite 88

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531 Siehe Jens Peter Paul: »Bilanz einer gescheiterten Kommunikation«, Dissertation 2007, S. 230

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532 Zitiert nach Jens Peter Paul: »Bilanz einer gescheiterten Kommunikation«, Dissertation 2007, S. 49

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533 A.a.O. S. 51f.

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534 A.a.O. S. 52

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535 A.a.O. S. 52

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536 A. a.O. S. 56f.

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537 Siehe dazu https://www.lobbycontrol.de/download/ insm-marienhof-bewertung. pdf

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538 Siehe etwa dazu den Zapp-Beitrag http://www.youtube.com/watch?v=Sj6hK-Kummk

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539 Zitiert nach http://www.taz.de/!114755/

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540 Zitiert nach http://www.heise.de/tp/artikel/38/ 38515/ 1. html

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541 Siehe dazu: »Tendenziöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse«, Bachelor-
Arbeit vorgelegt von Mirjam Zwingli, Hochschule für angewandte Sprachen, Fachhochschule des Sprachen & Dolmetscher
Instituts München, 2012; etwa auf S. 37: Dort heißt es anhand eines Beispieles, dass er den Leser »in seiner psychischen
Einstellung zu beeinflussen« versuche.

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542 Etwa http://info.kopp-verlag.de/index. html

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543 Siehe http://www.bundestag.de/dokumente/ textarchiv/ 2013/ 42897964_ kw08_ pa_ kultur/ 210904

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544 Siehe http://www.stefan-niggemeier.de/blog/

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545 Siehe http://www.indiskretionehrensache. de/

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546 Siehe http://blog.markusgaertner.com/

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547 Siehe http://drudgereport.com/

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548 Siehe http://www.theguardian.com/science/ 2007/ apr/ 09/ frontpagenews. news

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549 Siehe http://www.theguardian.com/science/ 2007/ apr/ 09/ frontpagenews. news

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550 Siehe http://diepresse.com/home/techscience/ internet/ 3832697/ NSA-speichert-Daten-aller-sieben-Mrd-Menschen-
auf-Dauer

Anmerkungen zum Nachwort

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551 Siehe http://www.rollingstone.com/music/ pictures/ rolling-stones-biggest-scoops-exposes-and-controversies-2-aa-
624/ journalists-exposed-as-secret-cia-operatives-81185346 und http://www.carlbernstein.com/magazine_ cia_ and_
media. php und http://cryptocomb.org/wp-content/ uploads/ 2014/ 01/ THE-CIA-AND-THE-MEDIA. pdf

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552 Siehe http://cryptocomb.org/?p=279#more-279

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553 Siehe dazu http://sutherlandsalute.blogspot. de/ 2008/ 12/ robert-crowley-former-cia-clandestine. html

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554 Siehe http://cryptome.org/cia-2619.htm

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555 Siehe http://www.arte.tv/de/244,em=033674-000.htmlund https://www.youtube.com/watch?v=5KxbQGQHjPo

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556 Siehe dazu http://www.heise.de/tp/artikel/24/ 24027/ 1. html

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557 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Der_ Monat und http://www.heise.de/tp/artikel/ 24/24027/1.html

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558 Siehe http://www.welt.de/print-welt/article655495/ CIA-will-in-Notfaellen-Journalisten-rekrutieren. html

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559 Eines von vielen Beispielen https://www.cia.gov/news-information/ speeches-testimony/ 2014-speeches-testimony/ a-
conversation-with-john-o-brennan. html

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560 Die DGAP will nach eigenen Angaben aktiv die außenpolitische Meinungsbildung auf allen Ebenen beeinflussen. Es ist also eine
Lobbyorganisation. Die DGAP schreibt jedenfalls über sich selbst: »Als privater, unabhängiger, überparteilicher und gemeinnütziger
Verein begleitet die DGAP aktiv und auf allen Ebenen die außenpolitische Meinungsbildung in Deutschland und leistet
Politikberatung«, zitiert nach »DGAP berichtet«, Markus Lux und Gereon Schuch, Das Carl Friedrich Goerdeler-Kolleg der Robert
Bosch Stiftung, Berlin 2008, dort Titelinnenseite; Screenshot liegt dem Autor vor

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561 Zitiert nach http://www.tpnonline.org/organisation/ business-members

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562 Zitiert nach http://www.tpnonline.org/organisation/ cooperating-institutions/

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563 Siehe Seite 33 unter http://www.atlantik-bruecke.org/w/…/ab_ 4250_ interviewbroschuere_ final. pdf

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564 Siehe https://www.reporter-ohne-grenzen. de/ pressemitteilungen/ meldung/ rog-bericht-zur-lage-der-pressefreiheit-
in-der-kurdischen-region-kaum-unabhaengige-berichterstattun/

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565 Siehe http://www.heute.de/ZDF/zdfportal/ blob/ 32482080/ 1/ data. pdf

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566 Siehe http://derstandard.at/1331207267450/ Kurt-Gritsch-Gut-inszeniert-die-Mainstream-Meinung

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567 siehe: http://www.horizont.net/aktuell/medien/ pages/ protected/ Steingart-vs-FAZ-Kleinkrieg-um-die-grosse-Krise_
121899. html

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568 Siehe https://www.freitag.de/autoren/vorabmeldung/ deutsche-gegen-militaer-einsaetze-im-ausland

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569 Siehe http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/ Reden/ DE/ Joachim-Gauck/ Interviews/ 2014/ 140614-
Deutschlandfunk-Interview. html

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570 Siehe http://www.cicero.de/berliner-republik/ ein-praesident-fuer-die-eliten/ 48408

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571 Siehe http://www.cicero.de/berliner-republik/ ein-praesident-fuer-die-eliten/ 48408

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572 Siehe http://ru-facts.com/news/view/37094. html

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573 Siehe http://www.linkedin.com/pub/ralph-goff/ b/ 779/ 279

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574 Siehe http://ru-facts.com/news/view/37094. html und http://cryptocomb.org/?s=jennifer+goff

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575 Siehe http://www.neues-deutschland.de/artikel/ 935167. ein-buch-wie-der-nsa-skandal.html

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